Müssen Kinderlose ausgeplündert werden?

Bei welt.de habe ich einen alten Artikel über einen Sozialrichter gelesen, der weitere Bevorzugungen von Familien fordert.

Seine Forderungen heben sich insofern positiv vom allgemeinen bedingungslosen Vollversorgungsanspruch ab, als ihre Erfüllung nur Familien nutzen würde, die über eigenes Einkommen verfügen.

Damit werden Kinder wenigstens nicht zur Geldquelle für Transferleistungsempfänger degradiert.

In einkommensschwachen Schichten, die von Sozialleistungen leben, sind weitere soziale Geschenke ein Fehlanreiz, der dazu führt, dass noch mehr Kinder in Armut geboren werden und Kinder häufig keine erwachsenen Vorbilder mit geregeltem Tagesablauf haben.

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Warum kann man auf Twitter nicht normal diskutieren?

Ich den Bereichen des Webs, in denen ich mich für gewöhnlich herumtreibe, wird häufig beklagt, dass Feministinnen und Social Justice Warriors nicht sachlich diskutieren würden, sondern beleidigend werden oder sich durch eine Sperre der Kommunikation verweigern würden.

Ich möchte von meinen Erfahrungen berichten. Weiterlesen „Warum kann man auf Twitter nicht normal diskutieren?“

Selbstverständlich lassen wir uns vom Terror einschüchtern

In Lokalzeitungen kann man nachlesen, was in großen Medien nicht vorkommt:

Terrorangst: Gymnasium streicht Fahrten in europäische Metropolen

Auf der Lehrerkonferenz in der vergangenen Woche wurde unter anderem das Fahrtenprogramm für das kommende Jahr beschlossen. Die sonst am Steinhagener Gymnasium üblichen Ziele London, Paris, Prag und Wien tauchen darin nicht mehr auf.

„Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren bereits angebahnt“, berichtet der Schulleiter mit Blick auf zurückliegende Terrorereignisse. Auf diese habe eine kleine Gruppe Eltern und Lehrer hysterisch reagiert. Scheele-von Alven ließ durchblicken, dass es in der Vergangenheit teils hochemotionale Auseinandersetzungen über die Sicherheit der Studienfahrten an der Schule gegeben haben muss.

Man kann es sich einfach machen und den Eltern vorwerfen, dass sie nicht rational handeln. Auf mich wirkt das Verhalten überbehütend und dumm. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder in einer europäischen Metropole Opfer eines Terroranschlages werden, ist sehr gering.

Aber Terror trifft die Menschen nun einmal auf einer emotionalen Ebene. Und Kinder sind ein emotionales Thema. Die nicht rational handelnden Eltern (praktischerweise scheint die Gruppe dank dieser Formulierung geschlechtsneutral zu sein) zeigen aber ganz deutlich: Wir lassen uns von Terrorismus einschüchtern und wir ändern wegen Terrorismus unsere Lebensweise.

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Plusminus: Es muss noch mehr an Alleinerziehende transferiert werden und Männer sind sowieso schlecht

Sigrid Born und Nicole Wirth haben einen Propagandabeitrag bei Plusminus veröffentlicht. Das beginnt schon beim Titel des Beitrags:

Alleinerziehende in der Armutsfalle – Grundsicherung für Kinder gefordert

Eine Falle, also eine List oder ein Trick, von anderen aufgestellt, trifft arglose, passive Opfer.

Damit ist der Rahmen des Artikels gesetzt. Alleinerziehende sind unschuldige Opfer.

– 2,3 Millionen Kinder wachsen bei Alleinerziehenden auf. Armutsrisiko: 44 Prozent

Mir scheint, als wären Alleinerziehende oft keine gute Umgebung für Kinder.

– Drei Viertel dieser Kinder bekommen wenig oder gar keinen Unterhalt vom anderen Elternteil

… und in diesem Fall springt die Gemeinschaft mit Unterhaltsvorschuss ein. Diese Information hat wohl nicht in den Rahmen des Artikels gepasst.

– 13 Wochen Ferienbetreuung von Alleinerziehenden nicht abzudecken

Während das für Familien mit zwei Elternteilen wohl gar kein Problem ist? Stellen sich Sigrid Born und Nicole Wirth das Familienleben so vor, dass die Eltern ihren Urlaub getrennt nehmen um die Ferienbetreuung zu übernehmen?

Im Artikel darf Anja L. über ihre Situation jammern:

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Die markigen Worte und das laute Gedöns der Andrea Nahles

Auf ihrer persönlichen Webseite gibt Andrea Nahles ein Statement zum Wahlausgang ab:

Bundestagswahl 2017 – Ein weiter so kann es nicht geben

Ich bin gespannt, was Andrea Nahles anders machen will als bisher. Ausgerechnet Andrea Nahles, die seit 2013 als Bundesministerin für Arbeit und Soziales in der Regierung an einer Schlüsselstelle der Macht saß. Die zuvor – seit 2009 – als SPD-Generalsekretärin die politischen Akzente der Parteiarbeit setzte. Die seit 2005 für die SPD als Abgeordnete im Bundestag sitzt und unter Kanzler Schröder schon einmal von 1998 bis 2005 Bundestagsabgeordnete war.

Ausgerechnet Andrea Nahles, die im selben Statement, in dem sie „Ein weiter so kann es nicht geben“ skandiert, den SPD-Wählern mit den Worten dankt:

Ich freue mich, dass ich sie mit meiner Politik seit 2013 überzeugen konnte.

Andrea Nahles hat alles richtig gemacht. Den Neuanfang in der SPD müssen andere Genossen wagen. Sie hat keinen Grund dafür. 

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen: das ist ein bitteres Ergebnis für die SPD.

Da sind wir uns einig.

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Gutmensch arbeitet gedankenlos auf das Ende der EU hin

Bei zeit.de ist der Anriss eines Artikels verfügbar. Er ist hinter der „Z+“-Registrierscharanke verborgen.

Noch nicht einmal war es mir ein Zeit-Artikel wert, mich dafür bei der Zeit zu registrieren, so ist es auch diesmal.

Thorsten Benner fordert in diesem Artikel:

Distanziert euch von den Autokraten!

Unternehmen wie Audi und Daimler legitimieren Ungarns und Polens Politik.

Alles beginnt mit einer Lüge: Ungarn und Polen werden zu Autokratien erklärt. Dämonisiert man den Gegner, argumentiert es sich leichter vom hohen moralischen Ross.

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Die unsolidarische Generation: Millenials und Generation Y

Bei Zeit Online beneidet Wlada Kolosowa ihre Freunde, die eine auf vier Tage verkürzte Wochenarbeitszeit haben.

Es war nicht Felix mit dem Firmenwagen. Nicht Cloe, die von ihrem Arbeitgeber um die Welt geschickt wird. Und auch nicht Alex, der das Doppelte von uns allen verdient und das Dreifache schuftet. Sondern Tim. Ich beneidete ihn um seine Viertagewoche. Darum, dass Tim einen Roman pro Woche liest und, sobald das Wetter über 15 Grad klettert, dreitägige Campingtrips macht.

Auch meine Freunde sind viel neidischer auf die Viertagewoche als auf ein riesiges Einzelbüro oder eine Bahncard100 vom Unternehmen. Die Mehrheit der Deutschen ist zwar für eine Fünftagewoche, wie YouGovherausfand. Aber fast die Hälfte der befragten 25- bis 34-Jährigen hätte gern ein Wochenende, das drei Tage lang dauert und nicht bloß zwei.

Wlada Kolosowa beschreibt hier nicht weniger als einen gesellschaftlichen Umbruch. Sie beschreibt die Abkehr von der solidarischen Gemeinschaft durch diejenigen, die es sich leisten können.

Wlada Kolosowa ist in ihrem Artikel so sehr damit beschäftigt ihre Perspektive und ihr erstaunlich oberflächliches Leben zu beschreiben, dass ihr der Blick darauf abhanden kommt, wie unsere solidarische Gesellschaft im Kern funktioniert.

Sie entscheidet sich selbst für eine Viertagewoche.

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