Das Scheitern des Feminismus, zusammengefasst in einem Satz

Spiegel.de erzählt uns das Märchen der Karrierefrau Anna. Wie üblich neigen Karrieretypen zu öffentlichem Jammern. Leider habe ich grade keinen Jammerartikel von Karrieremännern zur Hand – äh, es gibt aber sicherlich viele davon.

Sie ist promovierte Kulturwissenschaftlerin und arbeitet als einzige Frau in einer leitenden Position an der Hochschule. Ihre Wohnung ist eher spärlich eingerichtet; die Einbauküche sieht so sauber aus, als wäre sie noch nie benutzt worden.

Ah, leitende Position. Das ist natürlich eine echte Karriere. Annas Privatleben scheint ziemlich trostlos zu sein, aber großer Erfolg hat eben seinen Preis.

Sehen wir uns den Karriereerfolg einmal näher an. Anna spricht darüber, dass sie Leiterin eines International Office ist. Dass sie an der Hochschule in Schmalkalden arbeitet wird ebenfalls thematisiert. Man kann sich die Anforderungen der Stellenausschreibung (wahrscheinlich für ihre Nachfolgerin) ansehen:

  • abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium
  • verhandlungssichere Englischkenntnisse in Wort und Schrift, sehr gute Kenntnisse in mindestens einer weiteren Fremdsprache sind wünschenswert
  • Erfahrungen in der internationalen Hochschularbeit
  • Erfahrungen in der Einwerbung und Bewirtschaftung von Mitteln
  • hohe kommunikative und soziale Kompetenz
  • sichere Beherrschung der gängigen Informations- und Kommunikationstechnik

Irgendein Hochschulstudium. Englisch. Mal was mit Hochschule gemacht. Mal ein Budget gehabt. Sprechen. Word und Excel.

Unfassbar hohe Anforderungen. Es gibt sicher nur 10 Millionen andere in Deutschland, die diese Anforderungen erfüllen. Und gerade Anna hatte es besonders schwer, diese Stelle zu bekommen: „Die Hochschule Schmalkalden ist um die berufliche Förderung von Frauen bemüht.“ Dass sie sich da durchsetzen konnte!

So sieht diese feministische Karriere aus: Eine Stelle mit Wahnsinnsanforderungen an einer kleinen Fachhochschule mit 227 Mitarbeitern und einer schrumpfenden Studentenzahl von nur noch 2358, in einer Stadt mit weniger als 20.000 Einwohnern mitten im Nirgendwo.

Anna ist der feministischen Lebenslüge aufgesessen, dass Frauen so sein wollen sollen wie Männer:

Mein Lebensfokus war immer auf Beruf und Karriere gerichtet. Und ich glaube, das macht mich gerade auch so unzufrieden. Denn ich merke, dass diese Struktur, die ich mir aufgebaut habe, so nicht mehr funktioniert. Jetzt langsam begreife ich: Ich bin stolz auf die Doktorarbeit, auf die Forschungspreise, darauf, dass ich zur Frankfurter Buchmesse eingeladen werde. Aber es macht mich nicht glücklich.[..]

Ich dachte immer, ich werde glücklich durch Leistung. Und wenn ich dann beim Auswärtigen Amt arbeiten würde, fänden mich alle toll. Und jetzt mit 35 denke ich, vielleicht ist es das gar nicht.

Auch ihre planerischen Fähigkeiten scheinen herausragend zu sein:

Ich habe bis jetzt die Stellenausschreibungen durchgesehen und mir immer gesagt: ‚Ja, das kann ich, das kann ich auch, dann bewerbe ich mich darauf.‘ Aber dabei habe ich mich eben nicht gefragt, ob ich den Job machen will.

Was für ein Armutszeugnis für unsere Karrierefrau. Genau das wünscht man sich als Arbeitgeber: Eine wankelmütige Mitarbeiterin, die den Job nicht wirklich machen will und die geht, wenn man sie braucht, einfach weil sie den nächsten Job antritt, den sie nicht wirklich will. Weil sie sich nicht vorher überlegt hat, was sie eigentlich möchte.

Ich kann auch jetzt nicht sagen, ob ich ein Kind will. Aber ich denke immer, wenn es passieren soll, dann passiert es. Und ich bin dadurch nicht mehr oder weniger glücklich.

Anna, das klingt nicht als wärst Du glücklich. Und Kinder passieren zwar manchmal einfach, aber Du meinst sicherlich: Familie mit Kind. Und das passiert nicht einfach so.

Dafür muss man sich zunächst einmal entscheiden. Entscheidungen zu treffen scheint aber nicht Deine Stärke zu sein, obwohl Du Führungskraft bist.

Die anderen haben ihre Kinder gekriegt und haben geheiratet und ein Haus gebaut, und ich bin halt an einer anderen Stelle angekommen. Und das war zwischen 25 und 30 noch nicht so extrem, da waren wir alle ähnlich unterwegs: Studium, erster Job, das war bei uns allen Thema.

Tja, Anna. Die anderen haben sich weiterentwickelt. Weg von den oberflächlichen Werten wie Reisen und angeblicher Karriere.

Wenn jetzt alle verheiratet sind und Kinder haben, wer bleibt dann noch für mich übrig?

Der Rest, Anna. Du hast Deine Entscheidung vor Jahren getroffen.

Meine Unabhängigkeit ist ganz sicher hinderlich bei der Suche. Ich will den Typen nicht bewundern. Aber ich glaube, damit kommen viele Männer nicht klar. Ich will auf Augenhöhe wahrgenommen werden.

Feminismus funktioniert wunderbar. Nur die Männer versauen es irgendwie.

Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann durch die Welt tingelt, sich selbst verwirklicht, seinem Beruf nachgeht […]

Anna, Du klebst an Deinen oberflächlichen Werten. Ob sich in solchen Fällen eher die Frau (beim von dir unterstellten Kinder hüten) oder der Mann (beim um die Welt tingeln) selbst verwirklicht, darüber kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Viele Menschen sehen Jobs, bei denen man oft unterwegs ist, als schlechte Jobs an, weil man oft nicht bei seiner Familie ist. Denk mal darüber nach, warum du Fernfahrer und Außendienstler nicht beneidest.

Meine letzte Partnerschaft ist kaputtgegangen, weil er ganz klar gesagt hat: ‚Ich habe meinen Job, ich bin Ingenieur, ich bringe das Geld nach Hause. Lass doch du deine Dissertation!‘ Er wollte, dass ich meine Arbeit auf Eis lege, ihn heirate und Kinder bekomme. Die Dissertation war für ihn nur so eine Zwischenarbeit zwischen Studium und Mutterschaft. Und da habe ich natürlich gesagt: ‚Nein, ich schreibe meine Dissertation.‘ Und dann ist das eben auseinandergegangen.

Klingt so, als wüsste dein Ex-Freund genau, was er von Leben möchte. Du wolltest das nicht. Du hast deine Entscheidung getroffen.

Ich möchte in eine Stadt, in der es Sushi und Kino gibt.

Diese tiefgründigen Werte sorgen sicher für ein erfülltes Leben.

Mein größter Wunsch ist tatsächlich, dass ich meinen Partner bald kennenlerne und dass er dann sagt: ‚So, jetzt gehen wir drei Jahre weg.‘

Die selbstständige Karrierefrau ruft nach einem Märchenprinzen. Wie eine Vierjährige. Wenn es hart auf hart kommt, sollen Männer das Problem lösen. Feminismus funktioniert prima.

Plötzlich spielt es für Anna keine Rolle mehr, wo ihre „Wünsche und Träume“ bleiben und ob „er sich auch für meine Projekte“ interessiert. Hauptsache ihr Märchenprinz holt sie aus ihrer Situation heraus.

Ein einzelner Satz belegt das Scheitern der feministischen Ideologie für diejenigen, die diesen Werten folgen. 

Anna, Du möchtest einen Typen, der genau weiß, was er will. So einen hattest du schon einmal. Du hast ihn in die Wüste geschickt.

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6 Kommentare zu „Das Scheitern des Feminismus, zusammengefasst in einem Satz“

  1. Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich solche Artikel lese.
    Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich ebenfalls etliche solcher Frauen.
    Die hatten in jüngeren Jahren, zwischen 20 und 25 Beziehungen, ebenfalls mit Männern, die genau wussten, was sie wollten und das auch gesagt haben.
    Das hat dann nicht mit der Feministischen Konditionierung dieser Frauen übereingestimmt und sie haben die Männer deshalb in die Wüste geschickt.
    Jetzt sind die Damen mittlerweile über 30 und stellen fest, dass „Etwas fehlt“.
    Ja, was könnte das nur sein? 🙂
    Nun soll ebenfalls schnell der Prinz her, gerne ein Arzt, der an einer Uniklinik arbeitet und der mit Ihnen das weitere leben verbringt.
    Kommt nur Keiner. 🙂

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    1. Oft wird in diesem Fall einfach die Realität verleugnet und das eigene Scheitern als erfülltes Leben verkauft.

      Auch in den Medien werden häufig offensichtliche Probleme ignoriert und als Erfolg verkauft. Das feministische Narrativ muss einfach erfolgreiche und zufriedene Frauen hervorbringen. Egal wie sehr man die Realität verdrehen muss, damit dieses Bild entsteht.

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  2. Teilweise musste ich laut lachen, weil ich ähnliche Artikel schon auf der „EditionF“ gelesen haben. Die laufen alle nach dem gleichen Muster ab. Feministinnen (ganz besonders Neo-Feministinnen) scheinen zu denken, sie hätten einen Freibrief, der ihnen alles erlaubt und nichts abverlangt. Auf die Idee, dass alles (s)einen Preis hat und nichts umsonst ist, kommen die überhaupt nicht. Ich befürchte nur, dass ein Ende noch lange nicht abzusehen ist,

    Gefällt 1 Person

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