Jammerfrau: Ich will mit den Großen spielen, halte aber die Reaktion nicht aus

Es ist mal wieder Jammerfrauenzeit. Endlich ergibt der Zeitungsname „Zeit“ für mich einen Sinn.

Zu Ostern postete der Unterwäschehersteller Palmers ein Foto auf Facebook. Sechs Frauen liegen auf einem Teppich, dazu der Spruch: „Unsere Osterhöschen“. Vielen gefiel diese Art der Werbung nicht. Die österreichische Fernsehmoderatorin Corinna Milborn fühlte sich gar an Szenen aus dem Menschenhändler-Milieu erinnert und kritisierte das. Die Folge: Sie wurde daraufhin öffentlich sexistisch beleidigt von Felix Baumgartner, der einst für Red Bull aus dem All auf die Erde sprang. Als Reaktionen auf diesen Angriff postete Corinna Milborn ein Video und lud ihn in ihre Talk-Sendung ein. Ihre Botschaft wurde hunderttausendfach angesehen.

Wie in den meisten Jammerfrauenartikeln wird zunächst der Rahmen so abgesteckt, dass andere Schuld auf sich geladen haben. Opfer ist diesmal die österreichische Fernsehmoderatorin Namens Corinna Milborn. Weiterlesen „Jammerfrau: Ich will mit den Großen spielen, halte aber die Reaktion nicht aus“

Intellektuelle Unehrlichkeit mit Gregor Gysi

Neulich bin ich auf ein Video einer Bürgerpressekonferenz aus dem Jahr 2015 mit Gregor Gysi gestoßen. Ein Bürger weist darauf hin, dass er nicht die Weltprobleme lösen möchte und aus seiner Sicht auch deutsche Arbeiter nicht für Afrikaner und auch nicht für deutsche Hartz-IV Empfänger arbeiten möchten.

Jeder arbeitet für sich selber. […]

Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich! […]

Und wenn ich eine Familie habe, bin ich dafür verantwortlich, nicht die Allgemeinheit. […]

Und sie reden von Kosten, die die Bundesregierung übernehmen soll. Die Bundesregierung hat kein Geld, das ist das Geld der Bürger, schlicht und einfach.

Wollen wir unseren Kindern Schulden überlassen […]? Irgendwo muss das Geld bezahlt werden!

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Vom Hass linker Moralapostel

Siggi und ich hatten vor kurzem zur Verlogenheit von linken Moralaposteln gebloggt. Markus Somm beschreibt das Phänomen in der Online-Ausgabe der Basler Zeitung unter der Überschrift „Die Faschisten kommen„.

Im Artikel geht es um den linken Mob an nordamerikanischen Colleges und Universitäten, der die freie Meinungsäußerung, ja Menschen mit anderen Meinungen mit faschistischen Methoden bekämpft.

Besonders interessant finde ich den Hinweis auf ein Buch des amerikanischen Sozial­psychologen Jonathan Haidt, der sich als einer der wenigen Linken darum bemühte, die Rechten zu verstehen, obschon er deren ­Meinungen nicht teilte. Weiterlesen „Vom Hass linker Moralapostel“

Grüner mit Hassattacke

Vor einiger Zeit hatte ich über die Klage des Grünen-Politikers Kai Bitzer gegen die rechtsextremistische Kleinpartei „Der Dritte Weg“ berichtet. Der Olper Stadtrat ging auf das Angebot der Neonazis, die Kosten für die Ausreise aus Deutschland zu übernehmen, ein.

Ließ Bitzer mit diesem PR-Gag noch einen gewissen Humor erkennen, bringt ihn nun ein betrunkener Nazi in Rage. Er berichtet auf seiner Webseite:

Sonntag morgen, zu einer Zeit zu der normale Menschen schlafen, wird eine stark alkoholisierte Person der Kneipe „zur Grotte“ in Olpe verwiesen, ist zu lesen. Aus seinem Rucksack zaubert er eine Machete und fuchtelt damit rum. Im diesem Rucksack findet die Polizei weitere Macheten und Totschläger. Nach deren Auskunft soll es sich bei der Person um jemanden handeln, der zuvor an einem Infostand einer rechten Partei am Kurkölner Platz mitgewirkt hat.

Nicht schön, aber Leute die mit Macheten herumfuchteln gibt es in Deutschland und Europa. Manche verletzen andere Menschen schwer. Weiterlesen „Grüner mit Hassattacke“

Die Schuld der Retter

Der letzte Beitrag von Siggi wurde gerade von der aktuellen Entwicklung eingeholt. Es stimmt: Die Retter im Mittelmeer sind verantwortlich für den Tod von Flüchtlingen.

Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation „Jugend Rettet“ ist vor der Küste Libyens in Seenot geraten. Die Iuventa sei mit 400 aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen komplett überfüllt und brauche dringend Hilfe, teilte die Organisation auf Facebook mit. Man sei „komplett navigationsunfähig“ und „nicht mehr in der Lage, die Situation alleine zu stemmen!“

Es befänden sich noch schätzungsweise 400 Menschen auf Schlauchbooten in unmittelbarer Nähe des Schiffs. Viele von ihnen seien Frauen, Schwangere und Kinder ohne Rettungswesten.

Das passiert, wenn man vor der libyschen Küste auf Flüchtlinge wartet und sie nach Italien bringt. Die Menschen fahren aufs offene Meer hinaus mit allem was schwimmt und nicht schwimmt. Weiterlesen „Die Schuld der Retter“

Gutmenschen töten Flüchtlinge

Fr.de berichtet über Menschen, die Flüchtlinge im Mittelmeer aufnehmen und an Land bringen.

Jugend rettet muss sich wie die vielen anderen zivilen Seenotretter derzeit gegen Vorwürfe wehren, dem Geschäft der Schlepper mit ihrer Präsenz im Mittelmeer in die Hände zu spielen. Die Vorwürfe kommen nicht nur aus deutschen Wohnzimmern, sondern von ganz offizieller Seite: Ende Februar kritisierte die EU-Grenzschutzagentur Frontex die Rettungseinsätze der Hilfsorganisationen vor Libyen. […]

Die Geschäfte krimineller Netzwerke und Schlepper sollten nicht noch dadurch unterstützt werden, dass die Migranten immer näher an der libyschen Küste von europäischen Schiffen aufgenommen würden, hatte Frontex- Chef Fabrice Leggeri in einem Interview gesagt. Das führe dazu, dass Schleuser noch mehr Migranten auf die seeuntüchtigen Boote zwängen.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass sich diese Aussage festsetzt“, sagt Hans-Peter Buschheuer, Sprecher der Nichtregierungsorganisation Sea Eye. „Wir sind definitiv kein Taxi für Flüchtlinge.“

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Neues über Vollzeitstellen für Gleichstellungsbeauftragte

Ich hatte hier über Vernetzung und Lobbyarbeit von Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn berichtet. Der Stadtrat von Ahrensburg hat der Halbierung der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten zugestimmt, obwohl der SPD-Bürgermeister bereits vor der Abstimmung eingeknickt war.

„Die Gleichstellungsbeauftragte hat die Aufgabe, innerhalb der Verwaltung zu wirken“, meinte Thomas Bellizzi (FDP), „so wie Frau Fricke die Stelle darüber hinaus gelebt hat, ist die Gleichstellungsbeauftragte nicht mehr notwendig, sie hat sich ausgelebt.“

Demgegenüber plädierten SPD und Grüne in Ahrensburg vehement dafür, die bisherige Vollzeitstelle beizubehalten. „Es ist zynisch und eine Frechheit, die erfolgreiche Arbeit von Frau Fricke gegen die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten zu verwenden“, sagte Hartmut Möller (SPD). „Das Ziel der Gleichstellung von Frauen ist eine Vollzeitstelle Wert“, sagte Christian Schmidt (Grüne). Eine Gleichstellungsbeauftragte hätte weiterhin viele und auch neue Aufgaben.

Das ist von SPD und Grünen nicht anders zu erwarten, dennoch erstaunt die Anzahl der inhaltlichen Argumente: Null. Weiterlesen „Neues über Vollzeitstellen für Gleichstellungsbeauftragte“