Warum Zivilcourage für mich ein Problem ist

Mein Blog-Kompagnon Horst thematisiert Zivilcourage und stellt die Frage wie man sich selbst in welchen Situationen verhalten würde.

Ich habe meine Einstellung zu Zivilcourage in den letzten Jahren verändert, weil sich die Welt um mich herum geändert hat. Früher habe ich es als Selbstverständlichkeit aufgefasst  Menschen in Not zu helfen – heute nicht mehr. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe.

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Männer sind keine Opfer, weil sie nicht gefragt werden

Spiegel-Online berichtet darüber, dass die Kurden-Regierung im Nordirak „Jugendliche“ gefoltert hat.

Kurden-Regierung soll Jugendliche gefoltert haben

Jugendliche.

Sie wurden angeblich geschlagen, gefesselt und mit Elektroschocks gequält: Im Nordirak hat die Kurden-Regierung laut dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation Minderjährige gefoltert.

Minderjährige.

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Don Alphonso verliert die Distanz der Kunstfigur

Seit langer Zeit lese ich Artikel von Don Alphonso. Früher bei faz.net, heute bei welt.de. Auch auf Twitter folge ich ihm.

Don Alphonso ist ein Meister der spitzen Feder, gleichzeitig distanziert und treffsicher. Zur Wahrung der Distanz ist es hilfreich als Kunstfigur zu schreiben. Die Sicht des privilegierten Adligen und Immobilienbesitzers ermöglicht ihm Gedanken weit außerhalb des Erfahrungshorizonts anderer Journalisten zu formulieren.

In letzter Zeit scheint Don Alphonso aber seine Distanz zu verlieren und dünnhäutiger zu werden. Er fällt aus dem Rahmen der Kunstfigur und wird direkter.

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Warum man Menschen wie Ralf Stegner nicht überzeugen kann

Ralf Stegner (SPD) hat einen Twitter Account. Neulich hat er mal wieder eine echte Perle veröffentlicht:

Da geht ein schwieriges+ruppiges Jahr für die Sozialdemokratie. Jetzt müssen wir die politischen Herausforderungen für 2019 entschlossen+selbstbewusst anpacken: Notwendige Weichenstellungen der Sozialpolitik,beim digitalen+ökologischen Umbau der Industrie+ in der Europapolitik!

Der Tweet besteht nur aus leeren Floskeln, er enthält keine einzige konkrete Absicht. Jeder versteht etwas anderes unter „notwendigen Weichenstellungen“.

Kurz: Er ist genau die Art von leerem Geseier mit dem die SPD mich als Wähler verloren hat.

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Zivilcourage

Anlass für diesen Artikel war ein Gespräch mit Freunden über diese Gewalttat in Amberg und Personen, die Zivilcourage zeigten, indem sie – obwohl sie sich damit selbst in Gefahr brachten – anderen halfen.

Ich stelle mir die Frage: Wie hätte ich mich verhalten?

Am Bahnhofsvorplatz soll einer der Männer ein Mädchen (17) als „Nutte“ beleidigt und bedrängt haben. Als die Begleiter des Mädchens (beide 17) dazwischengingen, wurden sie durch Schläge im Gesicht verletzt.

Als Begleiter wären wohl die meisten Männer dazwischengegangen.

Der Auszubildende kam mit Prellungen und Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Ein Mann, der den Opfern helfen wollte, wurde ebenfalls verprügelt.

Dieser Mann war offenbar ein Unbeteiligter, der sich entschied zu helfen.

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Polizisten sind Rassisten

Die Qualitätswebseite jetzt.de hat anonym mit einem Polizisten gesprochen. Das verspricht interessante Einblicke.

Ein junger Polizist spricht über Rassismus und Korpsgeist in der Polizei.

„[…]Als ‚Linker’ in der Polizei gehöre ich zu einer fast nicht existenten Spezies in diesem System. Aus diesem Grund habe ich vielleicht auch ein anderes Auge auf das Handeln meiner Kollegen.“

Jetzt.de hat einen jungen, linken Polizisten gefunden. Auch ich gehe davon aus, dass linke Polizisten eher selten sind.

Wobei die Ursache dieser vermuteten Korrelation nicht unbedingt sein muss, dass vor allem „Rechte“ in den Polizeidienst gehen. Denn das, was Polizisten tagtäglich erleben, kann Einfluss auf ihre politische Einstellung haben. Polizisten tauchen in eine Welt ein, die sich viele Menschen mit einem warmen Bürojob nicht einmal vorstellen können.

Wir haben ihn Zuhause besucht, in seinem Wohnzimmer ein langes und intensives Gespräch mit ihm geführt und ihn als sensiblen, aufrichtigen und vertrauenswürdigen Menschen kennengelernt, den sein Gewissen quält und dem es wichtig ist, das Richtige zu tun.

Das finde ich eine erstaunliche Einführung ihrer anonymen Quelle. Die Autorinnen Nadja Schlüter und Charlotte Haunhorst haben einen „sensiblen, aufrichtigen und vertrauenswürdigen Menschen“ kennengelernt?

Sind die Gefühle der Autorinnen das Maß, mit dem die Glaubwürdigkeit anonymer Quellen beurteilt wird? Ist das Satire?

Haben sie irgendeine Geschichte der anonymen Quelle neutral überprüft, wenigstens auf Plausibilität?

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Auch ältere Frauen können die Feministin in sich entdecken

1994 brachte Lucilectric das Lied „Mädchen“ heraus. Spiegel.de berichtet über ein Interview mit der Sängerin.

„Und da lehn‘ ich mich zurück und lass dem Mann den ersten Schritt. Mir geht’s so gut, weil ich ’n Mädchen bin, weil ich ’n Mädchen bin. Komm doch mal rüber Mann und setz dich zu mir hin, weil ich ’n Mädchen bin, weil ich ’n Mädchen bin.“

Interessant ist, welchen Teil spiegel.de aus dem Lied zitiert: Eine Stelle, in der das Mädchen sich eher passiv verhält und dem starken Mann vertraut.

Auf die Frage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, ob der Text nicht ein antiquiertes Frauenbild transportiere, weil darin ein Mädchen von einem Mann angesprochen werden wolle und nicht selbst aktiv werde, sagte sie: „Aus heutiger Sicht ist das so.“

Nur diesen Aspekt des Liedes herauszugreifen und ihn zum Problem zu erklären verrät die Geisteshaltung, die hier am Werke ist: Feminismus. Ich helfe mal mit ein paar weiteren Stellen des Textes nach:

Was’n das für ’n wundervoller Hintern
der da neben an ’nem Tresen steht
und der Typ der da am Hintern noch mit dran ist

Wie? Was?

Mit vertauschten Rollen von Frau und Mann ist das im Zeitalter von MeToo übergriffig. Jemanden einfach so auf den Hintern zu reduzieren? Geht das denn? Ist das nicht Sexismus?

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