Erst „Integration“, dann „gegenseitige Akzeptanz“ und jetzt „kulturelle Modernisierung“

Ich hatte hier beschrieben, wie deutsche Islamverbände in seltsamer Einigkeit mit Mitgliedern der deutschen Regierung dafür werben, das Staatsziel der Integration von Zuwanderern durch Akzeptanz zu ersetzen.

Die Integration von Zuwanderern, also die Aufnahme von Migranten in das nationale Sozialgefüge, erfordert die Bereitschaft der Migranten zur Anpassung. An ihre Stelle soll aktive Akzeptanz des Sozialgefüges der Migranten durch die Aufnahmegesellschaft treten. Nebenbei drückt Akzeptanz ein zustimmendes Werturteil aus.

Die Autoren einer neuen Bertelsmann-Studie gehen einen Schritt weiter. Sie bezeichnen die aktuelle Veränderung der deutschen Gesellschaft durch neue kulturelle Einflüsse als kulturelle Modernisierung.

Das ist nichts weniger als das Gegenteil von Integration, es bedeutet die Anpassung der deutschen Gesellschaft an die Zuwanderer.

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Selbstverständlich lassen wir uns vom Terror einschüchtern

In Lokalzeitungen kann man nachlesen, was in großen Medien nicht vorkommt:

Terrorangst: Gymnasium streicht Fahrten in europäische Metropolen

Auf der Lehrerkonferenz in der vergangenen Woche wurde unter anderem das Fahrtenprogramm für das kommende Jahr beschlossen. Die sonst am Steinhagener Gymnasium üblichen Ziele London, Paris, Prag und Wien tauchen darin nicht mehr auf.

„Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren bereits angebahnt“, berichtet der Schulleiter mit Blick auf zurückliegende Terrorereignisse. Auf diese habe eine kleine Gruppe Eltern und Lehrer hysterisch reagiert. Scheele-von Alven ließ durchblicken, dass es in der Vergangenheit teils hochemotionale Auseinandersetzungen über die Sicherheit der Studienfahrten an der Schule gegeben haben muss.

Man kann es sich einfach machen und den Eltern vorwerfen, dass sie nicht rational handeln. Auf mich wirkt das Verhalten überbehütend und dumm. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder in einer europäischen Metropole Opfer eines Terroranschlages werden, ist sehr gering.

Aber Terror trifft die Menschen nun einmal auf einer emotionalen Ebene. Und Kinder sind ein emotionales Thema. Die nicht rational handelnden Eltern (praktischerweise scheint die Gruppe dank dieser Formulierung geschlechtsneutral zu sein) zeigen aber ganz deutlich: Wir lassen uns von Terrorismus einschüchtern und wir ändern wegen Terrorismus unsere Lebensweise.

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Web.de und Professor Christian Pfeiffer: An der komplexen Wahrheit vorbei

Bei web.de versucht man mit den üblichen Methoden das Problem der hohen Kriminalität von Zuwanderern herunterzuspielen. Der Artikel hat den Titel

Sexualstraftäter in Deutschland: Die komplexe Wahrheit über Migranten und Statistiken

In die Schlagzeilen kommen aber auch immer wieder falsche oder zumindest tendenziös wiedergegebene Zahlen zu Sexualdelikten – wie die jüngst von Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann.

Er hatte für sein Bundesland verkürzt von drastisch mehr Vergewaltigungen im ersten Halbjahr 2017 gesprochen – obwohl die Zahlen auch sexuelle Nötigungen enthalten.

Joachim Herrmann hat also Zahlen zu Sexualdelikten „tendenziös wiedergegeben“ nur weil er bei der Zunahme der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen nur von „Vergewaltigungen“ gesprochen hat.

Es handelt sich tatsächlich nur um eine Verkürzung des Sachverhaltes. Dieser Unterschied – wahrscheinlich eher durch die mündliche Präsentation bedingt – ist für Web.de tendenziös.

Die Basisgröße (von der die Zunahme berechnet wurde) bezog sich aber korrekt ebenfalls auf Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen. Es ist also gut möglich, dass Vergewaltigungen alleine tatsächlich um den von Herrmann berichteten Prozentsatz von 48 Prozent (!) zugenommen haben. Genauso wie auch die Summe aus beiden Straftatbeständen, die nur nicht einzeln statistisch erfasst werden.

Für Web.de sind nicht 48 Prozent zusätzliche Vergewaltigungen und sexuelle Nötigungen der Skandal, sondern dass sexuelle Nötigungen nicht so schlimm sind wie Vergewaltigung.

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Eine Frage der richtigen Fragen: Wie Forscher eine „enthemmte Mitte“ konstruieren

Die „Leipziger ‚Mitte‘-Studien“ werden an vielen Stellen genutzt um den Deutschen eine rechtsextreme Gesinnung zu attestieren.

So bin auch ich auf diese Studie gestoßen und habe sie mir genauer angesehen.

Zunächst fällt auf, dass die Studie von drei verschiedenen Stiftungen unterstützt wurde, die ich nicht für neutral halte:

Handelt es sich noch um Wissenschaft oder ist es bereits Politik, wenn die Studie, die von den politischen Stiftungen konkurrierender Parteien unterstützt wird, ein Kapitel „Die AfD als rechtspopulistischer Profiteur der Flüchtlingsdebatte“ enthält?

Leider ist das Kapitel in der Online-Ausgabe der Studie nicht enthalten, so dass ich mir kein eigenes Bild zum Inhalt machen kann.

Bei der Recherche habe ich auch Kritik an der Studie gefunden. Da dieses Interview mit dem Politologen Klaus Schroeder mündlich geführt wurde, ist es nicht so strukturiert und belegt, wie ich es mir wünschen würde. Eine der zentralen Aussagen ist:

Wenn aber die Befragten gezwungen werden, auf eine pauschale, generalisierte Frage zu antworten, dann haben sie nicht viele Möglichkeiten.

Die Fragen sind also nach Meinung von Klaus Schroeder so gestellt, dass Antworten von Menschen, die gar keine rechtsextremen Meinungen vertreten, als rechtsextrem interpretiert werden.

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Professor Mausfelds im Kern totalitäres Gedankengut

Ich hatte neulich einen Artikel über Professor Mausfeld geschrieben. Es gibt noch etwas, was mich an den Ausführungen Mausfelds stört.

Professor Mausfeld gab den Eliten die Schuld an indoktrinierenden Medien und macht diese dafür verantwortlich, dass wir nicht in einer „wirklichen“ Demokratie leben, weil es die Menschen deswegen „falsch“ informiert sind und „schlechte“ Entscheidungen treffen.

Meine Meinung ist, dass die Menschen selbst für die Medien verantwortlich sind, die wir haben, weil sie entsprechende (Konsum-) Entscheidungen treffen.

Und ich bin nicht der Meinung, dass es die Qualität der Medien ist, die uns von „wirklicher“ Demokratie trennt, weil es einerseits auch andere Faktoren für „schlechte“ Entscheidungen gibt, beispielsweise die Befähigung der Menschen selbst, und weil uns andererseits Elemente der direkten Demokratie fehlen, die ich wichtig für Demokratie halte.

Der Gedanke, den ich nicht zu Papier bekommen habe ist: Selbst wenn Professor Mausfeld recht hätte, und die Eliten die Menschen mit Hilfe der Medien indoktrinieren würden, was würde daraus folgen?

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Wie die taz versucht linke Wähler bei der Stange zu halten

Unter dem Titel „Elitär, bourgeois und amoralisch“ erklärt die taz die Wähler der Partei Die PARTEI zu Zynikern und Protestierern mit denen kein Staat zu machen sei.

Ich kann auch die PARTEI wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich kann natürlich auch jede andere Partei wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich bin dann eben: ein dekadenter Witzbold, der sich selbst dafür feiert, keinen Unterschied machen zu wollen.

Auch das gilt nicht nur für die Wähler der Partei Die PARTEI. Ich denke, man kann über praktisch jede Partei ohne Aussicht auf Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde sagen, dass sie keinen Unterschied macht. Feiert sich jeder, der sie dennoch wählt, dafür, keinen Unterschied machen zu wollen?

Es ist gespenstisch: Als gäbe es nichts zu bereden, scheint die PARTEI derzeit im – nennen wir es abschätzig – „linksalternativen Milieu“ immer neue Freunde zu finden.

Von da weht der Wind. Es sind eben nicht irgendwelche Wähler, die die PARTEI wählen, sondern Wähler aus dem linksalternativen Milieu. Es sind Stimmen, die aus Sicht des taz-Autoren Martin Kaul linken Parteien zustehen!

Die sollen gefälligst links wählen!

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Was die tz aus München bei Vergewaltigungen wichtig findet

In der tz kann man lesen, dass die Anzahl der Vergewaltigungen in Bayern in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um fast 50 Prozent gestiegen ist:

Insgesamt tauchen in der Polizeistatistik 685 Fälle auf, ein Plus von 48 Prozent. Besonders auffällig: Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg gar um 91 Prozent auf 126, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag im Kabinett. Damit lag der Gesamtanteil der Zuwanderer an allen sexuellen Vergehen bei 18 Prozent (2016: 14 Prozent)

Laut Wikipedia wurden zwischen 2007 und 2015 bundesweit jährlich 7.000 und 8.000 Vergewaltigungen und schwere sexuelle Nötigungen im Jahr angezeigt. Seit 2012 mit abnehmender Tendenz. Die Schwankungen von Jahr zu Jahr lagen dabei immer deutlich unter zehn Prozent.

Dieser Kontext zeigt, wie ungewöhnlich die Steigerung um 50 Prozent ist. Setzt sich der Trend im Gesamtjahr fort, ist 2017 mit ca. 3.500 zusätzlichen Vergewaltigungsopfern zu rechnen.

Ich finde es beschämend, dass die tz diesen Kontext nicht erwähnt und damit dem Ausmaß des Problems nicht gerecht wird. Ich halte es für eine der Hauptaufgaben von Medien, Daten und Fakten in einen verständlichen Kontext zu setzen.

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