Eine erste Korrektur oder: Die niemals endenden Forderungen

Zu meinem letzten Beitrag Heribert Prantl und die Tafeln: Geschenke für alle und wer sie bezahlt gab es einen kritischen Kommentar von Mario. Ich freue mich über Widerspruch, so komme ich aus meiner Filterblase.

Meine Erwiderung auf den Kommentar ist so groß geworden, dass ich ihn zu einem Artikel erweitert habe.

Siggi: Aber warum sollten Tafelkunden das Angebot (nahezu) kostenloser Lebensmittel nicht mehr nutzen, wenn sie mehr Geld bekommen?

Mario: Aus dem selben Grund, aus dem du vermutlich nicht zur Tafel gehst. Selbst unter Hartz-IV-Empfängern soll es noch Menschen geben, die sich ein Stück Würde und Stolz bewahren wollen.

Es gibt Hartz-IV-Empfänger, die die Tafeln nicht nutzen, obwohl sie es könnten. Das hat verschiedene Gründe, manche aus Scham, manche weil sie sich verdrängt fühlen wie bei der Essener Tafel.

Und es gibt Hartz-IV-Empfänger, die auch mit 100 Euro mehr im Monat die Tafeln nutzen würden. Ich denke nicht, dass es Aufgabe der Gesellschaft ist, die Sozialleistungen so hoch anzusetzen, dass jeder Sozialleistungsempfänger auf (fast) kostenfreie Lebensmittel verzichtet.

Es ist Aufgabe der Gesellschaft, Bedürftigen ein Leben ohne die Tafeln zu ermöglichen. Und genau das tut unsere Gesellschaft, so ist unser System angelegt: Existenzsichernd und bedarfsdeckend.

Man kann über einzelne Punkte streiten – sind in den Regelsätzen alle notwendigen Bedarfe enthalten, ist die Höhe korrekt bemessen -, aber grundsätzlich ist unser System gut.

Es gibt Millionen Hartz-VI-Empfänger und Rentner mit Grundsicherung, die nicht zu den Tafeln gehen. Und denen geht es viel besser als armen Menschen in den meisten anderen Teilen der Welt. Viele Menschen nehmen lebensgefährliche Reisen in Kauf, um von unserem Sozialsystem zu profitieren. So schlecht scheint es also nicht zu sein.

Ich denke, die Zahl der Tafelnutzer würde mit einem um 100 Euro erhöhten Regelsatz nicht signifikant zurückgehen. Aber das ist Spekulation. Es bleibt die ursprüngliche Frage: Warum sollte jemand mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben als nötig? Vor und nach der Erhöhung: Hartz-IV-Empfänger bleiben anspruchsberechtigt bei den Tafeln.

Wer zur Tafel geht, tut dies, weil es für ihn zwingend notwendig ist, nicht aus purer Lust und Laune. (Ausnahmen bestätigen die Regel, sind aber dank Nachweispflicht mittlerweile eher die Seltenheit.)

„Zwingend notwendig?“ Dagegen spricht, dass die allermeisten Hartz-IV-Empfänger nicht zur Tafel gehen.

Die Tafeln selbst nehmen für sich in Anspruch, „regelmäßig bis zu 1,5 Millionen bedürftige Personen“ zu unterstützen. In welchem Maße bleibt offen.

Übrigens ist es in diesem Zusammenhang einfach nur widerlich, wie bspw. die Tafel in Marl jetzt kategorisch (alleinstehende) Männer als Neuzugänge ab. Wenn Frauen und Kinder hungern, ist das schlimm. Bei Männern kann man – wie so oft – darüber hinwegsehen.

Noch schlimmer finde ich, dass es dazu keinen Aufschrei gibt. Für Männer gibt es ein Gender-Empathy-Gap.

Siggi: Linke wie Heribert Prantl sagen nie, woher das Geld kommen soll, welche Staatsausgaben eingespart oder welche Steuern erhöht werden sollen.

Mario: Natürlich von den Besserverdienenden bzw. den Reichen.

Ja, natürlich immer nur von den anderen. Nichts anderes habe ich erwartet.

Kapitalerträge werde nach wie vor niedriger besteuert als echte, harte Arbeit!

Das ist aus mehreren Gründen falsch.

Der erste Grund ist, dass Gewinne aus Kapital mehrmals besteuert werden, darum beträgt der Kapitalertragsteuersatz mit Solidaritätszuschlag zusammen „nur“ 26,375 Prozent.

Gewinne von Kapitalgesellschaften werden mit dem Körperschaftssteuersatz versteuert und unterliegen der Gewerbesteuer. Jeder Euro dieses bereits versteuerten Gewinnes, der dann von der Kapitalgesellschaft ausgeschüttet wird, wird zusätzlich mit dem Kapitalertragsteuersatz und Solidaritätszuschlag versteuert.

Der zweite Grund, warum die zitierte Aussage falsch ist, ist dass die meisten der Menschen, die „echter, harter Arbeit“ nachgehen, viel niedrigere Steuersätze haben als die zusammen 26,375 Prozent des Kapitalertragsteuersatzes.

Erst die Gruppe der Einkommensteuerpflichtigen mit einen Einkommen von mehr als 125.000 Euro hat einen vergleichbar hohen Steuersatz. Das sind weniger als drei Prozent der Einkommensteuerpflichtigen.

Berechnungen
Quelle und Erklärung finden sich hier

Es ist absurd zu behaupten, dass Kapitalerträge „niedriger besteuert als echte, harte Arbeit“, wenn 97 Prozent der Einkommensteuerpflichtigen einen niedrigeren Steuersatz haben.

Und wie du ja selbst schreibst, können die Reichen sich 140+ Euro monatlich leisten.

Nein, das schreibe ich nicht. Ich finde, (1) nicht, dass Familien mit Kindern und einem brutto Familien-Einkommen ab 70.000 Euro reich sind. Darum setze ich das „reich“ in Anführungsstriche.

Und (2) schreibe ich, dass sich „viele“ in dieser Gruppe weitere 140 Euro leisten können. Nicht alle.

Vor allem aber sehe ich keine Begründung oder Rechtfertigung für diesen Zwangstransfer.

Ja, mit Hartz-IV hat man kein Luxusleben. Aber wie begründet sich daraus ein Anspruch auf die Leistung anderer Menschen?

Wie viel haben eigentlich Quandt und Klatten an Steuern gezahlt (für) letztes Jahr? Immerhin haben beide zusammen ja mal eben eine schlappe Milliarde verdient! (Nein, gekriegt. Verdient vermutlich eher nicht.)

Ich weiß natürlich nicht, wieviele Steuern diese Menschen letztes Jahr gezahlt haben. Die Tabelle legt aber nahe: Sehr viel mehr als fast alle anderen, auch prozentual.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten wären z.B. weniger Subventionen und Steuergeschenke an Unternehmen.

Aber auch dieses Geld liegt nicht auf der Straße, es dient einem politischen Zweck. Auch das Streichen von Subventionen trifft konkrete Menschen.

Von den rund 6 Millionen, die du anführst, sind laut Bundesagentur für Arbeit etwas mehr als eine Millionen Aufstocker, die zwar arbeiten gehen, deren Lohn aber nicht zum Leben reicht. Und das trotz mittlerweile eingeführtem Mindestlohn.
Aufstocken ist Subventionierung von Billiglöhnen! Das kann weg!

Da sind wir bereits bei den konkreten Menschen. Nach Streichung der Subvention sind dann eben eine weitere Million Menschen reine Hartz-IV-Empfänger, die selbst nichts beitragen.

Und nicht jeder Aufstocker lebt von „Billiglöhnen“. Manche sind geringfügig beschäftigt, viele Arbeiten Teilzeit. Wer als Alleinstehender in Deutschland Vollzeit arbeitet und den Mindestlohn erhält, der kann davon leben.

Ein Paar mit zwei Kindern kann, wenn beide Eltern arbeiten, mit dem Mindestlohn die Familie ernähren. Selbst wenn einer der beiden, sagen wir, nur 30 Stunden in der Woche arbeitet, liegt ihr Einkommen immer noch um einiges über dem Hartz-IV-Satz.

Das ist die Realität, die aber nur zu gern negiert wird. Der eigentliche Punkt ist doch: Es ist nie genug.

Wie hoch müssten die Hartz-IV-Sätze denn sein, damit keiner mehr eine Erhöhung verlangt?

Ständig gibt es neue Forderungen von Politik, Sozialverbänden und Gewerkschaften. Egal ob bestimmte Leistungen erhöht werden, diejenigen die heute fordern, dass der Hartz-IV-Satz erhöht wird, werden das nach einer Erhöhung immer noch sagen.

Das sieht man beispielsweise an der Erhöhung der Regelsätze für Asylbewerber nach dem Urteil des Bundesverfassungsgericht 2013? War das das Ende der Forderungen?

Nein. Denn es ist niemals genug.

Steuergeschenke wie bspw. knapp 100 Millionen erlassene Gewerbesteuer für Firmen wie A.T.U sind möglich, damit ausländische Investoren glücklich sind.

Was soll dieser Einzelfall denn belegen? Dass die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer schlecht gewählt ist, weil der Schuldenschnitt eines insolventen Unternehmens als Gewinn gewertet und gnadenlos besteuert wird?

Weil die Gemeinde in diesem Einzelfall die Sinnlosigkeit dieser Bemessungsgrundlage erkannt hat und die Arbeitsplätze erhalten wollte, wurden „ausländische Investoren glücklich“ gemacht?

Schaden aber den hemischen Konkurrenzbetrieben, die nicht so toll gefördert werden und kosten unser Geld!

Diesen Zusammenhang kann ich nicht erkennen.

Kannst ja mal ausrechnen, wie viel Einmalprämie ein ALG2-Empfänger hätte kriegen können.

Lächerlich wenig. Einmalig 13 Euro pro Hartz-IV-Empfänger (bei sechs Millionen Hartz-IV-Empfängern und 80 Millionen Euro erlassener Gewerbesteuer).

Und ganz ehrlich? Ich glaube, dass die 80 Millionen Euro so besser angelegt wurden. Schließlich wurden 12.000 Arbeitsplätze erhalten. 12.000 Menschen, die mit ihrer Arbeit und ihren Steuern auch Hartz IV finanzieren.

Von den zig Hunderten Milliarden zur Bankenrettung, Geldverschwendungen wie beim BER oder S21 können wir uns ebenfalls leisten.

Die großen Summen der Bankenrettung waren nur Bürgschaften, kein ausgegebenes Geld. Ich möchte einen alten Artikel von mir zitieren:

Hat das Beispiel Lehman Brothers nicht gezeigt, dass Bankenpleiten Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben? Als Folge des Lehman Zusammenbruchs im September 2008 schrumpfte die deutsche Wirtschaft – trotz Gegenmaßnahmen im Wert von 23 Milliarden Euro – um 5,6 Prozent (im Jahr 2009).

Um das mal in die richtige Perspektive zu setzen: Seit 1971 war das BIP-Wachstum in Deutschland nur fünf mal negativ, der niedrigste bis dahin aufgetretene Wert war -1 Prozent. Und das beinhaltet die beiden Ölkrisen.

Sind Gregor Gysi solche Zusammenhänge und die Einmaligkeit und Dringlichkeit der damaligen Situation nicht klar? Ohne weitere Bankenrettungen wären noch mehr reale Menschen von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen gewesen, wie kann er das nicht wissen?

Fast schon nebenbei möchte ich anmerken, dass die 400 Milliarden Euro, von denen Gregor Gysi hier fabuliert natürlich nur Bürgschaften waren.

In einer einmalig dramatischen Situation hat man unkalkulierbare Risiken abgewendet.

Zum BER möchte ich sagen: Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man dem Staat möglichst wenig Geld anvertrauen sollte.

Aber hier lassen (S. Wagenknecht es so schön sagte) wir Menschen darum streiten, wer Zugang zu abgelaufenen Lebensmitteln bekommt?

Ehrenamtliche Helfer bei den Tafeln tun wenigstens wirklich etwas gegen das, was sie als die negativen Auswüchse unseres Systems empfinden. Andere hingegen scheißen nur klug und kritisieren sie vom warmen Sessel aus.

Das hierzulande gewaltig etwas schief läuft, müsste selbst der größte Trottel langsam gemerkt haben.

Der Kommentar hat bisher jedenfalls gar nichts dazu beigetragen, dass ich es langsam merke.

Und selbstverständlich muss auch dafür gesorgt werden, dass Firmen sich nicht mehr über Briefkastenfirmen bzw. x-beliebigen Firmensitz aus der sozialen Verantwortung stehlen können. Wer hier in Deutschland Geld verdient, hat gefälligst auch hier Steuern zu zahlen. Man denke bspw. an Apple, Starbucks etc.

Ein nachvollziehbares Argument.

Ich bezweifle aber, dass das dadurch gewonnene Geld tatsächlich gut angelegt ist, wenn man es an Hartz-IV-Empfänger verteilt. Ich glaube, dass es produktiver – und damit nachhaltiger – angelegt wäre, wenn man es in Infrastruktur, Forschung und Bildung investieren würde.

Damit wir auch zukünftig noch Hartz-IV finanzieren können.

Mit deinem Plus von rund 100,-€ liegst du gar nicht so falsch. Zumindest liegt die Zahl, die im Internet herumgeistert bei ca. 520,-€ Regelsatz.
Und selbst den halte ich immer noch für verdammt niedrig, zumindest aber eine erste Korrektur.

„Eine erste Korrektur“. Ich finde diese Anspruchshaltung obszön. Sie vernachlässigt völlig, was ich mit meinem Beispiel gezeigt habe: Es gibt nicht nur die Seite der Hartz-IV-Empfänger, sondern auch diejenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und das alles erarbeiten müssen.

Bei 100 Euro Hartz-IV-Erhöhung von einer „ersten Korrektur“ zu sprechen, belegt auch, was ich oben geschrieben habe: Egal wie hoch die Leistungen sind, es ist niemals genug. Es wird immer Forderungen nach mehr gebenEgal wie absurd die Argumente sind.

Eine Anhebung des Hartz-IV-Satzes würde auch bedeuten, dass weitere Menschen anspruchsberechtigt werden, weil sie mit ihrem eigenen Einkommen darunter liegen. Es geht nicht um sechs Millionen Menschen, sondern um noch mehr.

Btw. Das BVerfG hat im Beschluss von 2010 übrigens auch festgestellt, dass der ALG2-Regelsatz das absolute Existenzminimum darstellt. Weniger geht nicht!

Btw. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Einkommen von 70.000 Euro zahlt

  • 11.000 Euro Steuern und
  • 12.600 Euro Sozialabgaben,

und hat am Ende weniger als 46.300 Euro netto (gerechnet hier: Jahr 2018, Steuerklasse 3, keine Kirchensteuer, Berlin, 35, Jahre,Kinder, gesetzlich versichert).

Das Kindergeld reicht wahrscheinlich nicht einmal um den Kindergarten zu finanzieren.

Es bleiben also rund 3.860 Euro monatlich, nach 1.000 Euro Miete sind es nur noch 2.860 Euro. Die Familie benötigt Autos und Benzin für den Arbeitsweg, Kleidung, Strom, Versicherungen, Nahrung und Bildungsmaterialien für vier Personen.

Den Rundfunkbeitrag muss die Familie ebenfalls zahlen.

Dafür übernimmt diese Familie die Verantwortung für ihr eigenes Leben. Sie stehen jeden Morgen auf und arbeiten für Menschen mit, die das nicht tun.

Und diese Familie soll – nach Marios Vorstellungen –  weitere 140 Euro im Monat an andere Menschen abgeben? Als „erste Korrektur“?

Obszön.

Advertisements

8 Kommentare zu „Eine erste Korrektur oder: Die niemals endenden Forderungen“

  1. Als jemand, der die Tafeln kennt und da auch wegbleibt, weil das türkisch/arabische Verdrängungsmoment schon mehr als 20 Jahre immer stärker wird, die bewusste Verdrängung Deutscher durch Hordenmässiges Aufreten, bewusste Ekeligkeit u nd massivem Ellbogeneinsatz spürbar forciert und geduldet wird, muss ich sagen, dass es immer Härtefälle gibt, die Tafeln notwendig machen. Im H4 Bereich sind das die, die bis zum letzten von den Ämtern geschnitten und sanktioniert werden, denen mutwilig ersteinmal nicht bewilligt wird, die monatelang auf einen Bescheid warten müssen, bei immer neuen Schikanen, Massnahmen , Forderungen, die zum Teil nicht zu erfüllen sind.

    Als ich in H4 geruscht bin, dachte ich wirklich, die vom Amt wollen mich verhungern lassen. Ernsthaft.
    Die tun alles, egal ob erlaubt oder nicht. Als autochthoner Mann ist man da das allerletzte. Die sagen erstmal nein, und schauen, ob du es über die nächsten Tage schaffst. Bei mir hat das damals fast ein Jahr gedauert und ohne eine Befreundete Familie wäre ich draufgegangen. Ich kenne Hungerperioden bis zu 9 Tagen am Stück aus dieser Zeit. Viel Wut, viel Ohnmacht.

    Natürlich ist das eine Behandlungsweise nur für unwürdige Deutsche kein Migrant würde das zu spüren bekommen.

    (Ob Frauen das auch so erlebten, wage ich zu bezweifeln, die zuständigen Mitarbeiter sind grundsätzlich weiblich.) Aber die Leistungsabteilungen werden grundsätzlich mit sehr emphatielosen , wenig zimperlichen (weiblichen) Funktionärstypen bestückt.

    Ich würde die Tafeln deutschen offenhalten, besonders Rentnerinnen mit Minimalrente und eben den Härtefällen. Die Flüchtlinge bekommen je Tag 16€ zur Verpflegung, ein Hartzler 4,irgendwas.

    Flüchtlinge bekommen vieles umsonst, dass einem Hartz4-ler abgezogen wird.

    Das Hauptproblem ist wohl die gewollte, durchgedrückte und ideologisch bedingte massive Bevorzugung allen Buntens in Deuschland.

    Gefällt 3 Personen

    1. Danke für diesen offenen Kommentar. Er ermöglicht mir einen Einblick, den ich selbst nicht habe.

      Ich möchte nicht, dass jemand in Deutschland verhungert. Du hast Recht, es wird auch in Deutschland solche Extremfälle wie deinen geben. Der Regelfall sind sie sicher mit Abstand nicht.

      Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wahrscheinlich auch aufgrund ihres Jobs so empathielos. Die haben schon jede Geschichte gehört, werden sicherlich häufig beleidigt und unhöflich behandelt und haben schon oft Leistungserschleichung, Missbrauch und Betrug gesehen.

      Das entschuldigt Fälle wie deinen natürlich nicht, erklärt ihn aber zum Teil.

      Gefällt 1 Person

      1. Das kann ich aus Erfahrung unterschreiben.
        Ein besonderer Punkt, den man nicht vergessen sollte ist die Geschichte mit der Kriminalität.
        Macht einen riesen Unterschied, ob man für derartige Zuverdienste von den eigenen Leuten geschnitten wird oder eben nicht.
        Ein großes Problem scheint auch zu sein, dass oftmals nicht bekannt ist, wie wenig für Nahrung einem Deutschen eigentlich zusteht.
        Irgendwas um 5 Euro herum.
        Achtet mal über einen Zeitraum auf die Preisschwankungen bei den billigsten Produkten. Dank eingeschränkter Mobilität ist die Schnäppchenjagd schwierig.
        Die schwierigen Fälle sind die, wenn man aus einem eigentlich ordentlichem Millieu in die Not rutscht.

        Gefällt 1 Person

    2. Als ich in H4 geruscht bin, dachte ich wirklich, die vom Amt wollen mich verhungern lassen. Ernsthaft.
      Die tun alles, egal ob erlaubt oder nicht. Als autochthoner Mann ist man da das allerletzte. Die sagen erstmal nein, und schauen, ob du es über die nächsten Tage schaffst. Bei mir hat das damals fast ein Jahr gedauert und ohne eine Befreundete Familie wäre ich draufgegangen.

      Das Problem ist, dass die Zeit gegen dich spielt – und man sich Gegenwehr auch erst mal leisten können muss.
      Damit meine ich nicht Gerichtsverfahren an sich, die man ja bei ausreichend Erfolgsaussichten per Beratungshilfe etc. als Quasi-Vorschuss finanziert bekommt, sondern den Umstand, dass bei der sogenannten „fehlenden Mitwirkung“ Anträge ganz einfach nicht bearbeitet werden.
      Dazu haben viele Bescheide mittlerweile auch keine aufschiebende Wirkung mehr. Sanktionen, wie sie bspw. früher mal üblich waren, wenn man eine Eingliederungsvereinbarung nicht unterzeichnen wollte, haben unabhängig von erfolgtem Widerspruch gegriffen. Wer auf das Geld angewiesen ist, hält also lieber die Klappe und unterschreibt, damit es erst gar nicht zu Sanktionen kommt.

      …werden sicherlich häufig beleidigt und unhöflich behandelt und haben schon oft Leistungserschleichung, Missbrauch und Betrug gesehen.

      Wie kommt man auf das schmale Brett? Leistungserschleichung, Missbrauch und Betrug? Wer ALG2 beantragt, darf erst mal die Hosen runter lassen. Alle Vermögenswerte sind offenzulegen, nicht vorhandenes Vermögen bspw. durch Kontoauszüge nachzuweisen. Wobei es schon ein Kampf ist, Ausgaben (die ja deutlich von Einnahmen zu unterscheiden sind) schwärzen zu dürfen, weil sie im Grunde niemanden etwas angehen. Privatsphäre und Menschenwürde ist für Hartzer ein Fremdwort.
      Und damit auch bloß kein Vermögen heimlich auf irgendwelchen geheimen Bankkonten gebunkert werden kann, gibt es ja glücklicherweise die Kontenabfrage. Mit Leistungserschleichung geht da nicht mehr viel.

      Die schwierigen Fälle sind die, wenn man aus einem eigentlich ordentlichem Millieu in die Not rutscht.

      Und das kann schneller passieren, als einem lieb ist. Aber stimmt schon. Hartzer sind ja alles nur faule Leute, die keine Lust zum Arbeiten haben.

      Gefällt mir

  2. Ich denke nicht, dass es Aufgabe der Gesellschaft ist, die Sozialleistungen so hoch anzusetzen, dass jeder Sozialleistungsempfänger auf (fast) kostenfreie Lebensmittel verzichtet.

    Doch, ist es! Wer unter normalen Umständen den Gang zur Tafel meiden würde (bspw. aus Scham), muss so viel Geld zur Verfügung haben, dass er nicht zum Gang zur Tafel gezwungen ist.
    Dass es durchaus auch Ausnahmen geben kann, die Tafeln auch weiterhin (aus)nutzen würden, bestreitet ja niemand. Das ist allerdings wohl eher nicht die breite Masse.

    Es ist Aufgabe der Gesellschaft, Bedürftigen ein Leben ohne die Tafeln zu ermöglichen. Und genau das tut unsere Gesellschaft, so ist unser System angelegt: Existenzsichernd und bedarfsdeckend.

    Nein, eben das tut unsere Gesellschaft nicht. Sonst gäbe es die Tafeln nicht in diesem Ausmaß.

    Es gibt Millionen Hartz-VI-Empfänger und Rentner mit Grundsicherung, die nicht zu den Tafeln gehen. Und denen geht es viel besser als armen Menschen in den meisten anderen Teilen der Welt.

    Ob es anderen Menschen irgendwo auf der Welt besser oder schlechtger geht, interessiert mich relativ wenig, wenn es Menschen hier schlecht geht. Im Übrigen sind andere Länder ohne Berücksichtigung des Lebensstandards und der Lebenshaltungskosten ein schlechter Vergleich. Es gibt Länder, da ist man mit 200,-€ schon ein König, während man sich hier dafür fast nur einen qualitativ hochwertigen Strick kaufen kann.

    Die Tafeln selbst nehmen für sich in Anspruch, „regelmäßig bis zu 1,5 Millionen bedürftige Personen“ zu unterstützen.

    Und 1,5 Millionen Menschen reichen nicht aus als Beleg dafür, dass die Tafeln notwendig sind? Das ist schon ein bisschen zynisch.

    Ja, natürlich immer nur von den anderen. Nichts anderes habe ich erwartet.

    Von wem willst du denn sonst das Geld nehmen? Wie heißt es so schön? Hast du schon mal nem nackten Neger in die Tasche gegriffen? Wer kein Geld hat, dem kann man auch nichts mehr abnehmen.
    Immerhin besteht aber wenigstens Einigkeit, was die fehlende Empathie gegenüber Männer angeht.

    Ja, mit Hartz-IV hat man kein Luxusleben. Aber wie begründet sich daraus ein Anspruch auf die Leistung anderer Menschen?

    Der Anspruch begründet sich darauf, dass man diese Menschen nicht (bezahlt) arbeiten lässt. Wer nicht gegen Bezahlung arbeiten darf (und auch hier spreche ich nicht von einem Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht), der muss halt eben so mit „durchgezogen“ werden. Und wenn diejenigen dafür zahlen müssen, die ohnehin schon mehr Geld haben, als ein Mensch normalerweise in seinem ganzen Leben ausgeben kann, dann ist das nicht verkehrt. Denn üblicherweise profitieren auch gerade die von den Vorzügen unseres Staates.

    Da sind wir bereits bei den konkreten Menschen. Nach Streichung der Subvention sind dann eben eine weitere Million Menschen reine Hartz-IV-Empfänger, die selbst nichts beitragen.

    Nicht zwangsläufig. Die Arbeit muss schließlich gemacht werden, sonst hätte man die Menschen nicht eingestellt. Der Gewinn würde aber natürlich verringert werden, da mit weniger Subventionen die Kosten natürlich steigen.

    Lächerlich wenig. Einmalig 13 Euro pro Hartz-IV-Empfänger (bei sechs Millionen Hartz-IV-Empfängern und 80 Millionen Euro erlassener Gewerbesteuer).

    Tja, da fehlen dir dann wohl die richtigen Relationen. Diese „lächerlichen“ 13 Euro bedeuten für einen Hartz-IV-Empfänger knappe drei Tage lang essen oder nicht essen..

    Ich bezweifle aber, dass das dadurch gewonnene Geld tatsächlich gut angelegt ist, wenn man es an Hartz-IV-Empfänger verteilt.

    Ist es. Denn die bringen das Geld wenigstens durch Konsum wieder in Umlauf und zahlen entsprechend Umsatzsteuer.

    Es gibt nicht nur die Seite der Hartz-IV-Empfänger, sondern auch diejenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und das alles erarbeiten müssen.

    Nein, es gibt diejenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und alles erarbeiten müssen – und diejenigen, die in Geld schwimmen, ggf. trotzdem staatliche Subventionen erhalten, sich aus der sozialen Verantwortung stehlen – und die Last, die ihre breiten Schultern locker stemmen könnten, den hart arbeitenden Menschen überlassen.
    Es gibt übrigens auch hier in Deutschland einige Reiche, die eine Forderung nach einer Reichensteuer für sinnvoll halten und unterstützen. Bei der Gelegenheit könnte man auch eine weitere Geldquelle nutzen. Die Erbschaftssteuer ist bspw. auch lächerlich niedrig. Jaja… Bloß nicht der Omi ihr sein kleines Häuschen madig machen.
    Wirklich davon betroffen sind in erster Linie wieder Reiche, die ihre Unternehmen nicht mehr ganz so billig vererben können. Nicht ganz ohne Grund ist vor der Erbschaftssteuerreform in 2016 die Zahl der Schenkungen rapide angestiegen.

    Zum BER möchte ich sagen: Ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man dem Staat möglichst wenig Geld anvertrauen sollte.

    Nein, der BER ist ein gutes Beispiel dafür, dass man keine unfähigen Leute mit solchen Projekten betrauen sollte und dass es ungünstig ist (nett formuliert), wenn man Menschen nicht für ihr Fehlverhalten haften lässt.
    In der Sache an sich gehören grundlegende Projekte und Aufgaben nicht in die Hände von Privatunternehmen. Bspw. Wasserversorgung, Verkehrsinfrastruktur usw. Denn die Unternehmen arbeiten gewinnorientiert. Das kann nur teuer werden!

    Es bleiben also rund 3.860 Euro monatlich, nach 1.000 Euro Miete sind es nur noch 2.860 Euro. Die Familie benötigt Autos und Benzin für den Arbeitsweg, Kleidung, Strom, Versicherungen, Nahrung und Bildungsmaterialien für vier Personen.

    Und da willst du mir erzählen, der Mindestlohn würde ausreichen, um davon leben zu können? Wie kommen denn die Menschen zur Arbeit, die ja nur 30 Stunden pro Woche zum Mindestlohn arbeiten gehen?

    Gefällt mir

    1. Wer unter normalen Umständen den Gang zur Tafel meiden würde (bspw. aus Scham), muss so viel Geld zur Verfügung haben, dass er nicht zum Gang zur Tafel gezwungen ist.

      1.) Wäre der Zugang zur Tafel nicht für Arme gedacht, würden ganz viele nicht-arme Menschen zur Tafel gehen. Ist ja auch sinnvoll: Wenn die Armen sich schämen und die Tafel nicht nutzen ist es richtig, dass man die Lebensmittel nicht verderben lässt.

      2.) Ich denke nicht, dass die Ausgabe der Gesellschaft ist für jeden, der hier lebt, ein Leben in der Komfortzone zu sichern. Du denkst das, ich nicht.

      Es ist Aufgabe der Gesellschaft, Bedürftigen ein Leben ohne die Tafeln zu ermöglichen. Und genau das tut unsere Gesellschaft, so ist unser System angelegt: Existenzsichernd und bedarfsdeckend.

      Nein, eben das tut unsere Gesellschaft nicht. Sonst gäbe es die Tafeln nicht in diesem Ausmaß.

      Drei Viertel der Hartz-IV-Empfänger nutzen die Tafeln nicht. Wäre deine Aussage korrekt, würden sie verhungern.

      Sie verhungern nicht, also ist deine Aussage nicht korrekt.

      Ob es anderen Menschen irgendwo auf der Welt besser oder schlechtger geht, interessiert mich relativ wenig, wenn es Menschen hier schlecht geht.

      Dass es den Armen auf der Welt schlechter geht als bei uns belegt, dass die Leistungsträger hier schon jetzt bereit sind, verhältnismäßig mehr abzugeben als anderswo auf der Welt.

      Und 1,5 Millionen Menschen reichen nicht aus als Beleg dafür, dass die Tafeln notwendig sind? Das ist schon ein bisschen zynisch.

      Wenn drei Viertel der Hartz-IV-Empfänger die Tafeln nicht nutzen, und nur ein Viertel „regelmäßig“ (was auch 2 mal im Jahr bedeuten kann) zur Tafel geht, dann wird nur ein winzig kleiner Bruchteil der Lebensmittel von Hartz-IV-Empfänger durch die Tafeln bereitgestellt.

      Wenn man Lebensmittel (fast) verschenkt, beweist es gar nichts, wenn dieses Geschenk angenommen wird.

      Ja, natürlich immer nur von den anderen. Nichts anderes habe ich erwartet.

      Von wem willst du denn sonst das Geld nehmen?

      Ich will es nicht nehmen. Du möchtest das.

      Ja, mit Hartz-IV hat man kein Luxusleben. Aber wie begründet sich daraus ein Anspruch auf die Leistung anderer Menschen?

      Der Anspruch begründet sich darauf, dass man diese Menschen nicht (bezahlt) arbeiten lässt.

      Wer hält sie denn davon ab? Welches Gesetz, welche Institution?

      Wer nicht gegen Bezahlung arbeiten darf (und auch hier spreche ich nicht von einem Hungerlohn, der kaum zum Leben reicht), der muss halt eben so mit „durchgezogen“ werden.

      Dafür müsstest du belegen, was genau diese Menschen nicht arbeiten läßt.

      Die Anzahl der deutschen Hartz-IV-Empfänger sinkt (https://scheidendegeister.wordpress.com/2018/03/14/das-neue-deutsche-armutsproblem/).

      Wie erklärst du dir das? Klar brummt unsere Wirtschaft gerade. Aber auch vorher:

      War es für alle Hartz-IV-Empfänger unmöglich einen existenzsicherndes Job zu finden? Oder Entscheidungen so zu treffen, beispielsweise was die Anzahl der Kinder betrifft, dass man mit seinem Einkommen nicht Hartz-IV-berechtigt wird?

      Du ignorierst auch die Auswirkungen auf die Motivation, sich um sich selbst zu kümmern, wenn das Leben mit Hartz-IV immer besser wird.

      Und wenn diejenigen dafür zahlen müssen, die ohnehin schon mehr Geld haben, als ein Mensch normalerweise in seinem ganzen Leben ausgeben kann, dann ist das nicht verkehrt.

      Das stimmt nicht. Du kennst die Größenordnungen nicht. Selbst wenn du den Besitz (nicht das Einkommen) von „Reichen“ besteuern würdest so viel, wie du dir vorstellst, kommt dabei nicht raus.
      https://scheidendegeister.wordpress.com/2018/01/25/warum-rhetorik-gegen-wohlhabende-schaedlich-ist/

      Die Folge wäre, dass die Steuerbasis jedes Jahr kleiner wird (man nimmt ja aktiv etwas weg) und dass „Reiche“ ihre Investments auslösen müssen. Ein Fest für Heuschrecken.

      Und auch hier ignorierst du die Auswirkungen auf die Motivation, wenn man den Menschen immer mehr weg nimmt. Und wenn es um die Größenordnungen geht, die du forderst, dann werden die Leistungsträger weniger leisten.

      Diese Entwicklung ist bereits heute absehbar: https://scheidendegeister.wordpress.com/2017/09/26/die-unsolidarische-generation-millenials-und-generation-y/

      Warum sich nicht mit 45 zur Ruhe setzen, wenn man sowieso 60 % Steuern zahlt?

      Denn üblicherweise profitieren auch gerade die von den Vorzügen unseres Staates.

      In welcher Weise genau profitieren die davon?

      Und bei deiner Anspruchshaltung muss ich hinzufügen: Warum sollen sie auch nicht profitieren? Sie sind schließlich auch diejenigen, die den Staat auf Laufen halten. Die Hartz-IV-Empfänger sind es nicht.

      Fazit: Du hast den Anspruch auf den Geld anderer Menschen nicht begründet.

      Tja, da fehlen dir dann wohl die richtigen Relationen. Diese „lächerlichen“ 13 Euro bedeuten für einen Hartz-IV-Empfänger knappe drei Tage lang essen oder nicht essen..

      Die von dir angeführte Aktion war eine einmalige Aktion. Einmalig 13 Euro Euro sind lächerlich. Du kennst die Relationen auf der Einnahmeseite nicht.

      Ich bezweifle aber, dass das dadurch gewonnene Geld tatsächlich gut angelegt ist, wenn man es an Hartz-IV-Empfänger verteilt.

      Ist es. Denn die bringen das Geld wenigstens durch Konsum wieder in Umlauf und zahlen entsprechend Umsatzsteuer.

      Weil ein Fünftel des Geldes wieder hereinkommt ist das besser als Steuerpflichtige Arbeitsplätze zu erhalten? Absurd.

      Nein, es gibt diejenigen, die jeden Tag arbeiten gehen und alles erarbeiten müssen – und diejenigen, die in Geld schwimmen, ggf. trotzdem staatliche Subventionen erhalten, sich aus der sozialen Verantwortung stehlen – und die Last, die ihre breiten Schultern locker stemmen könnten, den hart arbeitenden Menschen überlassen.

      Ja, nun, Mario. Dann gib mal Butter bei die Fische. Das erzählst du die ganze Zeit, aber du belegst es nicht. Ich habe die Größenordnungen belegt.

      Wie viele von „diejenigen, die in Geld schwimmen, ggf. trotzdem staatliche Subventionen erhalten, sich aus der sozialen Verantwortung stehlen“ gibt es denn?

      Auf welche Weise willst du ihnen Geld abknöpfen?

      Und welche Auswirkungen hat das auf diese Leute und wie wird das auf auf unser Wirtschaftssystem und unsere Steuerbasis auswirken?

      Das was du von der Erbschaftssteuer erzählt, wie nachhaltig wäre das denn? Wie groß wären denn die Einnahmen? Welche Auswirkungen wird das haben, wenn man Menschen die Weitergabe ihres Lebenswerkes immer schwerer macht?

      Und nicht zuletzt: Warum sollten andere dich finanzieren? Die schulden dir gar nichts.

      Es bleiben also rund 3.860 Euro monatlich, nach 1.000 Euro Miete sind es nur noch 2.860 Euro. Die Familie benötigt Autos und Benzin für den Arbeitsweg, Kleidung, Strom, Versicherungen, Nahrung und Bildungsmaterialien für vier Personen.

      Und da willst du mir erzählen, der Mindestlohn würde ausreichen, um davon leben zu können? Wie kommen denn die Menschen zur Arbeit, die ja nur 30 Stunden pro Woche zum Mindestlohn arbeiten gehen?

      Kommt auf die Konstellation an. Das Beispiel Mindestlohn bezog sich auf ein Paar, bei dem ein Partner voll und der andere nur 30 Stunden arbeitet.

      Wenn beide ein Auto bräuchten, würde es vielleicht nicht reichen, aber das macht mein Beispiel ja nicht falsch: Ich fände es falsch der Beispielfamilie weitere 140 Euro im Monat wegzunehmen.

      Gefällt mir

    2. Werter Mario: Ich mache mal eine andere Rechnung auf!

      Durch viele Umstände bin ich in der teuersten Stadt Deutschlands gelandet. Und ich zahle für eine 2-Zimmerwohnung nach der letzten Mieterhöhung von 15(!) Prozent eine Miete, welche inklusive Nebenkosten weit über die Hälfte meines Nettoeinkommens ausmacht. Über den Daumen kalkuliert sind es ca. 60 Prozent Ausgaben meines Nettolohns für eine Wohnung, die woanders als sozialer Wohnungsbau durchgehen würde.

      Dann habe ich noch ein Kind, für das ich Alimente zahlen muss und diese wiederum nehmen, ob der Erhöhungen und Altersstufen über 50 Prozent des verbleibenden Rests ein. Von dieser recht geschrumpften Summe gehen dann noch die Monatskarte der ÖVs i.H.v. etwa 15 Prozent zur Verkehrsgesellschaft, GEZ-Gebühren und andere Grundkosten wie Versicherung und Telekommunikationsanschluss drauf.

      Unterm Strich und die beiden letztgenannten Posten nicht eingerechnet habe ich weniger, als du deinen Hartz IV-Empfänger geben willst. D.h. ich wäre Tafelberechtigt nach deinen Rechnungen, darf es aber nicht sein, da ja ‚werktätig‘.

      Und ich gucke mir an, wie dieses Land von Invasoren überfallen wird, bio-Schmarotzern ausgelutscht und von Gangs und organisierter Kriminalität weiter auseinander genommen wird!

      Und dafür soll ich jeden Tag wieder meine 8 Stunden Hamsterrad durchlaufen?

      Erspar dir bitte deine Antwort, denn ich kann dieses Opfergejodel nicht mehr hören und sehen. Sondern reagiere mal besser auf solche Leute wie Gereon, welche die beschixxene Seite Schröderscher „Guter Tag für die Arbeitslosen“ hier angerichtet vorliegen hat. Nebst diesem „Gedöns“-Gesabbel by the way. Und noch mal: Ich jammer hier nicht rum, sondern zeige lediglich die Realität auf – ganz ohne Freikarten, kostenlosen Nahverkehr und anderen Vergünstigungen.

      Wenn du magst, kannst du dir, in Anlehnung an einen alten Indianerspruch, mal meine Mokassins anziehen und eine Meile damit herumlaufen. Dann können wir weiter reden. Und erspar dir Ratschläge wie: Du hättest ja was anständiges lernen können – denn ich bin studierter Wirtschaftsinformatiker, Ausbilder und gelernter Kaufmann. Leider nur ein bisschen über 40 Jahre alt und mit etwas Pech bei der Wahl der Arbeitgeber vor einigen Jahren …

      So, Hase. Nun kommst du, Manege frei!

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s