Alleinerziehend – Auswirkungen auf die Kinder

Viele Alleinerziehende verlangen sich für ihre Kinder viel ab. Aber guter Wille und großer Einsatz bedeuten nicht, dass die Kinder die gleichen Chancen haben wie die Kinder in sogenannten Kernfamilien. Oft gibt es gute Gründe, warum Kinder nicht in einer Kernfamilie aufwachsenDie Gründe sind aber nicht das Thema dieses Artikels.

Schauen wir uns an, welche Auswirkungen es auf die Kinder hat, wenn sie bei Alleinerziehenden aufwachsen.

Bildung

Beginnen wir bei der Wikipedia:

In allen Ländern der OECD erreichen Jugendliche, die in Kernfamilien leben, höhere Kompetenzmittelwerte in Mathematik als Jugendliche, die bei alleinerziehenden Müttern oder Vätern leben. Am größten ist der Unterschied in den USA. Hier haben Jugendliche aus Kernfamilien einen Vorsprung von 51 Kompetenzpunkten. In Österreich fällt ihr Vorsprung mit nur 5 Punkten am geringsten aus. Auch in Deutschland ist der Vorsprung mit nur 11 Punkten gering. Kinder aus Kernfamilien erreichen 515 Kompetenzpunkte, Kinder von Alleinerziehenden 504 Kompetenzpunkte.

Mehrere Gründe für die Korrelation sind denkbar. Damit Kinder gesund heranwachsen können, ist es wichtig, dass sie in ein soziales Netz eingebunden sind und Bezugspersonen haben. Dies können, nach Meinung vieler Wissenschaftler, Familien eher leisten als Alleinerziehende. Alleinerziehende haben oft geringere zeitliche Ressourcen, was möglicherweise Auswirkungen auf die Leistungsentwicklung hat. Möglicherweise ist aber auch in manchen Ländern unter alleinerziehenden Müttern das durchschnittliche Bildungs- und Herkunftsniveau niedriger, was z. B. die großen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland erklären könnte.

Kinder von Alleinerziehenden sind weniger kompetent in Mathematik als Kinder, die in Familien aufwachsen. Für diese Korrelation werden verschiedene Erklärungen angeboten, bis auf das Bildungsniveau der Mutter ergeben sich alle aus dem Status „alleinerziehend“.

Kompetenz in Mathematik ist Voraussetzung für naturwissenschaftliche und technische Studiengänge und Ausbildungen. Das sind genau die Berufsrichtungen, in denen gut gezahlt wird. Hier kann man sich ein Bild machen.

Das Statistische Bundesamt zählt Alleinerziehende als soziale Risikolage für schlechtere Bildungschancen. Speziell Armut korreliert laut dieser Publikation mit schlechten Bildungschancen, wobei Alleinerziehende ein vierfach höheres Armutsrisiko haben. In Tabelle 4 zeigt das Statistische Bundesamt auch, dass der höchste Schulabschluss, den mindestens ein Elternteil hat, mit der Verteilung der Kinder auf die Schularten (Gymnasium, Hauptschule usw.) korreliert. Bei Familien kann auch der Partner den höheren Abschluss haben, diese Option gibt es bei Alleinerziehenden nicht.

Kriminalität

Laut Huffington Post wirkt sich schlechte Bildung auf die Kriminalität aus. Das bedeutet, dass die im Vergleich schlechteren Bildungserfolge von Kindern von Alleinerziehenden, auch zu eine höheren Kriminalitätsrate von Kindern von Alleinerziehenden führen.

Beim Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) wurden Forschungsergebnisse zusammengetragen, die den Zusammenhang zwischen Familienstruktur und Kriminalität der Kinder beleuchten:

Die Bedeutung der „Mangelfamilie“ wurde in der Kriminalitätstheorie klar herausgearbeitet und neue Studien bestätigen die Ergebnisse der bisherigen Forschung (siehe auch Comanor & Phillips, 2002; Chilton & Markle, 1972; Cloward & Ohlin, 1960; Nye, 1958). Anhand der Langzeitdaten von 200 Heranwachsenden im Nordwesten der USA fanden Coughlin und Vuchinich (1996) einen Zusammenhang zwischen Familienstruktur und Jugendkriminalität. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Zehnjährigen aus Stieffamilien oder Familien mit alleinerziehendem Elternteil eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit besteht, mit 14 Jahren festgenommen zu werden. Selbst wenn der Einfluss der Freundesgruppe, der sozio-ökonomische Status der Familie und die Intelligenz des Kindes berücksichtigt wurden, hatte die Familienstruktur signifikante Auswirkungen auf die Delinquenzrate. Die Forscher zogen den Schluss, dass Eltern in nicht-traditionellen Familien ihre heranwachsenden Kinder weniger beaufsichtigen und sich weniger kümmern können. Dadurch könne das Risiko steigen, dass Jugendliche kriminelle Handlungen begehen.

Nun ist das DIJG als christliche Institution kein neutraler Teilnehmer in der Debatte. Die zusammengetragenen Fakten verlieren  aber nicht dadurch ihre Gültigkeit, dass sie durch das DIJG publiziert wurden:

Auch Harper und McLanahan (2003) untersuchten, wie hoch die Wahrscheinlichkeit bei Jugendlichen ist, von der Polizei festgenommen zu werden. Anhand von Daten der „Fragile Families and Child Wellbeing“-Studie stellten sie fest, dass männliche Jugendliche aus allen Familienformen ohne leiblichen Vater (alleinerziehende Mutter, Mutter-und-Stiefvater-Familien und andere Familien) ein größeres Risiko hatten, ins Gefängnis zu kommen, als Teenager aus Familien mit beiden leiblichen Eltern – das galt auch, wenn demografische Faktoren einbezogen wurden. Jugendliche, die nie mit ihrem leiblichen Vater gelebt hatten, waren am meisten gefährdet, festgenommen zu werden.
In beiden Studien wurden hohe Inhaftierungs- oder Delinquenzraten für Jugendliche aus Familien ohne leiblichen Vater festgestellt. Offensichtlich haben leibliche Väter eine mehr von Nähe geprägte Beziehung zu ihren Kindern als Stiefväter. Eine Analyse, wie diese enge Verbundenheit Einfluss nimmt auf das Verhalten der Jugendlichen, kann helfen, den Zusammenhang zwischen nicht-intakten Familien und polizeilichen Festnahmen zu erklären.

Fazit

Kinder von Alleinerziehenden haben geringere Chancen auf Bildung sowie ein höheres Kriminialitäts- und Armutsrisiko als Kinder in Kernfamilien. Es ist nicht im Sinne des Kindes, es ohne Partner aufzuziehen.

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11 Kommentare zu „Alleinerziehend – Auswirkungen auf die Kinder“

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