Kritischer Journalismus bei Spiegel Online: Der Umzug der Soros-Stiftung nach Berlin

Keno Versek führt bei Spiegel-Online ein Interview mit Mitarbeitern der Soros-Stiftung, die ihren Sitz von Ungarn nach Berlin verlegt. Meine Kenntnisse der Soros-Stiftung sind begrenzt, ich habe versucht mir mit Hilfe dieses Interviews eine Meinung zu bilden.

Ungarn übte massiven Druck auf die Stiftung des US-Milliardärs George Soros aus. Nun zieht die Stiftung nach Berlin um. Hier schildern zwei Mitarbeiter, was sie in dem osteuropäischen Land erleben mussten.

Liest man den Teaser bekommt man einen schlimmen Eindruck der Situation. Zwei Mitarbeiter haben „massiven Druck“ erlebt. Wir werden sehen, was sie im Interview schildern.

Das Artikelbild zeigt laut Bildunterschrift eine Demonstration gegen Soros in MazedonienEs geht also nicht nur um Ungarn. Auch anderswo scheint man mit der Soros-Stiftung ein Problem zu haben. Warum es Widerstand gegen die Stiftung gibt, wird aber nicht thematisiert.

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Zuschauererziehung: Wird „The Big Bang Theory“ durch Drogen erst schön?

Torsten Kleinz regt sich bei Heise Online über die Fernsehserie „The Big Bang Theorie“ auf, die für ihn eine“ intellektuelle Beleidigung“ ist. Anlass ist die Einstellung der Sendung nach der nächsten Staffel.

Laut Entertainment Weekly war es Hauptdarsteller Jim Parsons, der selbst für eine Gage von 50 Millionen US-Dollar nicht mehr bereit war, zwei weitere Jahre den Wissenschaftler Sheldon Cooper zu spielen, der auf dem emotionalen Level eines 13jährigen Jungen hängengeblieben ist. Dafür ist Parsons zu danken.

Offensichtlich ist die Serie ein kommerzieller Erfolg und die Produzenten sehen eine erfolgreiche Zukunft – sonst würden sie wohl dem Hauptdarsteller wohl kaum einen solchen Betrag bieten. Schon diese Tatsache zeigt, dass Torsten Kleinz mit seiner Einschätzung nur für sich selbst, nicht aber für die Fans der Serie spricht.

Gänzlich unverständlich ist mir folgende Kritik des Autoren:

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Sollen Arme doch den FlixBus nehmen

Bei Spiegel Online bin ich auf eine Kolumne von Georg Diez gestoßen.

Wenn ein Flug von Berlin nach Köln 15 Euro kostet und eine Fahrt mit der Bahn 120, dann läuft etwas grundsätzlich falsch.

Für die Fahrt von Berlin nach Köln habe ich bei der Bahn Angebote ab 25,90 Euro gefunden. Georg Diez‘ Kolumne beginnt schon so richtig gut. Ganz offensichtlich vergleicht er in der Überschrift Äpfel mit Birnen, nämlich das begrenzte Kontingent eines Sonderangebotes eines Billigfliegers mit dem regulären Preis der Bahn.

Und es wird nicht besser. Die Kolumne startet mit der herablassenden Beschreibung von Nutzern von Billigfliegern, die konsterniert sind, dass ihr Mallorca-Flug ausgefallen ist. Der hätte doch nur 73 Euro gekostet, lässt Georg Diez seine Leser hämisch wissen.

So als könnten die Nutzer, die ein Ticket zu diesem Preis kaufen, nichts anderes erwarten. Ist Georg Diez das Prinzip der Mischkalkulation nicht bekannt?

Es gibt, so war die Erfahrung der vergangenen Jahre, eine Art Menschenrecht auf absurd billiges Reisen,

Ganz offensichtlich kann man für eine Kolumne bei Spiegel-Online einfach irgendetwas fabulieren: Wer behauptet oder impliziert, dass es ein Menschenrecht auf billiges Reisen gäbe?

Ich habe zunächst angenommen, dass das witzig gemeint sein soll. Georg Diez macht aber sofort klar, dass das genauso moralinsauer gemeint ist, wie es klingt:

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Bestrafe einen, erziehe Hunderte

Die Frankfurter Rundschau berichtete vor kurzem über den Trick im „extrem rechten Lager“, den Leuten etwas über Sprechtabus vorzulügen. Repräsentanten „demokratischer Organisationen“ sollten sich „solche Tricks verkneifen“.

Im extrem rechten Lager wird den Leuten vorgelogen, über bestimmte Dinge dürfe nicht geredet werden. Aber der Repräsentant einer demokratischen Organisation wie des Städtetags sollte sich solche Tricks verkneifen.

Das bedeutet nichts anderes als:

  1. Es ist rechtsextrem, über politisch-korrekte Sprechtabus zu reden.
  2. Über Sprechtabus zu reden, sollte mit einem Sprechtabu belegt werden.

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Journalismus bei der FR Teil 2: Ist die politische Richtung genehm wird auch über kleinste Lächerlichkeiten berichtet

Journalisten bei der FR verschweigen ihren Lesern nicht nur Informationen. Abhängig vom Thema berichten sie auch, was manch anderer Redaktion keinen Dreizeiler wert ist. Etwa das:

„Anti-Abschiebe-Industrie“: Anwälte zeigen Alexander Dobrindt an

Jeden Tag werden in Deutschland tausende von Strafanzeigen gestellt. Was macht diese eine berichtenswert? Weiterlesen „Journalismus bei der FR Teil 2: Ist die politische Richtung genehm wird auch über kleinste Lächerlichkeiten berichtet“

Journalismus bei der FR: Verschweigen was ist

Die Frankfurter Rundschau berichtet in ihrer Online-Ausgabe von einer Auseinandersetzung mitten in Darmstadt.

Nach ersten Ermittlungen waren zwei Gruppen in einen heftigen Streit geraten. Nach verbalen Streitigkeiten kam es zu einer Schlägerei. In deren Verlauf soll ein bislang unbekannter Täter ein Messer gezogen haben. Mit diesem verletzte er mindestens drei junge Männer. Ein 24-jähriger Mann wurde so schwer verletzt, dass er notoperiert werden musste.

Es ist immer nur von „jungen Männern“ die Rede. Von „Gruppen“. In dem ganzen Artikel wird nicht einmal gesagt, was ist. Weiterlesen „Journalismus bei der FR: Verschweigen was ist“

Die Arroganz von Journalisten oder Wie Kritik argumentfrei weggewischt wird

Bei zeit.de gibt es einen Artikel aus der gedruckten „Zeit“. Er beschäftigt sich mit der FPÖ, die die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ORF „attackiert.“ Der Artikel zeigt für mich deutlich, wie es um die journalistische Qualität der „Zeit“ bestellt ist.

Autor Florian Gasser wirkt sehr bemüht, seinen Kollegen beim ORF beizustehen. Journalisten scheinen zusammenzuhalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn Norbert Steger über den ORF spricht, klingt er manchmal wie ein Kriegsreporter. Ein „linker Endkampf“ tobe am Küniglberg, die Berichterstattung sei nicht objektiv, über Ungarn werde falsch berichtet,

Florian Gasser zitiert FPÖ-Politiker Norbert Steger, geht aber nicht auf die behaupteten Verfehlungen des ORF ein. Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Aus Gassers Sicht scheint der ORF selbst keinen Anteil an der Situation zu haben, die Kritik ist unberechtigt.

In Deutschland liegt die Parteipräferenz von Journalisten weit im politisch linken Bereich. In Österreich ist das ebenso, was ein Indiz dafür ist, dass die Kritik Norbert Stegers berechtigt ist. Für Florian Gasser ist das keinen Gedanken wert.

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