Zeit Online: Ideologie ist schlechter Journalismus

In einem Artikel habe ich einen Text bei Zeit Online dafür kritisiert, dass er letztlich Rassismus schürt, weil rassistische Aussagen über die Ursachen der sozioökonomischen Situation von Afroamerikanern nicht widerlegt wurden.

In diesem Text wurde auf einen Text von Alexandra Endres verwiesen, den ich ebenfalls für schlechten Journalismus halte. Er trägt den Titel

Der Rassismus ist messbar

Das verspricht ein interessanter Artikel zu werden, denn ich stelle es mir sehr schwer vor, so etwas wie Rassismus messbar zu machen. Laut Wikipedia ist Rassismus so definiert:

Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.

Eine beobachtete Situation kann also nur mit Rassismus erklärt werden, wenn Menschen aus rassistischen Motiven handeln und diese Handlungen zu der beobachteten Situation führen.

Um also Rassismus „messen“ zu können, müsste man die Gesinnung oder Ideologie derjenigen „messen“, die andere nach Rasse kategorisieren und beurteilen.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es in diesem Artikel natürlich keine Belege für Rassismus gibt.

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Wie das Zeit-Magazin Homosexuelle diffamiert – weil sie die falsche Meinung haben

Tanja Witte kann im Zeit-Magazin nicht fassen, dass eine lesbische Frau Spitzenkandidatin der AfD ist.

Warum lässt sich eine Frau, die offen lesbisch lebt, zur Spitzenkandidatin der rechtskonservativen AfD wählen?

Verwunderlich findet die Autorin, dass sich eine lesbische Frau als Spitzenkandidatin der AfD wählen lässt?

Ist es nicht eher verwunderlich, dass eine Partei, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit Homophobie vorgeworfen wird, eine lesbische Frau wählt?

Fällt damit nicht die gesamte Annahme, dass die AfD eine homosexuellenfeindliche Partei ist, in sich zusammen? Deswegen hat sich das Zeit-Magazin wohl entschlossen, klarzustellen, dass die Homosexuellen in der AfD irgendwie keine normalen Homosexuellen sind:

Homonationalismus ist nicht nur dort ein Problem.

Von Homonationalismus habe ich noch nie gehört. Der Wikipedia-Artikel dazu ist sehr erhellend:

Der Begriff wurde erstmal von dem Geschlechterforscher Jasbir Puar im Jahre 2007 aufgebracht. Er versuche damit einen Prozess zu beschreiben in dem sich gesellschaftliche Kräfte mit den Forderungen der LGBT-Community identifizieren, um Rassismus und Xenophobie zu rechtfertigen. Im Speziellen für Vorurteile gegen den Islam. Diese Vorurteile beziehen sich vor allem auf Migranten, die als homophob gesehen werden, während die westliche Gesellschaft als sehr willkommenheißend und sicher für die LGBT-Community dargestellt wird.

Das Zeit-Magazin nutzt so einen Humbug um Homosexuelle, die aus Sicht des Zeit-Magazins die falsche politische Einstellung haben, zu diskreditieren.

Homosexuellenfeindlichkeit im Islam ist ein Vorurteil? Die westliche Gesellschaft wird als sicher für die LGBT-Community dargestellt?

Wie verblendet muss man sein, um die aktuelle westliche Gesellschaft nicht als die sicherste für Homosexuelle zu erkennen?

So einen Schrott greift man beim Zeit-Magazin auf und wertet damit erfundene Kampfbegriffe auf, die nur dazu dienen politische Gegner zu diskreditieren.

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Jammerfrau: Kaum strenge ich mich nicht mehr an, bin ich nichts Besonderes mehr

Focus-Online ist erstaunt, dass die Fitness-Bloggerin Sophie Gray Fans verliert, weil sie aufhört über ihre Fitness zu bloggen. Der Titel lautet

Bloggerin entsagt mit ehrlichem Post dem Fitness-Wahn

Entsagen bedeutet Verzicht. Normalerweise verzichtet man auf schöne Dinge, Dinge bei denen es einem nicht leicht fällt, darauf zu verzichten.

Bei starken Frauen wendet Focus-Online dieses Wort auf sich-nicht-gehen-lassen an.

Gray habe im Laufe der Zeit verstanden, dass sie als junges Mädchen stark mit sich und ihrem Körper haderte, unzufrieden war. Deshalb begann sie, sich einen „perfekten“ Körper zu erarbeiten, wie sie ihren Fans in einem Post schreibt. Diese Veränderung hielt sie auf den sozialen Netzwerken fest und habe viel Zuspruch und Anerkennung erhalten.

Die Fitness-Bloggerin hat sich ihren fitten Körper hart erarbeitet. Fit sein ist schwieriger als nicht-fit sein. Mit ihrer Fitness hebt sie sich von anderen ab, Sophie Gray hat etwas geschafft was nicht jeder schafft.

Für diese Leistung bekam sie Zuspruch und Anerkennung.

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Die Welt: Stimmung machen vor der Wahl

Die Verzweiflung bei der Welt scheint groß zu sein, denn ein AfD-Politiker könnte bei der Bundestagswahl in Ostdeutschland ein Direktmandat gewinnen. In einem ansonsten recht neutralen und informativen Artikel kann man auch bei der Welt nicht widerstehen, gegen diese Gefahr anzuschreiben.

Der CDU-Abgeordnete Martin Patzelt nahm 2015 zwei Eritreer bei sich auf. Nun könnte ihm das zum Verhängnis werden: Sein Konkurrent für das Direktmandat ist AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland. Der macht Stimmung gegen ihn.

Ein Direktkandidat macht „Stimmung“ gegen einen anderen Direktkandidaten. In einer demokratischen Gesellschaft sollte das nichts besonderes sein.

Im strukturschwachen Wahlkreis Frankfurt Oder – Oder-Spree, der die Nummer 63 trägt und im Osten an Polen grenzt, kommen Gaulands rechtspopulistische Thesen bei vielen gut an. „Flüchtlinge sind hier immer ein Thema, obwohl es hier kaum welche gibt“, sagt Patzelt.

Wenn Flüchtlinge das Hauptthema in seinem Wahlkreis sind und Patzelt das anders sieht, dann ist er vielleicht einfach nicht der richtige Kandidat für diesen Wahlkreis?

Und was soll der Hinweis, dass „es hier kaum welche gibt“? Darf man erst ab einer gewissen Anzahl eine Meinung haben?

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Professor Mausfelds im Kern totalitäres Gedankengut

Ich hatte neulich einen Artikel über Professor Mausfeld geschrieben. Es gibt noch etwas, was mich an den Ausführungen Mausfelds stört.

Professor Mausfeld gab den Eliten die Schuld an indoktrinierenden Medien und macht diese dafür verantwortlich, dass wir nicht in einer „wirklichen“ Demokratie leben, weil es die Menschen deswegen „falsch“ informiert sind und „schlechte“ Entscheidungen treffen.

Meine Meinung ist, dass die Menschen selbst für die Medien verantwortlich sind, die wir haben, weil sie entsprechende (Konsum-) Entscheidungen treffen.

Und ich bin nicht der Meinung, dass es die Qualität der Medien ist, die uns von „wirklicher“ Demokratie trennt, weil es einerseits auch andere Faktoren für „schlechte“ Entscheidungen gibt, beispielsweise die Befähigung der Menschen selbst, und weil uns andererseits Elemente der direkten Demokratie fehlen, die ich wichtig für Demokratie halte.

Der Gedanke, den ich nicht zu Papier bekommen habe ist: Selbst wenn Professor Mausfeld recht hätte, und die Eliten die Menschen mit Hilfe der Medien indoktrinieren würden, was würde daraus folgen?

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Zeit Online schürt Rassismus

Auf Zeit-Online widmet sich Milena Hassenkamp dem Rassismus in den USA.

Chris Smiley lebt in einem weißen Vorort Detroits und besitzt Häuser in der City. Seine schwarzen Mieter verachtet er – wie sehr, zeigt die Fahrt mit ihm durch die Stadt.

Beschränkt sich Milena Hassenkamps knallharte Recherche auf eine Autofahrt?

Wenn Chris Smiley von Detroit spricht, dann nennt er die Stadt einen „Dschungel“, in dem sich „die Schwarzen wie die Tiere abknallen“. Smiley, 53 Jahre alt, Trockenbauer, Eigentümer mehrerer Mietshäuser und Wähler der Republikaner, ist weiß und lebt in Royal Oak, einem Vorort von Detroit – genauer: einem vanilla suburb. So werden die Viertel genannt, in die Detroits weiße Bevölkerung in den sechziger und siebziger Jahren zog. Manche sagen, die Weißen seien damals aus der Innenstadt geflohen.

Chris Smiley spricht geringschätzig von Detroit als Dschungel.

Mit vorwurfsvollem Unterton wird Smiley als jemand vorgestellt, der nicht in Detroit lebt, aber dort Häuser vermietet. Im selben Unterton wird auch die Abwanderung Weißer auf alle Weißen verallgemeinert.

Die Grenze zur Innenstadt, genannt chocolate city, weil in ihr mehrheitlich Afroamerikaner leben, überquert er äußerst ungern. Dabei garantiert die Innenstadt seinen Lebensunterhalt, denn dort erhält er die Aufträge für seine Trockenbauarbeiten, und dort stehen seine Mietshäuser.

Bin ich überempfindlich? Ich empfinde dieses „dabei“ ebenfalls als Vorwurf. Smiley hat mit seiner Aussage über das abknallen doch schon deutlich gemacht, dass er in Detroit Angst hat.

Trotzdem nimmt er dort Aufträge an und kümmert sich um seine Mietshäuser. Das macht ihn zu einem mutigen und fleißigen Mann.

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Wie die taz versucht linke Wähler bei der Stange zu halten

Unter dem Titel „Elitär, bourgeois und amoralisch“ erklärt die taz die Wähler der Partei Die PARTEI zu Zynikern und Protestierern mit denen kein Staat zu machen sei.

Ich kann auch die PARTEI wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich kann natürlich auch jede andere Partei wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich bin dann eben: ein dekadenter Witzbold, der sich selbst dafür feiert, keinen Unterschied machen zu wollen.

Auch das gilt nicht nur für die Wähler der Partei Die PARTEI. Ich denke, man kann über praktisch jede Partei ohne Aussicht auf Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde sagen, dass sie keinen Unterschied macht. Feiert sich jeder, der sie dennoch wählt, dafür, keinen Unterschied machen zu wollen?

Es ist gespenstisch: Als gäbe es nichts zu bereden, scheint die PARTEI derzeit im – nennen wir es abschätzig – „linksalternativen Milieu“ immer neue Freunde zu finden.

Von da weht der Wind. Es sind eben nicht irgendwelche Wähler, die die PARTEI wählen, sondern Wähler aus dem linksalternativen Milieu. Es sind Stimmen, die aus Sicht des taz-Autoren Martin Kaul linken Parteien zustehen!

Die sollen gefälligst links wählen!

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