Desinformation durch Auslassen

Im Dezember berichtete wdr.de über Freisprüche in einem Vergewaltigungsprozess. Der Artikel ist schon etwas älter, aber ich möchte ihn dennoch nicht un­kom­men­tiert lassen, weil er ein gutes Beispiel für Manipulation durch deutsche Medien ist.

Sehen wir uns an, was wir vom WDR über die Angeklagten erfahren.

Das Landgericht Bielefeld hat am Mittwoch (11.12.2019) neun junge Männer vom Vorwurf der Vergewaltigung einer 14-Jährigen in Harsewinkel im Kreis Gütersloh freigesprochen.

Wir halten fest: Die Angeklagten sind „neun junge Männer“.

Die 14-Jährige hatte sich Ende 2017 mit einem der mutmaßlichen Täter verabredet. In einem Privathaus kamen noch fünf weitere Jungen dazu, alle zwischen 14 und 19 Jahren.

An dieser Stelle gibt es Details zum Alter der „neun jungen Männern“. Man muss aber genau aufpassen, denn die Altersangabe bezieht sich nur auf fünf der neun Angeklagten.

Die Behörden waren mit ersten Ermittlungen aus Gründen des Jugendschutzes zunächst nicht an an die Öffentlichkeit gegangen. Nachdem in einem rechtspopulistischen Internet-Blog über die Tat berichtet worden war, wurden Einzelheiten öffentlich. Unter den jungen Männern sind auch drei syrische Staatsangehörige.

Unter den „neun jungen Männern“ sind auch drei syrische Staatsangehörige. Fassen wir zusammen:

  • Neun junge Männer
  • Fünf von neun sind 14 bis 19 Jahre alt
  • Drei von neun sind syrische Staatsangehörige

Das sind die Fakten über die Angeklagten, die der WDR seinen Beitragszahlern berichtet. Schauen wir uns jetzt an, was man beim Westfalen-Blatt erfährt:

Einem der beiden, dem zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alten Gastgeber, […]. Der andere Hauptbeschuldigte (21) hatte die entkleidete und stark betrunkene Jugendliche, […].

Es beginnt mit einer Kleinigkeit. Durch die Entscheidung, Altersangaben für nur einige der Angeklagten zu machen, ist der WDR-Berichterstattung – ich bin sicher: zufällig – nicht zu entnehmen, dass mindestens einer der Täter bereits 21 Jahre alt war.

Die Angeklagten, überwiegend arabischer Herkunft mit Flüchtlingshintergrund,

Wer hätte das denn gedacht? Beim WDR war davon die Rede, dass unter den Angeklagten „drei syrische Staatsangehörige“ wären. Erst wenn man darüber nachdenkt bemerkt man, dass über die verbleibenden sechs Angeklagten keine Angaben gemacht wurden.

Wer würde aus dieser Formulierung schließen, dass mindestens fünf („überwiegend“) der Angeklagten „arabischer Herkunft mit Flüchtlingshintergrund“ sind?

Man muss den WDR-Bericht ganz genau lesen und jede Auslassung im schlechtestmöglichen Sinn interpretieren – dann kommt man der Wahrheit nahe.

Ich werde auch beim Westfalen-Blatt sofort skeptisch: Was bedeutet „überwiegend„? Sind fünf, sechs, sieben oder acht Angeklagte „arabischer Herkunft mit Flüchtlingshintergrund“?

Ist man einmal misstrauisch fällt auch sofort auf, dass auch das Westfalen-Blatt über die verbleibenden Angeklagten nichts sagt. Ist das nun Zufall oder ebenfalls eine gezielte Auslassung?

Das ist das Problem, wenn das Vertrauen in die Berichterstattung der Medien einmal zerstört ist. Man glaubt erst einmal gar nichts mehr.

Die Formulierung ist einerseits schwammig („überwiegend“), andererseits überspezifisch („arabischer Herkunft mit Flüchtlingshintergrund“). Das wirkt verdächtig.

Es bedeutet eben nicht, dass auch nur ein einziger der Angeklagten ein „Bio-Deutscher“ ist. Das muss nicht mal heißen, dass einer von denen die deutsche Staatsbürgerschaft hat.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch das Westfalen-Blatt seinen Lesern nicht alles was bekannt ist über die Täter erzählt.

Ist es Zufall, dass sich die Beschreibungen der Angeklagten immer nur auf die Gruppe beziehen? Wird über Einzelheiten berichtet, also über die Tatanteile, über die Hauptangeklagten oder denjenigen, der das Mädchen in den Partykeller einlud, gibt es keine Angaben zur Herkunft.

Motiv

Es bleibt das Gefühl zurück, dass der WDR, aber auch das Westfalen-Blatt, seinen Lesern keinesfalls das Gefühl geben möchte, dass ein Teil unserer Probleme durch die seit 2015 eskalierende Zuwanderung entstanden ist.

Nicht nur die Politik, auch die Medien blenden regelmäßig aus, dass solche Taten bei restriktiverer Politik vermeidbar gewesen wären. Die Medien enthalten den Lesern und Zuschauern Informationen vor, die solche Schlüsse zuließen.

Falls man glauben darf, was berichtet wird, ist die Tat strafrechtlich nicht relevant.

Moralisch ist die Tat aber verwerflich und durchaus dazu geeignet, dass Bürger kritische Fragen stellen könnten.

Man muss sich nur die Situation vor Augen führen: Ein junger Mann lädt ein 14-jähriges Kind in einen Partykeller ein. Sie ist das einzige Mädchen. Sie wird (gezielt?) mit Alkohol versorgt.

Es kommen weitere Männer hinzu. Einige der Männer sind Erwachsene.

Es ist kaum anzunehmen, dass dem Mädchen diese Situation vorher klar war. Es ist wahrscheinlicher, dass ihr eine Falle gestellt wurde.

Es bleibt ein Kind zurück, das für immer gezeichnet ist, von dem, ohne dass sie das verhindern kann, Videos ihres sexuellen Missbrauchs im Umlauf sind.

Das ist auch dem dümmsten Konsumenten von WDR und Westfalen-Blatt klar.

Die Angeklagten mögen keine Straftäter sein, auf jeden Fall sind sie aber Arschlöcher, die eine Notsituation ausnutzen oder die Notsituation sogar vorsätzlich herbeiführten.

Das Mädchen wurde derart abgefüllt, dass die Männer einen Krankenwagen riefen.

In meinem ganzen Leben habe ich nur ganz wenige Menschen kennengelernt, deren moralischer Kompass derart ausgerichtet ist, dass ich ihnen eine solch skrupellose Tat zutrauen würde.

Um jeden Preis scheinen unsere Medien vermeiden zu wollen, dass sich ihre Konsumenten die Frage stellen, ob es klug war, Hochrisikogruppen in unser Land einzuladen.

Ich bleibe dabei: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört abgeschafft, weil er unsere Gesellschaft zersetzt.

3 Kommentare zu „Desinformation durch Auslassen“

  1. Jeder normale Mensch, der allein die Überschriften der Artikel im WDR und Westfalen-Blatt liest, denkt sich: „Aha, schon wieder ein Terroranschlag. Und schon wieder werden die Terroristen in Watte gepackt“.

    Es wurde aber etwas sehr Wichtiges ausgelassen: Eine Lösung.
    Wenn man ein Problem aufzeigt, muss man auch eine Lösung aufzeigen. Die Lösung muss im Mittelpunkt stehen. Oder wie Henry Ford mal sagte: „Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen“.
    Macht man das nicht, befürwortet man das Problem, z.B. weil man ein Journalist ist, der die Zeitung füllen will.
    Journalisten sind also alleine schon aus „beruflichen“ Gründen gar nicht daran interessiert, dass Probleme und Misstände beseitigt werden.
    Und je nach politischer Gesinnung halten sie bestimmte Probleme und Misstände sogar für einen wünschenswerten Zustand.

    Aus diesem Grund haben sie auch andere Details ausgelassen, um zu verhindern, dass die Bürger kritische Fragen stellen, wie Du sagtest.
    Aber was wäre denn passiert, wenn sie bis ins kleinste Detail berichtet hätten? Das kann ich Dir genau sagen:
    Nichts.
    Die Leute jammern zwar gerne, aber sie würden noch nicht mal im Traum auf die Idee kommen, auch nur eine Millisekunde über Lösungen und Alternativen nachzudenken.
    Siehe auch hier:
    https://testosteronum.wordpress.com/2017/12/20/weine-nicht-kleiner-adam/

    Liken

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