Wie das Zeit-Magazin Homosexuelle diffamiert – weil sie die falsche Meinung haben

Tanja Witte kann im Zeit-Magazin nicht fassen, dass eine lesbische Frau Spitzenkandidatin der AfD ist.

Warum lässt sich eine Frau, die offen lesbisch lebt, zur Spitzenkandidatin der rechtskonservativen AfD wählen?

Verwunderlich findet die Autorin, dass sich eine lesbische Frau als Spitzenkandidatin der AfD wählen lässt?

Ist es nicht eher verwunderlich, dass eine Partei, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit Homophobie vorgeworfen wird, eine lesbische Frau wählt?

Fällt damit nicht die gesamte Annahme, dass die AfD eine homosexuellenfeindliche Partei ist, in sich zusammen? Deswegen hat sich das Zeit-Magazin wohl entschlossen, klarzustellen, dass die Homosexuellen in der AfD irgendwie keine normalen Homosexuellen sind:

Homonationalismus ist nicht nur dort ein Problem.

Von Homonationalismus habe ich noch nie gehört. Der Wikipedia-Artikel dazu ist sehr erhellend:

Der Begriff wurde erstmal von dem Geschlechterforscher Jasbir Puar im Jahre 2007 aufgebracht. Er versuche damit einen Prozess zu beschreiben in dem sich gesellschaftliche Kräfte mit den Forderungen der LGBT-Community identifizieren, um Rassismus und Xenophobie zu rechtfertigen. Im Speziellen für Vorurteile gegen den Islam. Diese Vorurteile beziehen sich vor allem auf Migranten, die als homophob gesehen werden, während die westliche Gesellschaft als sehr willkommenheißend und sicher für die LGBT-Community dargestellt wird.

Das Zeit-Magazin nutzt so einen Humbug um Homosexuelle, die aus Sicht des Zeit-Magazins die falsche politische Einstellung haben, zu diskreditieren.

Homosexuellenfeindlichkeit im Islam ist ein Vorurteil? Die westliche Gesellschaft wird als sicher für die LGBT-Community dargestellt?

Wie verblendet muss man sein, um die aktuelle westliche Gesellschaft nicht als die sicherste für Homosexuelle zu erkennen?

So einen Schrott greift man beim Zeit-Magazin auf und wertet damit erfundene Kampfbegriffe auf, die nur dazu dienen politische Gegner zu diskreditieren.

Weiter im Zeit-Magazin-Text:

In westlichen Demokratien sind Vorzeigehomos das, was die Mattlackierung für den Autofanatiker ist: Ein Trend, an dem man nicht vorbeikommt.

Das mag stimmen oder auch nicht, ganz sicher ist jedoch, dass man in einer homophoben Partei nicht mit „Vorzeigehomos“ punkten könnte.

Weshalb man sich in Deutschland nach dem AfD-Parteitag nun fragen darf, wie viel Akzeptanz in der Wahl einer offen lesbisch lebenden Frau zur Kospitzenkandidatin einer rechtspopulistischen Partei steckt?

Dr. Alice Weidel: vorzeigeblond, vorzeigedeutsch, vorzeigeerfolgreich, vorzeigelesbisch? Ups. Immerhin zieht sie mit ihrer Lebensgefährtin zwei Kinder groß.

Die Wahl einer Homosexuellen bedeutet also nicht, dass die Partei homosexuelle akzeptiert? Wie kommt man denn auf so etwas?!

Und was hat „vorzeigeblond, vorzeigedeutsch, vorzeigeerfolgreich“ damit zu tun? Dürfen Homosexuelle nicht erfolgreich sein? Müssen Homosexuelle brünett sein? Was hat es mit der Akzeptanz von Homosexuellen zu tun, dass Alice Weidel eine Lebensgefährtin hat und zwei Kinder groß zieht?

Ich würde das so verstehen, dass den AfD-Delegierten bei ihrer Spitzenkandidatin wichtig ist, dass sie erfolgreich ist und Familienwerte repräsentiert. Die sexuelle Orientierung scheint ihnen nicht wichtig zu sein. Dafür gibt es ein Wort. Es heißt Akzeptanz.

Auch angesichts dessen ist Weidels Kampf für eine Partei, aus der heraus Homosexuelle in der Vergangenheit als „degenerierte Spezies“ diffamiert wurden, schwer zu verstehen.

Der Artikel selbst verlinkt auf einen Artikel, aus dem hervorgeht, dass derjenige, der Homosexuelle in der Vergangenheit als „degenerierte Spezies“ bezeichnet hat, aus der Partei ausgeschlossen wurde.

Hat Zeit-Magazin-Autorin Tania Witte noch nie von starken, selbstbewussten Frauen  gehört, die auch mal etwas aushalten? Auch wenn es persönlich diffamierend ist?

Ist das nicht sogar genau das, was es für eine Spitzenkandidatin braucht?

Trotzdem steht Weidel nun an der Seite des bekennenden Cordjacketträgers Alexander Gauland, für den Gender Mainstreaming selbstredend Unsinn ist, als neues weibliches Vorzeigeobjekt an der AfD-Spitze.

Was hat die künstlich erzwungene (Ergebnis-)Gleichstellung von Männern und Frauen (Gender Mainstreaming) mit Homosexualität zu tun? Dies für Unsinn zu halten macht Gauland nicht zu einem Homosexuellenhasser.

Ich finde es frauenfeindlich, wie Tania Witte Alice Weidel als unmündiges Vorzeigeobjekt diffamiert. Sie reduziert sie darauf, dass sie eine (lesbische) Frau ist, statt sich anzuhören, was sie zu sagen hat. Tania Witte scheint noch in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zu leben.

In den Niederlanden überzeugte Wilders‘ rechtspopulistische PVV im Jahr 2014 rund 21 Prozent der homosexuellen Wahlberechtigen, und laut einer Studie von 2016 wählten bei den Regionalwahlen 2015 in Paris etwa 32 Prozent der verheirateten Homopaare den Front National. Im Gegensatz zu 30 Prozent heterosexueller Ehepaare. Geschlechtergerechtigkeit sollte sich irgendwie anders anfühlen.

Was hat denn „Geschlechtergerechtigkeit“ mit Homosexualität zu tun? Offensichtlich unterscheiden sich homosexuelle Paare in mancherlei Hinsicht nur sehr wenig von heterosexuellen Paaren. Was ist daran schlecht?

Oder muss man die Wahl von Weidel auch einfach mal positiv sehen? Wenn man angepasst lebt, nicht barbusig auf dem CSD tanzt, eine Gleichstellung der Lebenspartnerschaft für überflüssig hält und möglichst normativ aussieht, kann man es durchaus an die Spitze einer Partei bringen, die nichtnormative Lebensweisen im Parteiprogramm ausdrücklich ablehnt, unauffälliges Lesbischsein aber duldet.

Eine Lebensweise, die der Autorin Tania Witte nicht passt, wird von ihr als „angepasst“ diffamiert. Da ist die Akzeptanz der AfD einen ganzen Schritt weiter. Hier ist die sexuelle Orientierung egal, wenn die Werte passen.

Überhaupt: Wenn man nicht barbusig auf dem CSD tanzt ist man „unauffällig“ lesbisch? Wie viele Heterosexuelle tanzen den barbusig auf Demonstrationen? Leben die „unauffällig“ heterosexuell?

Vielleicht ist das ja einfach eine Frage der Priorität, die man seiner Sexualität beimisst. Tania Witte scheint da andere Prioritäten zu haben als ich oder auch als die AfD-Delegierten, als sie Alice Weidel zur Spitzenkandidatin gewählt haben.

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5 Kommentare zu „Wie das Zeit-Magazin Homosexuelle diffamiert – weil sie die falsche Meinung haben“

  1. Homonationalität ist gut. Seht gut sogar.
    Homos habe also links zu sein, d.h. den von linken Linken vorgegebenen Denkmustern zu folgen. Sie dürfen keine natürlichen Gefühle haben, also Heimatliebe verspüren oder vernünftigen Umgang mit Geld, Land, Erbe, Kultur, usw.
    (Erzählt das mal meinem Lieblingsschwulen, Georg Friedrich Händel)
    Im Grunde lässt sich daraus ableiten, dass hier Homosexualität für genauso unnatürlich haltet, wie Heimatliebe und vernünftigem Umgang mit Ressourcen.
    Das ist sehr sehr gut, denn damt stellt Ihr Euch endgültig ins Absurde, denn war Eure Argumentation nicht immer, das Homosexualität völlig natürlich ist?
    Oder gilt das nur, wenn auch die Richtige Einstellung vorhanden ist?
    Wenn ja, gebt Ihr hier die Allgemeingültigkeit Eurer Thesen auf, und somit einen Anspruch auf wissenschaftliche Bestätigung. Wenn eine These im Ergebnis nicht reproduzierbar ist,kann keine allgemeingültigkeit festgestellt werden,die These ist widerlegt.
    Es lebe die Homonationalität. Ein dreifaches Hurra!

    Gefällt 2 Personen

    1. Homonationalismus gefällt mir deswegen nicht, weil es suggeriert, dass Nationalismus (oder irgendein -ismus) von Homosexuellen und Heterosexuellen irgendwie etwas anderes ist.
      Ich finde es absurd, wenn Autoren, die sich sicherlich politisch links ver­or­ten, Homosexuellen eine eigene gesonderte Kategorie zuweisen.

      Du bringst es genau auf den Punkt:

      Im Grunde lässt sich daraus ableiten, dass hier Homosexualität für […] unnatürlich haltet,

      Gefällt 1 Person

      1. Das ‚Homonationalismus‘ ist ja auch von der Autorin als abwertend gemeint, denn in linken (Linken) kreisen ist das ja etwas negativ konnotiertes. Für Patrioten jedoch nicht. Und Patriotisus ist für mich ein natürliches . positives Gefühl, wie bei den meisten Menschen dieser Erde, die nicht links verdreht wurden.
        Das Gute, was ich in diesem Begriff sehe bezieht sich also auf die Entlarvung der linken (Linken) Position und Haltung, und der völlig verdrehten und gestörten Beziehung solcher Protagonisten zu ihrer Herkunft und zu ihrer Heimat. Die ist, wie immer wieder durchschimmert einfach durch und durch krank (und vergiftet).
        Und das wird einfach in diesem Beispiel sehr sehr deutlich.
        Nenn es Homopatriotismus, damit kommen die Betroffenen ebenso klar wie ich und (bestimmt auch ) ähnlich empfindende.

        Gefällt 1 Person

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