Jammerfrau: Kaum strenge ich mich nicht mehr an, bin ich nichts Besonderes mehr

Focus-Online ist erstaunt, dass die Fitness-Bloggerin Sophie Gray Fans verliert, weil sie aufhört über ihre Fitness zu bloggen. Der Titel lautet

Bloggerin entsagt mit ehrlichem Post dem Fitness-Wahn

Entsagen bedeutet Verzicht. Normalerweise verzichtet man auf schöne Dinge, Dinge bei denen es einem nicht leicht fällt, darauf zu verzichten.

Bei starken Frauen wendet Focus-Online dieses Wort auf sich-nicht-gehen-lassen an.

Gray habe im Laufe der Zeit verstanden, dass sie als junges Mädchen stark mit sich und ihrem Körper haderte, unzufrieden war. Deshalb begann sie, sich einen „perfekten“ Körper zu erarbeiten, wie sie ihren Fans in einem Post schreibt. Diese Veränderung hielt sie auf den sozialen Netzwerken fest und habe viel Zuspruch und Anerkennung erhalten.

Die Fitness-Bloggerin hat sich ihren fitten Körper hart erarbeitet. Fit sein ist schwieriger als nicht-fit sein. Mit ihrer Fitness hebt sie sich von anderen ab, Sophie Gray hat etwas geschafft was nicht jeder schafft.

Für diese Leistung bekam sie Zuspruch und Anerkennung.

Auch deshalb habe sie sich weiter in den „Fitness-Wahn“ gesteigert, bekam 430.000 Follower.

Heute sagt sie, dass das ein Wahn war. Das mag stimmen oder auch nicht, entscheidend ist, dass sie eine besondere Leistung vollbracht hat.

Doch als sie älter wurde, habe sie gemerkt, dass es auf Dauer keinen Spaß macht, auf alle kulinarischen Köstlichkeiten zu verzichten und dauernd nur seinen Körper zu optimieren. Gray entschied sich dazu, sich nun auch mal Pizza und Donuts zu gönnen und keine Fotos mehr von sich in knapper Kleidung zu posten.

Besessen auf ein Ziel hinzuarbeiten ist häufig kein Spaß. Häufig sind es aber genau die Besessenen, die das Besondere erreichen, seien es Höchstleistungen bei Sport und Literatur oder bei Erfindungen und Entdeckungen.

Deine Präsenz ist gefragt, und die ist wundervoll. Du bist wundervoll, einfach nur verdammt wundervoll. Ende der Geschichte.“

Du atmest, also bist du wundervoll.

Nicht die Dinge, die du tust machen dich wundervoll, sondern die Tatsache, dass du existiert. Das Leben kann so einfach sein.

Dieser rigorose Schritt kostete die mutige Blondine nicht nur Überwindung, sondern das, was in der Welt der sozialen Netzwerke eine Art Währung ist: Follower. Sie verlor über 70.000 Fans.

Sophie Gray ist mutig, weil sie aufhört sich anzustrengen. Mit vorwurfsvollem Unterton wird darauf hingewiesen, dass sie dies Fans gekostet hat.

Ist es bei Focus-Online schon eine Nachricht, wenn eine Fitness-Bloggerin Fans verliert, weil sie aufgehört hat über ihre Fitness zu bloggen und stattdessen irgendwelche langweiligen Selbstbewusstseins-Sprüche zu posten?

Triviale Sprüche schreiben kann jeder. Das kostet keine Anstrengung. Sophie Gray ist damit nichts besonderes mehr.

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3 Kommentare zu „Jammerfrau: Kaum strenge ich mich nicht mehr an, bin ich nichts Besonderes mehr“

  1. Nun, seit ich rückenbeding nicht mehr Rennrad fahre und der 50 ins weisse seiner Augenschaue, habe ich auch Adonispunkte eingebüsst.
    Und natürlich wirke ich auf junge Damen nicht mehr ganz so, wie ich das gerne hätte oder mal hatte.
    Das nennt man Älterwerden. Geht mit Konjunktiv (Würde) oder bemitleidenswert.
    Dass Rotwein und Pizza einen gewissen persönlichen Ausgleich bringen, nennt man die Dualität der Dinge. Es hat auch alles eine gute Seite.

    Eine Frau blüht zwischen 15 u. 30 Jahren, ein Mann zwischen 25 u. 40.
    Sie hätte sich rechtzeitig einen vernünftigen Partner suchen sollen in der zeit, in der sie so überaus attraktiv wirkte und rechtzeitig auf ihre biologische Uhr achten sollen, dann wäre ihr Leben jetzt erfüllter und müsste nicht in die Leere starren, die sich vor ihr auftut.

    Das Leben hat halt nun mal seine Rahmenbedingungen und eine davon ist, dass kein menschlicher Körper älter als 125 werden kann. Biologiebedingt.

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  2. Ein sehr guter Artikel. Kurz und auf den Punkt gebracht!
    Du triffst damit perfekt das Credo der feministisch – links – versifften Agenda unserer Gesellschaft.

    „Du atmest, also bist du wundervoll. Nicht die Dinge, die du tust machen dich wundervoll, sondern die Tatsache, dass du existiert. Das Leben kann so einfach sein.“

    „Ein Mensch ist ein Mensch!“
    Ach nee…
    „Alle sind gleich!“
    Oh man…
    Frauen und Männer sind nur soziale Konstrukte! Es gibt über 50 Geschlechter!“
    Weitere Anzeichen der völlig gefühlsbetonten Denkweise:
    „Den Reichen (= in den meisten Fällen hart arbeitende Menschen mit einer Vision) sollte man sowieso ihr ganzes Geld wegnehmen und unter den Armen verteilen.“
    Nur das die Armen aufgrund ihrer falschen Einstellung nach 2 Monaten wieder bei 0 stehen würden. Sie hätten das ganze verteilte Geld wieder einfach sinnlos ausgeben…
    „Deutschland ist groß genug und es ist gibt ausreichen Platz und Ressourcen für annonyme „Flüchtlinge“ / Asylanten aus der großen Welt. Kommt alle her!“
    Genau. Geld gibt es im Überfluss und die deutsche Kultur ist sowieso Nazi, Hitler, Holocaust und so…Warum also nicht zahlreiche Kulturen mischen und einen Europäer züchten? Uns geht es doch dank dem jährlichen Wirtschaftswachstum jedes Jahr besser… oder?

    Und so ganz nebenbei – und leider schon fast zur Normalität verkommen – sieht man dann deutsche Rentner in Mülltonnen nach Pfandflaschen suchen. Um ihre mickrige Rente nach 40 Jahren Vollzeitarbeit wenigstens ein wenig aufzustocken.

    Die Dekadenz unserer friedlichen Zeit lässt unsere gesellschaftlichen Wert verkommen. Alle Wege führen nach Rom…

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