Jammerfrau erzählt unplausible und lückenhafte Geschichte – stern.de hinterfragt nichts

Über Siggis Verweis auf den Sexismusbeauftragten in einem Artikel bin ich auf diesen Artikel auf stern.de über eine entsorgte Mutter gestoßen. Dort heißt es:

Carolin P., 39 Jahre: Ihr Mann nahm ihr erst die Kinder, dann die Existenz

Da beklagt sich eine Frau, entsorgt worden zu sein – und plötzlich wird das deutsche System von Gewaltschutz, Sorgerechtszusprechung und Unterhaltsverpflichtungen, das häufig zu Lasten von Männern geht, als unmenschlich dargestellt. Der Sexismusbeauftragte hat beleuchtet, dass die Elternteilentsorgung für die Presse erst jetzt interessant wird,

wenn auch immer häufiger mal Mütter damit konfrontiert werden.

Da hat er Recht. Der Sexismusbeauftragte ist aber davon ausgegangen, dass die entsorgte Mutter die Wahrheit sagt.

Nach meinem Dafürhalten stinkt die ganze Geschichte zum Himmel, denn sie basiert ausschließlich auf Aussagen der Frau.

Im Folgenden hören wie die Geschichte einseitig berichtet von Carolin P. Ihr Mann kommt nicht zu Wort.

Aus dem Text:

Nach Lenis Geburt erlosch die Liebe. Ich konnte es ihm nicht mehr recht machen, er nörgelte plötzlich an allem rum. […]

Wir bezogen getrennte Schlafzimmer. Er wohnte oben, ich unten. Auch weil Leo nachts oft wach wurde.

Der Ton wurde rauer, seine Gebärden bedrohlich: Wenn wir stritten, drückte er mich gegen die Wand. Ich bekam Angst.

Carolin P. beginnt die Darstellung der Ereignisse an einer Stelle, an der die Liebe irgendwie erloschen ist und er plötzlich nörgelt. An der sie bereits getrennt schlafen (nur halb begründet mit einem Kind) und an der von ihrem Mann angeblich eine Bedrohung ausgeht.

Wir erfahren nicht was zu dieser Situation geführt hat, dabei gehören immer zwei zum Tango.

Irgendwann sagte ich ihm, dass ich mich trennen würde, und wiederholte es jeden Tag.

Klingt für mich, als würde sie sich passiv-aggressiv verhalten. Aber warum hat sie sich eigentlich nicht getrennt? Die Antwort kommt sofort:

Er sagte: „Was bist du schon ohne mich? Ein Nichts. Alles, was du hier siehst, gehört mir. Wenn du gehst, dann gehst du allein.“ Also blieb ich.

Jetzt ist Carolin P. in der Geschichte dort wo sie hinwollte. Sie stellt sich als arme, arglose Opfer-Frau dar. Sie kann einem wirklich leid tun. Bis hierher ist alles ausschließlich die Schuld des Ehemannes – das Verhalten der Frau war auf jeden Fall über jeden Zweifel erhaben.

Ich begann eine Affäre mit unserem Kinderarzt.

Wie? Warum? Nicht er geht fremd, sie zerstört das Vertrauen ihres Mannes und riskiert den Fortbestand der Familie? Das kommt wirklich unerwartet – war sie nicht gerade noch die Tugend in Person? Ist sie sicher, dass sie die Reihenfolge der Ereignisse korrekt wiedergibt?

Seitdem führt mein Ex einen Rachefeldzug gegen mich. Ich habe ihm Hörner aufgesetzt, und er erklärte mir den Krieg.

Ich habe das Gefühl, sie hätte in der Geschichte weiter die arglose Tugendhafte gegeben – würde sie die Affäre mit dem Kinderarzt nicht als Erklärung für den Rachefeldzug benötigen. Jedenfalls ist ab hier für sie alles, was geschah, ein Rachefeldzug ihres Mannes.

Hätte ich mich rechtzeitig informiert und getrennt, hätte er zahlen müssen, und die Kinder wären bei mir.

Das ist wahrscheinlich.

Doch ich habe gewartet, bis die Stimmung unter null und sein Plan, mit den Kindern im Haus zu bleiben, ausgefeilt war.

Wieder die arme, arglose Opfer-Frau.

Er hatte Geld für Anwälte. Ich nicht.

Jetzt wird es schräg. Denn das ist Quatsch. Es gibt in Deutschland Beratungshilfe. Das ist eine Sozialleistung für diejenigen, die die Kosten für die Beratung oder Vertretung durch einen Rechtsanwalt nicht aufbringen können.

Carolin P. erzählt ihrem Mann jeden Tag, dass sie sich von ihm trennen wird. Kannte sie die Beratungshilfe nicht? Wir erfahren es nicht. Ein Rechtsanwalt hätte sie informiert. Im Internet wäre sie ohne große Mühe fündig geworden. Nach ihren Angaben ist sie auch nach (ich greife vor) fünf Jahren nicht klüger. Er hatte Geld für Anwälte, sie nicht. Opfer. Punkt.

Seiner riet ihm, mich aus der Fassung zu bringen. Es war einfach für ihn. Weil ich emotional und dumm genug war, die Kontrolle zu verlieren.

Es ist alles seine Schuld. Die Opfer-Frau ist an nichts Schuld, sie ist höchstens emotional und dumm.

Und so passierte es: Er stand hinter mir, seinen Arm vor meinem Mund. Ich wollte, dass er loslässt, aber er drückte meinen Kopf von hinten an seine Schulter. Er drückte immer fester. Da biss ich zu. Er ließ mich nicht los, und ich biss, bis das Blut kam. Die Kinder kamen die Treppe herunter und weinten. Ich weinte.

Was für eine Geschichte. Ich frage mich, ob sie hier vollständig wiedergegeben wird.

Er sagte: „Seht ihr, Mama ist verrückt.“ Die Stelle am Arm wurde blau und lila. „So, und das war’s jetzt für dich“, flüstere er mir zu, als er die Notrufnummer wählte.

Wieder: Er ist heimtückisch, sie nur emotional und dumm.

Die Beamten forderten mich auf, das Haus zu verlassen. Man berief sich auf Paragraf 1 des Gewaltschutzgesetzes, wonach gegen den vermeintlichen Gewalttäter in der Ehe ein sofortiges Betretungsverbot der ehelichen Wohnung ausgesprochen werden kann, wenn eine Art der Körperverletzung oder Bedrohung besteht.

Ich hatte 30 Minuten zum Packen und um das Haus zu verlassen. Ich legte Schlüssel, Kreditkarten und die geforderten Dokumente auf den Küchentisch.

Ja, so ist das in Deutschland bei häuslicher Gewalt. Und leider ist damit auch dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Dass allerdings die Beamten diese Entscheidung aufgrund eines einzigen Bisses treffen, wäre zumindest ungewöhnlich.

Eine Erklärung wäre, dass es zuvor schon Vorfälle dieser Art gegeben hat, oder dass die Frau emotional instabil und psychisch angegriffen war, oder dass sie sich auch in Gegenwart der Polizisten nicht beherrschen konnte.

Es war 2011. Er ließ mein Konto sperren.

Niemand kann einem anderen einfach das „Konto sperren“. Ich nehme an, sie meint, der Mann entzog ihr die Verfügungsberechtigung über das gemeinsame oder sein eigenes Konto. Oder er überwies einfach kein Geld mehr auf ihr Konto.

Der Vater sorgt jetzt für die Kinder. Vielleicht fürchtete er, dass Carolin sonst das Konto leerräumt. Ich hätte ebenso gehandelt und das Konto vorsorglich gesperrt.

Ich zog in eine Stadt im Ruhrgebiet, 300 Kilometer südlich von meiner Familie.

Eine Wohnungsverweisung wird zunächst für zehn Tage ausgesprochen. Und Carolin P. zieht sofort in eine andere, weit entfernte Stadt? Hier fehlen Informationen, sie verschweigt was sonst noch passiert ist.

Mein Ex beantragte das alleinige Sorgerecht. Die Mutter sei psychisch krank und abgehauen, sagte er.

Und sie konnte nicht anführen, dass es nur einen einzigen Vorfall gegeben hatte, bei dem sie von der Polizei aus dem Haus gewiesen wurde? Ist sie nicht tatsächlich „abgehauen“?

Und das sagten auch die Kinder vor Gericht. Wie er es ihnen eingetrichtert hat.

Das Gericht soll also der Frau das Sorgerecht wegen eines einzigen Vorfalls aberkannt haben? Auch wenn die Kinder diesen Vorfall vor Gericht bestätigt haben, wie glaubhaft ist das?

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass es weitere Vorkommnisse gab, die in die Entscheidung eingeflossen sind.

Ich war da, wo er mich haben wollte. Ganz unten.

Richtig. Ihm ging es ja nicht um die Kinder oder um den Schutz vor Gewalt. Er wollte ja nur Rache, weil sie fremdgegangen ist. Diese Frau klingt wie eine Psycho-Tante. Immer nur ich, ich, ich.

Und mir war klar: Den Krieg um die Kinder konnte ich erst führen, wenn ich wieder Boden unter den Füßen hätte.

Wieso „Krieg um die Kinder“? Carolin P. hatte dem Leser doch weisgemacht, es ginge ihrem Mann nur um Rache an ihr? Und wieso „Boden unter den Füßen“? Im Streit ums Sorgerecht werden deutsche Frauen, wenn sie sich ihn nicht leisten können, in der Regel unterstützt. Für einen Rechtsanwalt gibt es Beratungshilfe. Für einen Streit vor Gericht Prozesskostenhilfe. Das Jugendamt unterstützt die Mütter. Es gibt Opfervereine und Frauenverbände. Was erzählt diese Frau?

Dank medizinischer Vorkenntnisse konnte ich die Ausbildung zur Physiotherapeutin relativ problemlos absolvieren. Drei Jahre lang drückte ich wieder die Schulbank. Nebenbei ging ich putzen.

Im Hinblick auf ihre Kinder macht sie drei Jahre lang einfach nichts? Was verschweigt Carolin P. dem Leser jetzt? Sie durfte ihre Kinder drei Jahre lang nicht mal unter Aufsicht sehen? Was war da noch passiert? Hatte sie den Kindern Gewalt angetan? Man kann nur spekulieren, um die Geschichte und die geschilderten Entscheidungen irgendwie nachvollziehen zu können.

Das Jobcenter bezahlte die Erstausstattung meiner Wohnung, Handtücher, Matratzen, Bettzeug. Ich bekam einen halben Job in einer Klinik. Von meinem ersten Gehalt habe ich dann endlich einen Anwalt engagiert.

Die Mär vom Anwalt, den sie sich nicht leisten konnte. Aber von dem ersten Gehalt eines Halbtagsjobs konnte sie sich den dann Anwalt leisten? Ein Halbtagsjob als Physiotherapeutin, der kaum mehr als Hartz IV einbringen dürfte?

Kaum hatte ich das Gefühl, wieder halbwegs auf die Beine gekommen zu sein, kam der nächste Tritt. Eine Unterhaltsforderung!

Na sowas! Der Mann versorgt die Kinder drei Jahre lang vollständig allein, wie kommt er dazu Unterhalt zu fordern?

Der Anwalt meines Ex-Mannes berief sich auf ein „fiktives“ Einkommen aus den letzten drei Jahren. Ich hatte keine Chance, den Forderungen nachzukommen.

Ein Fakt, den stern.de hätte prüfen können. Hätten wir es mit Journalismus zu tun, würden wir hier nicht so eine unglaubwürdige Geschichte lesen.

Die Unterhaltsforderung kann man nur bis zur ersten belegbaren Zahlungsaufforderung rückwirkend einfordern. Der erste Brief zählt also.

Die Unterhaltsforderung des Vaters für die letzten drei Jahre war also entweder kein überraschendes Ereignis (wie hier dargestellt), oder der Mann konnte diese Forderung nicht durchsetzen. Die wenigen greifbaren Fakten in dieser Geschichte schmelzen wie Schnee im Sommer, sobald man den Blick auf sie richtet.

Carolin P. hatte einen Beruf, sie hätte arbeiten können um für den Unterhalt ihrer Kinder zu sorgen. Falls es eine Unterhaltsforderung für diese drei Jahre gibt, kannte sie diese zu diesem Zeitpunkt bereits. Hätte sie ernsthaft gesucht, hätte sie einen Job gefunden – oder sie hätte zumindest belegen können, dass sie ernsthaft gesucht hat. Dann würde ihr auch kein fiktives Einkommen unterstellt.

Eine zweite Ausbildung anzufangen war ihre freie Entscheidung. Jetzt wurde sie offenbar so gestellt als hätte sie sich einen richtigen Job in ihrem Beruf gesucht und gearbeitet. Das gilt auch für die Zukunft: Halbtags ist zu wenig! Warum sollte es ihr anders gehen als unterhaltspflichtigen Männern?

In der Schuldnerberatung erfuhr ich, dass Unterhaltsschulden nicht zur Insolvenzmasse zählen, falls ich Privatinsolvenz anmelden sollte.

Ja, dieser Weg ist Unterhaltsschuldnern versperrt.

Mein Konto wurde gepfändet: Ich hatte weder Geld für Miete noch für Lebensmittel.

Es gibt in Deutschland eine Pfändungsfreigrenze, die liegt bei mehr als 1.100 Euro im Monat. Warum erzählt sie das nicht? Sie stilisiert sich wieder als Opfer

Die Hälfte meines Gehalts geht seitdem für Unterhalts- und Anwaltskosten drauf.

Als wenn es keine Beratungshilfe, keine Prozesskostenhilfe, keine Pfändungsfreigrenzen gäbe! Auch Hartz IV, dass sie bei einem Halbtagsjob wahrscheinlich zusätzlich braucht, ist unpfändbar. Oder hat sie keine Mietkosten? Wohnt sie bei einem neuen Partner? Wenn ja, warum erzählt sie es nicht und stellt solche unplausiblen Behauptungen in den Raum?

In einem Versäumnisurteil steht, dass ich auch seine Anwaltskosten mitbezahlen muss.

In einem Versäumnisurteil? Das setzt voraus, dass sie sich im Prozess säumig verhalten hat. Das trifft laut Wikipedia auf Personen zu, die zu einer mündlichen Verhandlung nicht erscheinen oder sich nicht auf eine streitige Verhandlung zur Sache einlassen. Anders gesagt: An der Verurteilung trägt sie selbst die Schuld!

Was die Kinder betraf, so hatte die Zeit gegen mich gearbeitet. Sie waren längst verwurzelt in ihrem schönen Haus, ihrem Umfeld, ihren Schulen, mit ihren Freunden. Ich konnte sie dort nicht mehr rausreißen.

Freut sich Carolin P. für ihre Kinder, dass sie verwurzelt sind in ihrem schönen Haus, ihrem Umfeld, ihren Schulen, mit ihren Freunden? Nein. Sie bedauert, dass sie sie dort nicht mehr rausreißen kann.

Was konnte ich ihnen schon bieten? Eine Zweizimmerwohnung in der Fremde statt eines Einfamilienhauses mit Pool, Garten und sieben Zimmern? Welches Kind hätte dem Gericht gesagt, dass es nicht zu Hause bleiben wollte?

Der Mann bietet den Kindern nur deshalb ein so tolles Umfeld, weil er sie, die Opfer-Frau, bestrafen will. Weil sie damals fremdgegangen ist mit dem Kinderarzt.

Natürlich leiden meine Kinder unter einem Loyalitätskonflikt.

Das tun Kinder immer, denn sie lieben ihre Eltern. Auch dann, wenn einer der beiden ihnen weh tut, sie verletzt, verlässt.

Ich wünschte, dass sie irgendwann verstehen, was ihr Vater mit uns gemacht hat.

Wieder geht ihr nur um sie selbst.

Dem Vater meiner Kinder geht es gut: Sein Haus ist abbezahlt, seine neue Frau verdient mit. Er trägt Ralph-Lauren-Hemden und fährt Porsche. Sie machen Urlaub auf den Malediven.

Man merkt, wie es sie stört, wie es sie innerlich vor Neid zerfrisst, dass es dem Vater gut geht. Dass er eine neue Partnerin gefunden hat. Dass sie auf den Malediven Urlaub machen. Das erscheint ihr alles so ungerecht. Das wäre, so mag sie denken, ihr Leben gewesen, wenn sie nicht so dämlich gewesen wäre, fremd zu gehen.

Sie behauptet, dass er sie materiell „ganz unten“ sehen will. Bisher haben wir aber nur Belege dafür gesehen, dass sie ihm materiell nichts gönnt. Es sei denn man erklärt Kindesunterhalt zum finanziellen Vernichtungsinstrument.

Projiziert sie ihre eigenen Wünsche auf ihren Mann?

Meine Wohnung ist dunkel, zwei Zimmer, kein Balkon. Urlaub hatte ich seit Jahren nicht.

Und das ist es, was sie jetzt hat. Nichts. Kein Haus mit Pool, keine schicken Kleider, keinen Porsche, keinen Urlaub auf den Malediven. Das alles hat er sich erarbeitet. Es zerfrisst sie. Und ihre einzig verbliebene Waffe sind die Kinder.

In einer Selbsthilfegruppe für „entsorgte Mütter“ hieß es, dass vor allem gesellschaftlich gut gestellte Männer, die sich ihren Partnerinnen überlegen fühlen, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickeln, wenn sie verlassen oder betrogen werden.

Eine Wendung: Nicht sie ist psychisch angegriffen, sondern der betrogene Vater hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung entwickelt. Die Ursachen für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung liegen – neben einer gewissen genetischen Veranlagung – in den ersten Lebensjahren, in der Kindheit, im Verhalten der Eltern gegenüber ihren Kindern. Ein erwachsener Mann entwickelt nicht plötzlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, wenn die Ehefrau ihn betrügt. Warum hinterfragt das in der Redaktion von stern.de niemand? Warum darf die Opfer-Frau diesen Quatsch unwidersprochen verbreiten?

Sie stellen ihre persönliche Rache und ihr männliches Ego über das Wohl der eigenen Kinder.

Was hat es mit dem männlichen Ego zu tun, wenn der Mann versucht die Familie ohne die Mutter, die fremdgegangen ist und sie durch ihr Verhalten zerstört hat, so gut wie möglich weiter zu führen? Im Gegensatz zu ihr denkt er an das Wohl der Kinder! Das Leben der Kinder bei dieser Frau möchte ich mir gar nicht ausmalen.

Bis zum heutigen Tag stellt mein Ex auch noch mein Umgangsrecht infrage. Jeden Umgang mit den Kindern musste ich gerichtlich beantragen. Fünf lange Jahre.

Konnte sie ihr Umgangsrecht doch gerichtlich umsetzen? Das passt aber nicht zu ihrer Darstellung, dass sie erst am Ende der dreijährigen Ausbildung einen Anwalt bezahlen konnte und bis dahin keinen Kontakt zu den Kindern hatte. Die Opfer-Frau verstrickt sich in Widersprüche. An ihrer Geschichte passt nichts zusammen. Alles scheint so zurechtgebogen, bis es ihrer Opfer-Darstellung entspricht.

Immer wieder besorgte er psychiatrische Gutachten, die den Zustand meiner Kinder als schlechter beschrieben, nachdem sie mich getroffen hatten. Sie seien nervös, übergäben sich, schrieben schlechte Noten.

Könnte es sein, dass die Feststellungen im Gutachten der Wahrheit entsprechen? Glaubt sie ernsthaft, dass sich Jugendamt, Gericht und Gutachter verschworen haben, um ihrem Ex-Mann bei seinem Rachefeldzug zu helfen?

Solche Gutachten sind leider immer noch eine effiziente Handhabe, um die Kinder vom jeweils anderen Elternteil zu entfremden. Auch wenn sie gelogen sind.

Die Gutachten sind gelogen, das Motiv ist die Entfremdung der Kinder von den Eltern. Es ist unglaublich, was sich diese Frau zusammenfantasiert.

Vergangenen Sommer aber hat sich mein Leben geändert. Ich entdeckte Lenis Foto auf der Facebook-Seite eines Jungen, der mir bekannt vorkam. Ich hatte sie gesucht. Immer wieder. Ich habe ihm geschrieben. Ein paar Tage später schrieb er zurück. Ich saß auf dem Balkon, Laptop auf den Knien, zitterte. Er sei Nick, Lenis Freund, und Leni in seiner Klasse. Er kenne meine Geschichte über einen Blog über entsorgte Mütter, schrieb er, und Leni würde mir nur aus Angst vor dem Vater nicht schreiben. Er schrieb auch, meine Kinder würden mich vermissen und lieben. Ich weinte und weinte. Ich war so glücklich. Es gab einen Weg.

Jetzt wird es perfide. Ihre einzige verbliebene Waffe gegen ihren Mann wird von der Opfer-Frau in Stellung gebracht: Die Kinder. Wie mies ist es, Freunde mit hineinzuziehen und sie zu benutzen, um den gerichtlich reglementierten Umgang zu umgehen? Weiß sie nicht, in welche inneren Konflikte sie ihre Kinder stürzt? Denkt diese Frau wirklich immer nur an sich selbst?

Es wird dann etwas wirr: Sie trifft sich mit ihrer Tochter, die sie inzwischen ohne Einwilligung des Vaters sehen darf weil sie 14 Jahre alt ist – aber inzwischen mit Kenntnis des Vaters. Mit dem Sohn skyped sie manchmal. Ist der Mann also vielleicht doch nicht so ein Monster?

Lenis Freund schickt mir regelmäßig Screenshots von blauen Flecken, die ihr Vater ihr zugefügt hat.

Der Wunsch der Opfer-Frau scheint in Erfüllung zu gehen. Der tolle Vater mit Porsche und Pool schlägt seine Tochter! Er ist doch nicht so toll wie alle denken!

Neulich schrieb er: „Lenis Vater hat sie auf den Boden geworfen, weil sie nicht mit nach Frankreich wollte.“ Und kurz später: „Du musst sie da rausholen.“ Auch Leni schreibt von ihrer Angst vor ihrem Vater.

Man spürt förmlich, wie sie frohlockte. Endlich! Ich kann meine Tochter ihrem Vater wegnehmen!

Mit solchen Informationen sitze ich hier, verbannt in 300 Kilometer Entfernung: machtlos.

Wieder ist sie das machtlose Opfer. Diesmal wegen der Entfernung. Wir erinnern uns: Es war ihre Entscheidung, in eine andere Stadt zu ziehen.

Ich kann meine Kinder nicht „da rausholen“. Kann sie nicht beschützen. Das Jugendamt vor Ort hat den Vorfall geprüft. Es liege keine Kindeswohlgefährdung vor.

Das Jugendamt stellt fest, dass keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Ihre Enttäuschung muss groß gewesen sein. Sie bekommt angeblich regelmäßig Screenshots (?) von blauen Flecken, die ihr Vater ihr zugefügt hat, und das Jugendamt sieht keine Kindeswohlgefährdung? Ist das glaubhaft?

Aber davon abgesehen: Kann sich diese Frau nicht vorstellen, in welche Konflikte sie ihre Kinder damit stürzt? Dass ihre Kinder und möglicherweise auch deren von ihr heimlich instrumentalisierte Freunde genau spüren, dass sie geradezu erwartet, von Misshandlungen zu erzählen? Wer manipuliert denn die Kinder? Natürlich der Vater:

Natürlich nicht. Ich weiß, wie er die Kinder vor offiziellen Anhörungen manipuliert. Er macht ihnen klar, dass sie ihr Zuhause verlieren, wenn er Ärger mit dem Jugendamt bekäme. Und bei mir hätten sie eh keine Lebensgrundlage. Das glauben sie ihm dann. Schlimm für meine Kinder, dass sie Angst haben. Schlimm für mich, dass ich ohnmächtig bin.

Es ist alles ganz schlimm. Ihre Kinder sind ihrer Ansicht nach dumm, so dumm wie sie, denn sie glauben dem Vater seine Lügen. Ihre Kinder haben Angst. Alles ist falsch an den Darstellungen dieser Frau, nichts passt zusammen, immer haben sich andere verschworen oder lügen aus Angst.

Inzwischen habe ich aufgehört zu kämpfen. Ich bin schon froh, wenn kein Gerichtsvollzieher bei mir klingelt, wenn keine neuen finanziellen Schockdiagnosen kommen. Wenn ich einfach nur schlafen kann.

Ihre Kinder und der Ex-Mann sind sicher froh, dass sie endlich aufgehört hat „zu kämpfen“. Interessant wäre noch zu wissen, warum der Gerichtsvollzieher nicht mehr bei der Opfer-Frau klingelt.

Ich habe einen neuen Job, einen Freund und habe zumindest ein wenig Kontakt zu meinen Kindern.

Hat der neue Freund die Schulden bezahlt? Zumindest scheint jetzt klar, warum sie, wie sie weiter oben sagt, die Hälfte ihres Halbtagsjobs-Gehalts für Unterhalts- und Anwaltskosten aufbringen muss – er zahlt wohl die Miete.

Das alles ist so ungereimt, gebogen und verdreht, so unplausibel und unglaubhaft, dass es sofort ins Auge springt. Nur nicht der Redakteurin bei stern.de:

Andrea Müller, 47, selbst Mutter von zwei Kindern, hat sich nicht nur die Geschichte erzählen lassen, sondern auch die Gerichtsakten eingesehen. Ihr Urteil: Erschreckend, wie schnell eine Mutter ihre Kinder verlieren kann.

Die Journalistin Andrea Müller, die den Text auf stern.de veröffentlichte, hat zwar nach eigener Aussage auch die Gerichtsakten eingesehen, aber vieles passt nicht zusammen und ist unplausibel. Viele private Begebenheiten tauchen nicht in Gerichtsakten auf. Andere Fakten scheint Andrea Müller nicht überprüft zu haben. Schlussfolgerungen, die Carolin P. im Text aufstellt, können Gerichtsakten erst recht nicht decken.

Die zusammengeschusterte, lückenhafte Schilderung von Carolin P. schaffte es offensichtlich nur auf die Webseite stern.de, weil man einer Frau als Opfer eben glaubt. Es gibt sicher Fälle, in denen Mütter entsorgt werden. Dieser Fall gehört eher nicht dazu.

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6 Kommentare zu „Jammerfrau erzählt unplausible und lückenhafte Geschichte – stern.de hinterfragt nichts“

  1. Die einzige Narzissmus Diagnose die man halbwegs verlaesslich stellen kann ist die fuer Carolin P. Sie ueberhoeht sich selbst und an ihren Fehlern sind immer andere Schuld; der Vater wird abgewertet, egal was er tut. Dann nutzt sie noch das labile, Teenie-Revoluzzer Alter des Kindes nur um dem Vater Aerger zu machen. Was fuer eine fiese Ratte.

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  2. „Meine Wohnung ist dunkel, zwei Zimmer, kein Balkon. Urlaub hatte ich seit Jahren nicht.“ und weiter unten:

    „Vergangenen Sommer aber hat sich mein Leben geändert. Ich entdeckte Lenis Foto auf der Facebook-Seite eines Jungen, der mir bekannt vorkam. Ich hatte sie gesucht. Immer wieder. Ich habe ihm geschrieben. Ein paar Tage später schrieb er zurück. Ich saß auf dem Balkon, Laptop auf den Knien, zitterte.“

    Irgendwie widwerspricht sich die Dame 😉

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