Jammerfrau: Ich bin die Beste – der Kollege ein Schwachkopf

Zeit Online ist zum unerschöpflichen Reservoir von Jammerfrauenartikeln geworden. Heute berichtet Michèle Loetzner.

Mitte der Nullerjahre, ich war zum ersten Mal festangestellt als Redakteurin und verdiente 2.000 Euro brutto. Nach Ablauf der Probezeit von sechs Monaten wurden daraus 2.200 Euro. […]

Mein Kollege Moritz*, der kurz vor mir eingestellt wurde, verdiente 3.500 Euro brutto, unbefristet.

Vermutlich soll diese vorgebliche Ungerechtigkeit dazu dienen, den Leser in die richtige Stimmung zu versetzen. Damit argumentiert es sich im weiteren Artikel natürlich leichter.

Aber in Wirklichkeit sagt dieser Abschnitt nur sehr wenig aus: Handelt es sich um vergleichbare Positionen im gleichen Fachgebiet? Tragen beide die gleiche Verantwortung?

Häufig gibt es Unterschiede in dem was Mitarbeiter leisten oder was von ihnen erwartet wird. Egal ob das formal in der Stellenbeschreibung festgelegt ist oder informell so gelebt wird.

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Eine Jammerfrau ist von Sexisten umgeben

Bei zeit.de widmet sich Sophie Atkinson dem Thema Sexismus am Arbeitsplatz. Im Artikel berichtet sie von Vorkommnissen, die sie mit Sexismus erklärt.

Ich arbeitete als Texterin für insgesamt über ein Dutzend Unternehmen und Agenturen, manchmal als Festangestellte, manchmal als Freiberuflerin, die tageweise gebucht wurde.

Mir ist schon oft aufgefallen, dass ich Berichte über sexuelle Belästigungen nicht nachvollziehen kann. Oft halte ich bestimmte Vorkommnisse schlicht nicht für Sexismus oder sehe Sexismus zumindest nicht als erwiesen an. Eine nicht sexuell intendierte Berührung am Arm ist für mich keine sexuelle Belästigung.

Aber, und darum geht es mir hier, oft kann ich nicht nachvollziehen, dass echte sexuelle Übergriffe in dieser Offenheit und Häufigkeit passieren sollen und daraus kein Skandal erwächst.

So geht es mir auch mit dem aktuellen Hollywood-Skandal um Harvey Weinstein: In der Film- und Medienbranche, die allen anderen erklärt, was für schreckliche Sexisten sie sind, sind, so scheint es, unglaublich sexistische Praktiken üblich und ein offenes Geheimnis.

Wer es wissen wollte, konnte es schon immer wissen. Franka Potente berichtete schon 2006 davon, dass es in Hollywood nur um Fuckability geht. Alle die jetzt so tun als wäre das ein neues Phänomen sind Heuchler.

Bei mir verfestigt sich der Eindruck, dass diejenigen, die anderen Sexismus vorwerfen, dies aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen in ihrer Umgebung tun. Und dass die anderen – wie ich – das nicht nachvollziehen können, weil es in ihrer Umgebung nicht vorkommt.

Es verfestigt sich auch der Eindruck, dass es eher „liberale“ Branchen wie Film, Fernsehen und Presse sind, in denen Sexismus in einer Form praktiziert wird, der in anderen Branchen undenkbar ist. „Liberal“ meine ich hier im US-amerikanischen Sinne – die politische Einstellung deutscher Medienschaffender ist vornehmlich links geprägt.

Kommentator rano64 hat hier im Blog festgestellt, dass solche Zustände in seiner Branche (Finanzwesen) nicht vorstellbar wären.

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Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch

Die Huffington Post berichtet über Sexismus in Parteien. Autor Lennart Pfahler startet zunächst mit Zitaten von Frauen, die angeben, Opfer von Sexismus geworden zu sein.

“Man wird nicht in Ruhe gelassen, man sagt Nein, man sagt, man will das nicht. Aber die Kommentare hören nicht auf. …“

Solche offensichtlichen Grenzüberschreitungen werden gemeinsam mit differenzierten Aussagen zu „Sexismus“ vermischt.

“Es sind die Momente, in denen man als junge Frau von Männern, die locker die eigenen Väter sein könnten, gefragt wird, ob man ihnen nicht zeigen könnte, wo das nächste Hotel sei. Es sind aber auch die Momente, in denen einem nahegelegt wird, ob man nicht dieses oder jenes Amt übernehmen könnte, da man ja auch eine Frau bräuchte.”

Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch.

Sie empfinden es als Sexismus, wenn eine Frau gebeten wird ein Amt zu übernehmen, weil sie eine Frau ist.

Hier gebe ich ihnen Recht. Aber was bedeutet diese Aufforderung eigentlich? Mir fallen zwei mögliche Erklärungen ein: Weiterlesen „Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch“

Jammerpolitikerin: Frauen sind die falschen für den Job

Gabriele Andretta (SPD) fordert, den Frauenanteil in der Politik per Gesetz zu erhöhen.

Sie begründet ihre Forderung damit, dass der Frauenanteil im niedersächsischem Landtag unter 30 Prozent gesunken sei.

Sie ignoriert, dass dies die Entscheidung des Souveräns war. Es standen Parteien mit Frauenquote und ohne Frauenquote zur Wahl, offensichtlich war der Frauenanteil der Kandidatenlisten nicht das entscheidende Kriterium für die Wähler.

Es gibt deutlich mehr Frauen als Männer unter den Wahlberechtigten. Auch für Frauen scheint das Geschlecht der Kandidaten also nicht die entscheidende Rolle zu spielen. Sie entscheiden sich nicht für Parteien mit Frauenquote oder gehen gar nicht erst zur Wahl.

Gabriele Andrettas Forderung ist undemokratisch. Sie will die souveräne Entscheidung der Wähler mittels Vorauswahl beschneiden.

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Jammerfrau Antje Schrupp: Niemand sollte für sein Privatleben selbst verantwortlich sein

Antje Schrupp widmet sich bei Zeit-Online dem Thema Work-Life-Balance:

Wer bekommt über Weihnachten frei? Wer muss einspringen, wenn jemand ein krankes Kind hat? Es kann nicht sein, dass Singles den Balanceakt von Familien mittragen müssen.

Mir ist nicht klar, was das mit Work-Life-Balance zu tun hat. Aus meiner Sicht gar nichts.

Aber ich gebe Antje Schrupp Recht: Über ein normales Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme und Unterstützung hinaus kann niemand in der professionellen Umgebung eines Arbeitsplatzes erwarten, dass andere einem den Rücken für Privates freihalten.

Meine Physiotherapeutin ist zwar keine Feministin, aber ich hätte auch nicht gedacht, dass sie Frauen diskriminieren würde. Bis sie mir neulich eröffnete, in ihrer Praxis nie wieder junge Frauen einstellen zu wollen. Die würden einfach zu oft schwanger.

Genau genommen möchte die Physiotherapeutin nicht Frauen diskriminieren, sondern junge Frauen. Und das aus nachvollziehbaren Gründen, wie Antje Schrupp einräumt:

Denn ich musste zugeben, dass der Ausbruch nicht unbegründet war. Zum dritten Mal innerhalb von wenigen Jahren hatte sich an jenem Tag eine ihrer Angestellten in Mutterschaftsurlaub und Elternzeit verabschiedet.

Antje Schrupps betriebswirtschaftliche Expertise wird danach deutlich:

Bei einem Kleinbetrieb ist das statistisch sehr erheblich.

Die Auswirkungen  von Mutterschaftsurlaub und Elternzeit auf ein Unternehmen haben nichts mit der Firmengröße zu tun, sondern nur etwas mit dem Anteil der Mitarbeiter, die Mutterschaftsurlaub und Elternzeit nehmen.

Einfachste Zusammenhänge. Unergründlich für eine Feministin.

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Jammerfrau: Normales Verhalten ist rücksichtslos

Immer wenn ich denke, dass meine Erwartungen von Jammerfrauen nicht mehr unterboten werden können, kommt die nächste und beweist, dass es nichts gibt, was zu absurd ist, als dass eine Frau nicht darüber jammern könnte.

Und natürlich kann die Jammerfrau es bei der Huffington Post veröffentlichen. Journalistische Standards gibt es dort nicht.

An den asozialen Vordermann, der mir mit seinem Verhalten den Flug versaut hat

Schon die Überschrift zeigt sehr deutlich, dass irgendein Mann etwas besonders schlimmes getan haben muss. Sein Verhalten hat der Autorin Christine Riemann den „Flug versaut“. Der Vordermann selbst ist „asozial“.

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Jammerfrau: Frauen nörgeln zu wenig

Eine besondere Art von Jammerfrauen sind für mich die, die ihr passiv-aggressives Gejammer gegen ihre Kinder richten. Ein solches Exemplar hat ihre emotionalen Ergüsse bei welt.de in der Rubrik „Gesellschaft“ veröffentlicht:

UNGESCHÖNTE EINBLICKE

„Das Baby ist anstrengend – aber…“ – Nichts aber!

Für Autorin Anna Eube sollten sich Eltern ausschließlich auf die anstrengenden Seiten ihrer Kinder konzentrieren und die schönen Seiten außen vor lassen.

Besonders wichtig finde ich bei dieser gesunden Lebenseinstellung, sich möglichst häufig die negativen Seiten des Elterndaseins vor Augen zu führen und das die Kinder spüren zu lassen.

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