Jammerfrau bemüht sich um Selbstreflexion und scheitert

Anabel Schunke hat einen persönlichen Artikel geschrieben, in dem sie sich über ihre Situation beklagt. Sie ist 31 Jahre alt und immer noch auf der Suche nach einer stabilen Partnerschaft. Sie sucht einen Mann und möchte Kinder haben.

Der Artikel scheint ihre Situation zunächst neutral zu schildern. Damit hebt Schunke sich wohltuend von den in etablierten Medien präsenten Jammerfrauen ab.

Den Faktor, den sie selbst beeinflussen kann – ihre eigene Einstellung – reflektiert sie allerdings nicht. Sie gleitet in allgemeines Gejammer ab und gibt den Umständen und anderen die Schuld an ihrer Situation.

Sie verpasst die Gelegenheit, ihr Leben durch eigene Entscheidungen positiv zu verändern.

Es ist knapp drei Jahre her, als Dr. Eckart von Hirschhausen in der WDR-Sendung „Kölner Treff“ erklärte, weshalb bei der Partnersuche am Ende immer zwei Gruppen übrig bleiben würden: Schlaue Frauen und dumme Männer.

Der Artikel beginnt außergewöhnlich: Anabel Schunke ist die Wirklichkeit bewusst.

Die Entscheidungen von Frauen bei der Partnerwahl – auch ihre eigenen – bringt sie damit aber nicht in einen Zusammenhang. Für Schunke ist die Tatsache, dass schlaue Frauen und dumme Männer bei der Partnersuche übrig bleiben, die alleinige Erklärung ihrer Situation und eine Art Entschuldigung, warum man da nichts machen könne.

Der kurze Ausschnitt wird seitdem jedenfalls rege im Internet geteilt. Ich persönlich verschicke ihn immer gerne, wenn ich von Männern gefragt werde, warum denn „eine Frau wie ich“ Single sei oder weshalb ich häufig Männer daten würde, die angeblich nicht mit mir mithalten könnten.

Es wird deutlich, was ich meine. Wird sie gefragt, warum sie Single sei, stopft sie Männern ins Gesicht, zu welcher Gruppe Frauen sie sich zählt: Zu den Schlauen.

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Jammerfrau: Attraktive Männer müssen Feministinnen lieben

Vicky Spratt jammert bei refinery29.com über Männer, die sich weigern sich mit „kritisch-bewussten“ Frauen zu verabreden (im Original: „woke“, alle Übersetzungen im Artikel mit deepl.com mit eigenen Änderungen).

Wie bei Jammerfrauen üblich, sieht sie Fehler immer nur bei den anderen. An diese anderen legt sie hohe Standards an, denen sie in ihrem Artikel selbst nicht entspricht.

Haben Sie das da hinten gehört, meine Damen? Laurence Fox […] geht nicht mit „kritisch-bewussten“ Frauen aus, denen seiner Meinung nach beigebracht wird, dass sie „Opfer“ sind, unabhängig davon, ob sie Recht haben oder nicht.

Das Verbrechen: Die persönliche Entscheidung eines Mannes, mit bestimmten Frauen nicht auszugehen.

Laurence Fox verletzt mit dieser privaten Entscheidung niemanden in seinen Rechten, er schränkt die Freiheit von anderen in keiner Weise ein.

Trotzdem beginnt Vicky Spratt den Artikel mit Vorwürfen und nimmt Bezug auf Rassismus – kurz, sie versucht Fox so gut wie möglich anzuschmieren und in eine Schmuddelecke zu drücken.

Ich könnte mit Daten belegen, wie falsch er liegt

Da denkt man kurz: Diese Jammerfrau ist anders als die anderen, die belegt ihre Aussagen.

Ich könnte meine Besorgnis über seine geistige Gesundheit zum Ausdruck bringen (denn wer streitet schon gerne auf Twitter?)

Im selben Satz kommt Vicky Spratt – die Worte „mit Daten belegen“ hallen noch nach – mit unbelegten persönlichen Beleidigungen. Der Rahmen ist gesteckt.

Ich könnte Witze über sein Verhalten machen. Aber all das würde den springenden Punkt völlig verfehlen.

Daten, Beleidigungen und Witze wären also am Thema vorbei.

Es ist nichts lustig an den Dingen, die Fox – oder Wokey McWokeface, wie er jetzt genannt werden will – sagt. Es ist auch nicht besonders traurig. Es ist gefährlich.

Nicht der Hauch von einem Beleg, wie falsch Fox liegt. Nicht mal ein Argument. Nichts. Dabei hat sie es doch groß angekündigt. Aber Vicky Spratt dreht am ganz großen Rad. Die Dinge, die Fox sagt, sind gefährlich. Zunächst bezieht sie diese Gefahr noch auf die gesamte linke Agenda:

Er ist nur ein sehr privilegierter Mann, und als Ergebnis dieses Privilegs hat er eine Bühne erhalten. Und er hat diese Bühne genutzt, um eine größere Gegenbewegung gegen Vielfalt und Fortschritt zu initiieren, die sich jeden Tag in weniger öffentlichen Ecken des Internets entfaltet.

Also: Laurence Fox ist ein Gegner von Vielfalt und Fortschritt. Das macht ihn gefährlich.

Wie häufig bei Feministinnen, scheint die Wahrheit eine andere zu sein. Von Vielfalt und Fortschritt ist im folgenden Text nicht mehr groß die Rede.

Eigentlich scheint es Vicky Spratt nur darum zu gehen, dass Laurence Fox es wagt, eine bestimmte Sorte Frauen nicht mehr als Partner in Betracht zu ziehen. Eine Gruppe Frauen, so viel wird klar, der Vicky Spratt selbst angehört.

Und das dürfte des Pudels Kern sein: Die Autorin sieht sich selbst bedroht und wie bei „kritisch-bewussten“ Jammerfrauen üblich, ist sie unfähig dies mit professionellem Abstand zu sehen.

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Jammerfrau: Ich finde keinen Mann, obwohl ich Feministin bin

Bei theconversation.com beschreibt eine Frau ihre Erfahrungen mit der Partnerbörse Bumble. Ein wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Plattform war für Autorin Treena Orchard, dass bei Bumble die Frauen den ersten Schritt bei der Kontaktaufnahme machen.

Ein Blick in die Selbstbeschreibung der Partnerbörse bestätigt das:

Das Wichtigste zuerst

Gleichberechtigung setzt einen respektvollen Umgang miteinander voraus. Und genau da kommen wir ins Spiel. Bei Bumble machen Frauen den ersten Schritt und mischen damit die traditionellen Geschlechterrollen beim Daten auf.

Bumble hat also das Ziel, die „traditionellen Geschlechterrollen“ aufzumischen und preisen das als wichtigste Eigenschaft an.

Ein Blick in Treena Orchards Profil (alle Übersetzungen in diesem Artikel mit DeepL mit eigenen Änderungen):

Zu meinen Forschungsschwerpunkten gehören Sexualität und Sexarbeit, Gender, Marginalisierung und Gesundheitspolitik. Nebenbei trägt sie durch ihre Forschung und ihren Aktivismus zu verschiedenen akademischen und gesellschaftlichen Bereichen bei.

Treena Orchard beginnt ihren Artikel mit dem Hinweis, dass sie ja eigentlich niemals Dating-Apps nutzen wollte, dies heute aber unumgänglich sei.

Ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen und akademischen Erkenntnissen über Sexualität, Geschlecht und Macht, untersucht dieser Artikel, was passiert, wenn Dating-Apps nicht halten, was sie versprechen.

Der Einstieg hat mich schon zum Schmunzeln gebracht.

Dieser peinliche Versuch, einem Nabelschau-Artikel durch ihre angeblichen akademische Fähigkeiten einen wissenschaftlichen Anstrich der Allgemeingültigkeit zu geben – herrlich.

Der Versuch der Partnerbörse ihre eigenen Misserfolge mit Männern anzuhängen – die Krönung der Herrlichkeit!

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Jammerfrauen vergiften ihre Beziehung und ihr Leben

Bei Bento beklagen sich Frauen darüber, dass sie mit ihren Freunden nicht über das Thema „Frauen“ sprechen können.

FÜHLEN
So reden junge Paare über Gleichberechtigung: „Sobald es um ‚Frauen‘ geht, streiten wir“

Bei der Überschrift konnte ich mir ein Lachen nicht ganz verkneifen: „Fühlen“. Bento und seine Leser werden wohl niemals erwachsen.

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Zukünftige Jammerfrau: Wo sind all die guten Männer hin?

Bild.de berichtet über einen Prozess gegen einen Mann, der wegen Beleidigung einer Behördenmitarbeiterin verurteilt wurde:

Das machte Malek G. aggressiv, er brüllte: „Du bist eklig. Und du kannst machen, was du willst. Ich bleibe in Deutschland, du alte Fo…!“  […]

Mit einer Geste, so auch ein anderer Zeuge aus der Behörde, deutete Malek G. gegenüber Cornelia M. an, dass sie ihn oral befriedigen solle.

Bild.de schreibt über die Vorstrafen des Mannes:

Schwarzfahren, Diebstahl, Drogenbesitz.

Bei mir ensteht das Bild eines Mannes, der nicht im Leben steht. Er ist ein Dieb, hat kein Benehmen, insbesondere nicht gegenüber Frauen, und er scheint sich manchmal nicht im Griff zu haben.

Sein Tagessatz (im Artikel mit 13 Euro angegeben) deutet darauf hin, dass er keiner tragfähigen Beschäftigung nachgeht.

Der Verurteilte scheint auch die Institutionen des Rechtsstaats nicht ernst zu nehmen: Dem ersten Verhandlungstermin blieb er fern.

Auf mich wirkt er wie ein Nichtsnutz.

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Jammerfrau: Ich bin die Beste – der Kollege ein Schwachkopf

Zeit Online ist zum unerschöpflichen Reservoir von Jammerfrauenartikeln geworden. Heute berichtet Michèle Loetzner.

Mitte der Nullerjahre, ich war zum ersten Mal festangestellt als Redakteurin und verdiente 2.000 Euro brutto. Nach Ablauf der Probezeit von sechs Monaten wurden daraus 2.200 Euro. […]

Mein Kollege Moritz*, der kurz vor mir eingestellt wurde, verdiente 3.500 Euro brutto, unbefristet.

Vermutlich soll diese vorgebliche Ungerechtigkeit dazu dienen, den Leser in die richtige Stimmung zu versetzen. Damit argumentiert es sich im weiteren Artikel natürlich leichter.

Aber in Wirklichkeit sagt dieser Abschnitt nur sehr wenig aus: Handelt es sich um vergleichbare Positionen im gleichen Fachgebiet? Tragen beide die gleiche Verantwortung?

Häufig gibt es Unterschiede in dem was Mitarbeiter leisten oder was von ihnen erwartet wird. Egal ob das formal in der Stellenbeschreibung festgelegt ist oder informell so gelebt wird.

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Eine Jammerfrau ist von Sexisten umgeben

Bei zeit.de widmet sich Sophie Atkinson dem Thema Sexismus am Arbeitsplatz. Im Artikel berichtet sie von Vorkommnissen, die sie mit Sexismus erklärt.

Ich arbeitete als Texterin für insgesamt über ein Dutzend Unternehmen und Agenturen, manchmal als Festangestellte, manchmal als Freiberuflerin, die tageweise gebucht wurde.

Mir ist schon oft aufgefallen, dass ich Berichte über sexuelle Belästigungen nicht nachvollziehen kann. Oft halte ich bestimmte Vorkommnisse schlicht nicht für Sexismus oder sehe Sexismus zumindest nicht als erwiesen an. Eine nicht sexuell intendierte Berührung am Arm ist für mich keine sexuelle Belästigung.

Aber, und darum geht es mir hier, oft kann ich nicht nachvollziehen, dass echte sexuelle Übergriffe in dieser Offenheit und Häufigkeit passieren sollen und daraus kein Skandal erwächst.

So geht es mir auch mit dem aktuellen Hollywood-Skandal um Harvey Weinstein: In der Film- und Medienbranche, die allen anderen erklärt, was für schreckliche Sexisten sie sind, sind, so scheint es, unglaublich sexistische Praktiken üblich und ein offenes Geheimnis.

Wer es wissen wollte, konnte es schon immer wissen. Franka Potente berichtete schon 2006 davon, dass es in Hollywood nur um Fuckability geht. Alle die jetzt so tun als wäre das ein neues Phänomen sind Heuchler.

Bei mir verfestigt sich der Eindruck, dass diejenigen, die anderen Sexismus vorwerfen, dies aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen in ihrer Umgebung tun. Und dass die anderen – wie ich – das nicht nachvollziehen können, weil es in ihrer Umgebung nicht vorkommt.

Es verfestigt sich auch der Eindruck, dass es eher „liberale“ Branchen wie Film, Fernsehen und Presse sind, in denen Sexismus in einer Form praktiziert wird, der in anderen Branchen undenkbar ist. „Liberal“ meine ich hier im US-amerikanischen Sinne – die politische Einstellung deutscher Medienschaffender ist vornehmlich links geprägt.

Kommentator rano64 hat hier im Blog festgestellt, dass solche Zustände in seiner Branche (Finanzwesen) nicht vorstellbar wären.

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Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch

Die Huffington Post berichtet über Sexismus in Parteien. Autor Lennart Pfahler startet zunächst mit Zitaten von Frauen, die angeben, Opfer von Sexismus geworden zu sein.

“Man wird nicht in Ruhe gelassen, man sagt Nein, man sagt, man will das nicht. Aber die Kommentare hören nicht auf. …“

Solche offensichtlichen Grenzüberschreitungen werden gemeinsam mit differenzierten Aussagen zu „Sexismus“ vermischt.

“Es sind die Momente, in denen man als junge Frau von Männern, die locker die eigenen Väter sein könnten, gefragt wird, ob man ihnen nicht zeigen könnte, wo das nächste Hotel sei. Es sind aber auch die Momente, in denen einem nahegelegt wird, ob man nicht dieses oder jenes Amt übernehmen könnte, da man ja auch eine Frau bräuchte.”

Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch.

Sie empfinden es als Sexismus, wenn eine Frau gebeten wird ein Amt zu übernehmen, weil sie eine Frau ist.

Hier gebe ich ihnen Recht. Aber was bedeutet diese Aufforderung eigentlich? Mir fallen zwei mögliche Erklärungen ein: Weiterlesen „Quotenfrauen finden Frauenquoten sexistisch“

Jammerfrau: Angela Merkel ist an allem schuld

Die Huffington Post ist eine Fundgrube für Artikel von Jammerfrauen. Diesmal wurde ich im redaktionellen Teil, und nicht im Blog, fündig.

Frau Merkel, Sie sind schuld, dass ich mich als Alleinerziehende wie eine Aussätzige fühlen muss

Laut diesem Vorwurf besitzt die Bundeskanzlerin also die Mittel, damit sich Alleinerziehende nicht mehr wie Aussätzige fühlen müssen, setzt diese Mittel aber nicht in diesem Sinne ein.

Mir ist nicht klar, warum sich Alleinerziehende wie Aussätzige fühlen sollten. Ich kenne keine relevante Institution oder Person, die sie ausgrenzt. Im Gegenteil: Nach meiner Wahrnehmung werden für Alleinerziehende häufig Brücken gebaut, um ihnen eine Teilhabe zu ermöglichen oder sie anderweitig zu unterstützen.

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Jammerpolitikerin: Frauen sind die falschen für den Job

Gabriele Andretta (SPD) fordert, den Frauenanteil in der Politik per Gesetz zu erhöhen.

Sie begründet ihre Forderung damit, dass der Frauenanteil im niedersächsischem Landtag unter 30 Prozent gesunken sei.

Sie ignoriert, dass dies die Entscheidung des Souveräns war. Es standen Parteien mit Frauenquote und ohne Frauenquote zur Wahl, offensichtlich war der Frauenanteil der Kandidatenlisten nicht das entscheidende Kriterium für die Wähler.

Es gibt deutlich mehr Frauen als Männer unter den Wahlberechtigten. Auch für Frauen scheint das Geschlecht der Kandidaten also nicht die entscheidende Rolle zu spielen. Sie entscheiden sich nicht für Parteien mit Frauenquote oder gehen gar nicht erst zur Wahl.

Gabriele Andrettas Forderung ist undemokratisch. Sie will die souveräne Entscheidung der Wähler mittels Vorauswahl beschneiden.

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