Wie die taz versucht linke Wähler bei der Stange zu halten

Unter dem Titel „Elitär, bourgeois und amoralisch“ erklärt die taz die Wähler der Partei Die PARTEI zu Zynikern und Protestierern mit denen kein Staat zu machen sei.

Ich kann auch die PARTEI wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich kann natürlich auch jede andere Partei wählen und mir einreden, damit etwas Kluges zu tun.

Ich bin dann eben: ein dekadenter Witzbold, der sich selbst dafür feiert, keinen Unterschied machen zu wollen.

Auch das gilt nicht nur für die Wähler der Partei Die PARTEI. Ich denke, man kann über praktisch jede Partei ohne Aussicht auf Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde sagen, dass sie keinen Unterschied macht. Feiert sich jeder, der sie dennoch wählt, dafür, keinen Unterschied machen zu wollen?

Es ist gespenstisch: Als gäbe es nichts zu bereden, scheint die PARTEI derzeit im – nennen wir es abschätzig – „linksalternativen Milieu“ immer neue Freunde zu finden.

Von da weht der Wind. Es sind eben nicht irgendwelche Wähler, die die PARTEI wählen, sondern Wähler aus dem linksalternativen Milieu. Es sind Stimmen, die aus Sicht des taz-Autoren Martin Kaul linken Parteien zustehen!

Die sollen gefälligst links wählen!

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Die indoktrinierten Menschen des Professor Mausfeld

Über uepsilonniks bin ich auf ein Interview mit Prof. Rainer Mausfeld aufmerksam geworden.

Die Diskussion mit uepsilonniks wurde unsachlich, deshalb habe ich die Diskussion dort nicht fortgesetzt. In diesem Artikel möchte ich meine Meinung zum Interview selbst abgeben.

Ich teile viele der Ansichten Mausfelds, beispielsweise sehe ich auch den von ihm beschriebenen Indoktrinationscharakter der Mainstream-Medien hinsichtlich der Berichterstattung über Kosovo, Irak, Afghanistan, Griechenland, Ukraine und Syrien.

Ich teile auch seine Ansicht, dass es dazu keiner Verschwörung bedarf, sondern dies über Strukturen, wie Mausfeld sie beschreibt, und Konformität passiert.

An anderen Stellen vertrete ich eine andere Ansicht als Professor Mausfeld.

Es scheint Professor Mausfeld hält viele Menschen nicht für demokratiefähig, versteckt dies aber hinter seiner Medienkritik. Diese Menschen erklärt er zu passiven Opfern der Indoktrination durch die Medien.

Die Indoktrination versucht er damit zu beweisen, dass diese Menschen politische Ziele, die er für richtig für sie hält, nicht teilen. Letztlich baut er darauf seine Behauptung auf, dass wir nicht in einer „wirklichen“ Demokratie leben.

Es ist also die „falsche“ Meinung der Menschen, die Mausfeld für undemokratisch hält. Ich halte eher die fehlende direkte Demokratie für undemokratisch und teile auch Mausfelds Bild unmündiger Menschen nicht.

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Eine Jammerfrau hat beschlossen unglücklich zu sein

Es ist mal wieder Zeit für einen Jammerfrauenartikel. Diesmal wurde ich bei spiegel.de fündig.

Wie so häufig hat sich auch SPIEGEL-ONLINE-Autorin Lena Greiner die arbeitsreichste Lebensphase einer Frau herausgesucht, die mit kleinen Kindern.

Der Artikel startet mit der Schilderung der Autorin, wie sie den Alltag bei Jammerfrau Theresa erlebt und geht dann übergangslos in die Schilderung des angeblich normalen Tagesablaufes über.

Wir erfahren, dass Theresa 6:10 Uhr aufsteht, ihr Mann gegen 7:00 Uhr das Haus verlässt, die drei größeren Kinder in Schule bzw. Kindergarten gehen und die zweijährige Tochter von Mama betreut wird.

Ab 8:00 Uhr schuftet sich Theresa durch die Hausarbeiten, an drei Tagen in der Woche betreut sie ab 9:00 Uhr vormittags zwei weitere Zweijährige als Tagesmutter.

Nachmittags nach den Hausaufgaben geht Theresa jeden Tag mit allen Kindern bis 18:00 Uhr raus.

Um 18 Uhr sind sie wieder zu Hause, sie bereitet das Abendessen vor, ihr Mann Daniel kommt heim, er bringt die Kleinen ins Bett, sie räumt auf, kocht vielleicht etwas für den nächsten Tag vor.

Wenn es gut läuft, geht sie mit einer befreundeten Nachbarin kurz joggen, wenn es nicht gut läuft, weint sie, vor Erschöpfung und Frust. Ab 21.30 Uhr schaut sie in einen Film rein oder liest etwas – bis sie gegen 22 Uhr völlig fertig einschläft.

Ein Mal pro Woche arbeitet Theresa Nachts in einem Krankenhaus am Empfang.

So sieht der Alltag der Jammerfrau Theresa aus.

Ich bin immer wieder fassungslos, wie fassungslos mache Frauen sind, wenn mal eine Frau den ganzen Tag beschäftigt ist. Willkommen in der Welt der Erwachsenen! Und die liegt näher als man denkt: Ihr Ehemann Daniel ist nach ihrer Aussage typischerweise elf Stunden täglich unterwegs. Weint der auch vor Erschöpfung und Frust? Wie stressig ist sein Job? Hat er während seiner Arbeitszeit die Möglichkeit, mit den eigenen Kindern etwas zu unternehmen? Wann kommt der Spiegel-Artikel über Daniel?

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Wie Zeit Online seine Leser mit erfolgreicher Integration verschaukelt

Zeit-Online versucht in einem Artikel den Einfluss Erdogans auf türkischstämmige Wähler herunterzuspielen.

Wir haben die junge Generation gefragt, die etwa ein Drittel der rund 751.000 türkischstämmigen Wähler ausmacht.

Zeit Online führt „die junge Generation“ ins Feld. Um die  ca. 250.000 Menschen dieser Generation zu repräsentieren hat sie sechs (!) Personen befragt:

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Was die tz aus München bei Vergewaltigungen wichtig findet

In der tz kann man lesen, dass die Anzahl der Vergewaltigungen in Bayern in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um fast 50 Prozent gestiegen ist:

Insgesamt tauchen in der Polizeistatistik 685 Fälle auf, ein Plus von 48 Prozent. Besonders auffällig: Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg gar um 91 Prozent auf 126, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag im Kabinett. Damit lag der Gesamtanteil der Zuwanderer an allen sexuellen Vergehen bei 18 Prozent (2016: 14 Prozent)

Laut Wikipedia wurden zwischen 2007 und 2015 bundesweit jährlich 7.000 und 8.000 Vergewaltigungen und schwere sexuelle Nötigungen im Jahr angezeigt. Seit 2012 mit abnehmender Tendenz. Die Schwankungen von Jahr zu Jahr lagen dabei immer deutlich unter zehn Prozent.

Dieser Kontext zeigt, wie ungewöhnlich die Steigerung um 50 Prozent ist. Setzt sich der Trend im Gesamtjahr fort, ist 2017 mit ca. 3.500 zusätzlichen Vergewaltigungsopfern zu rechnen.

Ich finde es beschämend, dass die tz diesen Kontext nicht erwähnt und damit dem Ausmaß des Problems nicht gerecht wird. Ich halte es für eine der Hauptaufgaben von Medien, Daten und Fakten in einen verständlichen Kontext zu setzen.

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Frauen über 30 verlieren bei der Partnersuche

Über Dalrock bin ich auf einen Artikel aus dem Jahr 2012 aufmerksam geworden. Für ein Mainstream-Medium finde ich Bettina Arndts Artikel für dieses Thema außergewöhnlich sachlich.

Im Artikel geht es darum, dass Frauen, die die Familiengründung hinter ihrer Karriere zurückstellen, in ihren 30er-Jahren häufig feststellen, dass sie keinen „passenden“ Mann mehr finden.

Naomi is stunned by the number of women in their 30s who throw themselves at her partner: the colleagues who sign emails with kisses; the female journalist who pointedly asked, post-interview, if he was married. Yet given the plight of thirtysomething women seeking partners, it’s hardly surprising that her boyfriend is in their sights.

Naomi ist überwältigt von der Zahl der Frauen in ihren 30er-Jahren, die sich ihrem Partner an den Hals werfen: Die Kolleginnen, die E-Mails mit Küssen unterschreiben; die Journalistin, der nach dem Interview gezielt gefragt hat, ob er verheiratet wäre. Doch angesichts der Not der über dreißigjährigen Frauen, die Partner suchen, ist es kaum verwunderlich, dass diese ihren Freund auf dem Schirm haben.

Naomi ist 28 Jahre alt, ihr Partner 36. Seit sechs Jahren sind sie ein Paar.

We hear endless complaints from women about the lack of good men.

Women astonished that men don’t seem to be around when they decide it is time to settle down. Women telling men to “man up“ and stop shying away from commitment.

Wir hören endlose Beschwerden von Frauen über den Mangel an guten Männern.

Frauen sind erstaunt, dass Männer nicht verfügbar sind, wenn sie entscheiden, dass es Zeit ist, sich niederzulassen. Frauen erwarten von Männern, dass sie ihren Mann stehen sollen und aufhören sollen, sich vor ernsthaften Beziehungen zu drücken.

Ich finde das ist eine treffende Beobachtung. Frauen sehen die Verantwortung für die eigene Partnerlosigkeit häufig bei anderen, also den Männern. Eigenes Verhalten, eigene Entscheidungen werden selten als Grund für Partnerlosigkeit gesehen.

Wir werden sehen, dass sich dieser Artikel in dieser Hinsicht von anderen Mainstream-Medien abhebt. Bettina Arndt geht so weit, dass sie auf die Männersphäre im Internet Bezug nimmt und entsprechende Blogger zitiert.

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Mit diesen Politikern geht Leipzig den Berliner Weg des Failed State

Durch unsere MDR-Beiträge in der letzten Zeit bin ich auf die Leipziger Lokalpolitik aufmerksam geworden. Je mehr Informationen ich mir dazu anlese, desto schockierter bin ich über Leipzig und das Verhalten der Leipziger Politiker.

Die Zeit berichtet groß über ein Viertel im Leipziger Süden:

Connewitz: Das ist, neben der Hamburger Schanze und der Rigaer Straße in Berlin, eine der Autonomen-Hochburgen Deutschlands. Streitet die Republik über linke Gewalt, schaut sie immer auch hierher, in diesen Leipziger Stadtteil. […]

Wirklich jede einzelne Wand ist voll mit Graffiti. Die meisten Leute trinken ihr Bier lieber auf der Straße als in Bars; Punk-Musik tönt auch nach 22 Uhr aus den Fenstern, ohne dass sich jemand beschwert; […]

Für viele im Viertel war die Eröffnung der Polizeistation eine Kampfansage. Einmal griffen Linksextreme die Beamten im Revier mit Steinen und Farbbeuteln an. […]

Seine Aussage, in Connewitz gebe es „rechtsfreie Räume“, verteidigt Merbitz. Es geht ihm um Attacken auf die Polizei, einerseits. Aber auch um die Ordnung. Die Graffiti, die Lautstärke, die Leute, die in den Häusern wohnen, obwohl sie sich nicht bei den Behörden angemeldet haben; die Hunde, die keine Steuermarken haben. Wenn das Ordnungsamt sich nicht mehr in einen Stadtteil traue, müsse man konsequent vorgehen.

Ja: In Connewitz gibt es ein erhöhtes Gewaltpotenzial.

„Erhöhtes Gewaltpotenzial“ sieht in Leipzig so aus:

Die Vermummten bauten eine brennende Reifen-Barrikade, warfen Pflaster-Steine, Böller und Brandsätze und zündeten Feuerwerkskörper, wie die Polizei mitteilte. Unter anderem seien Fenster des Bundesverwaltungsgerichts, Scheiben einer Straßenbahnhaltestelle und die Frontscheibe eines vorbeifahrenden Reisebusses zerstört worden. […]

Mehrere Polizisten seien verletzt worden. Zudem seien drei Polizeiautos so stark beschädigt worden, dass sie nicht mehr benutzt werden könnten.

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