Wenn weitere Diskussionen sinnlos sind

Öffentliche politische Diskussionen sind häufig von Schwarz-Weiß-Denken geprägt. Im direkten Gespräch mit anderen Menschen kann man – im Laufe der Diskussion – häufig eine bessere Differenzierung erreichen.

Ein typisches Beispiel mangelnder Differenzierung im aktuellen Diskurs sind Nazi-Vorwürfe und seine nahen Verwandten: Rassismus, Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit oder auch Hasssprache.

Fehlende Differenzierung und Schwarz-Weiß-Denke sind Gift für jede Diskussion, weil sie einen Teilnehmer persönlich diskreditieren und die inhaltlichen Argumente ignorieren.

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Wenn eine Frau einen Lebenstraum hinwirft

In meinem Umfeld als Kind und Jugendlicher gab es verschiedene Berufswünsche. Je nach Alter und Gruppe variierte das. Manche Berufswünsche waren realistisch, andere eher unrealistisch.

Ganz normale, alltägliche Berufe waren darunter, von Leuten die bereits als Kind realistische Vorstellungen hatten.

Aber es gab auch Berufe, bei denen jedem schon als Kind klar war, dass es wenig realistisch ist, diese Berufe anzustreben. Astronaut war einer davon.

Ein Klassenkamerad, der mir in Erinnerung geblieben ist, wollte Kampfpilot werden. Fliegen mit Mach 2. Kein Passagierjet. Es musste schon was besonderes sein.

Jedem in meinem Umfeld war klar, dass dies ein sehr schwierig zu erreichendes Berufsziel ist. Auch meinem Klassenkameraden, der diesen Wunsch hatte, war das klar. Und zwar ganz klar. Musste er zwischen Lernen und einer Unternehmung wählen, begründete er öfter mal eine Absage damit, dass er Kampfpilot werden wollte.

Er hatte ein Ziel. Er wusste, dass es nicht einfach werden würde und er war bereit Opfer dafür zu bringen.

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Wenn die Hebamme zweimal klingelt (und über den Mann urteilt)

Beim SZ-Magazin berichtet die Hebamme Maja Böhler von einem Hausbesuch.

Bei einem Wochenbett-Besuch trifft die Hebamme in dieser Woche auf eine übermüdete Mutter und einen ausgeschlafenen Vater. Genau hier beginnt das Problem.

Der Vater wagt es ausgeschlafen zu sein. Das ist für Maja Böhler „das Problem“.

Für die Hebamme scheint es normal zu sein, ihre Kunden nach dem kurzen Einblick eines Besuchs zu beurteilen und sich öffentlich darüber zu mockieren.

Die Wohnung der M’s entsprach nicht ganz meinem Geschmack, eine Art bewohnbarer Applestore mit weißen Fronten und glänzenden Oberflächen. Mir war sofort ein wenig kalt und ich zögerte, meine Tasche abzulegen, denn hier lag nichts herum, kein Staubkorn, keine Windelpackung, kein Spucktuch.

Maja Böhler hat sich ihr Urteil bereits beim betreten der Wohnung gebildet. Sympathie pur.

Sauberkeit und Ordnung scheint sie negativ zu werten.

Anfangs sind sie überrascht, wie gut sie alles wuppen, nach der ersten Nacht denken viele auch noch: war doch easy, aber nach drei, vier Nächten kommt oft der Einbruch. Es ist der anstrengende Auftakt einer anstrengenden Zeit. Und auch die Väter merken spätestens dann, wie viel Macht dieses kleine Bündel, das nix kann außer quäken, darin hat, das eigene Leben durcheinander zu bringen.

Ja, diese Männer sind irgendwie schwer von Begriff.

Genau an diesem Punkt war Herr M., der es anders als seine Frau ins Bad geschafft zu haben schien. Jedenfalls trug er ein Hemd, Cordhose und eine zugeknöpfte Strickjacke, wie sie Politiker gerne anhaben, wenn sie sich mal leger geben wollen.

Herr M. ist eine Zumutung für Maja Böhler. Nicht Mal die Kleidung bekommt er so auf die Reihe, dass es ihr gefällt. Hätte er vorher lieber mal nachgefragt. Und geduscht hat er auch noch, ist ihm gar nicht klar, dass das Maja Böhler nicht passt?

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Die Unterdrückung von Frauen ist für Feministinnen völlig in Ordnung

In den letzten Tagen ist die Geschichte von Malvina und Diaa hochgekocht. Es geht um einen syrischen Jugendlichen mit einer deutschen Freundin und ihre Geschichte. Zunächst entbrannte eine Diskussion um das Alter des Jugendlichen.

KiKa räumte ein, dass das angegebene Alter nicht korrekt war und korrigierte es zunächst von 17 auf 19 Jahre. Mittlerweile ist Diaa wohl 20 Jahre alt.

Auch der Inhalt steht in der Kritik: Diaa wirkt unangenehm besitzergreifend und schreibt seiner Freundin ihr Verhalten vor. Das reicht von ihrer Kleidung über ihr Essen bis zu der Art, wie sie ihre Freunde zu begrüßen hat. Weiterlesen „Die Unterdrückung von Frauen ist für Feministinnen völlig in Ordnung“

Warum „Coolster Affe im Dschungel“ kein Rassismus ist

Fr.de berichtet über Kevin-Prince Boateng.

Boateng, seit jeher ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen Fremdenhass, nimmt die neusten Vorfälle zum Anlass, um seine Botschaft zu erneuern und seinen Kampf noch leidenschaftlicher und offensiver zu führen als zuvor. „Wir dürfen nicht mehr die Augen zumachen, es genügt nicht, eine Woche darüber zu reden und dann verläuft es sich wieder. Wir müssen eine Front bilden.“

Kevin-Prince Boateng ist ein „leidenschaftlicher Kämpfer gegen Fremdenhass“. Weiterlesen „Warum „Coolster Affe im Dschungel“ kein Rassismus ist“

Wie das ZDF Mädchen zu sich selbst überschätzenden Feministinnen erzieht

Als ich am Sonntag Morgens den Fernseher einschaltete, lief gerade die Sendung „Löwenzahn“. Und zwar mit neuem Hauptdarsteller. Statt Peter Lustig gibt es jetzt einen Fritz Fuchs.

In der Sendung ging es um ein Mädchen, das beim Bäcker aushilft. Ohne es mit Ihrem Chef abzusprechen räumt sie ihre eigene Kreation, ein Blaubeerbrot, in die Auslage des Marktstandes ein.

Das Produkt ist schlecht, wie sie selbst einräumt.

Dann kommt ihr Cousin (Fritz Fuchs) hinzu und es kommt heraus, dass sie noch nicht einmal ein Rezept für das Blaubeerbrot hatte.

Der Bäcker feuert sie, weil sie Mist gebaut hat. Das wird als schlecht und überzogen dargestellt.

Der Cousin Fritz Fuchs verspricht, das Mädchen zu unterstützen. Tatsächlich ist es umgekehrt: Er backt Brote, während sie ihn unterstützt. Er eröffnet einen eigenen Marktstand, um die Brote zu verkaufen. Sie unterstützt ihn auch dabei.

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Kein Unterschied: Wie man von „Hab dich nicht so“ zu sexueller Gewalt gegen Frauen kommt

Patrick Schlereth schreibt in einem Artikel für fr.de, den Online-Auftritt der Frankfurter Rundschau, über den offenen Brief von 100 Frauen in der französischen Tageszeitung „Le Monde“, in dem sie vor einem totalitären Klima und dem Verlust sexueller Freiheiten durch die #Metoo-Debatte warnen.

Was verstehen die Unterzeichnerinnen des Gastbeitrags nun unter Freiheit? Sexualität sei von Natur aus „offensiv und wild“, geben sie zu bedenken. Hartnäckiges oder unbeholfenes Anbaggern sei kein Verbrechen und von sexualisierter Aggression zu unterscheiden.

Das klingt zunächst einleuchtend, doch wollen wir das Abstrakte mit einem Fallbeispiel ins Konkrete überführen. „Du hast so schöne Augen, darf ich Dir ein Getränk ausgeben / mich neben Dich setzen / Deine Nummer haben?“ wäre unbeholfen. Okay, mancher Mann meint es vielleicht nicht böse, kann es aber einfach nicht besser. Lautet die Antwort auf eine der Fragen jedoch „Nein“, kann ein hartnäckiges Insistieren seitens des Mannes schnell unangenehm werden für die Frau: „Ach komm schon, nun hab‘ Dich doch nicht so.“

Es mag Frauen geben, für die dieses absurde Spiel zum knisternden Flirten dazugehört, doch die sollten nicht die Regeln für alle vorgeben oder ihre persönlichen Vorlieben mit den Forderungen der #MeToo-Bewegung vermischen.

Patrick Schlereth führt von unbeholfenen Anmachsprüchen, die nicht belästigend sind,  zu „hab‘ Dich doch nicht so“ und suggeriert, dass es Frauen gäbe, die den letzten Spruch gut fänden.

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