Selbstverständlich lassen wir uns vom Terror einschüchtern

In Lokalzeitungen kann man nachlesen, was in großen Medien nicht vorkommt:

Terrorangst: Gymnasium streicht Fahrten in europäische Metropolen

Auf der Lehrerkonferenz in der vergangenen Woche wurde unter anderem das Fahrtenprogramm für das kommende Jahr beschlossen. Die sonst am Steinhagener Gymnasium üblichen Ziele London, Paris, Prag und Wien tauchen darin nicht mehr auf.

„Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren bereits angebahnt“, berichtet der Schulleiter mit Blick auf zurückliegende Terrorereignisse. Auf diese habe eine kleine Gruppe Eltern und Lehrer hysterisch reagiert. Scheele-von Alven ließ durchblicken, dass es in der Vergangenheit teils hochemotionale Auseinandersetzungen über die Sicherheit der Studienfahrten an der Schule gegeben haben muss.

Man kann es sich einfach machen und den Eltern vorwerfen, dass sie nicht rational handeln. Auf mich wirkt das Verhalten überbehütend und dumm. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder in einer europäischen Metropole Opfer eines Terroranschlages werden, ist sehr gering.

Aber Terror trifft die Menschen nun einmal auf einer emotionalen Ebene. Und Kinder sind ein emotionales Thema. Die nicht rational handelnden Eltern (praktischerweise scheint die Gruppe dank dieser Formulierung geschlechtsneutral zu sein) zeigen aber ganz deutlich: Wir lassen uns von Terrorismus einschüchtern und wir ändern wegen Terrorismus unsere Lebensweise.

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Linker Mainstream: Jens Berger, der Held meiner Jugend

Jens Berger hat bei den Nachdenkseiten einen Artikel über Uber geschrieben. Mehr als platte Kapitalismusfeindlichkeit konnte ich nicht herauslesen.

Was ist so fürchterlich innovativ daran, eine Plattform zu entwickeln, über die Nutzer via Smartphone einen Fahrer finden, der sie von A nach B bringt und dafür 20% Provision abzukassieren? Zahlreiche derartige Lösungen gibt es seit rund zehn Jahren und sie sind mittlerweile das Normalste auf der Welt. Wie kommt es dann, dass ausgerechnet das Silicon-Valley-Unternehmen Uber in aller Munde ist und auf rund 60 Milliarden Dollar taxiert wird?

Produkte können ähnlich sein und doch nicht gleich. Die Kunden können frei wählen. Das nennt sich Marktwirtschaft. Wenn andere zentral entscheiden welche Produkte es gibt, nennt man das Planwirtschaft.

Auch wenn Jens Berger nicht versteht, warum die eine Lösung erfolgreicher ist als eine andere Lösung, können die Kunden das trotzdem so sehen. Zum Glück.

Fortschritt entsteht, wenn sich die besseren Produkte durchsetzen. Hätte man 1997 wie in einer Planwirtschaft zentral entschieden, dass es mit Altavista bereits eine Suchmaschine gibt, hätten wir mit Google keine brauchbare Suchmaschine bekommen.

Jens Bergers Unverständnis kann man auch als Fortschrittsfeindlichkeit auslegen. Genau wie bei den Grünen in den Achtzigern, als sie die digitale Vernetzung verhindern wollten (Seite 42).

Zum Glück gab es keine zentrale grüne Planungsbehörde, die über die Informationstechnologie entschieden hat. Sonst gäbe es heute kein Internet, sondern ein grünes Paradies.

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Warum der Begriff Schlampe völlig in Ordnung ist

Uepsilonniks fordert, dass man den Begriff Schlampe aus seinem Wortschatz streicht. Da mein Standpunkt stark von seinem abweicht antworte ich diesmal hier und nicht bei ihm in den Kommentaren.

Als eine Frau in der Runde gefragt wurde, ob sie sich Sex beim ersten Date vorstellen könne, entgegnete sie entrüstet: „Ich bin doch keine Schlampe!“.

[…] Eine solche Frau ist nicht sexpositiv.

Na und? Jeder nach seinem Geschmack.

Eine solche Frau hat keinen guten Kontakt zur ihrer Sexualität. Sie unterhält keine Beziehung zu ihrer Sexualität als etwas, dass man ohne schlechtes Gewissen genießen kann.

Aber das ist doch nicht nur bei der Sexualität so.

Nahrung kann man auch nicht in beliebiger Menge „ohne schlechtes Gewissen genießen“. Weil es eben auch negative Konsequenzen haben kann, wenn man zu viel isst.

Bei Alkohol ist das genauso.

Warum sollte es bei Sex so wichtig sein, dass man ihn „ohne schlechtes Gewissen genießen“ kann?

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Toxische Klingonigkeit: Die Geschlechtskrankheit Star Trek Discovery

Wie alle Serien im Star-Trek-Universum wird auch Star Trek Discovery mit einer dreibuchstabigen Abkürzung abgekürzt: STD.

STD ist im englischen auch die Abkürzung für sexually transmitted disease. Das bedeutet Geschlechtskrankheit.

Ich habe mir die Pilotfolge der Serie angeschaut und muss sagen: Der Name trifft den Inhalt gut. Die ganze Serie ist durchgegendert, sie leidet im wörtlichen Sinn an einer Geschlechtskrankheit.

Man merkt der Serie an, dass die kreative Energie in Genderologie und Diversität geflossen ist. Damit blieb nichts für die Qualität der Story übrig. Und die „guten Absichten“ wirken so aufgesetzt und platt, dass sie genau das Gegenteil erreichen.

Es folgen Spoiler!

Feminismus in Serie

Captain und Erster Offizier sind Frauen. Selbstverständlich sind sie nicht weiß.

Bis zu diesem Punkt hätte ich mir – insbesondere bei einer Star-Trek-Serie – nichts gedacht. Star Trek war schon immer progressiver als der Mainstream und hatte schon immer auch eine politische Botschaft.

Aber es reicht eben nicht, dass die beiden höchstrangigen Offiziere nicht-weiße Frauen sind. Der Erste Offizier muss auch noch einen Männernamen haben, Michael. Und natürlich muss Michael in jeder Hinsicht besser sein als alle anderen, besonders als die Männer.

Übertroffen wird sie nur an wenigen Stellen, und dann natürlich von einer Frau. Damit die andere Frau supersmart erscheint, wird Michael plötzlich als zu doof dargestellt um zu bemerken, dass sie ein Muster laufen um ihre Position im Sand zu markieren. Die Sinnhaftigkeit der Geschichte ist egal, wenn eine Frau gut dargestellt werden muss.

Auch die Klingonen wurden komplett versaut. Sie werden als nuschelnde Neandertaler dargestellt, die keiner Empathie würdig sind. Ich kann mich auch hier des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Degradierung feministischen Denkmustern geschuldet ist:

Klingonen standen für Ehre, Mut, Opferbereitschaft und Loyalität, für Taten statt Worte, für Entschlossenheit. Das ist – aus feministischer Sicht – toxische Klingonigkeit.

Da männliche Eigenschaften in einer geschlechtskranken Serie nicht in einem positiven Licht erscheinen dürfen, wurden die Klingonen zu den Halbtieren gemacht, für die Feministinnen Männer halten.

Die Serie beginnt damit, dass der Captain und sein Erster Offizier auf einem Planeten einen Brunnen bohren wollen, weil es eine nachhaltige Umweltveränderung gegeben hat. Sie bohren einen Brunnen und damit ist der Planet gerettet. Na Klar.

Genauso platt geht es weiter:

Es scheint, als könne man nicht einfach zum Brunnen beamen, deshalb müssen sie einen langen Weg durch eine gefährliche Wüste laufen. Dann aber sind sie überrascht, dass sie am Brunnen nicht beamen können.

Das ist nicht einfach eine Unüberlegtheit der Drehbuchschreiber. Solche Schwächen sind Folge der politischen Zielsetzung. Diese benötigt beide Elemente, also das Laufen durch die gefährliche Wüste und das nicht mögliche Beamen, damit beide Frauen als extrem megaintelligent, ultramutig und superkreativ eingeführt werden können.

Eine schlüssige Geschichte hatte offensichtlich keine Priorität. Was man für wichtig hielt, hat man in der Geschichte untergebracht und fertig. Und genau so fühlt es sich an.

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Plusminus: Es muss noch mehr an Alleinerziehende transferiert werden und Männer sind sowieso schlecht

Sigrid Born und Nicole Wirth haben einen Propagandabeitrag bei Plusminus veröffentlicht. Das beginnt schon beim Titel des Beitrags:

Alleinerziehende in der Armutsfalle – Grundsicherung für Kinder gefordert

Eine Falle, also eine List oder ein Trick, von anderen aufgestellt, trifft arglose, passive Opfer.

Damit ist der Rahmen des Artikels gesetzt. Alleinerziehende sind unschuldige Opfer.

– 2,3 Millionen Kinder wachsen bei Alleinerziehenden auf. Armutsrisiko: 44 Prozent

Mir scheint, als wären Alleinerziehende oft keine gute Umgebung für Kinder.

– Drei Viertel dieser Kinder bekommen wenig oder gar keinen Unterhalt vom anderen Elternteil

… und in diesem Fall springt die Gemeinschaft mit Unterhaltsvorschuss ein. Diese Information hat wohl nicht in den Rahmen des Artikels gepasst.

– 13 Wochen Ferienbetreuung von Alleinerziehenden nicht abzudecken

Während das für Familien mit zwei Elternteilen wohl gar kein Problem ist? Stellen sich Sigrid Born und Nicole Wirth das Familienleben so vor, dass die Eltern ihren Urlaub getrennt nehmen um die Ferienbetreuung zu übernehmen?

Im Artikel darf Anja L. über ihre Situation jammern:

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Eine Jammerfrau der anderen Art: Im Kriegsgebiet ist es so beschissen wie alle gesagt haben

Eine Jammerfrau schließt sich dem IS an. Vor drei Jahren ging sie nach Syrien. Seit vier Monaten ist sie inhaftiert in einem Internierungslager. Wenn die Konsequenzen ihrer Entscheidungen eintreten, sollen sich andere kümmern, damit alles wieder in Ordnung kommt.

Wolfgang Bauer schreibt auf Zeit-Online:

Nadja Ramadan ging nach Syrien und schloss sich dem IS an. Jetzt appelliert sie in einer Videobotschaft an die Kanzlerin, sie nach Deutschland zurückzuholen.

Die junge Frau sitzt auf dem Betonboden ihrer Zelle, hält einen Säugling in den Armen, und beteuert, dass sie nicht gefährlich sei. „Ich tue niemanden etwas. Ich bin keine Terroristin. Vor mir braucht man keine Angst zu haben.“

Sie ist im bayrischen Landshut geboren, hat drei Kinder aus erster Ehe im baden-württembergischen Weinheim […]

Nadja Ramadan, 31, hatte sich vor drei Jahren dem „Islamischen Staat“ (IS) angeschlossen.

Nadja Ramadan war in Deutschland verheiratet und hatte drei Kinder. Mit 28 Jahren entschließt sie sich, für ihre Überzeugungen in ein Kriegsgebiet zu ziehen. Sie war eine erwachsene Frau.

„Ich gehe hier ganz kaputt“, sagt sie.

Das glaube ich gern. Schließlich steht sie jetzt auf der Verliererseite und sitzt jetzt in einem Internierungslager.

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Die markigen Worte und das laute Gedöns der Andrea Nahles

Auf ihrer persönlichen Webseite gibt Andrea Nahles ein Statement zum Wahlausgang ab:

Bundestagswahl 2017 – Ein weiter so kann es nicht geben

Ich bin gespannt, was Andrea Nahles anders machen will als bisher. Ausgerechnet Andrea Nahles, die seit 2013 als Bundesministerin für Arbeit und Soziales in der Regierung an einer Schlüsselstelle der Macht saß. Die zuvor – seit 2009 – als SPD-Generalsekretärin die politischen Akzente der Parteiarbeit setzte. Die seit 2005 für die SPD als Abgeordnete im Bundestag sitzt und unter Kanzler Schröder schon einmal von 1998 bis 2005 Bundestagsabgeordnete war.

Ausgerechnet Andrea Nahles, die im selben Statement, in dem sie „Ein weiter so kann es nicht geben“ skandiert, den SPD-Wählern mit den Worten dankt:

Ich freue mich, dass ich sie mit meiner Politik seit 2013 überzeugen konnte.

Andrea Nahles hat alles richtig gemacht. Den Neuanfang in der SPD müssen andere Genossen wagen. Sie hat keinen Grund dafür. 

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen: das ist ein bitteres Ergebnis für die SPD.

Da sind wir uns einig.

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