Mediales Klimadauerfeuer – Zeit sich zu wehren

Die Fernsehnachrichten waren gestern voll von Berichten über die Klima-Demonstrationen in Deutschland. Auf allen Sendern wurde der Eindruck großer, ja riesiger Demonstrationen vermittelt. Wie glaubwürdig die Angaben der Veranstalter zur Größe der Demomstrationen sind, wird durch die Leitmedien meist nicht hinterfragt. In der Vergangenheit war häufig nicht viel los.

Heute wurde jedenfalls über Aufbruch und Wende berichtet. Demonstrationsteilnehmer wurden interviewt, die außer Allgemeinplätzen und Klimamoralgedudel nicht viel erzählten, denen aber die Bekämpfung des Klimawandels zu langsam vorangeht. Im ZDF stieß ein Kommentator mit weißem Schnauzbart in dasselbe Horn.

Was einige meiner Freunde und Bekannten, die in verschiedenen deutschen Klein- und Großstädten leben, von dem Klima-Aufbruch sahen, waren kleine Demonstrationen der Leute, die auf jede Demonstration gehen. Jusos und Grüne Jugend, Umweltverbände, Beamte denen man freigegeben hat, ältliche Bürgerliche in Funktionskleidung, Gewerkschaftsfunktionäre, zwangsrekrutierte Schulkinder mit ihren Lehrern, ein paar Marxisten, ein wenig Antifa.

Wer fehlte waren diejenigen, die den Laden am Laufen halten. Vollzeitberufstätige Familienväter und -mütter, die durchaus über ein zweites Kind nachdenken würden, wenn der Staat ihnen 500 Euro mehr von ihrem Lohnzettelbrutto lassen würde. Selbständige, Angestellte kleiner Unternehmen, Landwirte und Handwerker, die es sich nicht leisten können, an einem ganz normalen Freitag für das Klima zu streiken. Kurierfahrer und Paketzusteller, die für den Mindestlohn knallharte Vorgaben erfüllen müssen. Friseusen, die mit Kunden Termine vereinbart haben. Schichtarbeiter, bei denen ein stillstehendes Band Millioneneinbußen bedeuten würde.

Mein Eindruck ist eine aufgebauschte Berichterstattung. Andere twittern und bloggen aus Großstädten ähnliche Erfahrungen.

Die Fernsehberichte wurden durch Beiträge über den Klimawandel begleitet. Beim Durchzappen letzte Nacht sah ich schmelzende Pole und brennende Wälder, Dokumentationen und Talkshows zum Thema.

Kein einziger Bericht war kritisch, sowas findet man nur noch außerhalb der etablierten Medien. Nicht ein einziges Mal wurden die schon jetzt weltweit höchsten Strompreise thematisiert oder wenigstens die Wirksamkeit der geforderten Maßnahmen hinterfragt. Etwa, welchen Einfluss es auf das Klima hat, wenn Deutschland mit riesigem Aufwand seine CO2-Emissionen reduziert. Richtig: So gut wie keinen. Selbst wenn wir ab morgen wieder wie in der Steinzeit leben. Weil der Anteil Deutschlands verschwindend gering ist und die Steigerung der Emissionen woanders passiert.

Nun ist mein Bild einseitig, weil ich vor allem öffentlich-rechtliches Fernsehen schaue. Die liegen bei mir vorne auf der Fernbedienung, einschließlich der Spartensender wie ZDF info und Phoenix. RTL, SAT.1 und n-tv hatten aber, soweit ich das heute Nacht sehen konnte, keine anderen Nachrichten, sie unterscheiden sich allenfalls in Nuancen vom Grundtenor des Staatsfernsehens: Das Ende ist nah, es müssen zwingend einschneidende Maßnahmen zur Rettung der Menschheit vor der Klimakatastrophe her, und es braucht unbedingt neue Steuern und Verbote.

Wir erleben in unserer Fernsehlandschaft eine beispiellose Klimapanik-Indoktrination per Dauerbeschuss. Andere sprechen von einer Homogenisierung der Klima-Berichterstattung.

Als wären alle am Durchdrehen. Aber es sind nicht alle. Es sind nur die Medien mit Journalisten, die Klima-Lobbyisten aufgesessen sind, ganz betrunken von der Möglichkeit endlich der eigenen politischen Agenda zum Durchbruch zu verhelfen. Und es sind die linken Parteien bis hin zur CDU, die ihnen hinterherlaufen und dem, was sie für die öffentliche Meinung halten.

Die Lebenswelt derjenigen, die das alles bezahlen müssen, kommt in den Medien nicht vor. Ihre Auffassungen und Meinungen sind den meisten Journalisten weder beachtenswert noch genehm. Berufstätige sind für die klassischen Medien nur Zielgruppe für politische Bildung, ganz wie es die Bundeszentrale für politische Bildung fordert: „Ein stärkeres Angebot in den klassischen und den sozialen Medien, ein stärkeres Angebot in Betrieben und eine stärkere Verzahnung von politischer Bildung mit vereinsgebundener ehrenamtlicher Arbeit.“

Die Klima-Berichterstattung ist wohl in diesem Sinne zu verstehen. Die Medien überschlagen sich geradezu. Plötzlich kommen sie selbst gegenüber Regierungsvertretern aus ihrer devoten Haltung heraus – wenn sie kritisch nachfragen, wieso das denn alles so lange dauere mit den Klimawandelbekämpfungsmaßnahmen, wenn sie kommentieren, wenn sie lamentieren, wie nah die Welt am Abgrund steht und wie ebendiese Welt am deutschen Wesen genesen müsse, wenn wir nur endlich, endlich weitere Steuern erheben und neue Verbote erlassen.

Es gibt Unmut, es gibt Gegenreaktionen und Widerstand. In meinem Umfeld wird die Berichterstattung der Medien zu Klima, Migration und Genderthemen fast durchweg kritisch gesehen. Wer selbst Medienmacher oder im Öffentlichen Dienst beschäftigt ist, sagt das selbstverständlich nur zu Hause und unter Freunden. Die DDR lässt grüßen. In der Öffentlichkeit schweigen die meisten. Es wird Zeit, dass sich das ändert.

5 Kommentare zu „Mediales Klimadauerfeuer – Zeit sich zu wehren“

  1. „Auf allen Sendern wurde der Eindruck großer, ja riesiger Demonstrationen vermittelt. Wie glaubwürdig die Angaben der Veranstalter zur Größe der Demomstrationen sind, wird durch die Leitmedien häufig nicht hinterfragt.“

    Ich war persönlich dort zu zwei Zeitpunkten:

    9:30 – etwa 75 Demonstranten waren vorm Kanzleramt versammelt und etwa 50 Polizisten. Ich habe selbst gezählt.
    11:30 – dieselbe Anzahl von Demonstranten ist anwesend, aber deutlich mehr Presse. Auf meinem Weg nach Norden habe ich noch einmal ca. 50 weitere Demonstranten gesehen, die auf dem Weg zur Demo waren.

    Die Logistik auf dem Rasen neben dem Kanzleramt war für etwa 500-600 Personen ausgelegt.

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    1. Danke. Das deckt sich mit den Beobachtungen aus anderen Städten.

      Die üblichen Leute gehen zu den üblichen Demos. Die breite Masse kommt nicht. Nur der Medienhype ist von einer völlig neuen Wucht.

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  2. Wolfgang Kubicki (FDP):

    „Dass wir nur noch über Klimaschutz reden, halte ich für gefährlich“

    Kubicki: Das Thema Klimaschutz überstrahlt momentan alles. Ich möchte auch, dass meine Enkel in einer lebenswerten Welt aufwachsen. Aber dass wir jetzt nur noch über Klimaschutz reden und alle anderen Themen ausblenden, halte ich für falsch und gefährlich. Im Nahen Osten stehen wir möglicherweise gerade vor einem Krieg. Und wenn dieser kommen sollte, was niemand wollen kann, wird das erhebliche Auswirkungen für uns haben.

    Ich denke, dass mittlerweile viele Menschen jetzt schon genervt sind vom Auftreten der „Fridays for Future“-Bewegten. Ich kann das nachvollziehen.

    Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article200731328/Wolfgang-Kubicki-FDP-Der-Gruenen-Hype-ist-bald-zu-Ende.html

    Gefällt 4 Personen

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