Klimatismus ist eine bösartige Mischung aus Religion und Stalinismus

Als ich den Aufruf des Ver.di-Vorsitzenden an die Mitglieder las, sich am Klimastreik von „Fridays for Future“ zu beteiligen, war ich erstaunt. Was bewegt den Vorsitzenden der größten deutschen Gewerkschaft dazu, seine Mitglieder zur Teilnahme an einem Streik aufzurufen, dessen Ziele Arbeitnehmerinteressen und gewerkschaftlichen Zielen wie sicheren, gut bezahlten Arbeitsplätzen entgegenstehen? Ist Frank Bsirske ein solcher Opportunist, ist der öffentliche und mediale Druck der Klimapaniker so groß geworden?

Vielleicht ist die Antwort einfach: Bsirske ist Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Doch die Geste der Unterwerfung nützt Bsirske nichts. Die Klimafanatiker wollen Reue und Tränen sehen. Die Webseite klima-luegendetektor.de stellt klar:

Natürlich billigen auch wir vom Klima-Lügendetektor Menschen die Einsicht auf dem Irrweg zu und begrüßen ihre Läuterung. Das allerdings setzt das Eingeständnis der Schuld voraus. Von Frank Bsirske ist davon nichts zu hören. Wenn er jetzt zu mehr Klimaschutz aufruft, will er offenbar die Fehler seiner Vergangenheit reinwaschen.
Das solltet ihr ihm nicht durchgehen lassen! Wie heißt es so schön: Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Der Klimatismus (1) ist eine bösartige Mischung aus Religion und Stalinismus. Der religiöse Kontext der Läuterung ist den Aktivisten von klima-luegendetektor.de vielleicht nicht bewusst, aber zweifelsfrei vorhanden. Läuterung ist die Reinigung und Selbstheilung von Lastern und Charakterschwächen.

Wenn religiöse Dogmatiker abweichende Meinungen als Irrweg bezeichnen ist das nur konsequent. In diesem Sinne ist die Hinwendung zur richtigen, einzig wahren Religion für ihre Anhänger tatsächlich eine Läuterung.

In diesem Weltbild gibt es keine Meinungsänderungen aufgrund neuer Erkenntnisse oder Fakten. Wer zu ihnen kommt, ist geläutert. Wer nicht, ist auf dem Irrweg.

Nicht dass ich denke, dass Bsirske seine Meinung tatsächlich aufgrund irgendwelcher Erkenntnisse geändert hat. Immerhin hat er sich in der Vergangenheit, was ihm die Aktivisten genüsslich vorhalten, durchaus für die Interessen von Arbeitern und Angestellten stark gemacht und beispielsweise Investitionssicherheit für neue umweltfreundliche Kohlekraftwerke gefordert.

Die Klimajünger lassen ihm den Schwenk in ihre Reihen jedoch sowieso nicht durchgehen. Ohne das Eingeständnis von Schuld, so ihre Ansage, ist er nicht wirklich geläutert.

Es erinnert an einen stalinistischen Schauprozess: Der Angeklagte muss sich selbst der Missetat bezichtigen, seine Schuld eingestehen, bereuen und Besserung geloben. Nie wieder soll er es wagen, eine abweichende Meinung zu äußern, nie wieder das Dogma in Frage stellen.

Wie wohl die Gewerkschaftsmitglieder den Verrat aufnehmen? Ob ver.di den Sozialdemokraten auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit nachfolgt? Die Mitgliederzahlen sind jedenfalls in den letzten Jahren deutlich gesunken – trotz des massiven Anstiegs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse.

Dem Grünen Bsirske ist es vermutlich egal. Er wird 2019 in den Ruhestand gehen. Nach ihm die Sintflut.

Vor der Rente erwarte ich noch seine öffentliche Selbstkasteiung. „Ich, Fank Bsirske, habe gesündigt.“ geißel „Ich schwöre dem Irrweg ab und bekenne mich zur einzig wahren Klimalehre.“ geißel „Ich bereue aufrichtig und bitte Greta um Vergebung.“ geißel geißel geißel ….

 

Nachtrag: Der „Sprecherin der Bewegung“ Fridays for Future, Luisa Neubauer, sind die Motive Franks Bsirskes übrigens völlig egal. Sie spricht von einem „unendlich wichtigen Schritt“. „Umweltschützer riefen im Internet auch andere Gewerkschaftsvertreter auf, dem Beispiel Bsirskes zu folgen.“, berichtet RP Online.

 


(1) Wortschöpfung des Autors

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3 Kommentare zu „Klimatismus ist eine bösartige Mischung aus Religion und Stalinismus“

  1. Nach einer „kleinen Spende“ an die Betreiber der Luegen-Webseite wird Bsirske bestimmt gelaeutert 😉

    Es wird wieder mittelalterlich in der BRD. Der oeffentliche Pranger ist wieder da, der Ablasshandel wird wieder eingefuehrt. Diesmal ist nicht die Seele vor dem Fegefeuer zu retten, sondern die Erde, und Greta ist ihre Prophetin. Fehlt nur noch, dass „Klimaleugner“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.

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    1. Das nehme ich auch so wahr. Der Begriff Klimaleugner ist auch ein Beispiel für diesen quasi-religiösen Anspruch. Thesen kann man kritisieren, Behauptungen widerlegen, Meinungen hinterfragen. Leugnen kann man nur die Wahrheit.

      Eine sachliche Diskussion ist so nicht mehr möglich, schon die Grundvoraussetzung für gemeinsame Erkenntnisse ist nicht gegeben. Entweder du unterwirfst dich der Klimareligion reuig und bedingungslos oder du bist der Feind.

      Und statt Scheiterhaufen ist die Strafe die Ausgrenzung und Benachteiligung durch die meinungsmachenden Eliten und ihre Jünger, hingenommen von der schweigenden Mehrheit.

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