Für die etablierten Medien eine Lachnummer: Das Leben eines Mannes vernichten

Gut gelaunt berichtet focus.de über einen Fall, in dem sich eine Mutter das alleinige Sorgerecht für die Kindern sichern wollte.

Alles klar, Herr Kommissar?

Augenzwinkernd beginnt Göran Schattauer den Artikel mit einem Falko-Zitat.

Es ging um zwei Einbrüche. In eine Pizzeria und in ein Altenheim. Aufgrund der polizeilichen Untersuchungen kam für beide Delikte nur ein Mann als Täter in Betracht: Ralf K. (Name von der Redaktion geändert), 32 Jahre alt, Malervon Beruf. Die Staatsanwaltschaft München war sich ihrer Sache zunächst sehr sicher. So sicher, dass sie in einem Fall sogar Anklage erhob – wegen versuchten Diebstahls im besonders schweren Fall. […]

Um ein Haar wäre der Beschuldigte, Vater von drei Kindern, vor Gericht gelandet und womöglich verurteilt worden.

Der Mann war Opfer eines Komplotts gegen ihn, die beiden Einbrüche sollten ihm in die Schuhe geschoben werden. Das waren nicht die einzigen Versuche dem Mann zu schaden um die Oberhand im Sorgerechtsstreit zu gewinnen.

Der Münchner Staatsanwalt Daniel Meindl, 39 Jahre alt, jedenfalls spricht von einer „grausam netten Geschichte“. Und er gibt zu: „Es war der skurrilste Fall, der mir je untergekommen ist.“

Noch bevor man überhaupt alle Fakten gelesen haben kann, wird der Fall als Lachnummer einsortiert. Es geht hier um das Opfer mehrerer Straftaten, aber der Staatsanwalt nennt den Fall „skurril“.

Mir fällt zur Einordnung eher „besonders verabscheuungswürdig“ ein.

Der Artikel beschreibt, wie die Täter Verbrechen begingen und dabei falsche Spuren zum Opfer legten und sogar falsche Zeugen organisierten.

Die „Beweise“ waren so stichhaltig, dass das Opfer Ralf K. fast angeklagt worden wäre.

Nur weil ein Polizist misstrauisch wurde, weil die Spuren „wie auf dem Präsentierteller“ serviert wurden und andere Spuren getilgt wurden, ist Ralf K. noch frei. Aufgefallen ist das „erst beim zweiten Hinsehen“ und zwar nur, weil ein Polizist dran geblieben ist.

Allmählich wurde den Ermittlern klar, wer und was wirklich hinter den beiden „Einbrüchen“ steckte. Sie fanden heraus, dass Ralf K. kein Täter war, sondern das Opfer einer perfiden Verschwörung. Hintergrund war der Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Frau um die drei gemeinsamen Kinder.

Nach Überzeugung der Strafverfolger wollte die Mutter ihre eigene Position bei der gerichtlichen Auseinandersetzung verbessern, indem sie ihren früheren Mann als Kriminellen darstellte, der sein Recht auf die Kinder verwirkt hat. Mit Hilfe ihres neuen Partners versuchte sie, Ralf K. zwei Gesetzesbrüche in die Schuhe zu schieben.

Hier fällt endlich das Wort „perfide“. Um sich das Sorgerecht für die Kinder zu sichern, ist die Ex-Frau des Opfers bereit sein Leben völlig zu zerstören.

Hätten sie Erfolg gehabt, hätte der Mann wahrscheinlich alles verloren: Mit einem Prozess und folgendem Gefängnisaufenthalt seinen Job und damit sein geregeltes Leben mit einer Wohnung. Seine Kinder hätte er wahrscheinlich nicht mehr sehen dürfen. Sein Ansehen bei ihnen wäre ohnehin erheblich geschädigt.

Die Staatsanwaltschaft München I leitete umgehend ein Verfahren gegen das offenbar hochkriminelle Paar ein. Die Ergebnisse der Untersuchungen verblüfften selbst erfahrene Ermittler, denn die beiden Beschuldigten hatten über mehrere Monate einen regelrechten Feldzug gegen Ralf K. geführt. Mehrmals versuchten sie, Straftaten zu fingieren und dem Widersacher anzuhängen.

So wurde bei der Polizei eine „versuchte Vergewaltigung“ angezeigt und der Verdacht auf Ralf K. gelenkt. „Der sexuelle Übergriff, bei dem ein Mann mit Sturmhaube aus einem Gebüsch gesprungen sein soll, hat jedoch niemals stattgefunden“, so Staatsanwalt Daniel Meindl. Das Täter-Paar hatte der angeblich bedrängten Frau für deren Falschaussage 1000 Euro versprochen. 500 Euro sollte ein Mann bekommen, der Ralf K. überfällt, bewusstlos schlägt und dann ein Kokain-Gemisch in den Oberschenkel spritzt. Auf diese Weise sollte der Maler drogensüchtig gemacht und als „Abhängiger“ dargestellt werden.

Die Ex-Frau will im Sorgerechtsstreit ganz sicher gehen und nutzt dafür Mittel, die auf die völlige Vernichtung ihres ehemaligen Partners hinauslaufen. Als Vergewaltiger wäre er in seinem beruflichen und privaten Umfeld geächtet und isoliert. Auch der Versuch ihn drogenabhängig zu machen läuft auf die Vernichtung seiner Existenz hinaus.

Skurril“ ist dafür keine angemessene Einordnung. Ich bin sicher, dass der Staatsanwalt im umgekehrten Fall (Frau Opfer, Mann Täter) eine völlig andere Einschätzung abgegeben hätte.

Schließlich durchsuchten Fahnder die gemeinsame Wohnungvon Ralf K.s Ex-Frau und deren neuem Lebensgefährten. Auf dem Balkon entdeckten sie eine Tüte mit Kleidungsstücken und Zigarettenkippen von Ralf K. Das Paar hatte die Gegenstände mit DNA-Anhaftungen offenbar gezielt aus dem Hausmüll des Opfers gefischt, um sie an von ihnen vorbereiteten „Tatorten“ zu hinterlegen.

Die Mutter war noch lange nicht am Ende ihrer Planungen. Ihr neuer Partner und sie hätten – alles spricht dafür – weiter gemacht, bis Ralf K. hinter Schloss und Riegel sitzt.

„Bei der Umsetzung ihres hinterhältigen Plans war dem Paar jedes Mittel recht“, sagt Staatsanwalt Meindl. „Treibende Kraft“ sei dabei offenbar der neue Partner von Ralf Ks. Ex-Frau gewesen. Der Mann wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Die Festlegung der Staatsanwaltschaft auf den neuen Partner als treibender Kraft („offenbar“) hinter der geplanten Vernichtung Ralf Ks. scheint ein weibliches Privileg zu sein.

Wer innerhalb einer Beziehung die „treibende Kraft“ hinter so viel krimineller Energie ist – wer will das von außen beurteilen? Nur weil der neue Partner vielleicht die Ausführung des Planes übernommen hat, bedeutet das nicht, dass nicht im Hintergrund die Frau für die Motivation ihres neuen Partners sorgte. Das würde ich als „treibende Kraft“ bezeichnen.

Wie die Dynamik innerhalb der Beziehung war, woher wollen die Polizisten das wissen?

Bei Kriminalität ist natürlich ein Mann Schuld. Das passt gut ins Bild, auch wenn die Frau die einzige ist, die davon profitiert.

Da haben die Polizisten gerade erst erlebt, dass man selbst eindeutige DNA-Spuren mit Skepsis zu bewerten hat, fallen aber sofort wieder ins Schwarz-Weiß-Schema: Eine Frau kann nicht böse sein, sie wurde verführt und ist eigentlich sogar ein Opfer. Schuld kann aus dieser Sicht nur ein Mann sein, weil man Frauen nicht für voll nimmt.

Obwohl das Strafgesetzbuch dem Anstifter die gleiche Strafe zumisst wie dem Täter, sitzt der neue Partner in Untersuchungshaft, die Profiteurin aber nicht.

Fazit

Die Vernichtung des Lebens eines Mannes taugt als Lachnummer für Behörden und Medien. Focus.de ordnet den Artikel (über der Überschrift) als „Irrer Sorgerechtsstreit“ ein.

Aber das reicht noch nicht. Die Täterin wird auch noch aus der Verantwortung genommen: Die Taten werden ihrem neuen Partner zugerechnet. Das ist nicht das erste mal, dass ich in Artikeln von Göran Schattauer beobachte, dass er Täter nicht in die Verantwortung nimmt.

Aber die Mutter trägt selbstverständlich Verantwortung. Entweder hat sie versucht den Vater ihrer Kinder zu vernichten oder sie hat ihre Kinder einem psychopathischen Kriminellen ausliefert.

Die Frage, was aus den drei Kindern wird, wenn sie bei einer solchen Mutter leben müssen, wage ich kaum zu stellen.

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4 Kommentare zu „Für die etablierten Medien eine Lachnummer: Das Leben eines Mannes vernichten“

  1. Wäre die Frau schlau gewesen, hätte sie nicht versucht das Strafrecht zu bemühen.
    Vor dem sog. Familiengericht hätte sie lediglich ein paar nebulöse Anspielungen ablassen müssen, die nie wer untersucht hätte und wäre sicher als Gewinner aus dem Prozess hervorgegangen.

    Gefällt 3 Personen

  2. Was soll man erwarten? Ich denke oft daran, wie eine Weiberrunde im Fernsehen Tränen gelacht hat, weil eine Frau ihrem Mann den Penis abgeschnitten und in den Müllzerkleinerer geworfen hat. Der Typ hatte sie nicht etwa mißhandelt, er wollte sich von ihr trennen.
    Männer sind im wahrsten Sinn des Wortes Abfall. Entsorgbar, ersetzbar, nichts wert.

    Gefällt 3 Personen

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