Ich stieß auf Bullshit: Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung [Nachtrag 1, Nachtrag 2]

Die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebene Studie „VERLORENE MITTE – FEINDSELIGE ZUSTÄNDE“ wurde in den letzten Tagen in der Presse ausgiebig behandelt. Untertitel: „Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19“.

„Äußerst alarmierend“, hieß es bei Spiegel Online über die Reaktionen aus SPD, Linken und Grünen, auch andere Politiker warnten vor der Gefahr durch Extremismus und Rechtspopulismus.

Ich bin bei solchen Studien – anders als noch vor fünf Jahren – misstrauisch. Ich sah mir ein Kriterium für von der Studie untersuchte Menschenfeindlichkeit – die „Abwertung asylsuchender Menschen“ – näher an.

Ich stieß auf Bullshit.

„Gesetz vor Willkür“ ist rechtsstaatlich, nicht menschenfeindlich

Zur „Abwertung asylsuchender Menschen“ haben die Forscher den Befragten zwei Aussagen vorgelegt (S. 72):

  • Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein.
  • Die meisten Asylbewerber werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt.

Es sind einige methodische und rhetorische Kniffe notwendig, um aus der Zustimmung oder Ablehnung dieser Aussagen auf Extremismus schließen zu können.

Weitere Fragen zur „Abwertung asylsuchender Menschen“ wurden nicht gestellt.

Wer der Auffassung ist, der Staat sollte bei der Prüfung von Asylanträgen nicht großzügig, sondern objektiv sein, ist kein Rechtsextremer. Man kann diese Position auch mit „Gesetz vor Willkür“ bezeichnen.

Die meisten Asylsuchenden werden in ihrem Heimatland verfolgt?

Wer meint, die meisten Asylbewerber würden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt, liegt wohl richtig – zumindest vertritt er eine legitime Auffassung. Ein Blick auf die Statistik des BAMF zeigt das (BAMF, Aktuelle Zahlen zu Asyl, März 2019, Seite 3: Nicht einmal jeder vierte Asylsuchende wurde im ersten Quartal 2019 als Flüchtling anerkannt, selbst unter Hinzurechnung von Familienasyl, subsidiärem Schutz und Abschiebungsverboten liegt die Schutzquote nur bei 37,9 Prozent).

Die Antworten der Befragten sind dann auch wenig überraschend (S. 68):

Noch stärker geteilt sind negative Vorurteile, wenn es um Asylsuchende geht. Zwischen 44,2–28,2 % stimmen zu, dass »die meisten Asylbewerber in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt werden« und zwischen 74,5–62,4 % der Befragten lehnen es ab, dass der Staat bei der Prüfung von Asylanträgen großzügig sein sollte. Rund ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung teilt diese Einstellungen »teils/teils«.

Aus diesen Aussagen auf Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit zu schließen, ist absurd. Das sind keine politisch extremen Aussagen. Man kann ihnen zustimmen oder sie ablehnen, ohne damit eine (rechts- oder links-)extreme Position zu vertreten.

Negative Vorurteile

Beachtlich ist, dass an dieser Stelle auch gar nicht von Menschenfeindlichkeit gesprochen wird. „Negative Vorurteile“, so werden die den Studien-Machern nicht genehmen Antworten hier bezeichnet.

Aber auch diese Einordnung ist Blödsinn. Weder die Erwartung an den Staat, dass er sich an die Gesetze hält, noch die Meinung, die meisten Asylsuchenden seien nicht verfolgt, sind ein negatives Vorurteil gegenüber Asylsuchenden.

Wie gelingt es den Machern der Studie, diesen Eindruck zu erwecken und daraus sogar eine Gefahr für die Demokratie abzuleiten?

Syndrom gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Nun, die Studie bezeichnet die „Abwertung asylsuchender Menschen“ als „Syndrom gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ – kurz „GMF-Syndrom“.

Klingt wie eine Krankheit. Das ist wohl auch beabsichtigt.

GMF ist als ein Syndrom der Abwertung und Ausgrenzung verschiedener sozialer Gruppen definiert. Diesen Gruppen wird aufgrund von zugewiesenen und sozial konstruierten Merkmalen der kulturellen, ethnischen oder nationalen Herkunft, der Religion, des Geschlechts, der sexuellen Identität, sozialen Lebenslage oder aufgrund einer Behinderung Gleichwertigkeit, Partizipation 56 Verlorene Mitte | Kapitel 3: GMF in Deutschland 2002–2018/19 und Zugehörigkeit versagt. Sie werden als ungleich markiert, weil sie als abweichend von der jeweils eigenen Gruppe wahrgenommen werden. Aus der Markierung als »ungleich« folgt die Ungleichwertigkeit«, d. h. die Adressierten werden mit Ignoranz, Abwertung, Ausgrenzung, Boshaftigkeit, Perversität, Diskriminierung und auch mit Gewalt konfrontiert.

Die Macher der Studie behaupten: Wer einer Gruppe von Menschen bestimmte Eigenschaften tendenziell zuschreibt, leidet am GMF-Syndrom. Diese Menschen würden als „ungleichwertig“ betrachtet. Zum Gewalttäter sei es nur ein kleiner Schritt („die Adressierten werden … auch mit Gewalt konfrontiert“.

Weil die Zuschreibung bestimmter Eigenschaften so verwerflich ist, bedeutet das für Menschen, die sich nicht menschenfeindlich verhalten wollen, dass sie davon ausgehen müssen, dass alle Menschen die gleichen guten Absichten haben. Immer und überall.

Wer Vorurteile hat – eigentlich eine dem eigenen Schutz dienende Errungenschaft der Evolution -, leidet folglich am GMF-Syndrom. Menschenfeindlich verhält sich nach dieser Logik auch derjenige, der sein Verhalten den eigenen Erfahrungen anpasst. Es kommt allein auf die Zuschreibung von gruppenbezogenen Merkmalen an.

Den Machern der Studie empfehle ich, einmal durch eine laute Gruppe Migranten am Bahnhof zu gehen, als wäre es eine laute deutsche Rentnergruppe. Alternativ können sie einen Jugendlichen, der in einer Berliner S-Bahn Müll auf den Boden wirft, darauf hinweisen, dass das nicht in Ordnung ist. Wer dann noch dazu in der Lage ist, sollte ihn bitten, seinen Müll wieder aufzuheben.

Die Feindseligkeit kann sich dabei in Einstellungen und Verhaltensweisen, in Haltungen und Handlungen bzw. der Befürwortung von Handlungen gegenüber diesen marginalisierten Gruppen und ihren Mitgliedern ausdrücken. Damit verbunden sind Kognitionen (z. B. stereotype Vorstellungen davon, wie Personen einer Gruppe typischerweise sind), Emotionen (z. B. Wut, Ärger, Hass, Angst, Neid) und diskriminierende Verhaltensweisen.

Die Feindseligkeit kann sich in Einstellungen ausdrücken? Sollte es nicht umgekehrt sein?

Ich kann meinen Nachbarn, mit dem ich seit Jahren Tür an Tür lebe, abgrundtief hassen – und trotzdem nicht zum Gewalttäter werden. Was genau sagt die Einstellung über das tatsächliche Verhalten von Menschen aus? In der Studie wird nicht einmal der Versuch unternommen, eine Kausalität zu belegen.

Die Macher der Studie zeigen nur, welche Einstellung sie selbst haben und was aus ihrer Sicht richtig ist: Verhalte dich allen gegenüber gleich. Statistiken, die bestimmten Gruppen höhere Kriminalität zuschreiben, lügen. Dich vor ihnen zu schützen macht dich zum Menschenfeind.

Die Definition von Menschenfeindlichkeit gegenüber Asylsuchenden (S. 61) führt uns zurück zu der Frage, wie es sein kann, dass ganz normale Aussagen als Beleg für das GMF-Syndrom herhalten müssen.

Die Abwertung asylsuchender Menschen beschreibt im Kern eine feindselige Haltung gegenüber Menschen, die vertrieben wurden und/oder geflüchtet sind und in Deutschland Schutz und Asyl suchen. Vorurteile gegenüber diesen Menschen drücken sich häufig in der Unterstellung aus, sie würden das Sozialsystem lediglich ausnutzen und Notlagen seien in der Regel nur vorgetäuscht, also der Illegitimität von Asyl- und Fluchtgründen.

„Eine feindselige Haltung gegenüber Menschen, die vertrieben wurden und/oder geflüchtet sind und in Deutschland Schutz und Asyl suchen.“

Schon im ersten Satz werden Zuschreibungen völlig willkürlich getroffen und miteinander verknüpft.

Nicht alle Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, wurden vertrieben, und nicht alle mussten flüchten. Dass sie mit dem Asylantrag in Deutschland wirklich Schutz suchen ergibt sich daraus ebenfalls nicht zwangsläufig.

Hier handelt es sich um Framing.

Die Zuschreibung von Eigenschaften und Motiven an Asylsuchende, die die meisten von ihnen nicht haben oder die sie jedenfalls nicht zwangsläufig haben müssen ist unwissenschaftlich und erinnert eher an gutmenschliche Aktivisten aus dem lokalen Flüchtlingsrat oder ein Statement der Jusos zur Mittelmeer-„Rettung“.

Die Gruppe der Asylsuchenden ist viel größer als die Gruppe der Asylsuchenden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden.

Vorurteile sind GMF

„Vorurteile gegenüber diesen Menschen drücken sich häufig in der Unterstellung aus, sie würden das Sozialsystem lediglich ausnutzen und Notlagen seien in der Regel nur vorgetäuscht“.

Gemeint ist nicht: Vorurteile korrelieren häufig mit GMF. Nein, die Macher der Studie behaupten, GMF sei häufig Folge der Vorurteile.

Kann man das noch als Wissenschaft bezeichnen?

Um Vorurteile mit Menschenfeindlichkeit gleichzusetzen, bräuchte es mehr als Häufigkeit. Belegt wird nicht einmal die Häufigkeit.

Wer in Frage stellt, dass alle Asylsuchenden legitime Fluchtgründe haben, ist GMF-krank

Wir wissen, dass viele Menschen wegen des Sozialsystems nach Deutschland kommen und ihre Flucht deshalb nicht in der Türkei, Griechenland, Spanien oder Italien endet.

Wer es anspricht, ist GMF-krank.

DAS ist die Definition der Studienmachen von „Abwertung asylsuchender Menschen“ als Untergruppe des GMF-Syndroms.

Im Rahmen einer Einstellungsuntersuchung wie der Mitte-Studie wird das GMF-Syndrom begrenzt auf der Ebene einstellungsbasierter Vorurteile erfasst. Allerdings sind diese nicht »nur Einstellungen«, denn erstens bilden diese ein Syndrom; zweitens können wir auch den Zusammenhang zur Gewalt messen; drittens umfassen sie Verhaltensabsichten und viertens zeigt die Forschung recht gut, dass Vorurteile notwendig sind, um manifeste Verhaltensweisen vorzubereiten (Zick & Küpper 2016).

Das muss man genau lesen:

In der Studie werden Einstellungen erfasst – z.B. die Einstellung, viele Asylsuchende hätten gar keine legitimen Fluchtgründe. Aber diese Einstellung ist nicht nur eine Einstellung. Sie ist laut Studienmachern GMF – gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Als Gründe für diese hanebüchene Gleichsetzung werden aufgezählt:

1: Diese Einstellungen bilden ein Syndrom.

Das ist schon sprachlich Müll. Eine Einstellung, die ein Syndrom „bildet“. Hat das überhaupt etwas mit Wissenschaft zu tun?

Auch inhaltlich ist es nur ein Zirkelschluss: Die Einstellung ist ein GMF-Syndrom, weil sie ein GMF-Syndrom bildet. Bullshit.

2: „Wir“ (die Studienmacher) können den Zusammenhang zur Gewalt messen.

Korrelation und Kausalität sind ein bekanntes Problem; die Macher solcher Bullshitstudien halten jede Korrelation für eine Kausalität. Wenn Gewalttäter eine bestimmte Einstellung haben (bleiben wir mal bei der Einstellung, viele Asylsuchende hätten keinen legitimen Fluchtgrund), folgt daraus nicht, dass jeder Mensch mit dieser Einstellung ein Gewalttäter ist.

„Zusammenhang zur Gewalt“ ist irreführender Quatsch.

3: Diese Einstellungen umfassen Verhaltensabsichten.

Ich weiß schon sprachlich nicht, wie Einstellungen etwas „umfassen“ können sollen. Aber meinen wir es mal gut mit den Autoren gehen davon aus, dass gemeint ist, derartige Einstellungen würden Verhaltensabsichten offenlegen. Ja und?

Was für Verhaltensabsichten sollen das sein? Soll hier (wie unter 2.) erneut ein „Zusammenhang zur Gewalt“ suggeriert werden? Ist das zwangsläufig so? Immer? In der Regel? Selten?

Auch dieser Punkt ist Bullshit.

4: Vorurteile sind notwendig, um manifeste Verhaltensweisen vorzubereiten.

Wirklich? Nochmal derselbe kalte Kaffee aufgewärmt? Was denn für „manifeste“ Verhaltensweisen? Soll hier ein drittes Mal auf Gewalt angespielt werden?

Und schließlich ist die Menschenfeindlichkeit ein bindendes und verbindendes Element rechtspopulistischer und rechtsextremer Orientierungen.

Auch diese Argumentation ist Blödsinn. Die Studienmacher mühen sich die ganze Zeit ab, bestimmte Einstellungen als GMF zu definieren. Und zur Begründung dient die Aussage, dass GMF bestimmte Orientierungen verbindet? Was sagt das über die Einstellungen aus? Richtig: Nichts.

Den ganzen Quatsch mit „rechtspopulistisch“ müsste man gesondert auseinandernehmen, allein mir fehlt die Zeit.

Fazit

Es wird ein Zusammenhang zwischen bestimmten Einstellungen (die weder extremistisch noch menschenfeindlich sind) und Gewalt behauptet. Dass das eine aus dem anderen folgt, ist unwahrscheinlich und bleibt in der Studie unbelegt. Möglicherweise besteht nicht einmal der behauptete Zusammenhang, wenn andere Ursachen für Gewalt mit betrachtet würden.

Diese Einstellungen bezeichnen die Möchtegern-Forscher im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung als GMF-Syndrom und ihre Vertreter als Menschenfeinde. Unter ihnen werden viele ehemalige SPD-Wähler sein.

 

[Nachtrag 1: Auf Kritik von Sigmar Gabriel, der die Studie als „dumm und unredlich“ bezeichnete, reagierte die Herausgeberin der Studie:

„Der Studie Alarmismus und bewusste Fehlinterpretation vorzuwerfen entbehrt jeglicher sachlicher Grundlage“, sagte die Herausgeberin Franziska Schröter, Leiterin des FES-Projekts “Gegen Rechts“, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Man muss die Frage stellen, ob Herr Gabriel die Studie überhaupt gelesen hat“, sagte Schröter. „Wir haben sehr wohl an vielen unterschiedlichen Stellen auch die positiven Ergebnisse unserer Erhebung herausgestellt. Und zwei Fragen aus der Studie herauszupicken und anhand derer zu meinen, wir würden Befragte in die rechte Ecke stellen, wenn sie die Aussagen etwa zur Asylpolitik bejahen, ist wissenschaftlich und sachlich einfach falsch.“

Wer denkt, dass dann der Beleg dafür folgt, dass Befragte nicht nur wegen zweier Aussagen zur Asylpolitik in die „rechte Ecke“ gestellt werden, irrt.

Tatsächlich wird ihnen sogar gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit unterstellt – konkret die „Abwertung asylsuchender Menschen“ (Definition der Studienmacher siehe oben).

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Es gibt in der Studie nur diese zwei Aussagen, aus denen auf die „Abwertung asylsuchender Menschen“ geschlossen wurde. Franziska Schröter lügt.]

 

[Nachtrag 2: Eine weitere Schlampigkeit. Herausgeberin Franziska Schröter sagt, „… zwei Fragen aus der Studie herauszupicken und anhand derer zu meinen, wir würden Befragte in die rechte Ecke stellen, wenn sie die Aussagen etwa zur Asylpolitik bejahen, ist wissenschaftlich und sachlich einfach falsch.“

Die erste Aussage musste man verneinen, um als Menschenfeind zu gelten:

  • Bei der Prüfung von Asylanträgen sollte der Staat großzügig sein.

„Bejahen“ trifft nur auf die zweite Aussage zu:

  • Die meisten Asylbewerber werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt.

Selbst auf den Vorwurf, die Studie wäre dumm und unredlich, reagiert Franziska Schröter dumm und unredlich.]

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4 Kommentare zu „Ich stieß auf Bullshit: Die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung [Nachtrag 1, Nachtrag 2]“

  1. Interessant ist natürlich die Frage, warum die Autoren die Feindseligkeit derer, die die tatsächlich Asylberechtigten vertrieben haben, so geflissentlich ignorieren.

    De facto isses ja nunmal so, dass wir nichtmal ISIS-Terroristen wieder loswerden, weil die halt in ihren Heimatländern „politisch verfolgt“ werden und – halt geköpft. Es erfordert schon einiges an Chuzpe, Leuten zu unterstellen, sie seien schlechte Menschen, weil sie keine ISIS-Terroristen mögen.

    Das einen das Kennen von Fakten (wie dass die meisten Asylbewerber keine Asylgründe haben) dann zum Nazi macht, ist eigentlich nur eine Kleinigkeit…

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    1. Das hatte die Bundeszentrale für politische Früh- und Vollverblödung aber schon in den Neunzigern so definiert.

      Wer viel weiß ist vermutlich Nazi.

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  2. Wissenschaftlich ist das übrigens mit den Einstellungen und dem Verhalten so, dass die sog. Theory of Reasoned Action besagt, dass Einstellungen zu Verhalten führen. Das ist quasi eine Krücke, da man „Verhalten“ nur ex post betrachten kann, und dann kann man weder solche Bullshit-Studien machen noch – was relevanter ist- schauen, warum zB Leute Elektroautos kaufen.

    Nun ist das Problem an der TRA, dass das Einstellungs-Verhaltens- zunächst mal nur das ist: Ein Postulat. Eine seriöse Studie trianguliert dann zumindest ein Subsample – d.h., ich frage 1.000 Leute, ob sie Elektroautos mögen, und behaupte dann, die wüden auch welche kaufen, und dann frag ich ein halbes Jahr später alle, die noch mit mir reden, ob sie nun ein Elektroauto gekauft haben. Die Ergebnisse solcher Forschungsbemühungen sind in der Regel grottig; nun haben aber sehr viel mehr Leute Elektroautos, als dass sie „Ausländer klatschen“. Faktisch ist das Postulat damit empirisch nicht haltbar – und die ganze „Studie“ Altpapier.

    Nicht, dass Du das nicht schon gesagt hättest – da wir ja nun keine regelmäßigen Hetzjagden durch Innenstädte sehen, wirkt das ganze etwas „weit hergeholt“. So von wissenschaftlicher Seite denke ich, wäre „Müll“ ein gängiger Fachbegriff.

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