Männer jammern nicht: Wie man Männer mundtot macht

Yvonne52 hat meinen letzten Artikel kommentiert. Im Blog-Beitrag widme ich mich einem Artikel im Guardian, der eine Krise der Männlichkeit herbeiredet und mit fadenscheinigen Argumenten zu begründen versucht.

Diese ganzen Diskussionen öden mich nur noch an.

Mich stört schon der erste Satz des Kommentars, wegen des Frames der hier angewendet wird. Zu einer Diskussion gehören mindestens zwei Teilnehmer im Dialog. Das ist hier aber nicht der Fall.

Guardian-Autorin Arwa Mahdawi nutzt ein reichweitenstarkes Medium um Männern etwas vorzuwerfen, ohne dafür einen Grund anzuführen. Als Reaktion auf diesen Angriff habe ich auf die fehlende Begründung für moralische Vorwürfe und auf andere interessante Aspekte der zitierten Studie hingewiesen.

Indem yvonne52 das als „Diskussion“ framed suggeriert sie, dass hier ein Dialog auf Augenhöhe geführt wird und beide Parteien die gleiche Verantwortung für die Auseinandersetzung tragen.

Wenn ein Medium wie der Guardian die übermächtige Mainstream-Meinung vertritt und basierend darauf Vorwürfe artikuliert, ist das aber nicht das Gleiche wie die Reaktion darauf, die die Vorwürfe widerlegt.

Der Reaktion auf eine Diffamierung die gleiche Verantwortung zuzuschreiben wie der Diffamierung selbst, ist unsachlich.

Yvonne52 schreibt anschließend, dass Männer und Frauen unterschiedliche Präferenzen haben und sie gibt verschiedene Gründe dafür an. Sie schreibt: „Jeder und Jede wählt nach ihren Bedürfnissen“, also dass jeder seinen Partner nach den Gesichtspunkten aussuchen soll, der ihm oder ihr passt.

Diese Meinung teile ich.

Ich habe nichts dagegen, wenn Frauen Männer auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten aussuchen. Das ist ihr gutes Recht. Frauen dürfen beliebige Präferenzen haben. Männer ebenfalls.

Also was ich hier eigentlich sagen will, hört doch auf, den „Schwarzen Peter“ immer zwischen den Geschlechtern hin und her zu schieben.

Auch bei diesem Satz schwingt die gleichmäßige Zuweisung der Verantwortung an beide Seiten mit. Suggeriert wird auch, dass beide Seiten gleichermaßen das andere Geschlecht attackieren.

Das ist nicht der Fall.

Guardian-Autorin Arwa Mahdawi diffamiert ein ganzes Geschlecht. Sie weist den „Schwarzen Peter“ pauschal und unbegründet allen Männern zu, ich weise den „Schwarzen Peter“ Arwa Mahdawi zu, nicht allen Frauen.

Was ich im Artikel deutlich herausgestellt habe, ist, dass es unter den Gesichtspunkten der feministischen Guardian-Autorin eher die Frauen sind, die politisch nicht korrekte Männerpräferenzen haben.

Ich stelle die unterschiedlichen Standards bloß, nach denen Männer und Frauen durch den Guardian bewertet werden, ich lege die Standards von Guardian-Autorin Arwa Mahdawi an sie selbst an, um auf die Doppelmoral aufmerksam zu machen.

Würde ich auf die Zuweisung des „Schwarzen Peters“ an Arwa Mahdawi verzichten, könnte ich in meiner Replik auch nicht zeigen, dass Arwa Mahdawi die zitierte Studie nur sehr selektiv für ihre Argumentation nutzt und die für sie unangenehmen Erkenntnisse weglässt.

Hört einfach auf zu jammern und die Frauen anzuklagen.

Eine sachliche Antwort auf eine Diffamierung als „jammern“ zu diffamieren und sie als pauschale Anklage gegen „die Frauen“ zu framen ist der Tiefpunkt des Kommentars.

Der Guardian-Artikel mit einen pauschalen, unbegründeten Vorwürfen gegen Männer und mit seiner einseitig interpretierten Studie ist nicht das Gleiche wie die Kritik daran. Die doppelten Standards der Autorin zu kritisieren ist keine Anklage gegen „die Frauen“.

Besonders unterirdisch finde ich den pauschal an Männer gerichteten Vorwurf des „jammerns“ – eine Abwandlung von „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „Echte Männer weinen nicht“.

Fazit

Folgt man der „Argumentation“ von yvonne52 läuft es darauf hinaus, Machwerke wie den Guardian-Artikel unkommentiert zu lassen, sie nicht mehr zu analysieren und nicht mehr zu widerlegen.

Es läuft darauf hinaus, dass man drittklassigen Feministinnen die Deutungshoheit überlässt.

Nach allem was ich von yvonne52 hier im Blog an Kommentaren gelesen habe, glaube ich nicht, dass dies ihr Ziel ist. Sie scheint auch keine feministischen Positionen zu vertreten.

Umso mehr wundert mich, wie sehr ihre Argumentationsmethoden denen von Feministinnen gleichen. Sie ist diejenige, die die Argumentation von der Sachebene auf die Beziehungsebene zieht. Sie ist diejenige die die Diffamierung eines ganzen Geschlechts mit der Kritik an der Argumentation einer Person gleichsetzt.

Ich freue mich, dass yvonne52 hier kommentiert. Ich finde es gut, wenn Menschen andere Meinungen als ich vertreten und das auch kundtun.

Ich vertrete meine Meinung aber ebenfalls und mit Erwartungen an mein Geschlecht lasse ich mich nicht mundtot machen.

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4 Kommentare zu „Männer jammern nicht: Wie man Männer mundtot macht“

  1. Das alte Problem mit den Pauschalisierungen. Oft ist es eben so, dass es nicht nur die entschuldigend genannten Ausnahmen gibt, sondern es gibt statistische Verteilungen, die ungenau formulierten Pauschalisierungen widersprechen. Hilft aber nix die Leute darauf hinzuweisen, wenn sie politisch argumentieren, die sehen das meist nicht ein.

    Mich oeden immer die selben alten „Diskussionen“ auch an, aber irgendwer muss es halt machen, bis die grosse Mehrheit die Falschaussagen erkannt hat und ggf. was dagegen tut. Insbesondere bei politischer Propaganda (was Feminismus fast ausschliesslich ist) muss man es tun, sonst wirkt es als gaebe man sich geschlagen. Es ist muehseelige Arbeit, die einem keiner dankt.

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