Die Arroganz von Journalisten oder Wie Kritik argumentfrei weggewischt wird

Bei zeit.de gibt es einen Artikel aus der gedruckten „Zeit“. Er beschäftigt sich mit der FPÖ, die die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ORF „attackiert.“ Der Artikel zeigt für mich deutlich, wie es um die journalistische Qualität der „Zeit“ bestellt ist.

Autor Florian Gasser wirkt sehr bemüht, seinen Kollegen beim ORF beizustehen. Journalisten scheinen zusammenzuhalten. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wenn Norbert Steger über den ORF spricht, klingt er manchmal wie ein Kriegsreporter. Ein „linker Endkampf“ tobe am Küniglberg, die Berichterstattung sei nicht objektiv, über Ungarn werde falsch berichtet,

Florian Gasser zitiert FPÖ-Politiker Norbert Steger, geht aber nicht auf die behaupteten Verfehlungen des ORF ein. Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt. Aus Gassers Sicht scheint der ORF selbst keinen Anteil an der Situation zu haben, die Kritik ist unberechtigt.

In Deutschland liegt die Parteipräferenz von Journalisten weit im politisch linken Bereich. In Österreich ist das ebenso, was ein Indiz dafür ist, dass die Kritik Norbert Stegers berechtigt ist. Für Florian Gasser ist das keinen Gedanken wert.

Dann folgen im Artikel vorgebliche Hintergrundinformationen über Norbert Steger, die wohl nach großer Recherche aussehen sollen. Die Geschichte des Aufstiegs Norbert Stegers in der FPÖ trägt nichts zum eigentlichen Thema bei. Sie soll Steger lediglich diskreditieren.

Laut Absprache mit der ÖVP soll er [Steger] am 17. Mai zum Vorsitzenden des Stiftungsrates, der unter anderem den Generaldirektor bestellt, gewählt werden. Ganz wohl ist dabei nicht mehr allen.

Steger übernimmt eine Position, die schon immer politisch besetzt wurde. Daran ist nichts neu oder ungewöhnlich. Genausowenig ist es ungewöhnlich, dass dabei nicht „allen“ wohl ist.

Florian Gasser hat keine überzeugenden Argumente, stattdessen verlegt er sich auf Andeutungen.

Es ist nicht der erste Angriff auf den ORF, seit die FPÖ in der Regierung ist.  […]

Doch was ist das Ziel all der Angriffe?

Ein „Angriff“ auf den ORF ist es aus Florian Gassers Sicht, wenn ein ORF-Kritiker zum Vorsitzenden des Stiftungsrates bestellt wird. Ein weiterer „Angriff“ auf den ORF als Institution ist es, wenn ein FPÖ-Politiker einen ORF-Moderator der Lüge bezichtigt.

Kurzfristig sollen vor allem Angst und Schrecken verbreitet, Journalisten eingeschüchtert und ihre Arbeit desavouiert werden.

Berechtigte Kritik am ORF gibt es offenbar nicht. Die Motive Stegers und seiner Partei sind unlauter, da ist sich Florian Gasser sicher.

Die langfristige Strategie: Der ORF soll wohl in seiner jetzigen Form zerschlagen werden – weil er von der FPÖ nicht kontrolliert werden kann, kritische Medien lästig sind und die Freiheitlichen davon ausgehen, dass sie ihn nicht mehr brauchen, um ihre Botschaften zu verbreiten.

In Florian Gassers Weltsicht ist die Forderung nach der Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kein legitimer politischer Standpunkt, zu dem man unterschiedliche Meinungen haben kann.

Nein, für Gasser stehen Spekulationen über die Motive einer Seite im Mittelpunkt der Diskussion. Mit diesem Ablenkungsmanöver weicht er der Diskussion um die Grundsatzfrage aus, ob es einen mit obligatorischen Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben sollte.

Die Machtbalance im ORF ist ein fein austariertes System.

Das ist eine sehr euphemistische Umschreibung für Postenschacherei.

Seit Jahrzehnten teilen sich SPÖ und ÖVP den Rundfunk untereinander auf.

Das bestätigt meinen ersten Eindruck: Es scheint beim ORF einiges im Argen zu liegen, wenn er an den Interessen nur zweier Parteien ausgerichtet ist. Das bildet wohl kaum die Interessen und Meinungen in der österreichischen Gesellschaft ab.

Meinungspluralismus sieht anders aus.

Florian Gasser versucht es so klingen zu lassen, als würde das Problem von denjenigen ausgehen, die eine solche Institution in Frage stellen.

Die FPÖ geht in diesem Spiel seit Jahrzehnten leer aus. Hinter dem Vorwurf der mangelnden Objektivität verbirgt sich deshalb auch der Wunsch nach mehr Einfluss im staatlichen Rundfunk. Jetzt, da sie wieder Teil der Regierung sind, wollen die Freiheitlichen endlich ein Stück vom Kuchen am Küniglberg.

Wir halten fest: Beim ORF liegt einiges im Argen. Statt sich damit auseinanderzusetzen, spekuliert Florian Gasser über die Motive der Kritiker. Diese Motive kanzelt er als unlauter ab und geht damit der Diskussion über die Inhalte aus dem Weg.

Mit seinen Spekulationen über die Motive mag er Recht haben oder auch nicht, alle berechtigte Kritik aber auszublenden, nur weil sie aus der falschen politischen Ecke kommt, wird dem Thema nicht gerecht.

Aber selbst wenn Gasser mit den behaupteten Motiven der Freiheitlichen recht hätte: Was ist unlauter daran, wenn die FPÖ, die in diesem Spiel seit Jahrzehnten leer ausgeht, weil SPÖ und ÖVP den Rundfunk jahrzehntelang untereinander aufgeteilt haben, mehr Einfluss im staatlichen Rundfunk fordert?

So beschreibt Gasser selbst die Situation. Sieht er nicht, dass er mit zweierlei Maß misst?

Was ist mit der Motivation von SPÖ und ÖVP, die jahrzehntelang die einflussreichen Posten besetzt haben und ihre Macht weiter sichern wollen? Eine festzementierte „Machtbalance“ zwischen zwei Parteien ist kein „fein austariertes System“, sondern undemokratisch.

Hier geht es um Meinungsmacht, deren Verlust die überwiegend politisch links stehenden Journalisten in den etablierten Medien fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

Und während große Printverlage den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sonst schon mal als „Staatsfernsehen“ kritisieren, springen ihm Journalisten bei, wenn die linke Deutungshoheit in Frage gestellt wird.

 

Ich nehme Florian Gasser nicht als Journalisten, sondern als politischen Aktivisten wahr – so deutlich ist die politische Zielstellung des Textes und so wenig beleuchtet er die inhaltlichen Fragen.

Seriöse Nachrichten sind der FPÖ ein Dorn im Auge.

Dieses ständige Unterstellen bestimmter Motive – ohne irgendwelche Belege – geht mir auf die Eier. Florian Gasser unterstellt im ganzen Artikel, dass er die Motive seiner politischen Gegner kennt. Das ist kein Journalismus.

Florian Gasser begründet nicht, warum alle Österreicher den ORF zwangsfinanzieren müssen.

Ohne politische Kontrolle ist der ORF ein reiner Selbstbedienungsladen, über den die Beitragszahler keinerlei Kontrolle mehr hätten. Mit politischer Kontrolle gibt es einen  politischen Einfluss auf das Programm.

Das ist das Konstruktionsproblem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Es ist nur durch seine Abschaffung lösbar. Aber diese Frage möchte Florian Gasser nicht diskutieren. Er erstickt sie in Spekulationen über unlautere Motive einer Partei.

Der österreichische Medienmarkt ist klein und wird vom Boulevard dominiert. Mit dessen Marktmacht kann einzig der ORF mithalten.

Vermutlich ist es genau umgekehrt: Durch die Marktmacht des ORF werden die anderen Medien zu einer Abgrenzung ihres Produktes gezwungen und neigen deswegen zum Boulevard. Schließlich müssen andere Medien um Kunden kämpfen, und der Boulevardmarkt ist vom ORF nicht vollständig besetzt.

Gäbe es den mit Zwangsgebühren ausgestatteten ORF nicht, der mit seiner Finanzmacht jede Konkurrenz erdrückt, gäbe es vielleicht einen Markt für seriöse Nachrichten.

Die Nachrichtensendungen erreichen noch immer ein großes Publikum. Wenn am Abend die Zeit im Bild läuft, hat sie einen Marktanteil von fast 50 Prozent.

Florian Gasser möchte damit die Relevanz des ORF belegen, aber das belegt nur das künstliche, nicht durch Marktmechanismen geschaffene Quasi-Monopol des ORF.

Aus dem hohen Marktanteil folgt aus meiner Sicht eine große Verantwortung des Senders, neutral zu berichten und alle Meinungen abzubilden.

Florian Gasser berichtet, dass Politiker den ORF unter sich aufteilen. Auswirkungen auf die neutrale Berichterstattung und die Abbildung anderer Meinungen scheint das aus seiner Sicht aber nicht zu haben.

Ich finde das weltfremd, Florian Gasser scheint darin hingegen keinen Widerspruch zu sehen.

 

Es gibt Untersuchungen, etwa jene, die ein Team um den englischen Forscher James Curran in mehreren Ländern durchgeführt hat, die der Frage nachgingen, welche Leistungen öffentlich-rechtliche Medien für die Allgemeinheit und die Demokratie bringen. Die kurze Antwort: Sie machen klüger. Sie schaffen informierte Wähler. Menschen, die rein kommerzielles Privatfernsehen schauten, wussten weniger Bescheid über das aktuelle politische Geschehen.

Der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Vielleicht schauen klügere Menschen eher weniger Boulevard. Oder sie neigen eher zu den im öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorherrschenden politischen Meinungen.

Viele Erklärungen sind denkbar. Florian Gasser wirft anderen vor, aus politischen Motiven heraus zu handeln, während seine eigenen politischen Motive in jedem Satz sichtbar sind.

Informierte Wähler könnten aber dahinterkommen, dass die Freiheitlichen für ihr eigenes Klientel wenig herausholen.

Florian Gasser hält die Wähler einer bestimmten Partei für uninformiert, vulgo dumm. Welch elitäre Arroganz.

Was immer sich die Wähler der Freiheitlichen wünschen (Gasser weiß das) – ihre Partei holt wenig für sie heraus (Gasser weiß das), und die Partei greift den ORF an, damit die Wähler nicht dahinterkommen (Gasser weiß auch das).

Was für eine einfache Welt: Gut und Böse, informiert und uninformiert. Gasser (informiert und gut) kennt die FPÖ-Wähler (uninformiert und zum Bösen verführt). Er weiß, was gut für sie ist – besser als die Wähler selbst.

Bei den Koalitionsverhandlungen musste die Partei ordentlich Federn lassen – und merkte das erst, als es zu spät war. Mit vielen Wendungen und kruden Themen werden unpopuläre Maßnahmen übertüncht. Wer das hinterfragt, gilt als nicht objektiv und unseriös.

Immer wieder dasselbe. Florian Gasser sieht keine Kritikpunkte beim ORF. Der ORF macht alles richtig. Wer das anders sieht hat unlautere Motive.

Ich möchte Florian Gasser zurufen: Ich glaube, Gefahren lauern nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren. Wer sich gegen jegliche Kritik immunisiert, wird hinweggefegt.

Ich gebe zu, ich erinnere Linke gern an die Weisheiten von Kommunisten.

Um dem entgegenzuwirken, hat sich die FPÖ längst ein mediales Paralleluniversum aufgebaut. Jörg Haider war für eine hohe Reichweite noch auf den ORF angewiesen. Heinz-Christian Strache hat dafür FPÖ-TV und andere Medien, die teils von der Partei selbst produziert werden oder zumindest in ihrem Dunstkreis agieren.

Obwohl die Kritik am ORF unberechtigt ist, die Berichterstattung also neutral ist und alle Meinungen vorkommen und richtig wiedergegeben werden, hat die FPÖ ein „mediales Paralleluniversum aufgebaut.“

Dass der ORF im Dunstkreis bestimmter Parteien agiert ist kein Problem für Florian Gasser. Setzt eine weitere Partei dem etwas entgegen, eigenfinanziert wohlgemerkt, ist das hingegen ein „Paralleluniversum“.

Sie geben sich unabhängig, doch ihre Macher sind mit den Rechtspopulisten verquickt. Ihre Themen: Asyl, Sicherheit, Migration und die sogenannten Systemmedien, denen man nicht mehr trauen könne.

Gasser scheint nicht zu bemerken, dass er keine prinzipiellen Argumente gegen die Medienpolitik der FPÖ anführt. Ihn stört einfach, dass die FPÖ eine andere Meinung vertritt als er und diese auch verbreitet sehen möchte.

Aus den „falschen“ Themen leitet er eine Verquickung von Medien mit einer Partei her. Mit derselben Argumentation kann man den ORF als mediales Paralleluniversum bezeichnen.

Die Verquickung des ORF mit Parteien – auf die er selbst hinweist – ist für Gasser kein Problem, weil die Themen stimmen.

Sosehr FPÖ-Politiker gegen den ORF donnern, als Reibebaum wird er dann doch wieder gerne genützt.

Jetzt wird es komplett absurd. Kritiker sollen sich darüber freuen, dass sie Grund zur Kritik haben? Fällt ihm wirklich nichts Klügeres ein?

Hinter all der Kritik und dem Gepolter steckt aber auch ein blaues Dilemma: So gerne man den ORF kontrollieren würde, es fehlt ganz einfach das notwendige Personal dafür.

Wirklich? Es gibt kein Personal bei der FPÖ?

Die Partei betreibt einen eigenen Sender und es gibt andere Medien „in ihrem Dunstkreis.“ Aber irgendwelche Pöstchen für irgendwelche Schwätzer soll die Partei nicht besetzen können?

Hört Florian Gasser sich selbst eigentlich zu?

Burschenschafter, das gut ausgebildete Rückgrat der Partei, werden zwar oft gute Juristen, aber eher selten Journalisten.

Hahahahaha. Ich habe Tränen gelacht. Lieber Florian, wie wäre es denn mal mit Argumenten? Hilft dir dein offensichtliches Feindbild „Burschenschaftler“ wirklich weiter?

Journalisten gibt es wie Sand am Meer, Florian. Ich sehe auch nicht, dass ausgebildete Journalisten bessere Journalisten sind als berufsfremde.

Florian, du selbst hast Geschichte und Politikwissenschaft studiert. Es liegt auf der Hand, dass für den Beruf Journalist keine spezifische Qualifikation benötigt wird.

Ich bin sicher, lieber Florian, einen besseren Artikel als deinen zu schreiben, das schaffen auch Burschenschaftler!

Das Mittel der Wahl: Die „Zwangsgebühren“ gehörten rasch abgeschafft. Ohne Rundfunkbeiträge wäre der ORF in seiner jetzigen Form Geschichte – die reichweitenstärksten Medien wären dann die Boulevardblätter.

Florian Gasser denkt nicht sehr weit. Mit einer Abschaffung der Gebühren würde sich die Situation auf dem Medienmarkt natürlich ändern. Ohne die finanzielle Durchschlagskraft des ORF gäbe es einen Markt für seriöse Nachrichten.

Vielleicht gäbe es nach einiger Zeit sogar mehrere voneinander unabhängige Anbieter seröser Nachrichten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen und damit für mehr Meinungsvielfalt sorgen würden, als es jetzt beim monopolistischen ORF der Fall ist.

Noch nie konnte der ORF so frei und unabhängig berichten wie jetzt.

Ich möchte betonen, dass ich Florian Gassers Einschätzung der journalistischen Qualität des ORF voll und ganz vertraue. Sein Artikel ist in jeder Hinsicht ein Beleg seiner Kompetenz, solche Bewertungen neutral vornehmen zu können.

Fazit

Dass solch elitäre Texte in der „Zeit“ veröffentlicht werden spricht Bände über den Zustand des Journalismus in Deutschland. Die eigene Filterblase ist so klein, dass niemand in der Redaktion die Schwächen des Textes bemerkt. Er wird durchgewunken und veröffentlicht.

Ich bin kein Österreicher und kein ORF-Zuschauer. Inhaltlich war ich – bis zu Florian Gassers Artikel – wenig an diesem Thema interessiert. Die Qualität des Artikels war es, die mich dazu gebracht hat diesen Blog-Beitrag zu schreiben.

Die Arroganz mit der sich Journalisten wie Florian Gasser über andere erheben ist bemerkenswert. Ohne auf inhaltliche Kritikpunkte einzugehen, werden unerwünschte Meinungen diskreditiert und weggewischt.

Der eigene Berufstand Journalist wird zu etwas Besonderem verklärt, dessen Ausbildung unersetzbar ist. Die Qualität journalistischer Berichterstattung ist für andere unerreichbar. Und was der politische Gegner macht ist sowieso kein Journalismus.

Hochmut kommt vor dem Fall.

Lieber Florian Gasser: Jeder Maschinenbauingenieur könnte dich ersetzen. Die Texte wären anfangs vielleicht etwas ungeschliffen, aber dafür nicht so gestelzt wie deine.

Du hingegen, Florian, könntest keinen Maschinenbauer ersetzen.

Deine Arroganz entbehrt jeder Grundlage.

Und ich glaube, lieber Florian, deine Arbeit wird demnächst durch Computer erledigt werden. Noch vor den Taxifahrern wird es deinen Berufsstand treffen.

Je mehr solcher Texte ich lese, desto besser finde ich diese Entwicklung.

Advertisements

5 Kommentare zu „Die Arroganz von Journalisten oder Wie Kritik argumentfrei weggewischt wird“

  1. sehr guter Text. Das Machwerk in ZON war mir auch sauer aufgestoßen.
    Besonders hat mir der Nachsatz über Journalisten vs. KI vs. Maschinenbauer gefallen. Er macht klar wohin der Weg der Qualitätsmedien gehen wird. Nämlich hin zu staatsfinanzierten Propagandamedien.
    Die der Meschinenbauer über eine GEZ+ wird finanzieren dürfen.

    Gefällt 2 Personen

  2. Österreicher hier, und zufällig auch aus dem Maschinenbau. Gestalten wie dieser Schreiberling dürften den Arbeitscomputer eines Maschinenbauers, mit dem er täglich konstruiert, erst anfassen, wenn er zwei Jahre analog mit einem Zeichenbrett geübt hat. Zum Niedergang des ORF: Ich erinnere mich wohltuend an die frühen 90er, als ich vor allem mit meinem Vater abends vor dem Fernseher saß und mich freute, wenn die Nachrichten vorbei waren, da es endlich Zeit war für die tollen UNIVERSUM-Dokumentationen. Jetzt, als Erwachsener, habe ich nicht nur dem ORF, sondern allen Sendern, seien sie aus der BRD oder der Schweiz, komplett abgeschworen, da einfach durch die Bank alle Sender, speziell was Nachrichten angeht, eine Schmerzgrenze unterschritten haben. Die Leute meiner Generation, also jene, die in den 90ern aufwuchsen, holen sich ihre Nachrichten aus verschiedenen Quellen allesamt aus dem Internet. Der Zenit des Fernsehens scheint mir bereits längst überschritten, sie halten aber an alten Gewohnheiten fest und werden, das ist biologisch belegt, wie alle anderen, die sich nicht anpassen wollten, aussterben.

    Gefällt 2 Personen

    1. „Vater abends vor dem Fernseher saß und mich freute, wenn die Nachrichten vorbei waren, da es endlich Zeit war für die tollen UNIVERSUM-Dokumentationen“
      Jein, den Effekt kenne ich auch aber es stellt sich leider die Frage, ob das evt. im Rückblick verklärt ist.

      Gefällt mir

      1. Ich war erst wenige Jahre alt, natürlich ist das verklärt und für Nachrichten interessiert man sich in diesem Alter kaum. Die waren auch komplett irrelevant in meiner damaligen Lebenswelt. Man saß halt die Zeit ab bis endlich die Dokus kamen.

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s