Wenn konkrete Probleme keine Rolle spielen

In Cottbus gibt es Probleme mit jungen Flüchtlingen.

Die Schwierigkeiten sind so groß, dass sich die Landesregierung einschaltete und zusätzliche Polizisten in die südbrandenburgische Stadt schickt.

Selbst die SPD-Linke Landesregierung scheint zu bemerken, dass es so nicht weitergehen kann.

Nach einem Streit am Mittwoch zwischen Jugendlichen wurde ein 16-jähriger Deutscher von einem Syrer an eine stehende Straßenbahn gedrückt. Der junge Mann bedrohte ihn mit einem Messer und schnitt ihm ins Gesicht.

Von solchen Vorfällen lese ich in letzter Zeit häufiger. Sehr viele Ausländer in Deutschland scheinen permanent ein Messer mit sich zu führen. Das wird genutzt, um die Ex-Freundin oder einen Gegner abzustechen.

Am Freitag zuvor war ein Ehepaar in einem Einkaufszentrum von drei Jugendlichen angegriffen worden. Die 14, 15 und 17 Jahre alten Syrer verlangten am Eingang den Vortritt und forderten von der 43-jährigen Frau, dass sie ihnen „Respekt bezeuge“. Dann attackierten sie das Paar, einer der Jugendlichen zog ein Messer. […] Einer der Jugendlichen, ein 14-Jähriger, ist der Polizei wegen anderer Vorfälle bereits als gewalttätig bekannt.

Das sind Menschen, denen in Deutschland ein Dach über dem Kopf gegeben wird und die versorgt werden. Und sie tragen nicht nur selbst nichts bei – nein, sie greifen andere Menschen an, mit potenziell tödlichen Waffen.

Laut Bericht ist die Stimmung in der Stadt „aufgeheizt“.

Ich frage mich in dieser Situation, was passiert, wenn auch die Deutschen beginnen, sich zu bewaffnen um sich verteidigen zu können. Und wenn das nächste Mal einer Gruppe von Leuten der Kragen platzt. Ich sehe einen Lynchmob vor mir.

Das meine ich völlig ernst. Die Bevölkerung hat inzwischen gelernt, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Menschen über 40 angegriffen werden und dass bei jedem Angriff das eigene Leben auf dem Spiel steht.

In einem Einkaufszentrum gibt es genügend Publikumsverkehr. Wenn wieder ein Angriff passiert, ist es gut möglich, dass zwei, drei Personen eingreifen. Diesmal aber mit Messern. Und sie wissen ganz genau, dass es kaum rechtsstaatliche Mittel gibt, die verhindern, dass der Angreifer in wenigen Tagen wieder hier ist.

Die Linken werden von Pogromen sprechen. Die Rechten von Selbstverteidigung.

„Besonders diese Tat am helllichten Tag in dem Einkaufszentrum hat viele Bürger schockiert“ […]

Einige fühlten sich nicht mehr sicher in der Innenstadt, vermieden gar das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Die Cottbusser sind vorsichtiger geworden, einige sagen, sie gehen nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf die Straße.

Die Cottbusser passen ihr Leben an die neuen Gegebenheiten an. Bei Deutschen kann man recht lange sehr sicher sein, dass sie dies schweigend hinnehmen werden.

Genauso schweigend werden sich immer mehr Deutsche bewaffnen. Die Deutsche Gesellschaft ändert sich damit tiefgreifend.

Sieht keiner das Risiko, dass der Bevölkerung in Deutschland damit die Zivilisation ausgetrieben wird? Versteht keiner, dass damit das Gewaltmonopol des Staates weiter ausgehebelt wird?

Wir sind dabei eine wichtige zivilisatorische Errungenschaft zu verlieren, aber es interessiert niemanden.

Nun am Mittwoch die zweite Tat in der schon aufgeheizten Atmosphäre. Der Leiter des Bürgervereins Stadtmitte, Gottfried Lindner, erzählte, die Menschen seien aufgebracht, der Ton gegenüber Flüchtlingen werde rauer.

Das ist genau die Stimmung für einen Lynchmob.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt zweimal eine Zuzugssperre für Flüchtlinge beim Land Brandenburg beantragt. […] Doch die rot-rote Landesregierung in Brandenburg lehnte ein solches Vorgehen für Cottbus ab.

Aus Sicht der brandenburgischen Landesregierung sollen sich die Cottbusser mal nicht so anstellen.

„Der Junge ist bereits mehrfach durch Straftaten aufgefallen. Die Polizei hatte schon im Dezember mit dem Vater gesprochen und ihm klipp und klar gesagt, wenn er sich hier nicht so verhält, wie man es erwarten kann, wird es Konsequenzen geben.“

Ich kann mir richtig vorstellen, wie sie mit „Du-Du-Du“ eingeschüchtert werden und danach direkt produktive Mitglieder der Gesellschaft geworden sind.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, dass die Polizeipräsenz in Cottbus verstärkt werde. „Wir werden Sorge dafür tragen, dass sich die Menschen in dieser Stadt weiter sicher fühlen können“, sagte er.

Wie ich es von einem Politiker der SPD erwarte, scheint der Ministerpräsident in seiner eigenen Welt zu leben. Es klingt für mich wie Hohn, wenn er von „weiter sicher“ spricht. Dabei ist das Sicherheitsgefühl bereits zerstört. Von „weiter“ kann keine Rede sein.

Indem er nicht einmal eingesteht, dass die Bürger der Stadt – die ihr Verhalten bereits geändert haben – sich in Deutschland nicht mehr sicher fühlen, heizt er die Situation weiter an.

Die Stadt sei bei den Flüchtlingen schon lange an ihren Grenzen angekommen, sie sei mit 240 Millionen Euro hoch verschuldet und liege in einer strukturschwachen Region. Gebraucht würden Wohnungen, Sozialarbeiter, Betreuer. Das koste Geld. „Cottbus wird alleingelassen“, sagt er.

Das kommt hinzu. Die Bürger der Stadt sehen, was sie der Zuzug der Flüchtlinge kostet. Und gleichzeitig erleben sie, dass diese ihre Kinder abstechen.

Anders sieht es Andre Kaun, Fraktionschef der Linken, der nach der CDU zweitgrößten Fraktion im Stadtparlament. „Solche Vorfälle sind natürlich nicht schön und der ganzen schwierigen Lage nicht dienlich“, sagt er zu den Taten.

Dass „solche Vorfälle“ den Cottbussern „nicht dienlich“ sind, liegt auf der Hand.

Was meint er mit „der ganzen schwierigen Lage“? Ich frage mich, was er glaubt, wobei solche Vorfälle „nicht dienlich“ sind. Die Sicherheit der Cottbusser scheint keine Priorität für den Fraktionschef der Linken im Stadtparlament zu haben.

Man müsse jedoch sehen, dass es sich um sehr junge Leute handele, 14 oder 16 Jahre alt.

Warum muss man das sehen? Warum kann man nicht sehen, dass diese jungen Leute in Cottbus Zuflucht gesucht und bekommen haben und dafür Gegenzug die Bevölkerung angreifen?

Macht das Alter die Gewalt irgendwie besser? „Meinem Sohn hat man das Gesicht zerschnitten.“ – „Das ist ja schlimm!“ – „Ach wo! Der Täter war erst 14.“

Was stimmt nicht mit Andre Kaun?

„Es ist nicht hilfreich, wenn man die Situation nur so darstellt: ‚Die bösen Syrer zücken ein Messer.‘“

Nicht hilfreich wobei?

Für die Cottbusser ist es sehr hilfreich, wenn die Situation so beschrieben wird, wie sie ist. Denn nur dadurch bekommen sie Unterstützung durch die Landesregierung, auch wenn es nur weitere Polizisten sind, die Straftäter verhaften und dann laufen lassen.

Diese Menschen hätten Krieg erlebt

Ich finde es schön, dass Andre Kaun, Fraktionschef der Linken im Stadtparlament, sich so gut in die Täter hineinversetzen kann. Das wird der 43-jährigen Frau, die mit dem Messer angegriffen wurde, richtig helfen.

Angst um das eigene Leben zu haben ist doch absurd! Wenn die nur wüsste, was der erlebt hat, der sie angegriffen hat!

und hätten eine Lebenserfahrung, Erziehung, „die wir als Deutsche so nicht kennen“.

Ach so? Ich dachte die sind ganz schnell integriert und werden hier Ärzte und Ingenieure? Immer so wie es gerade passt, was Andre?

Gestern erfolgreiche Menschen die unsere Rente sichern und heute haben sie eine andere Erziehung? Eine Erziehung, so impliziert das Andre Kaun, nach der es normal ist, andere Menschen abzustechen.

Ich werde dich bei Gelegenheit zitieren, Andre.

Dass jetzt der Vater in Sippenhaft für den Sohn genommen wird, gehe nicht.

Vater und Sohn sollen der Stadt verwiesen werden, das lehnt Andre Kaun ab.

Aber – so als wolle er alle meine Vorurteile gegen Linke bestätigen – eine Lösung bietet er nicht an.

Es gibt ein schweres Gewaltproblem, die Menschen haben Angst, verändern ihr Verhalten und die Stimmung in der Stadt ist aufgeheizt. Aber solche konkreten Probleme spielen für Linke keine Rolle.

Aber der Chef der zweitgrößten Fraktion im Stadtparlament macht sich Sorgen um einen Kriminellen und seinen Vater, der offensichtlich nichts tun kann oder nichts tun will.

Wenn er so besorgt um Flüchtlinge ist, warum sieht er keine Gefahr für die Flüchtlinge, die nicht kriminell sind? Versteht er nicht, dass die Stimmung in Stadt und Land irgendwann so umschlagen könnte, dass niemand mehr differenzieren will oder kann?

Glaubt Andre Kaun, dass man den Bogen beliebig überspannen kann?

 

 

2 Kommentare zu „Wenn konkrete Probleme keine Rolle spielen“

  1. Wohin das am Ende führt kann man ja bereits lesen: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/ausschreitungen-in-wurzen-wer-ist-opfer-wer-ist-taeter-15399694.html

    Die im Titel aufgeworfene Frage nach Tätern und Opfern möchte man natürlich mit dem Hinweis auf Neonazis beantworten. Der Mangel an Folgeberichterstattung lässt jedoch auch Spielraum für andere Erklärungen. Am Ende spielt es aber keine Rolle, den dem Anschein nach finden sich auf beiden Seiten Täter und Opfer.

    Leider ist das staatliche Gewaltmonopol nur dann etwas wert, wenn der Staat auch Willens und in der Lage ist dieses auszuüben. Ist der Damm erst einmal gebrochen, wird im Zweifel eben nicht mehr genau hingesehen um zwischen Kriminellen und friedlichen Migranten zu unterschieden. Bürgerkriege auf europäischem Boden sind 2018 nicht mehr unvorstellbar.

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