Wie das ZDF Mädchen zu sich selbst überschätzenden Feministinnen erzieht

Als ich am Sonntag Morgens den Fernseher einschaltete, lief gerade die Sendung „Löwenzahn“. Und zwar mit neuem Hauptdarsteller. Statt Peter Lustig gibt es jetzt einen Fritz Fuchs.

In der Sendung ging es um ein Mädchen, das beim Bäcker aushilft. Ohne es mit Ihrem Chef abzusprechen räumt sie ihre eigene Kreation, ein Blaubeerbrot, in die Auslage des Marktstandes ein.

Das Produkt ist schlecht, wie sie selbst einräumt.

Dann kommt ihr Cousin (Fritz Fuchs) hinzu und es kommt heraus, dass sie noch nicht einmal ein Rezept für das Blaubeerbrot hatte.

Der Bäcker feuert sie, weil sie Mist gebaut hat. Das wird als schlecht und überzogen dargestellt.

Der Cousin Fritz Fuchs verspricht, das Mädchen zu unterstützen. Tatsächlich ist es umgekehrt: Er backt Brote, während sie ihn unterstützt. Er eröffnet einen eigenen Marktstand, um die Brote zu verkaufen. Sie unterstützt ihn auch dabei.

Der Bäcker moniert den Stand bei einem städtischen Beamten und der schließt den Stand, weil er die Hygienebestimmungen nicht erfüllt. Das Mädchen geht auf den Vorwurf der mangelnden Hygiene nicht ein, nimmt aber die Schließung nicht hin. Sie wirft dem Beamten vor, dass er ja „noch nicht Mal probiert“ habe. Sie ist der Meinung, dass der städtische Beamte „total übertrieben“ hätte.

Erst jetzt probieren sie das Brot und stellen fest, dass es immer noch schlecht schmeckt. Ein heimlicher Helfer mischt sich ein und mit seiner Hilfe wird das Rezept so weit verbessert, bis es sogar besser als das Originalrezept ist.

Cousin Fritz Fuchs übernimmt weiterhin das Backen, das Mädchen verrichtet weiterhin Hilfsarbeiten.

Über Nacht bekommt das Mädchen („Charlie“) das Bett, Fritz Fuchs übernachtet in der Badewanne. Während sich Fritz Fuchs am nächsten Morgen um das Blaubeerbrot kümmert, schläft Charlie lange aus.

Auf dem Markt wird der Bäcker als rückständig und langsam hingestellt, Fritz Fuchs und seine Hilfskraft Charlie hingegen als smart und schnell.

Die Idee des Mädchens, Blumentöpfe als Formen für das Brot zu nutzen, wird vom Bäcker besonders hervorgehoben. Nur: Das war – einmal mehr – Fritz Fuchs‘ Idee, nicht Charlies.

Der Sohn des Bäckers wendet sich gegen seinen Vater und hilft ihnen beim Verkaufen, weil alle Kunden nur das Blaubeerbrot haben wollen, der Bäckerstand hingegen bleibt leer. Der Sohn des Konkurrenten stellt sich nun als der heimliche Helfer heraus. Er ist ihr heimlicher Verehrer.

Als der ganze Stand leergekauft ist, klatschen Fritz Fuchs und Charlie ab.

Der Bäcker gibt zu, dass er Charlie unterschätzt hat. Er entschuldigt sich bei ihr. Er lobt den Geschmack des Brotes.

Cousin Fritz Fuchs fragt Charlie, ob sie – „mit deinem Talent“ – zu einer Zusammenarbeit mit dem Bäcker bereit wäre, der Bäcker ist hocherfreut.

Feministisches Rollenvorbild

In der feministischen Weltsicht fehlen Mädchen vor allem weibliche Rollenvorbilder, an denen sie sich orientieren können. Hier liefert das ZDF ein grandioses Vorbild.

Charlie bekommt jede erdenkliche Unterstützung bei ihrer Mission. Sie selbst trägt nur wenig bei und sie zeigt auch wenig Initiative.

Dafür wird sie trotzdem gelobt. Dieses Lob teilt sie nicht mit ihren Unterstützern.

Um die Sache auf die Spitze zu treiben, bedankt sie sich nicht bei ihren Unterstützern. Nicht ein Mal in der ganzen Sendung.

Sie lernt nichts aus ihre Fehlern, sie räumt nicht mal ein, dass sie Fehler gemacht hätte. Es gibt nicht die Erkenntnis, dass ihr eigenes Verhalten für die Reaktion der anderen verantwortlich gewesen sein könnte. Das Backen des schlecht schmeckenden Blaubeerbrotes ohne Rezept, das unabgesprochene Präsentieren dieses Blaubeerbrotes im Marktstand des Bäckers, ihr bequemes Ausschlafen während Fritz für sie arbeitet,  nichts wird reflektiert.

Charlie scheint zu glauben, dass sie innovative Ideen hat, dass aber manche Männer ihr grundlos Steine in den Weg legen wollen.

Niemand erklärt ihr, dass es nicht fair zugeht, wenn nicht für alle die gleichen Regeln gelten. Aus Charlies Sicht stellt die Gesellschaft pedantische Regeln auf und nutzt sie grundlos und als Schikane, um ihren Erfolg zu verhindern.

Manche Männer helfen Charlie ungefragt und sind stets zu Diensten.

Das Mädchen besitzt  beeindruckende Selbstsicherheit und zeigt eine große Anspruchshaltung, obwohl sie in der Sendung keine besonderen Fähigkeiten zeigt.

Was sollen Kinder von dieser Sendung lernen?

Bei Grimms Märchen gibt es meist eine Lehre, die Kinder aus der Erzählung ziehen können. Fleiß zahlt sich aus, Faulheit hingegen wird bestraft. Versprechen müssen gehalten werden.

Was sollen Kinder aus „Löwenzahn“ lernen?

Dass es leistungslosen Erfolg und Lob ohne Eigeninitiative gibt?

Der Bäcker trägt Verantwortung für sein Geschäft, darum entlässt er Charlie, da man sich nicht auf sie verlassen kann. Sie handelt eigenmächtig. Er möchte Regeln konsequent, aber fair angewendet wissen.

Trotzdem entschuldigt er sich bei Charlie.

Charlie wird für ihre Fähigkeiten und Ideen gelobt, sie zeigt keine Bescheidenheit und verweist nicht auf die Hilfe der anderen, sondern nimmt das Lob gern entgegen.

Das scheinen mir keine vorteilhaften Lehren für Kinder zu sein.

Schaut man die Lehren dieser Sendung einzeln für die Geschlechter an, verwandelt sie sich in pures Gift.

Der dienstbare Junge hilft dem Mädchen, ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Das Lächeln des Mädchens ist Dank genug. Dafür verrät er seinen Vater und Chef.

Charlies Cousin Fritz Fuchs macht ihren Erfolg zu seiner Mission und erspart ihr alle Unannehmlichkeiten. Dafür erwartet er keine Gegenleistung, nicht einmal Dankbarkeit. Im Gegenteil: Er hebt ihre nicht vorhandenen Fähigkeiten bei anderen noch hervor.

Fazit

Andere Kindersendungen stellen das Geschlechterverhältnis sicher differenzierter dar. Löwenzahn war schon immer eine naiv-grüne Sendung, bei der sich alle Probleme ökologisch und harmonisch lösen ließen. Trotzdem gab es in der Sendung immer auch persönliche und naturwissenschaftliche Erkenntnisse für Kinder.

In der aktuellen Sendung, die ich mir angeschaut habe, wurden sinnvolle Erkenntnisse nur noch in den Einspielern vermittelt, die erklären, wie Brot gebacken wird.

Dazu kommt noch hemmungslose Ideologie: Der Bäcker (als Unternehmer) wird als böse und rückständig dargestellt. Naive Bio-Ideologie ist hingegen fortschrittlich und hat keine Nachteile.

Es kommt mir so vor, als wurde die Figur den Mädchens Charlie von realen Feministinnen abgeleitet. 

Charlie hat irgendwie ein Anrecht auf Erfolg, weil sie doch so dringend erfolgreich sein möchte.

Leider werden diese Eigenschaften dank „Löwenzahn“ an die nächste Generation weiter gegeben.

8 Kommentare zu „Wie das ZDF Mädchen zu sich selbst überschätzenden Feministinnen erzieht“

  1. „Was sollen Kinder aus „Löwenzahn“ lernen“

    Na, offensichtlich sollen sie mittelalterliche Geschlechterrollen lernen, denen zufolge Männer im Dienste der Minne sich für die göttliche Frau aufreiben.

    Die Losung „Lasst uns 1000 Jahre zurück gehen“ ist progressiv!

    Gefällt mir

  2. Löwenzahn hat schon in den Achtzigern den Anspruch gehabt, die einzig sehenswerte Sendung für Kinder zu sein. Damals hat Peter Lustig sich als die bessere Alternative zu den Bürgerlichen dargestellt und hat seine Sendung beendet, indem er den Kindern suggerieren wollte, dass sie jetzt die Glotze ausstellen sollten. Seine Sendung top, der Rest flop. Aber im Unterschied zu damals ist der Boden für den Blödsinn, den wir da gezeigt bekommen, bereits um einiges besser bestellt, da wundert es nicht, wenn man mehr Mädchen sieht, die sich gnadenlos als besser als die Jungs selbstüberschätzen und sogar laut ausrufen, dass sie es sowieso besser wissen, weil sie Mädchen sind. Die Realität wird diese schon irgendwann wieder runterholen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: