Frauen machen was sie wollen, aber die Gedanken der Männer sollen kontrolliert werden

In einem sachlichen Artikel berichet wuv.de über die Kritik des Werberates am Hofbräuhaus Traunstein.

Das Hofbräuhaus Traunstein muss sich erneut mit Kritik an einem seiner Bierfilzl auseinandersetzen: Das Pappdeckel-Motiv, das die Oberweite einer Kellnerin in einem Dirndl zeigt, wurde jetzt vom Werberat gerügt.

Der Vorwurf: Dies sei „sexistische Werbung, die gegen Ziffer 5 der Verhaltensregeln des Deutschen Werberates – Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen“ – verstoße. Denn: Aussagen und Darstellungen, wonach Personen auf Sexualität reduziert oder sexuelle Verfügbarkeit nahegelegt werde, dürften nicht verwendet werden. Zudem würde „die alleinige Fokussierung auf die Brüste der Frau“ diese zum „Sexualobjekt“ degradieren.

Der beanstandete Bierdeckel zeigt vier Maß Bier vor dem Dekolleté einer Frau im Dirndl.

Ich habe nicht an sexuelle Verfügbarkeit gedacht, als ich das Bild gesehen habe. Ich habe auch nicht an ein Sexualobjekt gedacht. Meine Assoziation war „Bayern“.

Lieber Werberat, es gilt: Was ich selber denk‘ und tu, das trau ich auch den andern zu.

Nur um die Kontrolle des Denkens der Betrachter geht es in der Argumentation des Werberates: Diese Werbung ist schlecht, weil sie schlechte Gedanken beim Betrachter auslöst.

„Achtung und Respekt vor Frauen ist für uns eine Selbstverständlichkeit und muss sicher keiner Prüfung von außen unterzogen werden“, so Marketingchefin Katharina Gaßner, die das Motiv vor 16 Jahren selbst entworfen hat, gegenüber dem lokalen Wochenblatt. Eine Dirndlträgerin sei nicht „automatisch sexuell verfügbar.“  Das sei dem Werberat auch in einem Antwortschreiben mitgeteilt worden – mit dem Hinweis, das Dirndl sei nun mal „keine Burka, sondern eine seit Jahrhunderten nahezu unveränderte bayerische Tracht.“

Katharina Gaßner widerspricht dem Argument. Sie vertritt die Auffassung, dass ein Dirndl eben nicht automatisch sexuelle Verfügbarkeit bedeutet.

Aber selbst wenn das so wäre: Na und?

Entweder ist diese Kleidung normal, dann ist auch die Abbildung von Frauen in dieser Kleidung normal. Dann sind auch beliebige Ausschnitte dieser Abbildungen normal, so wie ein Betrachter auch nur bestimmte Ausschnitte eines Motivs oder einer Person anschauen kann.

Oder andersherum: Wenn Ausschnitte bestimmter Motive aus Sicht des Werberates nicht gestattet sind, dann dürfte der Werberat diese Kleidung ebenfalls nicht gestatten, denn er kann nicht verhindern, dass sich jemand diesen Ausschnitt anschaut und die Frau „auf Sexualität reduziert“.

Das aber sagt der Werberat nicht. Aus seiner Sicht dürfen Frauen die Kleidung tragen die sie wollen, aber Männer dürfen bestimmte Bereiche nicht anschauen und bestimmte Gedanken nicht haben.

Damit Männer diese unreinen Gedanken nicht haben, dürfen sie nicht solcher Werbung ausgesetzt werden. Geistiges Mittelalter.

Der Hinweis auf die Burka deckt diese Doppelmoral auf. Es ist nämlich gar kein Widerspruch: Frauen, die freizügig gekleidet sind auf der einen Seite – und Männer die das sehen, denken was sie wollen und diese Frauen nicht belästigen auf der anderen Seite.

Jeder der das anders sieht, plädiert letztlich für Burkas. Eine Burka verhindert unreine Gedanken des Betrachters, egal welche Ausschnitte auf Fotos verwendet werden.

Im April dieses Jahres stand der Bierdeckel schon einmal in der Kritik: Die Frauenzeitschrift Emma hatte in der Ausgabe Mai/Juni 2017 eine Werbung gefordert, die „Frauen nicht als Ware präsentiert“. Doch der von Emma seinerzeit provozierte Shitstorm blieb aus – statt dessen erhielt das Hofbräuhaus jede Menge Zuspruch.

Wer hätte das gedacht: Die laut kreischende linke Gender-Soja-Cappuccino-Avantgarde ist nur eine kleine Minderheit und kommt sowieso nicht als Tourist nach Bayern.

Sich diesen Menschen und ihren Moralforderungen zu widersetzen führt zu Zuspruch.

Wir sehen uns auf ein Bier im Hofbräuhaus Traunstein.

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4 Kommentare zu „Frauen machen was sie wollen, aber die Gedanken der Männer sollen kontrolliert werden“

  1. „Frauen“ sollen sich kleiden können, wie sie wollen, sie sollen sich auch masturbierend in die U-Bahn setzen und mit Pussymützen den öffentlichen Raum besetzten können, aber Männer sollen nicht hinschauen und bestimmte Gedanken nicht haben.
    Das ist nicht schlimmer als „Geistiges Mittelalter“, das ist ein Paradoxon und ein unmöglich zu erfüllender double bind, der einen am Ende in den Wahsinn treibt.

    „Double binds are often utilized as a form of control without open coercion—the use of confusion makes them both difficult to respond to as well as to resist.“ Aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Double_bind

    „Frauen“ in Anführungszeichen, weil es natürlich nicht um Frauen geht, sondern um eine Machtkamarilla, die Teile des öffentlichen Diskurses gekapert hat, weil man damit gut Kohle+Posten+Aufmerksamkeit+noch mehr Kohle rausschlagen kann.

    Gefällt 2 Personen

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