Was sind für Ökofundamentalisten schon Fakten

Ich hatte hier über die nicht belegte Gefahr durch Glyphosat berichtet. Auf zeit.de verzweifelt Petra Pinzler. Erschreckend ist nicht, dass die Glyphosat-Kritikerin Fakten ignoriert. Denn die sieht sie durchaus:

Die europäische Entscheidung ist in der Sache verkehrt. Denn selbst wenn Glyphosat beim Menschen wahrscheinlich keinen Krebs erregt (zumindest legt das eine Vielzahl von Studien nahe), wird der Stoff damit ja nicht automatisch ungefährlich.

Erschreckend ist, dass sie die Fakten kennt – diese aber für die Entscheidung, Glyphosat weiter zuzulassen, aus ihrer Sicht keine Rolle spielen. Denn, so ihre Logik, nur weil ein Stoff „wahrscheinlich keinen Krebs erregt“, ist er damit „ja nicht automatisch ungefährlich“.

Wenn es also bald in Deutschland noch weniger summt und zwitschert, dann hat das natürlich mit Glyphosat und anderen Giften zu tun, die viel zu viel auf den Felder verspritzt werden. Das muss verboten werden und zwar je schneller, desto besser.

Nach Pinzlers Meinung müsste man alles verbieten, was Einfluss auf Boden, Wasser, Luft, Pflanzen und Tiere hat, „und zwar je schneller, desto besser“.

Der Vorteil: In ganz Europa gibt es nur noch ökologischen Landbau.

In einem Kommentar hatte ich Probleme benannt, die sich aus solch radikalen Verbotsforderungen ergeben – beispielsweise die zurückgehenden Erträge in der Landwirtschaft. Das Nahrungsangebot verknappt sich weltweit. Die Preise steigen auch für Lebensmittel aus konventionellem Anbau, die nach Europa importiert werden.

Lebensmittel, die andere nicht mehr importieren können. Insbesondere Dritte-Welt-Länder haben das Nachsehen, wenn die Preise steigen. In Afrika, direkt vor unserer Haustür, werden mehr Menschen hungern. Globale Verteilungskämpfe werden einsetzen.

Wie die Weltbevölkerung ernährt wird, ist Petra Pinzler offenbar egal. Vielleicht gehört sie ja zu denen, die sich Nahrungsmittel bei explodierenden Preisen noch leisten können. Immerhin kann sie ihre Bioprodukte dann mit dem guten Gefühl verzehren, dass dafür kein Unkraut sterben musste.

Vielleicht ist Petra Pinzler prekär beschäftigte Teilzeitjournalistin und kann sich Lebensmittel bei steigenden Weltmarktpreisen ebenso wenig leisten wie Millionen Menschen aus Dritte-Welt-Ländern.

Zur Erinnerung: Es gibt keine Belege dafür, dass Glyphosat krebserregend ist.

Aber was sind schon Fakten.

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2 Kommentare zu „Was sind für Ökofundamentalisten schon Fakten“

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