Fefe will gute Argumente

Fefe bespricht einen Dokumentarfilm über die Identitäre Bewegung. Schon das was Fefe schreibt reicht für die Entscheidung, mir den Film nicht anzuschauen. Einen Erkenntnisgewinn erwarte ich nicht.

Versucht das mal, aus der Warte eines Kindes zu gucken, das kein Vorwissen hat, und beantwortet am Ende die Frage, wer hier wie die Täter aussieht und wer wie die Opfer. Das macht mich völlig fertig, dass linke Schlägertrupps es solchen Leuten noch ermöglichen, ihr Opfernarrativ zu pflegen.

Was für eine verquere Weltsicht Fefe hat!

„Schlägertrupps“ sehen nur so aus wie Täter? Opfer von Schlägertrupps sehen nur so aus wie Opfer?

Die Wirklichkeit passt nicht in Fefes Weltsicht, deshalb erwartet Fefe von den Machern der Dokumentation, dass sie das anders darstellen.

Und keiner versucht, denen argumentativ entgegenzutreten. Auch die Experten, die in dem Film befragt werden, bringen eher so Meta-Argumente. […]

Anstatt dass denen jemand erklärt, wieso sie auf dem falschen Weg sind, […]

Wie wäre es damit, deren Kernbehauptungen mal zu widersprechen?

Da hat Fefe eine gute Idee. Aber hat er sich mal die Frage gestellt, warum das nicht passiert? Sind Journalisten zu dumm oder zu faul? Wählen sie die falschen Experten aus?

Mir fällt in diesem Zusammenhang auf, dass auch Fefe nicht spontan widerspricht. Sonst fackelt er nicht lange und schreibt einfach seine Gedanken auf. Auch wenn sie bei näherer Betrachtung nicht allzu durchdacht sind.

Ist es vielleicht so, dass es nicht so einfach ist, den „Kernbehauptungen“ der Identitären zu widersprechen? Dann wäre nicht der Film handwerklich schlecht gemacht, sondern Fefes Annahme, dass man den Argumenten so einfach widersprechen kann, wäre falsch.

Wo ist das Problem? Einigen Behauptungen der Identitären Bewegung nicht widersprechen zu können bedeutet ja noch nicht, dass man ihren Schlussfolgerungen und politischen Forderungen folgen muss.

Die Identitären finden z.B., dass es ein Fehler war, Türken als Gastarbeiter ins Land zu lassen. Das ist doch mal eine handfeste Aussage, gegen die man mit Argumenten gegenhalten könnte. Wieso tut das niemand?

Ja, wieso tut das niemand?

Vielleicht weil es nicht nur eine Dimension gibt, die es zu beurteilen gilt? Und manche sprechen dafür und andere dagegen. Über manche Dimension wird man keinen Konsens erreichen: Manche empfinden Dönerbuden als kulinarische Bereicherung und andere nicht.

Kurz: Es ist nicht so einfach, wie Fefe es gern hätte.

Eine Dimension ist beispielsweise die Kriminalität: Die Türken in Deutschland begehen 2,4 mal häufiger Straftaten als die Deutschen. Das ist ein Fakt, den man argumentativ nicht widerlegen kann. Und manche interessieren die Ursachen dieses Umstandes und andere nicht.

Eine andere Dimension ist die Wirtschaftsleistung, die türkische Arbeitskräfte in Deutschland erbracht haben und damit in Deutschland Wohlstand geschaffen haben. Ich bin allerdings skeptisch, ob türkische Arbeiter für den deutschen Steuerzahler netto ein Gewinn oder nicht eher eine Belastung waren:

Der Großteil hat keine für Deutschland verwertbare Ausbildung, viele hatten nur kurz die Schule besucht, teilweise waren sie Analphabeten. Deutsch konnte so gut wie keiner.

In den Betrieben arbeiteten sie als un- oder angelernte Billigarbeiter.

Un- oder angelernte Billigarbeiter. Es ist also zu erwarten, dass Gastarbeiter in Deutschland ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen erzielt und damit auch unterdurchschnittlich Steuern und Beiträge geleistet haben. Gleichzeitig profitierten sie aber vom deutschen Sozialsystem, erst ab 1975 wurde z. B. das Kindergeld eingeschränkt:

Etwa eine Million junger Ausländer unter achtzehn Jahren lebt in der Bundesrepublik. Da ein rundes Drittel der Gastarbeiter Türken sind, stammen auch die meisten Kinder und jungen Leute aus der Türkei – mehr als ein. Drittel der türkischen Familien sind besonders kinderreich.

So kam im Jahre 1975 der damalige Arbeitsminister auf eine Sparidee: Für seine in der Heimat aufgezogenen Kinder erhielt der Gastarbeiter von da an nur noch einen Bruchteil des Kindergeldes: Für das erste Kind gab es hier 50 Mark, lebte es im Ausland, 10 Mark. Für das zweite Kind hier 70 Mark, im Ausland 25 Mark. Für das dritte Kind hier 120 Mark, im Ausland 60 Mark

Ich stelle fest, dass die Aussagen über positive Auswirkungen der Gastarbeiter auf die Sozialsysteme wahrscheinlich nicht eingetreten sind.

Die Legende, wir benötigten Einwanderer zur Rettung unseres Sozialstaates – insbesondere der Rente – ist trotzdem nicht aus der Welt. Auch heute noch wird daran gestrickt. Die Realität sieht heute so aus:

Bis zu 75 Prozent der Armen im Land haben einen Zuwanderungshintergrund. Zusätzlich alarmiert, dass die große Zahl der seit 2015 eingewanderten Menschen in diesen Zahlen noch gar nicht berücksichtigt ist. Das Problem dürfte in den kommenden Jahren in NRW also eine nie gewesene Dramatik bekommen. […]
Während die Armutsquote insgesamt zwischen 2013 und 2015 auf 17,5 Prozent stieg, stagnierte sie bei Alteingesessenen (12,5 Prozent). Bei Migranten stieg sie von 30,6 auf 31,8 Prozent.[…]
Tatsächlich verfügen weit eher 75 als 50 Prozent der wirklich Armen im Land über Zuwanderungsgeschichte.

Türkische Gastarbeiter waren für die deutsche Wirtschaft vielleicht unerlässlich. Und vielleicht war das wiederum für die Wohlstandssicherung der deutschen Gesellschaft insgesamt unerlässlich. Ich habe keine Daten dazu.

Für den deutschen Steuer- und Beitragszahler waren unterdurchschnittliche Steuer- und Beitragszahler mit großen Familien mit Sicherheit kein Gewinn.

Zurück zu Fefes Filmkritik.

Die behaupten, Ausländer im Land machen unsere Kultur kaputt. Das könnte man doch mal betrachten, z.B. eine Liste machen, wie häufig in der Deutschen Oper türkische Musik läuft. Macht irgendwie niemand.

Ja, „macht irgendwie niemand“. Warum wohl? Weil man sich damit lächerlich machen würde, weil es ein Strohmann-Argument ist. Denn das hat ja niemand (ernsthaft) behauptet. Und es schränkt den Kulturbegriff auf einen sehr kleinen Teil ein, so sehr, dass jedem klar ist, dass die Identitären das nicht meinen.

Die reden von deutschen zivilisatorischen Errungenschaften und stellen Kreuze gegen Moscheen auf? Zeigt muslimische Errungenschaften und Missetaten der Kirche.

„Muslimische Errungenschaften“ gegen „deutsche zivilisatorische Errungenschaften“? Das würde ich wirklich gern sehen!

Fast so gern wie „Missetaten der Kirche“ gegen „Kreuze gegen Moscheen“. Wobei das Quatsch ist, Missetaten im Namen der christlichen Religion sollten mit Missetaten im Namen der islamischen Religion verglichen werden, wenn man schon aufrechnen möchte.

Das Ergebnis wäre, dass in der Vergangenheit beide nach heutigen Maßstäben kriminell gehandelt haben, aktuell aber das Verhältnis sehr einseitig ist.

Hier kann man sehen, wie ein kritischer Moslem die „muslimischen Errungenschaften“ sieht:

Es gibt rund 1,5 Milliarden Muslime in der ganzen Welt – aber sie können in keinem Bereich eine substantielle Errungenschaft vorweisen. Nicht im politischen Bereich, nicht in gesellschaftlicher Hinsicht, weder in den Naturwissenschaften noch in der Kunst oder in der Literatur.

Glaubt Fefe wirklich, dass es anders wäre? Ist seine Weltsicht wirklich so weit von der Realität entfernt?

Fazit

Man muss Fefe zugute halten, dass er wenigstens echte Argumente einfordert.

Er hat nur nicht verstanden, dass es manchmal einfach keine gibt. Oder nur welche, die kontrovers und eben nicht eindeutig sind.

Er merkt nicht, dass er, würden die überzeugenden Argumente auf der Hand liegen, sie einfach selbst brächte, statt sie nur von anderen zu fordern.

Normalerweise hat Fefe keine Angst vor Schnellschüssen in seinem Blog. Aber zu den Beispielen, die er zitiert, bringt er keine Argumente.

Vielleicht unterstützen ihn ja seine Leser.

Immerhin hebt sich Fefe mit seiner Forderung nach Argumenten gewaltig vom linken Mainstream ab. Das muss man auch mal anerkennen.

Werbeanzeigen

5 Kommentare zu „Fefe will gute Argumente“

  1. Das Problem bei den linken Linken ist, dass deren Doppeldenk und Neusprech denen selber im Wege steht. Sie nehmen Dinge auf , die andere linke Linke schon ideologisch beeinflusst haben und konstruieren darauf, ebenso ideologisch gemustert, weitere Gedankengebäude u nicht zu sagen, Wahngebilde auf. Das ist paranoid und so kommt es zu solchen Texten, voll von geistigen Grätschen, die ihnen selbst nicht auffallen.

    Ein Film bei 3Sat in diesen Zeiten ist extrem tendenziös, der Sender einer der unerträglichsten derzeit. Wie ARD/ZDF Dokus meisterhaft so drehen, dass eine gewünschte Sicht herauskommt, ist bekannt. Wer das Muster erkannt hat, wendet sich angewidert ab. Die Identitären sind nicht fremdenfeindlich, da eine europaweite Bewegung, die sich in ihrer jeweiligen Nationalität gegenseitig respektieren. Sie grenzen sich bewusst und deutlich von NationalSOZIALISTISCHEN Umtrieben ab und achten darauf, sich nicht mit in der Vergangenheit lebenden Menschen zu belasten. Rassismus kann ich auch nicht feststellen, denn sie wollen Afrika nicht besiedeln und als gewalttätig sind sie, im Gegensatz zu linken Schlägertrupps auch noch nicht aufgefallen. Sie sind Patrioten, die jedem Land sein Volk zugestehen.

    Alles, womit Fefe Probleme hat, ist; Die Identitären benehmen sich nicht so, wie er es gerne hätte um in sein Feindbild zu passen und er ist nicht in der Lage, sie richtig zu beurteilen, weil sein linkes Vokabular und Denkmuster das Fassen eines solchen Gedankens nicht zulässt. Er ist nicht in der Lage zu begreifen, dass der Rechtsruck, den er wahrnimmt, im Grunde eine Linksflucht ist.
    Die Menschen erkennen, dass alles linke Linke in den Abgrund führt und immer geführt hat und weigern sich, dass noch zu beschleunigen, wenn es nicht funktioniert.

    Somit ist Fefe ein trauriges Beispiel dafür, dass man innerhalb eines Gedanklichen Wahngebildes durchaus intellektuell und auf hohe Niveau brillieren und Menschen in den Bann ziehen kann. Ist aber alles für die Katz, wenn das Wahngebäude zusammenbricht. Was für eine Verschwendung von Geistes und Mannleistung….

    Gefällt 2 Personen

  2. „Das muss man auch mal anerkennen.“
    Nee, muss man nicht. Er sitzt hilflos in seiner Filterblase, rudert mit den Armen und sucht hilflos nach Argumenten. Der ist und bleibt stramm links, komme was wolle. Wenn die Linken mal einen Vergleich zulassen, dann ist es die mit ihren Vorbehalten gesehene Welt, gegen das linke Utopia, nicht gegen den „real existierenden Sozialismus“ mit 100 Millionen Verhungerten.

    Gefällt 1 Person

  3. Zu Gastarbeiteranwerbeabkommen mit der Türkei: das war (auch) eine „sachfremde Erwägung/Entscheidung“. „Die Wirtschaft“ deckte ihren Bedarf bereits durch die vorherigen Anwerbeabkommen und riet dem damaligen Wirtschaftminister ab. Aber außenpolitische Erwägungen, vor allem in Zusammenhang mit der Nato-Aufnahme der Türkei, die in schwerem Fahrwasser war, optierten für eine Stabilisierung der Türkei durch Übernahme unterbeschäftigter türkischer Arbeitskräfte nach D, welche im Weiteren durch Rücküberweisungen in die Türkei die dortige Wirtschaft beleben sollten. Daher zog auch das Außenministerium die Verhandlungen über dieses Abkommen an sich, und ja, der Einfluss der USA dabei dürfte immens gewesen sein. (<- kein bashing, nur eine Feststellung)

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s