Warum kann man auf Twitter nicht normal diskutieren?

Ich den Bereichen des Webs, in denen ich mich für gewöhnlich herumtreibe, wird häufig beklagt, dass Feministinnen und Social Justice Warriors nicht sachlich diskutieren würden, sondern beleidigend werden oder sich durch eine Sperre der Kommunikation verweigern würden.

Ich möchte von meinen Erfahrungen berichten.

Twitter

Auf Twitter bin ich noch nicht sehr lange aktiv. Aber in der kurzen Zeit wurde ich mindestens schon zweimal geblockt.

Ich fand einen Tweet nicht sehr demokratisch:

plaetzchen
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Meine Antwort war:

plaetzchen_retweet
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Meine Botschaft war, dass ich (1) Philip Brechlers Aufforderung für undemokratisch halte und (2), dass es eine Auszeichnung ist, Hauptstadt eines Landes zu sein und kein Recht.

Eine der Antworten auf dem Original Tweet war:

lsanoj.png
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Hier war meine Antwort deutlich platter:

lsanoj_retweet.png
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Da Jonas, M.D. demokratisch gewählte Abgeordnete boykottieren möchte, habe ich ihn darauf hingewiesen, dass das der Rest der Republik auch mit Berlin machen könnte, schließlich ist Berlin ohne den Rest des Landes nicht lebensfähig.

Die Reaktion kam prompt: Innerhalb weniger Sekunden (!) konnte ich Philip Brechlers Profil nicht mehr sehen, er hatte mich sofort gesperrt.

Natürlich war meine Antwort provozierend, aber das war der Original-Tweet ebenfalls. War meine Reaktion wirklich so indiskutabel, dass man sie nicht aushalten kann?

Nun scheint mir Twitter als Diskussionsplattform ungeeignet, dafür sind die 160 Zeichen zu beschränkend. Trotzdem: Es hätte ja keiner Antwort bedurft, ignorieren hätte ja völlig ausgereicht.

Auch Jonas M.D. hat mich später noch geblockt. Ich weiß nicht wann. Und auch hier: Gehört „aushalten“ nicht mehr zu den Möglichkeiten der verbalen Auseinandersetzung?! Müssen andere Meinungen völlig ausgeblendet werden?

Ohren zuhalten statt politischer Auseinandersetzung

In Extremfällen kann man Menschen beobachten, die stolz auf die automatisierte Erschaffung ihrer Filterblase sind:

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Wie beängstigend muss diesem Menschen die Welt erscheinen, wenn er mit hunderttausenden Nutzern nicht kommunizieren möchte. Mit den meisten von denen hatte er noch nie Kontakt, er hat sie gesperrt, weil sie anderen Leuten folgen, die er für indiskutabel hielt.

Was ist da los bei Twitter? Was für Leute sind das?

Dass es auch anders geht sieht man am allseits beliebten amerikanischen Präsidenten:

Being nice to Rocket Man hasn’t worked in 25 years, why would it work now? Clinton failed, Bush failed, and Obama failed. I won’t fail.

Donald Trump hält es aus, dass man ihm in den Antworten faktische Ungenauigkeiten vorhält:

The „Rocket Man“ has only been in power for 3 years, 7 months and 8 days, not 25 years.

Man kann ihm auch komplettes Versagen vorwerfen und ihm mit Amtsenthebung drohen:

Why should we believe that? U failed at EVERYTHING so far! The nerve. Keep swimming in that river called Denial while we begin impeachment

Man kann Donald Trump für verrückt halten und ihn zum Lügner erklären:

I don’t think he believes he’s failing. He’s insane. He believes every word he says is true and factual

Donald Trump hält negative Reaktionen aus. Er nimmt hin, dass auf seine Fehler hingewiesen wird, dass er kritisiert wird und dass er beleidigt wird. Und er nimmt hin, dass das alle seine Fans sehen können.

Die Gefahr, die von den zahlreichen selbstgeschaffenen Filterblasen ausgeht, ist groß. Nicht nur, dass die Menschen die Chance vergeben, Neues zu lernen. Ohne Widerspruch stellt man die eigene Position nicht in Frage. Stattdessen wird die einzige Auffassung, die in die Blase durchdringt, verstärkt: Die eigene.

Wer keinen Widerspruch erträgt, ist auch schnell bei der Hand mit Forderungen, andere vollständig mundtot zu machen. Wer die Kommunikation anderer Meinungen blockt, meint schnell, keiner sollte diesen Tweet sehen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, gerade in Kraft getreten, bietet den geeigneten Ansatzpunkt für solche Denunziationen. Schnell ist der andere mit seiner unerträglichen Meinung bei Twitter „gemeldet“.

Selbst wenn sich Twitter eine sorgfältige Prüfung im Einzelfall vorgenommen hat: Im Zweifel entscheiden sich seine Angestellten für die Löschung und gegen das Risiko eines Bußgeldes.

Ein Privatunternehmen, das mit der Androhung von Bußgeldern unter wirtschaftlichen Druck gesetzt wird, als Hüterin der Meinungsfreiheit. Wir sind verloren.

Das von mir gewählte Beispiel zeigt auch, dass die Grenzen fließend sind und sich eine Begründung, es handele sich um hate speech, immer irgendwie finden lässt.

Da rufen Nutzer zum Boykott von Bundestagsabgeordneten einer Partei auf. Gab es nicht schon einmal Boykotte aus politischen Gründen in Deutschland? Oder der Aufruf zu drängeln, wenn diese Abgeordneten mit dem Auto vor einem fahren. Nötigung ist immer noch eine Straftat. Volksverhetzung?

Nun sollte man solche Aufrufe nicht allzu ernst nehmen. Hier wollen bessere Menschen, als ich es bin, zeigen, wie moralisch einwandfrei sie sich verhalten, wie absolut sie das Böse – die Andersdenkenden – ablehnen, wie sehr ihnen in diesem Kampf jedes Mittel recht ist.

Dennoch: Wer es als Pflicht eines jeden Berliners ansieht, anderen „das Leben zur Hölle“ zu machen, der nutzt auch jede Gelegenheit, sie von öffentlicher Kommunikation auszuschließen.

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7 Kommentare zu „Warum kann man auf Twitter nicht normal diskutieren?“

      1. Dabei taucht der 2 mal im Screenshot oben auf.

        Ian war Teil der SJW-Journalisten Gruppe um Zoey Quinn herum.
        Hat aber irgendwann bei der Innenbeschau doch noch einen Rest Menschlichkeit entdeckt und ist dann ausgetreten.
        Die hatten sich im Crash Override Network (CON) organisiert, um sich hinter der Hilfe für Depressive und andere Geisteskrankheiten verstecken zu können, was sie als Plattform nutzten, von welcher aus sie politische Gegner angreifen konnten.
        Das Ganze Ding wurde gehackt und die Chatlogs veröffentlicht.
        Für mich selber ist das ein Thema, weil daran schön zu erkennen ist, wie dysfunktional die deutsche Männerrechtsbewegung ist, da gibt es einige „Hipster“, die so tun als seien sie ganz vorne dabei, und uns mit ihrer „Twitterseite“ an der Nase an relevanten Zusammenhängen vorbei führen.
        AllesNavigation oder so heißt der Blog. xD
        Hauptaufgabe sinnfreies Rauschen zu erzeugen.
        Aber ich will nicht abschweifen.

        https://www.youtube.com/results?search_query=honeybadgerradio+ian+miles+cheong+

        Man sollte diese ganze GamerGate Geschichte keinesfalls unterschätzen.
        Da hängt weitaus mehr dran, als viele wahrhaben wollen.
        Vor allem viel zu kurz gedachtes Dummgesabbel.

        Und eine erstaunliche emotionale Bindung, mit der, einmal auf Linie gebracht, man die halbe männliche Bevölkerung steuern kann.

        So wie auch die Hälfte der weiblichen mit der Bunten gesteuert werden kann.

        Am Ende des Tages halten die Spieler und Spielerinnen ihr kleines Casino in den Händen.
        Jeweils über den emotionalen Geschlechterkonflikt fröhlich an ihres geschweißt.

        Die Industrie hat ja Film und Fernsehen schon lange überholt und Twitch (als Spielestreamingdienst) scheint eine Menge Einfluss zu haben.

        Unsere kleinen Netzhelden aber verkürzen alles auf „Ist es sexistisch, wenn Streamerinnen mit Brüsten vor der Kamera mehr Patreonkohle machen?“ Ergüsse.

        Zumindest scheint mal niemandem aufgefallen zu sein, dass der vom Neomagazin gehypte „Janis Varufake-is“ nicht nur in Griechenland und an Unis gearbeitet hat, sondern auch für die weltweit größte Gamingplattform Steam als Geld-o-Loge oder Ökonom.

        Das mag jetzt alles nach was viel und konfus klingen, kein Wunder, ich habe mir da bislang auch noch keinen abschließenden Reim drauf machen können.

        Jedenfalls scheint mir das Wort Rausch insgesamt stark unterschätzt zu sein und ironischer Weise in Rauschen selbst unterzugehen.

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        1. pS. Gibt natürlich auch einen sehr einfachen praktischen Grund.
          Mit 140 Zeichen kann man ja oft nicht einmal eine URL richtig mitteilen (max 2048 Zeichen).
          Dazu macht der Ton die Musik, aber selbst mit tausend Fonts auf dem Rechner, hätte man nicht einmal ein vernünftiges Schriftbild.
          Sprechen wir überhaupt von Diskutieren? Wird ja oft sehr falsch übersetzt. Da wird dann von Scheinintellektuellen die erstbeste Bedeutung herangezogen und in Folge dessen Diskussion mit Konversation verwechselt und am Ende wundern sich beide Seiten, warum mit verhärtetem eigenen Standpunkt nach Hause gegangen wird.
          Auf dem AllesNavigation Blog in regelmäßig wiederkehrend peinlicher Kleingeistigkeit zu beobachten.
          Darf man aber keinem sagen, denn das sind ja alles Akademiker. Manche gar Juristen. 😉

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  1. Randi Lee Harper: Kriminell, drogensüchtig, Borderline, lügt ständig, fälscht Polizeipapiere, lebt auf anderer Leute kosten, hat mehrere Kinder die ‚irgendwo‘ sind, färbt ihren Hund ein, stiftet nur Unfrieden und Autorin des Twitter-Blocker Dingsbums auf das sich der Typ im Screenshot bezieht.

    Achja, und natürlich ausser dem Twitterblocker Ding (was trivial zu programmieren ist) keine Zeile Code auf Github.

    https://encyclopediadramatica.rs/Randi_Harper

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