Eine Behandlung therapiebedürftiger Wähler ist sinnvoll und möglich

Teil 1: „Schöner wäre ein offener, ehrlicher Umgang mit AfD-Wählern“

Ich habe selten einen so schlechten Artikel wie den Ronja von Rönnes auf zeit.de gelesen. „MEINE GÜTE, DANN WÄHLT HALT AFD“, steht in Großbuchstaben darüber. Von Rönnes fehlende Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung verbirgt sich hinter einer Maske gelangweilter Abfälligkeit.

Nur ein Abschnitt von vielen:

Schöner wäre ein offener, ehrlicher Umgang mit AfD-Wählern, ähnlich wie mit introvertierten Internetartikel-Verfassern: „Oh, echt? Du hast Angst vor Burkas? Du Arme!“ oder „Das tut mir total leid für dich, meine Oma hatte das auch mal, aber dann hatte sie einen super Therapeuten, der das mit ihrer Fremdenangst toll in den Griff gekriegt hat.“

Es gibt eine tiefe Kluft zwischen Journalisten der etablierten Medien und dem, was sie „ängstliche Bürger“ nennen. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten von Burka-Gegnern findet hier – wie im gesamten Artikel – nicht statt. Die Diffamierung als therapiebedürftige Angsthasen ist für von Rönne ein „ehrlicher Umgang mit AfD-Wählern“. Das ist an Überheblichkeit kaum zu überbieten.

Die Ablehnung des Burka-Tragens in der Öffentlichkeit deutet die Autorin als Angst. Mögliche andere – auch sachliche – Gründe für eine Ablehnung blendet von Rönne aus. Dafür kann es keine nachvollziehbaren Gründe geben, das wäre unerklärlich – es bleibt nur Angst als einzig denkbarer Grund.

Das unterstellte – und selbstverständlich unbegründete – Gefühl der Angst erregt allenfalls Mitleid: „Du Arme!“. Burka-Gegner sind, so suggeriert es von Rönne, nur lächerlich und wohl auch ein wenig krank.

Das schäbig-falsche „Das tut mir total leid für dich, meine Oma hatte das auch mal“ mag bei Menschen mit der politischen Einstellung einer Ronja von Rönne ein hämisches Grinsen hervorrufen. Andersdenkende, die hier diffamiert werden, stärkt es allenfalls in ihrer Entschlossenheit.

Der Angst der Mitleid verdienenden Burka-Gegner – im nächsten Halbsatz bereits zu Fremdenangst deklariert – sollte laut von Rönne in mitleidigem und doch hilfsbereitem Ton begegnet werden. Mit einem Therapeuten, so der Hinweis, sei die Fremdenangst in den Griff zu kriegen.

Teil 2: „Kuschelhormon reduziert Fremdenfeindlichkeit“

Der WDR berichtete vor kurzem:

Ein Nasenspray gegen Fremdenfeindlichkeit? Das ist möglich. Denn tatsächlich haben Bonner Wissenschaftler einen Zusammenhang gefunden zwischen der Ausschüttung des körpereigenen Hormons Oxytocin und der Bereitschaft, Fremden zu helfen.

Was Andersdenkende brauchen, wird aktuell erforscht: Eine Therapie für Ronja von Rönnes Burka-Angsthasen.

Leiter der Studie ist Professor René Hurlemann von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Bonn. Er erklärt: „Für uns war es sehr wichtig, herauszufinden,  wie ist so etwas unter neurobiologischen Bedingungen möglich? Ich glaube, dass dieses Verhalten sehr wichtig ist, um – bezogen auf die Flüchtlingsfrage – eine Menge Menschen, die aus schwierigsten Bedingungen nach Deutschland kommen, bei uns zu integrieren. Deswegen halte ich das für eine ganz zentrale Forschungsfrage.“

Für die Integration der Menge Menschen, die aus schwierigsten Bedingungen nach Deutschland kommen, ist es wichtig, Fremdenfeindlichkeit hormonell behandeln zu können? Das ist die zentrale Forschungsfrage?

Hier wird neurobiologische Forschung betrieben um das Verhalten von Menschen zu beeinflussen. Bei den Journalisten scheinen keine Alarmglocken anzugehen.

Die Kombi aus sozialem Vorbild und Oxytocin hat vor allem bei der eher fremdenfeindlich eingestellten Gruppe besonders gut gewirkt: 74 Prozent mehr haben sie für die Flüchtlinge gespendet als vorher.

Neben Oxytocin braucht es soziale Vorbilder, damit die Behandlung „besonders gut wirkt“.

Natürlich sollte nun nicht jeder ein Oxytocin-Spray dabei haben, um möglicherweise rechtsgesinnte Menschen zu mehr Mitgefühl zu bewegen.

Ach nein?!

Wer sagt eigentlich, dass „möglicherweise rechtsgesinnte Menschen“ weniger Mitgefühl haben als „möglicherweise linksgesinnte Menschen“?

Und auch die Deutsche Welle fragt:

Kann das Hormon Oxytocin uns Menschen so sehr beeinflussen, dass wir Flüchtlingen gegenüber aufgeschlossener sind? Ist Rassismus vielleicht medikamentös behandelbar? Eine neue Studie erweckt diesen Eindruck.

Behandeln wir die Rechten, bis es nur noch Linke gibt.


(Hinweis: Außerhalb der etablierten Medien werden die Forschungsergebnisse teils durchaus kritisch gesehen.)

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3 Kommentare zu „Eine Behandlung therapiebedürftiger Wähler ist sinnvoll und möglich“

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