Franziska Riekewald sieht keine Fehler bei ihrem MDR-Auftritt

Horsts Beitrag Lässt der MDR eine Politikerin der Partei DIE LINKE unter falschem Namen über Mieten im Osten jammern? wurde von der Leipziger Volkszeitung aufgegriffen.

„Ich sehe eigentlich keinen Fehler auf meiner Seite“, sagte Riekewald am Sonntag auf LVZ-Anfrage. Aber aus ihrer Sicht spiele ihre politische Funktion für den Beitrag keine Rolle.

Es spielt keine Rolle, dass sie Politikerin und Bundestagskandidatin der Partei DIE LINKE ist? Die Frau aus dem Volk mit 90-Quadratmeter-Wohung mit vier Zimmern in bester Lage? Die darüber jammert, dass das nicht genug sei?

Wie finden das wohl diejenigen, die in nicht so empfehlenswerten Vierteln leben müssen, wenn eine Politikerin der Partei DIE LINKE, die in einer schönen Altbauwohnung mit Parkett lebt, auf Opfer macht?

Die Hartz-IV-Empfänger in ihrer Wählerschaft müssen mit ihren vier Kindern mit 85 Quadratmetern in irgendeiner Wohnlage auskommen.  Leipzig-Grünau sieht übrigens so aus.

Ist es möglich, dass sie deswegen lieber privat – und nicht als Politikerin – aufgetreten ist?

Oder könnte es sein, dass die von der Partei DIE LINKE so vehement unterstützte liberale Flüchtlingspolitik mitverantwortlich für die steigenden Mieten auf dem Leipziger Wohnungsmarkt ist?

Wenn die Partei DIE LINKE „Bleiberecht für alle“ und „sichere Fluchtwege“ fordert, ist ihr dann nicht bewusst, dass das Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt hat?

Sachsen hat in den letzten Jahren 101.017 (2014: 11.786, 2015: 69.900, 2016: 14.860, 2017 bis Juli: 4.471) Flüchtlinge aufgenommen. Leipzig musste davon 13,24 Prozent, also 13.374 Menschen aufnehmen.

Man mag zur Aufnahme von Flüchtlingen stehen wie man will – aber wer wollte ernsthaft bestreiten, dass 13.374 zusätzliche Wohnungssuchende keinen Einfluss auf den Wohnungsmarkt haben?

Die Partei DIE LINKE heizt mit ihrer Politik den Wohnungsmarkt an und schickt dann eine ihrer Politikerinnen anonym in eine Sendung um über die Auswirkungen ihrer eigenen Forderungen zu jammern?!

Ist es möglich, dass Franziska Riekewald deswegen lieber privat – und nicht als Politikerin – aufgetreten ist? Es bleibt natürlich die Frage, wieso der MDR das mitmacht.

Auch Normalverdiener müssten sich geeigneten Wohnraum im Waldstraßenviertel leisten können, so Riekewald.

So etwas wie begrenzte Ressourcen scheint Franziska Riekewald nicht zu kennen. Natürlich gibt es auch in beliebten Wohnlagen nur begrenzten Wohnraum. Es nennt sich „Marktwirtschaft“, dass dann die Preise steigen.

Kosteten Wohnungen überall gleich viel, würden noch mehr Menschen in die guten Lagen ziehen wollen: Die „Wohnungsnot“ der Familie Riekewald wäre sogar noch schlimmer.

Dank Marktwirtschaft kann jeder selbst entscheiden, ob er sich das leisten kann oder will. Familie Riekewald will laut MDR-Beitrag nicht auf Urlaub verzichten, um eine andere Wohnung im gleichen Viertel zu beziehen – schön. Anderen wäre es das vielleicht Wert – auch schön.

 

3 Kommentare zu „Franziska Riekewald sieht keine Fehler bei ihrem MDR-Auftritt“

  1. Ich koennte ihr eine schoene Wohnung im Arbeiter- und Bauernkombinat „Wandschimmel“ empfehlen…
    Da ich alleine ueber 90qm bewohne, stellt sich mir die Frage wer da oekonomisch mehr oder weniger befaehigt ist nicht mehr. Oder wie Danisch immer fragt: Wer waehlt so was?

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s