Arne Hoffman als Bedrohung unserer Gesellschaft

Arne Hoffman ist wieder mal in den Mainstreammedien aufgetaucht. Die Darstellung seiner Person und seiner Positionen entspricht dem, was ich von Mainstreammedien erwarte, wie ich es auch schon vor sechs Monaten beschrieben habe:

Das sieht man beispielsweise, wenn Arne Hoffmann, der mit seinem Blog Genderama gemäßigte Positionen bezieht, mal bei sueddeutsche.de zu Wort kommt. Egal wie sehr er versucht sich von  „Feld-, Wald- und Wiesen-Maskulisten“ abzugrenzen. Im Artikel taugt er höchstens als Witzfigur und er wird genauso abgewatscht wie ein mutmaßlich existierender Werner Stahl, der im Artikel unglaubwürdig überzeichnet wird. Arne Hoffmann bringt Argumente: Jungen schneiden in der Schule schlechter ab als Mädchen – sie werden sofort weggewischt, Professoren und Aufsichtsräte, hier gibt es weniger Frauen.

Argumente zählen nicht.

Ich ging beim Lesen des FAZ-Pamphlets davon aus, dass Arne Hoffman Profi ist und weiß, dass genau das passiert, wenn er sich mit den Medien einlässt. Insofern wird er auch nicht negativ überrascht gewesen sein, dass er in vordergründig höflichem Ton persönlich lächerlich gemacht wird.

Ich bewundere Arne Hoffmanns Mut mit Klarnamen an die Öffentlichkeit zu gehen. Das muss ich wirklich betonen. Ich selbst diskutiere das Thema Feminismus nur extrem vorsichtig mit Menschen, denen ich nicht 100-prozentig vertraue.

Ich habe selbst erlebt, wie schnell das einfache Aufzählen von Fakten wie der kürzeren Lebenserwartung von Männern oder deren längerer Wochenarbeitszeit eskaliert, wenn man in feministisch dominierten Diskussionen dagegen hält.

Arne Hoffmanns Mut unter Klarnamen aufzutreten ermöglicht ihm auch außerhalb von pseudonymen Internetblogs aktiv zu werden.

Arne Hoffmann hat etwas zum FAZ-Artikel geschrieben:

Übrigens ist das einer der Gründe, warum ich meine Lebenssituation überhaupt so offen schildere: Genau dieses Offen-dazu-Stehen gehört dazu, wenn man Rollenfreiheit für Männer erkämpfen möchte. Wenn heute Typen wie Sebastian Eder über Männer herziehen, die im Alter von 48 Jahren als Single im Elternhaus leben, weil das der klassischen Männerrolle nicht entspricht, dann sind sie damit die exakten reaktionären Spiegelbilder derjenigen, die vor 100 Jahren über bestimmte Frauen als „Blaustrümpfe“ gespottet haben, weil diese Frauen studiert und sich damit der klassischen Frauenrolle verweigert haben.

Moralisch hat Arne Hoffmann recht. Der FAZ-Autor Sebastian Eder stellt sich in eine Reihe mit Menschen, die anderen Menschen ihre Lebensweis wegen ihres Geschlechts vorgeben wollen.

Trotzdem ist es so, dass Sebastian Eder von anderen Menschen denken kann, wie er will. So wie er das hier auslebt, ist das natürlich schlechter Journalismus. Aber so wie sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen darf, ob promiskuitive Frauen Schlampen sind, so darf sich auch jeder seine eigene Meinung darüber bilden, wie Arne Hoffmann lebt.

Insofern relativiert sich auch Arne Hoffmann Aussage, dass er die „Rollenfreiheit für Männer erkämpfen möchte“. Es gibt diese Freiheit schon, er selbst ist das Beispiel. Es wird ihm nicht gelingen, diese Rollenfreiheit auf die Gedanken anderer Menschen auszudehnen.

Die Tolerierung des Rollenbildes von Männern „die im Alter von 48 Jahren als Single im Elternhaus leben“ ist eine Tatsache. Selbst Sebastian Eder „toleriert“, wie Arne Hoffmann lebt. Was gibt es also noch zu erkämpfen? Soll Sebastian Eder so umerzogen werden, so dass er das Rollenbild gutheißt?

Ich glaube nicht, dass Arne Hoffmann das meint. Mir ist aber nicht klar, was er meint.

Wie aber erklärt sich die starke Reaktion – ganz Allgemein und hier im FAZ-Artikel – gegen einen Lebensstil ohne Familie? Gerade von Konservativen wird – trotz aller Risiken für Männer – Familie offensiv für Männer propagiert. Dieses Video beispielsweise trägt den Namen „Be a Man. Get Married“.

Ich glaube, dass die meisten Menschen intuitiv erkennen, dass die Entscheidung vieler Männer gegen die Familiengründung eine rationale Gegenentwicklung zur aktuellen gesellschaftlichen Situation ist.

Das Modell Familie ist einfach kein gutes Geschäft mehr für Männer. Gleichzeitig ist es dieses Modell, welches die Gesellschaft am Laufen hält, weil es Männer schon vor der Familiengründung zu Höchstleistungen anspornt.

Mit anderen Worten: Je größer der Anteil MGTOWs in einer Gesellschaft, desto schwieriger wird es für diejenigen, die immer noch Teil der Leistungs-Tretmühle sind, weil die (Steuer-)Last auf immer weniger Schultern verteilt wird.

Ich meine mit MGTOW Männer, die auch ihren eigenen Weg auch in dem Sinne gehen, dass sie Leistung nur für das erbringen, was sie selbst benötigen.

Geht die Entwicklung so weiter, sieht es auch für Kinder bzw. zukünftige Kinder schlecht aus.

Einen wichtigen Unterschied gibt es nämlich zwischen den „Blaustrümpfen“ und MGTOWs: Frauen, die nach den gleichen Standards wie Männer ausgebildet werden, nutzen der Gesellschaft. MGTOWs, die (bewusst) ihr Potential nicht ausschöpfen, nutzen der Gesellschaft nicht.

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8 Kommentare zu „Arne Hoffman als Bedrohung unserer Gesellschaft“

  1. Die heutigen Probleme entstanden aus der 68’er Bewegung und dem dabei nach oben gespuelten Feminismus (x.te Welle). Familien sind systematisch kaputt gemacht worden, und da die Maenner dabei die Versklavten werden, musste MGTOW zwangslaeufig entstehen. Arne hat viele gute Beitraege geleistet, aber sein linkes Gutmenschentum steht ihm selbst im Wege.

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  2. (Mein Kommentar, zuerst veröffentlicht bei sciencesfiles)
    Verächtlich auflach.
    Was ist daran verwerflich, seinen alten Vater nicht im Stich zu lassen, wenn man selbst ungebunden ist, und das bestimmt genügend dimensionierte Haus im Rheingau-Taunus-Kreis, einer der teuresten Wohnlagen des Landes (wohnte selbst lange genug dort, die Immobilienpreise sind horrend) zu zweit zu nutzen?

    Ich denke, der Herr Eder wünschte sich eine solche Wohnlage, der Untertaunus und Rheingau ist wunderschön, direkt nebenan befindet sich mit dem Hinterlandswald eine der grössten zusammenhängenden Waldgebiete West-Europas. Versuchen Sie mal dort ein Jagdrevier zu pachten. Dann wird Ihnen aufgehen, wie exclusiv Herr Hoffmann wohnt.

    Herr Hoffmann tut sehr gut daran, sich um seinen Vater , wie um sein Erbe zu kümmern, und ist möglicherweise schlau genug, dies alles nicht durch eine Heirat zu gefährden. Mit so einem Hintergrund ist es aber auch nie schwer ein nettes Weiblein in sein Leben zu nehmen.

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  3. Ich habe „Genderama“ eine Weile lang gelesen und den Blog dann aus meiner Blogliste gekickt. Der Artikel in der FAZ ist vielleicht nicht übetriebend freundlich, aber Arne Hoffmann wird dort auch nicht in übelster Weise bloßgestellt.
    Ich finde das Detail, dass er in einem 500-Seelen-Kaff bei seinem Vater wohnt schon relevant, und zwar nicht, weil ich das für irgendwie unmännlich halte (das ist mir komplett schnurz), sondern die Frage stellt, mit welcher Lebenserfahrung Arne Hoffmann auf die Gesellschaft und die Geschlechterverhältnisse blickt. Und es ist nun mal auch so, dass jemand der als Single bei seiner Vater in einem Kaff wohnt und Flirtratgeber schreibt natürlich schon hochgradig lächerlich ist.
    Die Kritik, die ich Arne entgegenbringe (ich bringe es nicht über mich, nur die Initialen hinzuschreiben…) ist, dass er in dieselbe Falle tappt, wie die Feministinnen. Bei letzteren besteht die Männerwelt nur aus vergewaltigenden Fraternity-Bros oder alten, weißen, privilegierten CEOs, die der Welt ihre Entscheidungen aufdrücken.
    Umgekehrt besteht die Frauenwelt bei Arne Hoffmann, der laut FAZ-Artikel die Welt ausschließlich durch seinen Computerbildschirm wahrzunehmen scheint, nur aus den ekelhaftesten und selbstsüchtigsten Exemplaren der Gattung Frau.
    Jeder, der aber von Menschen umgeben lebt und nicht in einem Bunker, weiß aber, dass die Verhältnisse so nicht sind. Und Arne Hoffmann ist das passiert, was allen passiert, die keinen Widerspruch erfahren (was er Feministinnen aber sehr gerne vorhält): er sitzt nicht mehr in einer Echokammer, sonder in einem Echobunker. Eine Differenzierung findet bei ihm nicht mehr statt.
    Der Grund, warum ich seinen Blog desabonniert habe war letztlich der, dass ich im Grunde unter umgkehrten Vorzeichen das vorgefunden habe, was mich bei Feministinnen hochgradig abnervt: nöliges, weinerliches Opfergejammer.

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    1. Ich finde das Detail, dass er in einem 500-Seelen-Kaff bei seinem Vater wohnt schon relevant, […] mit welcher Lebenserfahrung Arne Hoffmann auf die Gesellschaft und die Geschlechterverhältnisse blickt. Und es ist nun mal auch so, dass jemand der als Single bei seiner Vater in einem Kaff wohnt und Flirtratgeber schreibt natürlich schon hochgradig lächerlich ist.

      Ich bezweifle deine Annahme, dass seine aktuelle Wohnsituation seine gesamte Lebenserfahrung widerspiegelt.

      Umgekehrt besteht die Frauenwelt bei Arne Hoffmann, der laut FAZ-Artikel die Welt ausschließlich durch seinen Computerbildschirm wahrzunehmen scheint, nur aus den ekelhaftesten und selbstsüchtigsten Exemplaren der Gattung Frau. […] Eine Differenzierung findet bei ihm nicht mehr statt.

      So nehme ich Arne Hoffmann nicht wahr.

      Ja, es schwingt manchmal eine gewissen Opferrolle mit, aber – und das ist entscheidend und grenzt ihn ganz klar von Feministinnen ab:

      Im Gegensatz zu Feministinnen argumentiert Arne Hoffmann faktenbasiert, nicht gefühlsbasiert.

      Er schreibt seine Meinung über das, was andere tun oder sagen und NICHT darüber, was er empfindet, wenn andere etwas tun oder sagen. Genau deswegen kann man mit ihm diskutieren und mit Feministinnen nicht.

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      1. Ich gebe Dir recht damit, dass er sachlich und gelassen kommuniziert, aber ehrlichgesagt, kann ich bei ihm eine eigene Argumentation nicht sehen, weil er eigentlich nur Artikel verlinkt, die er mitunter kommentiert.
        Mich stört, wie gesagt, der verengte Blickwinkel.

        Der Punkt, wo ich wirklich kopfschüttelnd seinen Blog verlassen habe, war die Zeit kurz nach der ungeregelt Einreise von Flüchtlingen und er – flankiert von Artikeln – versucht hat zu begründen, dass mit der Einreise von hunderttausenden von jungen Männern aus Ländern in denen – sagen wir – Bildung nicht gerade eine Auszeichung ist, kein Anstieg der Kriminalität (insbesondere der Sexualdelikte) zu vermerken sei. Das sei eine Verleumdung der Männer durch weiblich dominierte Medien. Alles verlaufe innerhalb des statistischen Mittels. (Argumentation hier verkürzt wiedergegeben!)
        Sorry, aber jeder, der in einer zumindest mittelgroßen Stadt wohnt, Augen im Kopf hat und Statistiken lesen kann (oder wie ich Töchter hat), weiß, dass das Schwachsinn ist und dass Arne hier ideologisch motivierten Bullshit verzapft hat.
        Die Feministinnen argumentieren genauso, aber nicht, um „den Mann“ zu verteidigen, sondern um die Verantwortung für Sexualstraftaten, die von Einwanderern begangen werden, „dem weißen Mann“ anzulasten (s. „Oktoberfest-Statistik“ von Anne Wiezorek).
        Wenn von feministischer Seite ein solcher Schmarrn erzählt wird, erhebt sich – zu Recht – Widerspruch. Arne Hoffmann hat aber genug opportunistischen Beifall für diese abwegigen Thesen erhalten.
        Soviel zur Faktenbasiertheit.

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