Kommentar zu „Wozu eigentlich Unterhalt, Herr Gabriel?“

Ich habe den Artikel Wozu eigentlich Unterhalt, Herr Gabriel? beim Sexismusbeauftragten kommentiert. Der Kommentar wurde bisher nicht veröffentlicht, steckt also in Moderation oder Spam fest. Daher habe ich mich entschlossen einen Artikel daraus zu machen.

Ich finde den Artikel gut. Haupterkenntnis für mich: Die Zahlungsmoral unterhaltspflichtiger Väter ist besser, wenn sie eine Beziehung zum Kind haben dürfen. Das liegt eigentlich auf der Hand.

Die Kehrseite der Mechanismen, die der Sexismusbeauftragte in seinem Artikel beschreibt ist, dass damit Fehlanreize zum Schaden der Kinder geschaffen werden.

Finanziell gesehen ist es für die Mutter klug keinen Vater für das Kind anzugeben. Dann wird er nicht unterhaltspflichtig, Mutter und Kind bekommen Transferleistungen und das Einkommen des Vaters kommt ggf. zusätzlich im vollem Umfang der Familie zugute.

Ich habe mal etwas darüber geschrieben.

  • Falls der Vater stirbt, ist das Kind nicht erbberechtigt und erhält keine Halbwaisenrente.
  • Wenn der Mutter etwas zustößt, kann der Vater nicht ohne Weiteres das Sorgerecht übernehmen. Vielleicht muss das Kind zumindest zeitweise in die Obhut des Jugendamtes.
  • Das Kind wird eines Teils seiner Identität, seiner Abstammung beraubt.

Der Schaden für die Väter kommt noch hinzu.

Was mich an diesem Artikel stört, ist, dass immer nur abstrakt vom Staat gesprochen wird, wenn es um die Finanzierung geht. So also würde Gabriel das Geld selbst bekommen, wenn es gespart wird.

Das Geld für all die Transferleistungen, die im Artikel beschrieben werden, wird real existierenden Menschen weggenommen, die selbst ebenfalls zu kämpfen haben. Manche haben ebenfalls Kinder, manche leben selbst unter widrigen Umständen.

Wir haben hier im Blog schon beleuchtet, wer die Leistungsträger sind, die unser Gemeinwesen über Steuern finanzieren.

Gerade die Bespiele, die im Artikel vom Sexismusbeauftragten beschrieben werden stören mich am meisten. Der Vater verdient nicht ganz schlecht, die Mutter lebt von Transferleistungen.

Wenn sie als Familie zusammenleben würden, würden sie wahrscheinlich gar keine Transferleistungen benötigen.

Diese Erwachsenen treffen Entscheidungen – beispielsweise haben sie ein Kind ohne in einer Beziehung zu leben oder sie trennen sich – und andere, die bessere Entscheidungen treffen, müssen dafür aufkommen.

Mir ist klar, dass viele Alleinerziehende ohne eigene Verantwortung in diese Situation gekommen sind und mir ist auch klar, dass viele Alleinerziehende sehr verantwortungsvolle und produktive Mitglieder der Gesellschaft sind und sich sehr gut um ihre Kinder kümmern.

Trotzdem: Man schaue sich bitte diesen Artikel an, insbesondere das Gegenbeispiel Anirbas.

Es kann doch nicht sein, dass manche sich – ohne Konsequenzen – frei entscheiden können und andere die Zeche zu zahlen haben. Diese anderen sind nicht alle „reich“ und können beliebig abgezockt werden, das sind ganz normale Menschen.

Sie tragen ihre Verantwortung selbst und werden dafür bestraft.

Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, in der die Sabrina aus dem Artikel weitere Kinder haben will, die dann auch in Armut aufwachsen, statt ernsthaft zu versuchen sich aus der Armut herauszuarbeiten um dem Kind, was sie schon hat, ein vernünftiges Leben zu bieten.

Unser Sozialsystem schadet den Kindern, indem sie ihre Eltern verantwortungslose Entscheidungen treffen lässt, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen. Viele Arme Kinder gibt es also überhaupt nur, weil unser Sozialsystem Fehlanreize bietet.

Letztlich bleibt es für mich ein Dilemma: Wie kann man denen helfen, die (zeitweise) wirklich Hilfe benötigen ohne sie durch Fehlanreize so zu deaktivieren, dass den Kindern geschadet wird.

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4 Kommentare zu „Kommentar zu „Wozu eigentlich Unterhalt, Herr Gabriel?““

  1. Der Kommentar ist bei mir nicht angekommen, aber interessante Gedanken.
    Nur solange der Vater verschwiegen wird, aber er mit der Mutter zusammenlebt (Damit sein Einkommen der Familie zugute kommt), wird sein Gehalt ohnehin in die Transfergeldgerechnungen einbezogen, egal ob er Vater des Kindes ist.
    Allerdings hast du Recht: Der Hinweis, dass bei HartzIv-Müttern ohnehin kein Unterhalt ankommt, könnte natürlich ein Anreiz für solche Mütter sein, den Namen des Vaters gleich zu unterschlagen, weil sowieso Papa Staat zahlt. Ich wüßte aber nicht wie man das unterbindet, falls man die Gesetze nicht so anpasst, dass es Transferleistungen nur gibt wenn eines Vater des Kindes bekannt ist, damit der Staat überprüfen kann, ob er sich von dem das Geld zurückholen kann. Aber aufgrund der Natur von HartzIv als Grundexistenzsicherung bekommst du damit vermutlich wieder andere rechtliche Probleme. Insofern wird man, mit solchen Müttern immer irgendwie leben müssen. Aber wenigstens hinder DIE den Vater nicht finanziell daran, anderswo mit einer vernünftigen Frau eine Familie zu gründen.

    Gefällt 1 Person

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