Die Relevanz linker Männerrechtler

Mein letzter Beitrag ist bei meinem Kompagnon Horst nicht auf Zustimmung gestoßen. Ich möchte seine Anmerkungen hier dokumentieren und kommentieren. Ich habe auch Teile der Diskussion unter dem Beitrag mit einfließen lassen.

Mit deinem Beitrag verabschiedest du dich vom Dialog mit den Linken. Das ist schade.

Das ist nicht die Intention des Artikels. Zugegeben – ich polarisiere. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht mit linken diskutiere.

Ich ändere meine Meinung zum Erfolg der linken Feminismus- und Genderkritiker, wenn mir jemand diese Erfolge zeigt.

Aktuell sehe ich aber nur das Gegenteil. Auch ehemals konservative Zeitungen und Parteien sind dem Genderfeminismus verfallen. Siehe z.B. Frauenquote.

Eine Selbstreinigung der linken politischen Strömung ist überhaupt nicht absehbar. Die aktuelle, real existierende Linke halte ich für untrennbar vom Feminismus. Ich hoffe, ich liege falsch.

Die aktuelle SPD hat nicht einmal die Kraft, die – wohlbegründet – auf 25 Jahre begrenzte Frauenquote innerhalb der SPD auch tatsächlich auslaufen zu lassen. Alle relevanten linken Parteien haben antidemokratische Zwangsquoten für ihre Gremien etabliert.

Ich halte es auch deshalb für unmöglich die aktuellen linken Parteien vom Feminismus trennen, da die Frauen in diesen Parteien ihre Position den undemokratischen Quoten verdanken. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die ihre Pfründe freiwillig wieder aufgeben.

So lange diese Parteien politisch relevant sind wird man den Feminismus und die Genderideologie nicht los. Da sollte man sich nichts vormachen.

Jeder in seiner eigenen Blase.

Das ist tatsächlich ein Problem. Das bestand aber bereits vorher. Und – ehrlich gesagt – sehe ich diese Abgrenzung eher bei den linken Feminismuskritikern, die sich vom „rechten Pöbel“ unter den Feminismuskritikern abgrenzen wollen oder sie zumindest ignorieren.

Der Emannzer hat das hier in den Kommentaren schon einmal angesprochen.

Dabei ist es so wichtig, dass Feministen auch von Linken kritisiert werden.

Warum? Was hat es bisher gebracht?

Ich bin der Meinung, dass linke Feminismuskritiker auf verlorenem Posten stehen. Das sind für mich diejenigen, die glauben, man könne Links und Feminismus voneinander trennen. Dabei ist Feminismus aus meiner Sicht nur eine Ausprägung des linken Glaubens, alle Menschen könnten alles erreichen, wenn die Umgebung und die Strukturen nur endlich richtig würden.

Linke Männerrechtler glauben, man könnte die Linke Bewegung vom Feminismus befreien. Ich glaube, Feminismus ist integraler und folgerichtiger Bestandteil der Linken.

Fürs Protokoll: Ich bin der Meinung jeder sollte alles erreichen dürfen, unabhängig von Geschlecht, Rasse usw. Ich verstehe aber auch, dass nicht jeder individuell alles erreichen kann, weil jeder seine individuellen angeborenen Vorlieben und Grenzen hat. Und die einzelnen Eigenschaften sind in unterschiedlichen Gruppen (beispielsweise Männer / Frauen) unterschiedlich verteilt.
Nicht jeder Mensch kann bei ausreichend guten Strukturen (Bildung, Förderung usw.) z.B. Astrophysiker werden.

Was soll jetzt passieren, wenn Arne Hoffmann und Co. sagen: Siggi hat ja recht? Entweder sie hören auf sinnloserweise den Feminismus zu kritisieren oder sie verabschieden sich von den Linken.

Das Argument trifft. Linke Männerrechtler (in Form ihrer Blogs) haben eine Brückenfunktion. Sie sind nicht „zu abschreckend“ für Menschen, die aus der linken Ecke kommen und führen trotzdem in das Thema Feminismuskritik ein.

Für mich selbst galt das für Arne Hoffmanns Blog Genderama, man tau und für Alles Evolution. Die konnte ich schon lesen, als ich selbst noch am Anfang der „roten Pille“ stand. Damals hätten mich die Artikel, die ich heute selbst schreibe abgeschreckt.

Auch die sachliche Auseinandersetzung mit immer neuen feministischen Artikeln ist wichtig, auch wenn es im Grunde Zeitverschwendung ist, die immer gleich falschen Thesen immer wieder zu widerlegen. Aber nur dadurch gibt es Artikel wie diesen, auf den man andere verweisen kann, um feministische Propaganda konkret zu widerlegen.

Insofern ist es richtig und wichtig, dass es Blogs gibt, die sich sachlich und wenig polemisch aus linker Sicht mit dem Thema beschäftigen.

Also schränke ich mein Fazit ein: Linke Männerrechtler spielen sie eine wichtige Rolle. Ohne ihre Brückenfunktion und ohne sachliche Reaktion auf feministische Propaganda gäbe es wahrscheinlich wesentlich weniger Feminismuskritiker. Aber sie sind daran gescheitert die linke politische Strömung vom Feminismus zu befreien.

Beides ist ein Sieg für die Feministen, die haben dann erfolgreich die Abweichler aus den eigenen Reihen wahlweise mundtot gemacht oder herausgedrängt.

Ich plädiere ja nicht dafür die Kritik zu beenden, sondern sie auszuweiten und grundsätzlichere Forderungen zu stellen.

Aber es stimmt natürlich, dass ich unnötig zuspitze.

16 Kommentare zu „Die Relevanz linker Männerrechtler“

  1. Auf der linken Plattform Telepolis wird gerade ein feministischer Artikel in der Luft zerrissen – von linken Kommentatoren. Das ist auch auf die Arbeit linker Männerrechtler zurückzuführen. Es dauert halt eine Weile, bis sich die Graswurzelbewegung von unten nach oben durchsetzt.

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    1. Auf der linken Plattform Telepolis wird gerade ein feministischer Artikel in der Luft zerrissen – von linken Kommentatoren. Das ist auch auf die Arbeit linker Männerrechtler zurückzuführen.

      Das ist die gleiche Situation wie 2010, bei dem Artikel auf den Crumar sich bezog. Ich sehe keine positive Entwicklung.

      Es dauert halt eine Weile, bis sich die Graswurzelbewegung von unten nach oben durchsetzt.

      Das ist die optimistische Sicht. Ich teile sie nicht.

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      1. „Das ist die optimistische Sicht. Ich teile sie nicht.“

        Geht mir auch so, Siggi. Ich sehe nämlich nicht, wo sich da etwas im Sinne einer Graswurzelbewegung getan haben sollte, wie sie Uepsilonniks hoffnungsfroh kommentiert hat. Denn da hat sich genau garnichts getan; leider, wie ich anmerken möchte. Ein kleines Beispiel dazu:

        Kennt noch jemand „Romans Rote Männer“?

        Vermutlich niemand, ganz einfach, weil sie seit über einem Jahrzehnt vom SPD-Fenster verschwunden sind. RRM war eine Art Widerstandsbewegung innerhalb dieser Partei gegen Feminismus aber pro Gleichberechtigung. Wen es interessiert, hier ein Artikel beim „Spiegelfechter“ mit Arne Hoffmann zu dieser damals (wirklich) respektablen Truppe:

        http://www.spiegelfechter.com/wordpress/8167/eckpfeiler-einer-linken-mannerpolitik

        Eine Renaissance solcher Recken sehe ich aber in keiner der linken Parteien! Im Gegenteil, Frauen, Frauen über alles (danach: Queer). Die Männer dürfen dann wegräumen …

        KGN!- Eine parteilose Graswurzelbewegung!

        Es geht nicht mehr um Links oder Rechts, dass sind nur Labels, die sich die Leute gegenseitig an die Stirn pappen. Es geht um Männerrechte! Und da, bei diesem KGN (kleinstem gemeinsamen Nenner), da scheint sich in den letzten Jahren bereits einiges getan zu haben, wie Uepsilonniks zurecht anmerkt.

        Aber es ist eben kein Erfolg der Linken, sondern eher ein Schulterschluss der Betroffenen. Die Parteien „Linke“, „SPD“, „Grüne“ und ja, auch „CDU/CSU“ haben hier total versagt, in jeder männerpolitischen Hinsicht!

        Selbst Arne Hoffmann verweist mittlerweile hoffnungsfroh auf einen männerpolitischen Unterableger, der für mich aus vielen Gründen unwählbaren „FDP“: „Liberale Männer“. Gab’s auch bei den „Piraten“ schon mal, nannte sich „AG Männer“, existierte mal bei Roman (s.o.) – aber geändert hat sich nicht so viel.

        Außer eben, dass man wohl einen rudimentären KGN gefunden zu haben scheint.
        Gut so – es ist ein Anfang! Darauf ein braunes Root-Beer, Cheerio:

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  2. Ich gebe Dir im Großen und Ganzen recht, und – wie Du siehst – gibt es noch einen Dialog mit „Linken“.

    Das ist tatsächlich ein Problem. Das bestand aber bereits vorher. Und – ehrlich gesagt – sehe ich diese Abgrenzung eher bei den linken Feminismuskritikern, die sich vom „rechten Pöbel“ unter den Feminismuskritikern abgrenzen wollen oder sie zumindest ignorieren.
    Das sehe ich auch so. Arne bspw. steck(t)e viel Arbeit in die Abgrenzung. Ich hoffe dass er das in Zukunft weniger aktiv machen wird, er gibt Journalisten damit doch nur eine Vorlage, die vom eigentlichen Thema ablenkt. Und wenn ein Journalist doch danach fragt, kann man ja zurückfragen, ob sie denn in jedem Interview mit Feministinnen zuerst auf Julie Bindel und Jessica Valenti zu sprechen kommen…

    Linke Männerrechtler (in Form ihrer Blogs) haben eine Brückenfunktion. Sie sind nicht „zu abschreckend“ für Menschen, die aus der linken Ecke kommen und führen trotzdem in das Thema Feminismuskritik ein.
    Für mich selbst galt das für Arne Hoffmanns Blog Genderama, man tau und für Alles Evolution. Die konnte ich schon lesen, als ich selbst noch am Anfang der „roten Pille“ stand. Damals hätten mich die Artikel, die ich heute selbst schreibe abgeschreckt.

    Ähnlich erging es mir, wobei das früher war: Wenn Warren Farrell nicht bei der Frauenbewegung gewesen wäre, und sein Buch „Mythos Männermacht“ nicht im „linken“ 2001 Verlag erschienen wäre, hätte ich es mir wohl nicht gekauft.
    Auch wenn mich inzwischen die Genderama Überschrift eher stört (das Linkssein vor sich her tragen), war sie für mich beim Einstieg wichtig: „Männerkram? Von einem Linken? Ach… das schaue ich mir mal an.“ Ähnlich wie Du bin ich inzwischen weiter, radikaler. Ich kann daher gar nicht beurteilen wie Genderama heute auf Neulinge wirkt.

    Ja, wir brauchen die Vielfalt. Den Einstieg, die grundsätzliche Kritik an „linkem“ Feminismus und „rechten“ Mütterverehrerinnen (Unterhalt: CDU! Kommt mir zu kurz), usw.
    Mal ein linker Spruch: Man muss das unmögliche fordern um das Mögliche zu erreichen 😀

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  3. Nochmal verdeutlicht: Sicher ist Feminismus links stark verwurzelt. Aber ihn nur links zu verstehen greift zu kurz – es heißt auf dem „rechten“ feministischen Auge blind zu sein.
    Ich drehe die Verwurzelung mal um: Der Feminismus als Lobby hat die „Linke“ unterwandert. Aber er ist „Rechts“ auch stark vertreten, ist dort vielleicht nur anders angemalt.

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    1. Nochmal verdeutlicht: Sicher ist Feminismus links stark verwurzelt. Aber ihn nur links zu verstehen greift zu kurz – es heißt auf dem „rechten“ feministischen Auge blind zu sein. Ich drehe die Verwurzelung mal um: Der Feminismus als Lobby hat die „Linke“ unterwandert. Aber er ist „Rechts“ auch stark vertreten, ist dort vielleicht nur anders angemalt.

      Das sehe ich nicht so. Die Linke ist der Nährboden, auf dem sich der Feminismus und die Genderideologie entwickeln konnte. Das typisch linke „alle sind gleich“ ist genau der Beginn des Feminismus. Zusammen mit der schon immer vorhandenen Männerverachtung kommen dann typisch linke Ungerechtigkeiten heraus: Wahlrecht ja, Wehrpflicht nein.

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      1. Männer- und Leistungsverachtung hätte ich schreiben sollen. Das trifft es besser. Auch das ist eine typisch linke Ansicht, Unterschiede in der Leistung nicht zu sehen und nicht zu honorieren. Und diese Ansichten führen zu Feminismus und Genderideologie. Das konnte nur von links kommen.

        Stichwort „Geld kommt aus der Steckdose“:
        https://scheidendegeister.wordpress.com/2017/06/19/eine-feministische-gesellschaft-waere-pleite/#comment-563

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      2. Das typisch linke „alle sind gleich“ ist genau der Beginn des Feminismus.
        Kommt immer darauf an was man als links und rechts sieht. Ich sehe das „alle sind gleichberechtigt vor dem Gesetz“ als ursprünglich typisch links an. Das „alle sind gleich“ im Sinne von „alle müssen gleich gemacht werden“ kommt dann eher von extrem links: Kommunismus/Marxismus.

        Zusammen mit der schon immer vorhandenen Männerverachtung kommen dann typisch linke Ungerechtigkeiten heraus: Wahlrecht ja, Wehrpflicht nein.
        Da sehe ich eher den Einfluß von rechts: Die Ungleichheit der schwachen Frau muss bedacht und ausgeglichen werden, und wer denkt an die armen Kinder?
        Linke Gynozentristen erobern immer neue Rechte für die armen Frauen, rechte Gynozentristen sorgen dafür dass die Vorteile der armen Frauen erhalten bleiben. Beide kommen den jeweils anderen bisher nicht in Quere.

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        1. Linke Gynozentristen erobern immer neue Rechte für die armen Frauen, rechte Gynozentristen sorgen dafür dass die Vorteile der armen Frauen erhalten bleiben. Beide kommen den jeweils anderen bisher nicht in Quere.

          So habe ich das noch nicht gesehen. Ergibt Sinn.

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          1. Wobei in dem Fall Phyllis Schlafly den linken Gynozentristen schon ein bisschen in die Quere gekommen ist, wenn man Wikipedia glauben darf.
            Aber ohne sorge, sei ohne Sorge – die miesen Patriarchen an den Hebeln der Macht haben dafür einen Ausweg gefunden: gib einfach beiden Meckerziegengruppen alles was sie wollen, dann wird alles gut…

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  4. Den relevanten Punkt sehe ich hier:

    Beides ist ein Sieg für die Feministen, die haben dann erfolgreich die Abweichler aus den eigenen Reihen wahlweise mundtot gemacht oder herausgedrängt.

    Denn: Das ist nicht schlecht. Wenn Feministen erfolgreich alles vergraulen, was nicht komplett bekloppt-feministisch ist, sind die bekloppten Feministen irgendwann alleine.

    Feministen haben hinreichend gezeigt, dass sie nicht kompromissbereit sind, und vor allem nicht reziprok. Mit solchen Leuten muss man nicht reden; man hat nichts zu gewinnen. Es reicht, einfach „Is nich“ zu sagen; aufregen tun sie sich so oder so.

    Wenn sich die zwangsprogressive Linke davon kaputtmachen lassen will, ist das deren Bier. Aber da heulen die Feministen eh mit den Wölfen, nur lauter.

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  5. „Eine Selbstreinigung der linken politischen Strömung ist überhaupt nicht absehbar.“

    Selbstreinigung? Du machst Witze! Warum sollten die Linken auch, wo doch der weit überwiegende Teil der Gesellschaft „links“ ist? Guck mal diesen Abschnitt:
    http://de.wikimannia.org/Sozialismus#Sozialismus_als_Verherrlichung_des_Staates

    Guck/hör mal hier rein, wie tief der Kaninchenbau inzwischen reicht:
    Der Links-Staat – Die Kommunalen Netzwerke

    Wenn sogar die Münchner CSU ist willfähriger Gehilfe ist, warum sollten in einer so konfortablen Lage die Linken irgendeine Motivation zur Kurskorrektur haben? Gar zur (freiwilligen) „Selbstreinigung“?!??
    1. Angela Merkel wird (zum 4. Mal) Kanzlerin.
    2. Die nächste Million Zuwanderer hat schon die Koffer gepackt.
    3. Die Helfershelfer stehen schon bereit.
    4. Andersdenkende werden erst fotographiert und eingeschüchtert, dann:
    5. Am Ende werden die KZs wiedereröffnet für unbotmäßige Deutsche und für Akif Pirinçci…

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    1. Ich teile deine Einschätzung. Die aktuelle Politik
      1.) wird sehr breit getragen,
      2.) lohnt sich für alle, die teilnehmen.

      Punkt 5 sehe ich noch nicht in dieser Härte, kann mir aber schon vorstellen, dass gewisse Meinungsäußerungen in Zukunft zu Gefängnisstrafen führen.

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