Moralapostel argumentieren – ein Fake?

In einem weiteren Beitrag über diesen Vorfall berichtet der SWR, dass jetzt die Polizei ermittle. Wir bekommen einen Eindruck davon, wie linke Moralapostel im Deutschland des Jahres 2017 ticken – allerdings nicht im Artikel, sondern in den Kommentaren.

Ich schäme mich

(Sabbell) 27.05.2017, 07:50

… für einige Kommentare, auch angesichts der schlimmen Nazi-Geschichte. Die Menschen sind geflohen, es sind Geflüchtete, die retraumatisiert werden, was inhuman und brandgefährlich ist. Viele wollen studieren, was ihnen gemeinerweise von denen kalt verwehrt wird, die die Rüstungsexporte und das Ausbluten der Länder auf dem Gewissen haben. Darüber wird viel zu wenig berichtet; stattdessen werden Einzelfälle von Pegidisten und Sarrazins zur Hetze missbraucht. Damit muss endlich Schluss sein! Die Zivilgesellschaft will das nicht, das zeigen die Menschen überdeutlich. Natürlich muss gegen Männergewalt, wie sie auchnauf dem Oktoberfest vorkommt als Frucht des Patriarchats energisch vorgegangen werden. Alle bleiben hier, ist aber das wichtigste, denn die Menschen bereichern, das ist entscheidend, wir können dankbar sein, dass sie trotz der Naziverbrechen kommen und gemeinsam hier leben wollen und wir uns gegenseitig helfen.

Da die Aussagen etwas wirr hintereinander stehen und einige Fragen offen bleiben, hier – das ist mein Service für die geneigten Leser dieses Blogs – einzeln aufgedröselt, warum es zu sexuellen Übergriffen von Migranten kommen musste.

  • Geflüchtete werden retraumatisiert, was inhuman und brandgefährlich ist. Wer und wie ist nicht klar. Retraumatisieren die betroffenen Frauen die Täter dadurch, dass sie sie nicht gewähren lassen? Retraumatisieren wir alle die Täter dadurch, dass wir bedauerlicherweise eine deutsche Gesellschaft sind?
  • Vielen Flüchtlingen wird gemeinerweise kalt das Studium verwehrt. Und zwar von denen, die durch Rüstungsexporte das Ausbluten der Länder (gemeint offenbar: die Herkunftsländer der Täter) auf dem Gewissen haben. Was das mit den sexuellen Übergriffen auf Frauen in Tübingen zu tun hat, ist nicht klar.
  • Darüber (gemeint offenbar: die kalte Verwehrung des Studiums durch Rüstungsexporteure) wird viel zu wenig berichtet. Dieser Vorwurf geht wohl an uns alle.
  • Stattdessen wird über Einzelfälle berichtet, die von „Pegidisten und Sarrazins“ zur Hetze missbraucht werden. Das bezieht sich offenbar direkt auf den Bericht des SWR, unter dem der Kommentar steht.
  • Gegen Männergewalt, wie sie auch auf dem Oktoberfest vorkommt, muss natürlich als Frucht des Patriarchats energisch vorgegangen werden.
  • Das wichtigste ist aber, dass alle (gemeint offenbar: Migranten) hierbleiben.
  • Die Menschen (gemeint offenbar: Migranten) bereichern, das ist entscheidend.
  • Wir (gemeint offenbar: die deutsche Gesellschaft) können dankbar sein, dass sie (gemeint offenbar: Migranten) trotz der Naziverbrechen kommen und gemeinsam hier leben wollen. Ob gemeinsam miteinander oder gemeinsam mit uns bleibt offen.
  • Dass wir uns gegenseitig helfen ist auch wichtig.

Die Klischees eines linken Moralapostels werden abgearbeitet. Die Schuld für die Übergriffe läge bei uns selbst, da wir böse, schlimme Dinge tun wie Retraumatisierung, Rüstungsexporte und die Verweigerung eines Studiums für Migranten – die sexuell belästigten und angegriffenen Frauen sind quasi Opfer eines zwangsläufigen Schuldmechanismus.

Das Problem seien nicht die Täter, sondern diejenigen, die darüber berichten und diejenigen, die diese Berichte für „Hetze“ missbrauchten. Es handele sich bei den Taten nur um Einzelfälle. Zur Relativierung dient die längst entlarvte Oktoberfestlüge. Schuld sei das Patriarchat.

Die Forderung, dass alle Migranten hier in Deutschland bleiben (als überhaupt wichtigste Forderung). Die Bereicherung unserer Gesellschaft durch die Täter.

Die Forderung nach Dankbarkeit gegenüber den Tätern dafür, dass sie trotz der Naziverbrechen zu uns kämen und die uns durch die Einreise nach Deutschland reinwaschen von unserer historischen Schuld. Die Forderung nach gegenseitiger Hilfe, die nur die Hilfe für Migranten meint.

In dieser Häufung eigentlich zu entlarvend um wahr zu sein. Ist der Kommentar ein Fake?

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2 Kommentare zu „Moralapostel argumentieren – ein Fake?“

  1. Schwer. Meine Einschätzung 50%/50% ernstgemeint vs. Fake.

    Ein Red Flag der auf Fake mit dem Ziel das linke Gutmenschentum zu verspotten hindeuten könnte wäre der ungewöhnliche Username. Sabbell => sabbeln, Blödsinn reden?

    Umgekehrt habe ich solche pseudoreligiösen Ausbrüche schon viel zu häufig in Uni SJW Kreisen erlebt. Herunterspulen fest einstudierter Gebetsformeln um das Seelenpein durch eine akute Episode kognitiver Dissonanz zu sedieren.

    Gefällt 1 Person

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