Vom Hass linker Moralapostel

Siggi und ich hatten vor kurzem zur Verlogenheit von linken Moralaposteln gebloggt. Markus Somm beschreibt das Phänomen in der Online-Ausgabe der Basler Zeitung unter der Überschrift „Die Faschisten kommen„.

Im Artikel geht es um den linken Mob an nordamerikanischen Colleges und Universitäten, der die freie Meinungsäußerung, ja Menschen mit anderen Meinungen mit faschistischen Methoden bekämpft.

Besonders interessant finde ich den Hinweis auf ein Buch des amerikanischen Sozial­psychologen Jonathan Haidt, der sich als einer der wenigen Linken darum bemühte, die Rechten zu verstehen, obschon er deren ­Meinungen nicht teilte.

Erstaunlicherweise, das merkte man bei der Lektüre, hatte der Gegenstand, den Haidt behandelte, ihn schliesslich selber verändert. Auf einmal, so gab er auch zu, sah er gute Gründe, warum ein Mensch konservativ denkt. Besonders verdienstvoll war Haidts Erkenntnis, dass beide, Linke wie Rechte, aus moralischen Motiven zu ihrer Position gelangen, diese Moral kann sich zwar unterscheiden, muss es aber nicht einmal, oft wird bloss anders gewichtet; fest steht, beiden geht es nicht darum, den eigenen Egoismus auszuleben, sondern beiden liegt viel daran, die Welt so einzurichten und das Leben der Menschen so zu gestalten, dass es möglichst gut für alle ist.

Ein wichtiger Punkt: Das Eingeständnis, dass beide Seiten moralische Motive haben.

Wenn viele Linke sich heute so schwer damit tun, andere Positionen zu tolerieren, dann liegt es an diesem Missverständnis: Sie halten sich per se für moralisch gut, was sie fast zwangsläufig dazu verleitet, den politischen Gegner als schlecht anzusehen. Dass dieser genauso moralisch motiviert sein könnte, das übersehen sie gerne, umso mehr erlaubt ihnen diese Einstellung, alle Mittel anzuwenden, um einen vermeintlich moralisch so verwerflichen Gegner anzugreifen. Das macht es so gefährlich. Menschen, die sich immer für gut halten, sind das Gegenteil von jenen Leuten, die das Gute tun. Wer sich so sicher ist, dass er auf der richtigen Seite steht, verliert alle Hemmungen, sich durchzusetzen. Der Zweck heiligt die Mittel. Er wird böse, um dem Guten zum Durchbruch zu verhelfen – und merkt nicht mehr, dass er der ­Einzige ist, der böse handelt. Redefreiheit? Aber selbstverständlich, solange es dem entspricht, was gut ist – und was gut ist, wissen wir, nicht die andern.

Linke wähnen sich häufig nicht nur im Besitz der alleinigen Wahrheit, sie nehmen auch für sich in Anspruch, das einzig Gute zu vertreten. In dieser Denkweise können Rechte nur eigennützige Ziele verfolgen und anderslautende Erklärungen sind perfide Täuschungsmanöver oder allenfalls Schutzbehauptungen. Jedes Mittel ist solchen Moralaposteln recht, um Andersdenkende zu bekämpfen.

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4 Kommentare zu „Vom Hass linker Moralapostel“

  1. Als Linke würde ich diese Leute nicht bezeichnen. Sie propagieren letztlich eine Spaltung der Gesellschaft, die ich als „Linker“ eigentlich so nicht möchte. Aus meiner Sicht handelt es sich bei diesen Leuten um psychisch gestörte Personen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit eher im Sinne einer histrionischen Persönlichkeitsstörung.

    Dieses affektierte Verhalten dieser Personen geht mir schon seit Anbeginn meiner Politisierung dermaßen auf den Senkel. Von Tuten und Blasen keine Ahnung, Wissen nur als Viertelwissen als alleinige Wahrheit in Welt brüllend, unwillig, die Welt kennenzulernen und nur im eigenen Saft schmorend. Wer unbedingt Opfer sein will, wird es auch.

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