Emanzipierte Frauen sind fremdenfeindlich

Wie immer, wenn es um die Verfolgung der eigenen Ziele mit journalistischen Mitteln geht, sind sich linke Medien für nichts zu blöd. Wie immer werden die Aussagen der Menschen, über die berichtet wird, nicht hinterfragt. Sie werden zitiert, aber es folgt nichts daraus. Statt sie inhaltlich zu widerlegen werden „Experten“ zitiert, die sich über die Gruppe der Menschen echauffieren, über die eigentlich berichtet wird.

In diesem Fall kommt eine neue Härte hinzu: Emanzipierten Frauen wird die falsche politische Einstellung vorgeworfen und diese falsche politische Einstellung sei durch die Emanzipation begründet.

Die Politikwissenschaftlerin Rebecca Pates hat zu Ostdeutschland, Rechtspopulismus und Gender-Fragen geforscht. Sie sagt: „Das eigentliche Anliegen der Rechts-Wähler ist ein ökonomisches, der eigentliche Antrieb ist das Gefühl der ökonomischen Ungerechtigkeit.“ Dabei seien die Wähler der AfD nicht weniger wohlhabend als der Durchschnitt.

Ich muss der Forscherin Ahnungslosigkeit attestieren: Das dass „Anliegen der Rechts-Wähler […] ein ökonomisches“ ist, ist reines Wunschdenken:

78 der Prozent der befragten AfD-Wähler gaben an, sie würden über eine Flüchtlingsunterkunft in der Nachbarschaft wütend werden. Bei den Wähler der übrigen Bürgerschaftsparteien waren es 20 Prozent

Das Thema, bei dem sich AfD-Wähler am meisten von der Allgemeinheit abgrenzen, ist das Flüchtlingsthema. Richtig ist, dass AfD-Wähler sogar wohlhabender sind als der Durchschnitt. Aber die Themen, die sie antreiben, sind andere:

AfD-Wähler sind in etwa so gebildet wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Beim Verdienst schneiden sie sogar besser ab als der Durchschnitt. […]

Die „These von der Prekariatspartei“ habe noch nie gestimmt […]

82 Prozent der AfD-Anhänger sorgen sich um das Thema Zuwanderung. In der Gesamtheit der Befragten sind es nur 32 Prozent. Auch die Entwicklung der Kriminalität und der soziale Zusammenhalt des Landes machen AfD-Anhängern Angst. Zusammenfassend schreiben die Forscher von einer „Partei der sich ausgeliefert fühlenden Durchschnittsverdiener“.

Im Ausgangsartikel folgt:

Sie seien aber getrieben von enttäuschten Erwartungen. „Es handelt sich nicht um eine Bewegung der Armen, sondern derjenigen, die nicht so weit aufgestiegen sind, wie sie es sich gewünscht hätten“, so Pates. Diese Leute hätten den Eindruck, nicht die ihnen gebührende Anerkennung zu erlangen. Frauen steckten das oft besser weg als Männer, weil sie mehr Anerkennung über das Familienleben erführen. In Ostdeutschland wirke diese Entlastung für die Frauen aber weniger als bei Frauen im Westen. In der DDR hätten sich Frauen nämlich genauso wie Männer den Respekt über das Berufsleben erarbeitet.

Aha. Neidische emanzipierte Frauen wählen AfD und unterstützen Pegida.

Vielleicht wissen ostdeutsche Frauen einfach besser als westdeutsche Frauen wie es im Leben läuft und dass einem nichts geschenkt wird? Schließlich mussten sie in der DDR genau so lange arbeiten wie die Männer (Quelle, Seite 28, Daten ab 1991).

Während westdeutsche Frauen neben ihren Halbtagsbürojobs „Refugees Welcome“-Schilder hochhalten können, arbeiten ostdeutsche Frauen länger. Auch 2013 noch vier Stunden mehr pro Woche (gleiche Quelle).

Sind es ebendiese daheimgebliebenen Frauen, die nun ihre Wut gegen Flüchtlinge richten? Weil sie enttäuscht darüber sind, dass für sie durch die Einheit nicht mehr heraussprang? Einen Teil des Phänomens mag das erklären. Aber nicht alles. Man muss kein ökonomisch Leidtragender sein, um wütend zu werden. Man kann auch Feministin sein, gut ausgebildet, mit tollem Job und regelmäßigem Einkommen. So wie Angelika Barbe.

Es müssen einfach die abgehangenen Neider sein. Dass die Frauen in diesem Artikel die Welt einfach anders sehen, scheint für die Autorin nur schwer zu verdauen zu sein.

Als Angelika Barbe in den Bundestag einzog, da kämpfte sie auch für feministische Anliegen. […]

Für Frauen wie Angelika Barbe ist daraus ein Gefühl erwachsen: Avantgarde zu sein. Auf der richtigen Seite zu stehen – auch wenn das der Rest der Republik noch nicht begriffen zu haben scheint.

So ist das offenbar auch jetzt, nachdem Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Angelika Barbe sagt: „Ich fürchte, dass die mühsam erkämpfte Gleichberechtigung der Frauen wieder aufgegeben wird.“

Und wieder verpasst die Autorin die Gelegenheit, ein Argument von Frau Barbe zu hinterfragen.

Sie selbst höre von Freunden und Bekannten Geschichten über muslimische Jungen in deutschen Kitas, die sich weigerten, die Tische abzuwischen, schließlich sei das Frauenarbeit. Oder über muslimische Jungen in Berliner Schulen, die sagten, sie nähmen von Lehrerinnen keine Weisungen an. Mit jeder weiteren solcher Anekdoten, die Angelika Barbe hört, wächst für sie eine Gewissheit: mit ihrer Meinung vielleicht nicht in der Mehrheit zu sein, aber trotzdem recht zu haben. „Ich nehme in Kauf, allein zu stehen, das habe ich zu DDR-Zeiten schon getan“, sagt sie.

Erneut kein Gegenargument durch die Autorin. Gegen Anekdoten ließe sich doch leicht ankommen, trotzdem nur gähnende Leere.

Sie steht nicht allein da, sondern montags neben einigen Hunderten anderen in Dresden auf der Straße. Angelika Barbe läuft immer noch bei Pegida mit, obwohl der Anführer der Truppe, Lutz Bachmann, inzwischen wegen Volksverhetzung verurteilt wurde.

Sie umgibt sich mit den falschen Menschen. Inhaltliche Gegenargumente – Fehlanzeige.

Rechtspopulisten haben früh erkannt, welche Sprengkraft in feministischen Themen steckt. Lutz Bachmann kritisierte Muslime auf der Pegida-Bühne anfangs vor allem dafür, dass sie Frauen herabwürdigten.

Ohne Beleg wird unterstellt, dass „Rechtspopulisten“ sich nur aus politischem Kalkül um Frauenrechte kümmern. Wen soll so etwas überzeugen?

Und was Bielefelder Sozialpsychologen im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung mittels Befragungen herausgefunden haben, dürfte Rechtspopulisten bestärken. „Frauen sind im Durchschnitt signifikant fremdenfeindlicher, rassistischer, islamfeindlicher und sexistischer als Männer“, heißt es in einer Studie von 2011.

Endlich mal etwas inhaltlich neues in diesem Artikel. Ich musste lachen ob der Ironie, dass ausgerechnet eine SPD-nahe Stiftung herausfindet, dass Frauen doch nicht die besseren Menschen sind.

Auch hier: Der Fakt wird einfach hingeschrieben, über Gründe wird nichts gesagt. Fühlen Frauen sich durch das islamische Frauenbild vielleicht direkt und stärker bedroht als Männer? Gibt es also vielleicht einen nachvollziehbaren Grund für diese Einstellungen?

Eine Befragung aus dem Jahr 2005 kam zu dem Schluss, diejenigen Deutschen, die Zuwanderer am häufigsten abwerteten, seien ältere Frauen aus Ostdeutschland. Andreas Zick, Leiter der Studien und des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, erklärt das so: „Wenn Frauen sich als emanzipiert wahrnehmen – wie das häufiger in Ostdeutschland der Fall ist –, dann neigen einige von ihnen dazu, ihre Macht und ihre Dominanz herauszustellen, auch gegenüber Zuwanderern.“

Emanzipierte Frauen stellen ihre Macht und Dominanz heraus und haben deshalb die falschen politischen Einstellungen.

Ausgerechnet die Zeit bestätigt, dass Emanzen unsympathisch sind. Und dass sie Rechtspopulisten unterstützen. Wenn es gegen die AfD geht, kennt die Zeit keine Freunde. Nicht mal Emanzen.

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2 Kommentare zu „Emanzipierte Frauen sind fremdenfeindlich“

  1. Mal wieder sehr schön zerlegt, diese Bigotterie. Den Gutmenschen und Ideologen will scheinbar nicht in die Birne, dass es noch Leute mit gesundem Menschenverstand gibt, die diesen wachsenden Irrsinn mittlerweile immer kritischer sehen.

    Und von den merkwürdig stummen AnhängerInnen des Feminismus möchte ich hier erst gar nicht anfangen.

    Sie alle eint aber eins: Keine produktive Arbeit leistend, mosern sie den ganzen lieben langen Tag herum und mokieren sich über diejenigen, welche ihre Steuern bezahlen, damit diese o.g. Klientel, welche am Trog hängt und sich labt, einfache diejenigen denunzieren kann, welche deren ‚Job‘ eigentlich bezahlt. Verkehrte Welt:

    Die Metzger mäkeln über sie ernährende Kälber.
    Männer und Frauen, die den Wahnsinn bezahlen!

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