Die Ideologie des Klimawandels

Manche Menschen glauben, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben und klüger als ihre Mitmenschen zu sein. Sie wissen sich so sehr im Recht, dass sie glauben die Argumente anderer nicht mehr ernst und auch die Menschen selbst nicht mehr für voll nehmen zu müssen.

Wie im Interview zu sehen ist, ist Bill Nye  ist so ein Mensch. Er will Menschen, die am menschengemachten Klimawandel zweifeln, als Kriegsgefangene einsperren.

Er steigt in das Interview mit Tucker Carlson damit ein, dass Menschen die am menschengemachten Klimawandel zweifeln unter kognitiver Dissonanz leiden und dass dies eine anerkannte Vermutung unter Wissenschaftlern sei:

So cognitive dissonance is not a dilusion, it’s a feature. It’s human nature. So we in the science community are looking for an explanation why climate change deniers or extreme sceptics do not accept the overwhelming scientific evidence for climate change. The most reasonable explanation is, you have a world view and then you have evidence. And the evidence disagrees with your world view so you deny the evidence.

Auf deutsch:

Kognitive Dissonanz keine Täuschung, sie ist eine Fähigkeit. Es ist die menschliche Natur. Wir in der Wissenschaftsgemeinschaft suchen nach einer Erklärung, warum Klimawandel-Leugner oder extreme Skeptiker die überwältigenden wissenschaftlichen Beweise für den Klimawandel nicht akzeptieren. Die vernünftigste Erklärung ist, Sie haben eine Weltanschauung und dann haben Sie Beweise. Und die Beweise widersprechen Ihrer Weltanschauung, so dass Sie die Beweise leugnen.

Die kritischen Fragen von Tucker Carlson finde ich eher lahm. Aber Bill Nye macht inhaltlich keine gute Figur. Ständig wechselt er von „was ist der menschliche Anteil am Klimawandel“ zu den Auswirkungen des Klimawandels. Dann versucht er auch noch auf der emotionalen Ebene die Kinder von Tucker Carlson ins Spiel zu bringen. Natürlich kann man die wissenschaftlichen Erkenntnisse nur schwer auf den Punkt bringen um die Fragen zu beantworten, aber es gibt durchaus überzeugende Antworten, z. B. bei xkcd.

Ideologen wie Nye erweisen Ihrer Sache einen Bärendienst. Zuschauer die nicht bereits vom menschengemachten Klimawandel überzeugt sind, werden von diesem Interview nicht überzeugt werden, da sie Sie persönlich angegriffen und für dumm erklärt werden. Schließlich will er sie noch in den Knast stecken und inhaltlich sieht er wie der Verlierer aus. Danke Bill Nye!

Wie soll aber in einem Klima der Strafandrohung und des „für dumm erklärens“ kritisches Hinterfragen möglich sein? In einer Sache hat Tucker Carlson nämlich recht: Ohne kritisches Hinterfragen gibt es keine Wissenschaft.

Welcher Wissenschaftler würde in einem solchen Klima eine kritische Meinung zum menschengemachten Klimawandel äußern? Wissenschaftler hängen von anderen Wissenschaftlern ab, damit sie publiziert werden. Auch das Einwerben von Drittmitteln gestaltet sich dann schwierig.

Und natürlich ist ein Forschungsgebiet dann besonders interessant, wenn die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht. Da winkt öffentliche und private Förderung. Welcher Klimaforscher würde seinem Forschungsgebiet schaden wollen?

Bei Sciencefiles gab es schon einmal einen Artikel zu diesem Thema:

  • Dass ein Klimawandel im Gange ist, ist unter den deutschen Wissenschaftlern nicht umstritten.
  • Dass Menschen einen Einfluss auf das Klima ausüben, ist weitgehend eine geteilte Ansicht, umstritten ist dagegen, ob der menschliche Einfluss auf das Klima relevant ist. Die 123 Klima-Wissenschaftler teilen sich hier in zwei fast gleichgroße Gruppen.
  • Je präsenter Wissenschaftler in Medien sind, je mehr Kontakt sie zu Journalisten haben, desto überzeugter sind die entsprechenden Wissenschaftler, dass der Klimawandel menschengemacht und CO2-verursacht ist oder umgekehrt.

Offensichtlich ist die Welt nicht so einfach, wie es Menschen wie Bill Nye darstellen. Ob der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel relevant ist, ist also unter deutschen Klimaforschern keineswegs unumstritten. Gleichzeitig hat die Nähe zur Öffentlichkeit einen Einfluss auf die eigene Einstellung, oder umgekehrt. Beide Möglichkeiten sind keine guten Voraussetzungen für eine echte öffentliche Debatte.

Für ein Forschungsgebiet, das öffentliche Förderungen und Investitionen von unfassbaren 520.000.000.000 Euro (520 Milliarden) in erneuerbare Energien begründet, ist das eine erstaunlich schwache Grundlage.

Eine offene Diskussion stünde diesem Forschungsgebiet gut zu Gesicht. Ich persönlich glaube, dass der Klimawandel durch den Menschen relevant beeinflusst wird. Aber mein Glaube lässt zusammen mit meinem Vertrauen in die Wissenschaft nach – dank solch peinlicher Auftritte wie dem von Bill Nye.

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2 Kommentare zu „Die Ideologie des Klimawandels“

  1. Dazu Scott Adams:

    Bill Nye hat mit Klimaforschung Null Komma Nichts zu tun. Er ist nur ein Fernseh-Erklaerbaer, wie Neil deGrasse Tyson, der aber nicht so nassforsch rueber kommt.

    Gefällt mir

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