Fefe kritisiert konservativen Richter

Der Link ist zwar schon etwas abgestanden, der Inhalt ist aber noch aktuell. Fefe kritisiert einen Richter, den Trump zum Supreme Court Richter ernennen möchte:

Trumps Kandidate für den offenen Sitz im Supreme Court ist wenig überraschend noch konservativer als sein verstorbener Vorgänger.Der hat u.a. entschieden, dass man Firmen nicht zwingen kann, Krankenversicherung zu bezahlen, wenn diese auch Abtreibungen beinhaltet. Das verstöße gegen die Religionsfreiheit, fand er.

DIE Art Konservativer ist das.

Das Update des Beitrags sagt dann noch, dass es bei der kritisierten Entscheidung nicht nur um Abtreibungen ging, sondern auch um Verhütungsmittel. Für meinen Artikel spielt das keine Rolle. Entscheidend für mich ist, dass jemand, der niemanden zwingen möchte, für Abtreibungen zu bezahlen, für Fefe offenbar indiskutabel ist.

Ich habe keine abgeschlossene Meinung zum Thema Abtreibung. Die Weise, in der Fefe das Thema behandelt finde ich diesem aber unangemessen.

Für einen Konservativen ist Abtreibung unethisch, weil dabei menschliches Leben zerstört wird. Für diese Leute ist das keine Frage der Abwägung, für sie ist das Mord. Punkt. Und deshalb ist es nachvollziehbar, dass sie nicht dafür zahlen wollen, dass jemand – aus ihrer Sicht – ein Baby tötet.

Gibt es eine Grenze für ethisches Verhalten, ab der man sich sich weigern würde zu bezahlen, auch wenn die Mehrheitsgesellschaft dies (hypothetisch) befürworten würde? In einem Fall kann ich das für mich klar mit ja beantworten: Ich würde mich weigern Versicherungsgebühren zu zahlen, wenn davon auch Euthanasie bezahlt werden würde. Insofern habe ich Verständnis für die Sichtweise des Richters.

Ich habe eher ein anderes Problem mit dieser Entscheidung. Warum muss ich einer bestimmten Religion angehören, um – nach diesem Urteil – nicht für etwas zahlen zu müssen, was ich unethisch finde? Finden ethische Grundsätze nicht-religiöser Menschen weniger Beachtung?

Und daraus ergibt sich dann die nächste Frage: Wenn sich jeder heraussuchen kann, wofür der Staat sein Steuergeld und seine Beiträge ausgeben darf, wie bekommt man dann noch eine funktionierende Gesellschaft?

Man stelle sich vor: Steuergeld von Pazifisten darf nicht für die Bundeswehr eingesetzt werden. Aber auch: Nazi-Steuergeld darf nicht für Flüchtlinge eingesetzt werden.

Klingt nicht als könnte eine Gesellschaft so funktionieren. Der Richter ist sicher keine gute Wahl, aber aus anderen Gründen als Fefe vermutlich meint.

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