Die etablierten Medien verspielen ihre Glaubwürdigkeit

Hier im Blog hatte ich schon das Thema Manipulation durch Medien und durch die Forschung. Wie erläutert, sehe ich das Hauptproblem darin, dass die Menschen misstrauisch werden und einfach gar nichts mehr glauben, was man in den Mainstream-Medien sehen und lesen kann. Damit sind sie nicht mehr erreichbar.

Die USA sind uns in dieser Hinsicht ein paar Jahre voraus. Wie auf vielen Gebieten schwappt die Welle vermutlich verzögert zu uns herüber. Während des Wahlkampfes Clinton vs. Trump kam es zu einer extremen Einseitigkeit in der Berichterstattung in den Mainstream-Medien.

Ein (englischsprachichiges) Video von Sargon of Akkad zeigt, wie man sich das vorstellen muss. Das Video ist in Gänze sehenswert, herausstellen möchte ich aber zwei Aussagen von ihm.

Er ermutigt die Zuschauer bei Youtube nach Medienmanipulation durch CNN zu suchen und kündigt tausende Videos dazu an, wenn man nach „CNN lies“ (CNN lügt bzw. CNN Lügen) sucht. Das entspricht der Realität. Tatsächlich ist es sogar so, dass Youtube mir „CNN lies“ vorschlägt, sobald ich „CNN“ eingetippt habe. Ich habe mir exemplarisch ein paar Videos angeschaut.

Diese Videos enthalten keine wilden Verschwörungstheorien, häufig geht es um Aussagen Clintons, die CNN zu unrecht leugnet. Beispielsweise, dass Clinton als Anwältin über ein 12-jähriges Vergewaltigungsopfer lacht. Spannend ist auch diese kurze Video, in dem eine Muslimin pro Donald Trump und gegen islamischen Terrorismus argumentiert. Aus den fassungslosen Gesichtern der CNN Reporter kann man ablesen, dass sie niemals neutral über Donald Trump berichten werden.

Herausstellen möchte ich auch die dritte Art der Medienmanipulation, die er in dem Video vorstellt. Ein Moderator spricht nach der Wahl mit Trump-Wählern und wundert sich wie ein Kind, dass das keine Nazis sind. Er ist richtig von den Socken, das kam in seinem Weltbild nicht vor.

So jemand kann nicht neutral berichten. Auch wenn er nicht direkt lügt, er kann nicht ausgewogen über Trump und seine Wähler berichten, weil er sie für Nazis hält. Die Pflicht eines Reporters wäre gewesen, sich zu jeder Zeit das ganze Bild zu machen.

In den USA kann man beobachten, wozu dieses Misstrauen gegenüber den Medien führt. Bei Mike Cernovich bin ich über einen offenen Brief an Liberale gestolpert, warum es ihm und den Trump-Unterstützern egal ist, was liberale Medien zum Fall Michael Flynn Fall schreiben. Cernovich ist eine große Nummer unter den alternativen Bloggern, er hat einige Bücher geschrieben und viele Follower bei Twitter. Seine Behauptung, dass er nicht nur für sich selbst spricht, ist glaubwürdig.

Wie Sargon begründet auch Cernovich seine Aussagen. Er arbeitet sich insbesondere an der Washington Post ab und zeigt ein paar Kampagnen dieser und anderer Medien, die sich als Luftnummern herausgestellt haben. Am Weitesten geht aus meiner Sicht die Aussage der Washington Post selbst, dass die Zeitung nicht für ihre Quellen bürgt, obwohl sie diese anonym ihre Kampagnen führen lässt.

Und dann kommt:

It’s not that I believe WaPo is biased or slants its coverage.
My sincerely held belief if that they make up stories and fabricate sources

„Es ist nicht so, das ich glaube, dass die Washington Post voreingenommen ist oder ihre Berichterstattung verzerrt. Ich glaube aufrichtig, dass sie Geschichten erfinden und Quellen fabrizieren“.

Im konkreten Fall glaubt er der Aussage von anonymen Quellen der Zeitung nicht. Er glaubt nichts, bis sich diese Quellen offen äußern. Die Glaubwürdigkeit etablierter Medien ist für Cernovich und seine Gefolgschaft auf dem Niveau anonymer Internet-Blogs angekommen. Sie sind nicht mehr zu erreichen.

In Deutschland ist dieser Prozess – gefühlt – noch nicht so weit fortgeschritten, die Anzahl der Menschen, die gar kein Vertrauen in Medien haben ist – wie gesagt, gefühlt – noch nicht so groß wie in den USA. Die Anfänge sind aber zu spüren. An vielen Stellen werden Medienmanipulationen diskutiert und dokumentiert. Sei es in den Kommentaren etablierter Medien oder auf Blogs wie z. B. der Propagandaschau, die akribisch größere und kleine Fälle der Manipulation aufdeckt und dokumentiert.

Die Skepsis gegenüber den etablierten Medien und Institutionen ist dabei nicht auf eine politische Richtung beschränkt. Bei den Nachdenkseiten fragten „zahlreiche Leser“ nach, um neutrale Informationen zum Vorwurf von Amnesty International gegen die syrische Regierung zu erhalten, dass diese 13.000 Menschen umgebracht haben soll.

Wir sind im ersten Stadium des Vertrauensverlustes angekommen: Die etablierten Medien übernehmen die Darstellung von Amnesty International ohne Nachfragen aber die Menschen glauben es nicht. Und bei wem fragen Sie nach? Bei einem alternativen Blog. Dort erwarten sie neutralere Informationen als in den etablierten Medien.

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4 Kommentare zu „Die etablierten Medien verspielen ihre Glaubwürdigkeit“

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