Verwundbarkeit ist keine Tugend

Bei Alles Evolution geht es um das Thema Verletzlichkeit. Zitiert wird aus einem Artikel über ein Projekt für Männer an der Universität University of Wisconsin–Madison:

its goal is to “create a sense of security in vulnerability” by operating through a “transformative model of social justice allyship.” As the College Fix notes, Wisconsin’s program is hardly unique. Programs designed to combat “toxic masculinity” are popping up across the fruited plain. Designed to end “harm, oppression, and dominance,”

Männer soll also „Sicherheit in der Verwundbarkeit“ beigebracht werden. Nach seiner Darstellung nicht nur an dieser Universität sondern praktisch überall. Offensichtlich geht von ungeschulten Männern Schaden, Unterdrückung und Dominanz aus. Was für ein erschreckendes Menschenbild.

Interessant fand ich folgende Feststellung:

vulnerability isn’t a virtue. It’s a morally neutral characteristic at best and a vice at worst

„Verwundbarkeit ist keine Tugend. Bestenfalls ein moralisch neutrales Merkmal und schlimmstenfalls ein Laster.“

Eigentlich eine Binse. Trotzdem ist es mal interessant, dies so klar benannt zu sehen. Eine Tugend ist eine „hervorragende Eigenschaft oder vorbildliche Haltung“. Schaut man sich die Eigenschaften an, die als Tugend angesehen wurden oder angesehen werden, fällt auch sofort auf, was Tugenden noch auszeichnet: Es gibt sie nicht kostenlos. Derjenige, der tugendhaft handelt, muss etwas aktiv tun oder unterlassen, auch wenn es für ihn Aufwand oder Nachteile bedeutet.

Damit ist klar, dass Verwundbarkeit keine Tugend ist:

  1. Verwundbarkeit ist nicht hervorragend. Viele sind verwundbar, beispielsweise Kinder und Tiere, damit hebt man sich nicht vom Standard ab.
  2. Es ist ganz einfach Verwundbarkeit zu zeigen. Es kostet gar nichts.

Das wird auch klar, wenn der Autor Redewendungen wie „man up“ oder „be a man“ rehabilitiert. Sie tragen nach seiner Meinung eine tiefere Botschaft in sich:

Deny self. Don’t indulge your weakness. Show courage. Avoid the easy path.

„Übe Verzicht. Gönne Dir keine Schwäche. Zeige Mut. Meide den leichten Weg.“

Ich stimme ihm zu. Der grundsätzliche Unterschied zwischen „man up“ oder „be a man“ und Verwundbarkeit ist, dass Erstere zur Selbstverbesserung auffordern und Unabhängigkeit fördern. Verwundbarkeit hingegen hat nur dann positive Folgen, wenn andere sich um die verwundbare Person kümmern. Schlimmstenfalls ist Verwundbarkeit eine Schwäche, die eine Person ihrem Gegenüber ausliefert. Sie macht Menschen zu Opfern.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum man dies für eine wünschenswerte Eigenschaft hält, die man Männern anerziehen möchte.

Auch wenn man die Sache zu Ende denkt wird klar, dass dies keine gute Idee ist: Wenn sie erfolgreich sind, fühlen sich alle Männer „sicher in der Verwundbarkeit“. Alle sind Opfer. Wer reißt dann noch was weg? Wer riskiert noch was? Wer hält den Laden am Laufen?

Offensichtlich sind gesellschaftlichen Auswirkungen von „man up“ viel besser als das, was man in diesen Kursen an der Universität gelehrt bekommt.

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1 Kommentar zu „Verwundbarkeit ist keine Tugend“

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